Alexander Solschenizyn

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Lebenslauf von Alexander Solschenizyn

Alexander Issajewitsch Solschenizyn Gestorben am 3. August 2008 in Moskau Erhielt 1970 den Nobelpreis für Literatur

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Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch

Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch

 (80)
Erschienen am 01.03.2005
Der Archipel GULAG

Der Archipel GULAG

 (46)
Erschienen am 20.08.2008
Der Archipel GULAG I

Der Archipel GULAG I

 (33)
Erschienen am 20.08.2008
Der Archipel GULAG III

Der Archipel GULAG III

 (17)
Erschienen am 20.08.2008
Im ersten Kreis

Im ersten Kreis

 (16)
Erschienen am 01.04.1985
Der Archipel GULAG II

Der Archipel GULAG II

 (15)
Erschienen am 20.08.2008
Ein Tag des Iwan Denissowitsch

Ein Tag des Iwan Denissowitsch

 (10)
Erschienen am 01.01.2012

Neue Rezensionen zu Alexander Solschenizyn

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sabatayn76s avatar

Rezension zu "Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch" von Alexander Solschenizyn

'[...] wünschen, dass unser Gefühl der Anerkennung auch von anderen Lesern geteilt wird.‘
sabatayn76vor einem Jahr

‚Im Ganzen aber gehört ‚Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch‘ zu jenen literarischen Werken, denen wir nach der Lektüre von ganzem Herzen wünschen, dass unser Gefühl der Anerkennung auch von anderen Lesern geteilt wird.‘ (Alexander Trifonowitsch Twardowski, Chefredakteur der Moskauer Literaturzeitschrift Nowy Mir)

‚Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch‘ ist das Debüt des Literaturnobelpreisträgers Alexander Issajewitsch Solschenizyn und erschien erstmals 1962 in der Zeitschrift Nowy Mir.

Der Roman erzählt von einem Tag in einem sowjetischen Gulag und beruht auf Solschenizyns eigenen Erfahrungen als Häftling.

Aufgrund der Tatsache, dass ‚Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch‘ auf den Memoiren, Aufzeichnungen und Erinnerungen Solschenizyns basiert, besticht der Roman durch hohe Authentizität, und die Schilderungen des Autors, die nicht das große Grauen der Gulags thematisieren, sondern vielmehr die alltäglichen Schikanen, den permanenten Hunger, die klirrende Kälte, die allgegenwärtigen Beschimpfungen und die schwere Arbeit behandeln, bieten einzigartige Einblicke in die eher unbekannte Welt der sowjetischen Gulags.

Der Leser/Hörer begleitet Iwan Denissowitsch Schuchow, der zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt wurde, vom Aufwachen über die Mahlzeiten und den Appell bis zum Arbeitseinsatz durch einen gewöhnlichen Arbeitslagertag und erlebt so hautnah, was den Protagonisten beschäftigt, wie sein Alltag aussieht und welche Schwierigkeiten alltägliche Sehnsüchte und zutiefst menschliche Belange darstellen.

Doch auch von den kleinen glücklichen Momenten und freudigen Ereignissen erfährt der Leser/Hörer, so dass ‚Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch‘ eine komplexe Beschäftigung mit dem Thema Gulag und keine bloße Schwarzweißmalerei bietet.

Sprachlich ist ‚Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch‘ eher einfach gehalten, aber dennoch anspruchsvoll. Zudem wird das Hörbuch ansprechend von Hans Korte gelesen, der der Geschichte die passende Dramatik gibt, aber auch die Alltäglichkeit der Erlebnisse gelungen vermittelt.

Durch die Musikeinspielungen zu Beginn und am Ende des Hörbuchs wird ein schöner Rahmen geboten, der den Hörer direkt nach Sibirien versetzt bzw. den Hörer am Ende wehmütig zurücklässt.

Ich kenne Solschenizyns Hauptwerk ‚Der Archipel Gulag‘ noch nicht, aber ‚Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch‘ hat mich neugierig auf eine umfassendere Beschäftigung mit dem Autor gemacht und stellt meiner Meinung nach (auch aufgrund der Kürze und der eindringlichen Erzählweise) eine gute Einführung in Solschenizyns Werk dar.

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Rezension zu "Warnung" von Alexander Solschenizyn

Ein verzweifelter Ruf nach Freiheit
Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren

In diesem knapp einhundert Seiten starken Essay seziert der russische Literaturnobelpreisträger des Jahres 1970 das politische Missverhältnis zwischen sowjetischem Kommunismus und seiner öffentlichen Wahrnehmung, vor allem in der westlichen Presse und Wissenschaft. Ausgehend von einer ablehnenden Haltung des Westens gegenüber dem aufkeimenden russischen Nationalismus innerhalb der UdSSR stellt der Autor das tradierte Geschichtsbild des russischen Volkes infrage. Die lange Geschichte des russischen Volkes würde von westlichen Historikern an einigen wenigen Punkten exemplarisch abgehandelt, ohne die Unterdrückung des russischen Volksgeistes durch die sowjetischen Machthaber zu thematisieren. Klar zieht Solschenizyn die semantische Grenze zwischen „Sowjets“ und „Russen“, wobei erstere die Aggressoren, letztere die Unterdrückten darstellen. Entgegen der öffentlichen Meinung dieser Zeit liege das Schicksal des Westens nicht mehr in seiner eigenen Hand, sondern sei von den Entwicklungen im sowjetisch-chinesischen Verhältnis abhängig. Gleichzeitig wird der postulierte friedliche Charakter des Kommunismus gänzlich negiert und durch die Warnung ersetzt, die Welt würde sich in eine Situation begeben, in der weitere Eroberungen im Zuge einer Ausweitung des Kommunismus die logische Folge wären. Damit sei das Ende des Westens besiegelt, nur der ideologische Zwist zwischen der UdSSR und China halte den Weltkommunismus davon ab, diesen imperialistischen Plan in die Tat umzusetzen. Statt den russischen Nationalismus zu bekämpfen und zu diskreditieren, solle der Westen vielmehr diese Strömungen unterstützen, und so zum Sturz des sowjetischen Kommunismus entscheidend beitragen. Denn in den inneren Kräften, die seit nunmehr sechzig Jahren von den Sowjets unterdrückt werden, bestünde die einzige Option auf eine Zerstörung des Kommunismus und auf eine Neuordnung der Dinge.

Solschenizyn hat während seines Lebens häufig Bekanntschaft mit den Repressalien des sowjetischen Systems gemacht: mehrfach verbannt, als politischer Gefangener in ein GULag eingesperrt, hat er aber nie damit aufgehört, politisch aufgeladene Texte zu verfassen. Seine persönliche Abrechnung mit den unmenschlichen Methoden der Zwangslager lässt sich in Der Archipel GULag nachlesen. In Krebstation treffen Menschen unterschiedlichster sozialer Herkunft zusammen und fördern die Spannungen innerhalb der Gesellschaft zutage. Weitere Werke und Essays zeugen von einem zutiefst humanistisch geprägten Mann, dessen ständige Angst vor dem sowjetischen Polizeiapparat in kreative Energie umgeschlagen ist, und der stets den Blick auf das große Ganze gerichtet hält.

Der Text eignet sich als Zeitdokument, dass bei der Betrachtung oppositioneller Kräfte des Sowjetregimes Aufschluss darüber geben kann, wie sich das Kräfteverhältnis im Kalten Krieg historisch gewandelt hat. Nach Auffassung Solschenizyns steht die Weltgemeinschaft zu jenem Zeitpunkt vor einer Wende, die entweder den Sieg des Kommunismus über die gesamte Welt oder seinen Untergang bedeuten würde. Alarmiert durch die ihm feindlich gesinnte Presse und akademische Welt formuliert er in Warnung. Die tödliche Gefahr des Kommunismus sein persönliches Manifest zur Entmystifizierung der kommunistischen Ideale, die er als absolut feindlich und opportun entlarvt. Demgegenüber entwirft der Autor das Bild eines zaghaften, auf sich selbst bezogenen und feigen Westens, der die Chance, den Kommunismus zu besiegen, mehr als einmal verstreichen ließ.

Als neutraler Leser fällt auf, dass der Ton der Schrift häufig anschwillt, mitunter zu einer schrillen Anklage wird, was der Authentizität der Aussagen nicht guttut. Nicht, dass die geschilderten Missstände nicht so vorhanden waren, doch leidet die Glaubwürdigkeit eines Argumentes, wenn es in einer allzu stark pathetischen Form vorgetragen wird. In Solschenizyns Worten schwingt die unendlich große Angst vor der Vernichtung seiner Volksgenossen mit, ebenso das Unglauben über die fatale Haltung der westlichen Welt. Hiermit ist der mitunter sehr polarisierende Tenor der Schrift erklärbar. Dennoch hätte mehr Ruhe und Überlegtheit dem Werk mehr Durchschlagskraft verliehen. Einmal mehr hat sich der Autor als wahrer Kenner seines Landes und der politischen Umstände in der Welt erwiesen. Schade nur, dass er diesen scharfen Blick an der einen oder anderen Stelle vermissen lässt.

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T

Rezension zu "Der erste Kreis der Hölle" von Alexander Solschenizyn

Sehr gute Kritik an einem erschreckenden System, aber keine leichte Kost
Tammy1982vor 3 Jahren

Alles in allem tue ich mich sehr schwer ein Gesamtfazit abzugeben. Im Mittelpunkt des Buches stehen weniger bestimmte Personen, sondern ein totalitäres System, das auf Überwachung und Spitzelwirtschaft basiert und in dem einfach jeder irgendwann Opfer ist. Egal wie sich jemand verhält, egal wie treu er dem Kommunismus bzw. v. a. Stalin ergeben ist, früher oder später landet jeder in einem Lager. Dabei kann es sich einfach nur um die Missgunst von Nachbarn handeln, die einen anzeigen, ein Irrtum oder einfach Pech. Sehr sehr selten trifft es wirklich einen Staatsverräter.

Entsprechend leben die Menschen in ständiger Angst vor dem System und am Beispiel eines Diplomaten, der am Anfang auftaucht und am Ende, wird klar deutlich, wie schnell man einfach alles verlieren kann. Durch die Präzision des Systems gibt man früher auf, als man es für möglich erachtet hätte. Man wird so lange nach den gleichen banalen Dingen gefragt, mit den gleichen banalen Handlungen konfrontiert, bis man gebrochen ist. Und dann wehrt sich keiner mehr bzw. es zahlt sich auch nicht aus, sich zu wehren, weil dann werden aus 10 Jahre Lager gleich mal 25 Jahre und das Leben ist vorbei.

Dieses Buch zu lesen, ist wirklich keine leichte Kost und auch wenn der Autor teilweise einen schon fast komisch ironischen Ton anschlägt, ist mir das Buch oft ganz schön an die Nieren gegangen. Die gesamte Hoffnungslosigkeit der Lage der Menschen und v. a. der Häftlinge und ihrer Verwandten, wird oft nur durch ein paar Sätze deutlich und haben sich bei mir sofort eingebrannt.
Dieses ewige Misstrauen gegen jeden und alles und diese Spitzelwirtschaft, wobei einfach jeder ein Spitzel sein kann und keiner weiß, was der andere über ihn erzählt, hat mich schon beim Lesen ganz mürbe gemacht.

Das Buch endet dann auch noch nicht mit einem kleinen Hoffnungsschimmer, sondern gerade als man denkt schlimmer kann es nicht mehr kommen, kommt die gesamte Härte dieses irren Systems zum Tragen.

Die Fähigkeit des Autors über all diese Dinge mit einem teilweise wirklichen Augenzwinkern zu schreiben, nötigt mir hohen Respekt ab, v. a. angesichts der Tatsache, dass er diesen Irrsinn selber miterlebt hat. Ich kann nachvollziehen, wieso der Autor einen Nobelpreis erhalten hat und ich kann auch verstehen, wieso seine Bücher in der UdSSR verboten worden sind!

Ein absoluter Buchtipp, aber trotz allem nicht einfach zu lesen!

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Alexander Solschenizyn wurde am 11. Dezember 1918 in Kislowodsk (Russland) geboren.

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