Alexander Solschenizyn

 4,2 Sterne bei 318 Bewertungen

Lebenslauf von Alexander Solschenizyn

Alexander Issajewitsch Solschenizyn Gestorben am 3. August 2008 in Moskau Erhielt 1970 den Nobelpreis für Literatur

Alle Bücher von Alexander Solschenizyn

Cover des Buches Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch (ISBN: 9783776682472)

Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch

 (94)
Erschienen am 24.09.2016
Cover des Buches Der Archipel GULAG (ISBN: 9783596903641)

Der Archipel GULAG

 (50)
Erschienen am 01.02.2014
Cover des Buches Der Archipel GULAG I (ISBN: 9783596184248)

Der Archipel GULAG I

 (35)
Erschienen am 20.08.2008
Cover des Buches Der Archipel GULAG III (ISBN: 9783596184262)

Der Archipel GULAG III

 (18)
Erschienen am 20.08.2008
Cover des Buches Der Archipel GULAG II (ISBN: 9783596184255)

Der Archipel GULAG II

 (16)
Erschienen am 20.08.2008
Cover des Buches Ein Tag des Iwan Denissowitsch (ISBN: 9783872911391)

Ein Tag des Iwan Denissowitsch

 (10)
Erschienen am 01.01.2012
Cover des Buches Heldenleben (ISBN: 9783492500982)

Heldenleben

 (4)
Erschienen am 15.12.2017

Neue Rezensionen zu Alexander Solschenizyn

Cover des Buches Im ersten Kreis (ISBN: 9783100727039)
Angelsammys avatar

Rezension zu "Im ersten Kreis" von Alexander Solschenizyn

Verbrennen in der Fackel des Nächsten
Angelsammyvor einem Monat

Alexander Solschenizyn hat die ganze, unerbittliche Härte des Stalinismus zu spüren bekommen, als er das Archipel Gulag kennenlernen musste. 

Ein menschenverschlingendes System scheinbar unendlich vieler Lager über die gesamte Sowjetunion verteilt. Ein auch nicht zu unterschätzender, eminenter ökonomischer Faktor, wie immer bei Sklavenarbeit.

Aber wie schon der desillusionierte Orwell sagte, dass alle gleich, aber manche gleicher seien, so galt das auch für die Häftlinge. 

Wer "Glück" hatte, musste nicht nach Kolyma in Sibirien, sondern, die entsprechende Qualifikation vorausgesetzt, in eine Scharaschka. Dort war man wissenschaftlich tätig. Entwickelte nützliche Technik für den NKWD. Das ist der spätere KGB. 

Der junge Mann und Diplomat Innokentij Artemjewitsch Wolodin macht einen entscheidenden Fehler. Und verliert dadurch seine Unschuld, zumindest in den Augen des Apparates. 

Er gibt einer gewissen Stelle eine ganz explizite Warnung, was als absoluter Hochverrat gilt. Das alles von einem öffentlichen Telefon in der Metro, das selbstredend abgehört wird. 

Nun kommt die Scharaschka uns Spiel, nahe Moskaus. Dort sollen die Häftlinge zuverlässige Systeme entwickeln, um Stimmen auf Tonband zuverlässig und eindeutig identifizieren zu können, eben auch jenen Innokentij. 

Die Ingenieure tun ihr Bestes, gezwungenermaßen, aber Gleb Neschin, ein solcher in seinen Dreißiger, weigert sich ....

Der Autor hat hier seine eigenen, bitteren Erfahrungen einfließen lassen. Es gibt ein Verzeichnis des reichhaltigen "Personals" des Buches. Diese Liste der Dramatis Personae sorgt dafür, dass man nie den Überblick verliert. 

Es gelingt ihm in diesem genialen Tableau, den Zeitgeist der stalinistischen Epoche einzufangen. ER höchstselbst kommt auch vor, der diktatorische Georgier. Dschugashvilli. 

Die Paranoia, das Spitzeltum, sogar wie der ganze Prozess von der Verhaftung bis zu all den einzelnen Vorgängen, die dem neuen Häftling zugemutet werden, in der berüchtigten Lubjanka (Sitz des KGB, auch heute noch des FSB, damals mit Gefängnis und gefürchteten Kellergeschoss, wo viele Erschießungen stattfanden) werden erschreckend beklemmend geschildert. 

Aber ebenso existieren noch Freundschaft wie auch Rückgrat neben schäbigem Verhalten. 

Das Buch ist eine meisterliche Warnung davor, wie weit es ein totalitäres System es treiben kann. Eine Warnung für die Gegenwart und Zukunft. Emotional und packend. 

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Cover des Buches Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch (ISBN: 9783776682472)
Federfees avatar

Rezension zu "Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch" von Alexander Solschenizyn

Überleben in einem sibirischen Straflager
Federfeevor 7 Monaten

Wir schreiben das Jahr 1951.  Iwan Denissowitsch Schuchow, ca. 40 Jahre alt, eine fiktive Person, zeigt uns exemplarisch an einem Tag das Leben in einem Straflager mit all' seinen Schwierigkeiten: Hunger, Zwangsarbeit, sibirische Kälte, Gewalt und Betrug von oben und untereinander, Verlust der Familie, Krankheit und Tod, Gewalt und Verzweiflung,  Korruption und Bestechung.

Was hatte dieser Mann Schlimmes getan? Um es deutlich zu sagen: NICHTS! Er war  in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten und nach der Rückkehr wurde er – wie so viele - unter dem Vorwurf verhaftet, in landesverräterischer Absicht zum Feind übergelaufen zu sein. Für Stalin und seine Schergen genügte schon der bloße Verdacht, um den berüchtigten Artikel 58 anzuwenden: antisowjetisches Verbrechen. Schuchow unterschrieb unter Zwang. 'Unterschrieb er das nicht, war er ein toter Mann', dann lieber Haft.

Anfangs waren das zehn Jahre, ab 1949 wurde man ohne Unterschied zu 25 Jahren 'verknackt'. Für Kleinigkeiten gab es Verlängerungen. Willkür, Gesetzlosigkeit. Und selbst nach der Freilassung war nicht klar, ob er je wieder in sein Heimatdorf zu seiner Familie zurück durfte, dann man hatte ihm die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt.

Man kann kaum glauben, dass Menschen so ein Leben aushalten können. Solschenizyn schildert das Lagerleben eines einzelnen Tages aus der Sicht Schuchows, seinen Lebenswillen, seine Tricks und Überlegungen, an mehr Essen zu kommen, nicht aufzufallen und in dem ganzen Desaster seine Selbstachtung zu bewahren und Mitmenschlichkeit zu zeigen.

Und genau das ist das Versöhnliche an diesem eigentlich schrecklichen Buch: Schuchow bringt es fertig, nicht nur an sich selbst zu denken, sondern mit der ein oder anderen Geste seinen Mitgefangenen zu helfen oder Trost zu spenden und am Ende des Tages rekapituliert er sogar, für was er alles dankbar sein kann.

Ein sehr lesenswertes Buch, das für mich allerdings immer rätselhafter werden lässt, was mit diesem Land los ist, das so große Dichter und Musiker hervorgebracht hat. Von Dostojewski wissen wir, dass es schon zur Zarenzeit solche Lager gab und auch heute gibt es sie noch, s. meine Rezension zu Oleg Senzows Buch 'Haft':

https://www.lovelybooks.de/autor/Oleg-Senzow/Haft-2929677314-w/rezension/5102995699/

Kommentare: 10
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Cover des Buches Der erste Kreis der Hölle. Roman (ISBN: B002LON3N4)
D

Rezension zu "Der erste Kreis der Hölle. Roman" von Alexander Solschenizyn

Tiefgründig, aber mühsam...
Dominik_Hellenbeckvor einem Jahr

Da bereits der Titel des Werkes bei Dantes Inferno entlehnt wurde, kann man dort getrost eine weitere Anleihe machen: Wer anfängt, dieses Buch zu lesen, laßt alle Hoffnung (auf rasches Verständnis der Zusammenhänge) fahren. Der Leser wird anfangs mit einem Telefonat konfrontiert, um anschließend die nächsten über zweihundert Seiten einen komplett anderen Zusammenhang kennen zu lernen – auf äußerst zähe Weise. Weder die Handelnden noch der Ort wird sogleich vorgestellt, nein, man liest Seite um Seite, ohne geringste Ahnung, wer was wem warum wo mitteilt. Ein vorheriger Blick in eine grobe Inhaltsangabe ist dringend empfohlen, auch fundierte Kenntnisse über die Sowjetunion der 1930er bis 1950er schadet keinesfalls. 

Fazit: Ein brillantes russisches Buch für russische Leser, alle anderen werden sich mühsam in die Materie rein arbeiten müssen. Dies allerdings lohnt sich dann aber.

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Zusätzliche Informationen

Alexander Solschenizyn wurde am 11. Dezember 1918 in Kislowodsk (Russland) geboren.

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von 16 Leser*innen aktuell gelesen

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