Alexander Solschenizyn Der erste Kreis der Hölle

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Inhaltsangabe zu „Der erste Kreis der Hölle“ von Alexander Solschenizyn

Roman. Sonderausgabe. 761 S. (Quelle:'Sonstige Formate/01.01.1985')

Die Fähigkeit des Autors über all das Schreckliche mit einem teilweise wirklichen Augenzwinkern zu schreiben, nötigt mir hohen Respekt ab

— Tammy1982

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  • Sehr gute Kritik an einem erschreckenden System, aber keine leichte Kost

    Der erste Kreis der Hölle

    Tammy1982

    06. November 2015 um 10:44

    Alles in allem tue ich mich sehr schwer ein Gesamtfazit abzugeben. Im Mittelpunkt des Buches stehen weniger bestimmte Personen, sondern ein totalitäres System, das auf Überwachung und Spitzelwirtschaft basiert und in dem einfach jeder irgendwann Opfer ist. Egal wie sich jemand verhält, egal wie treu er dem Kommunismus bzw. v. a. Stalin ergeben ist, früher oder später landet jeder in einem Lager. Dabei kann es sich einfach nur um die Missgunst von Nachbarn handeln, die einen anzeigen, ein Irrtum oder einfach Pech. Sehr sehr selten trifft es wirklich einen Staatsverräter. Entsprechend leben die Menschen in ständiger Angst vor dem System und am Beispiel eines Diplomaten, der am Anfang auftaucht und am Ende, wird klar deutlich, wie schnell man einfach alles verlieren kann. Durch die Präzision des Systems gibt man früher auf, als man es für möglich erachtet hätte. Man wird so lange nach den gleichen banalen Dingen gefragt, mit den gleichen banalen Handlungen konfrontiert, bis man gebrochen ist. Und dann wehrt sich keiner mehr bzw. es zahlt sich auch nicht aus, sich zu wehren, weil dann werden aus 10 Jahre Lager gleich mal 25 Jahre und das Leben ist vorbei. Dieses Buch zu lesen, ist wirklich keine leichte Kost und auch wenn der Autor teilweise einen schon fast komisch ironischen Ton anschlägt, ist mir das Buch oft ganz schön an die Nieren gegangen. Die gesamte Hoffnungslosigkeit der Lage der Menschen und v. a. der Häftlinge und ihrer Verwandten, wird oft nur durch ein paar Sätze deutlich und haben sich bei mir sofort eingebrannt. Dieses ewige Misstrauen gegen jeden und alles und diese Spitzelwirtschaft, wobei einfach jeder ein Spitzel sein kann und keiner weiß, was der andere über ihn erzählt, hat mich schon beim Lesen ganz mürbe gemacht. Das Buch endet dann auch noch nicht mit einem kleinen Hoffnungsschimmer, sondern gerade als man denkt schlimmer kann es nicht mehr kommen, kommt die gesamte Härte dieses irren Systems zum Tragen. Die Fähigkeit des Autors über all diese Dinge mit einem teilweise wirklichen Augenzwinkern zu schreiben, nötigt mir hohen Respekt ab, v. a. angesichts der Tatsache, dass er diesen Irrsinn selber miterlebt hat. Ich kann nachvollziehen, wieso der Autor einen Nobelpreis erhalten hat und ich kann auch verstehen, wieso seine Bücher in der UdSSR verboten worden sind! Ein absoluter Buchtipp, aber trotz allem nicht einfach zu lesen!

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