Alexander Solschenizyn Ein Tag des Iwan Denissowitsch

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Inhaltsangabe zu „Ein Tag des Iwan Denissowitsch“ von Alexander Solschenizyn

Der Kurzroman „Ein Tag des Iwan Denissowitsch“, verfasst von Alexander Solschenizyn, erschien 1962. Es ist das erste Werk Solschenizyns und das erste Buch, das ein Beitrag zur Bewältigung der stalinistischen Vergangenheit liefert. Es ist ein erschütterndes Dokument des Leidens einer Generation und ein Kunstwerk von Rang. Der Autor beschreibt den Alltag eines stalinistischen Arbeitslagers und erzählt damit jahrelange eigene Erfahrungen. Es geht um einen wahllos gewählten Tag im Jahre 1951. Im Mittelpunkt des Geschehens steht der Häftling Nr. 854, der ehemalige Zimmermann Ivan Denisovic Suchov. Er ist ein einfacher Mann von bäuerlichem Denken. Acht Jahre sind bis zu diesem einen Tag vergangen, in denen Suchov im Arbeitslager gefangen ist. Der Tag ist ein Ausschnitt aus einem unendlich monotonen Zeitablauf. Der komplette Tagesablauf, vom aufstehen bis zum schlafen gehen, wird geschildert und es wird deutlich, dass es dem Häftling nur darum geht, irgendwie zu überleben. Suchov überlebt den Tag, weil er an das Lagerleben angepasst ist und seine Menschenwürde bewahren kann. Er ist kein Märtyrer, aber er veranschaulicht, wie ein Mensch sich in einem sinnlosen Dasein bewährt. Die Welt im Lager erscheint als geschlossener Mikrokosmos, denn über das Leben außerhalb erfährt man nichts. Die Zeit existiert losgelöst, ohne Vergangenheit und ohne Zukunft. Der Roman rief bei seinem Erscheinen in der Sowjetunion heftige Diskussionen hervor.

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    sursulapitschi

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  • Rezension zu "Ein Tag des Iwan Denissowitsch" von Alexander Solschenizyn

    Ein Tag des Iwan Denissowitsch

    Heike110566

    10. January 2010 um 22:56

    Solschenizyn (1918-2008) stellt in dieser detailreich gestalteten Erzählung einen Tag im Leben eines Sträflings in einem GULAG-Lager des Jahres 1951 dar. Ein Tag wie jeder andere in einem solchen sibirischen Sonderlager Stalins. Ein Tag, der zeigt wie unmenschlich es in diesen Gefangenenlagern zuging. Der Autor greift dabei auf eigenes Erleben zurück, verbrachte er selbst 8 Jahre in solchen Lagern, verurteilt nach Artikel 58 des russischen Strafgesetzbuches (ein Gummiparagraph, den Stalins Schergen nutzten, um politisch nicht genehme Menschen in Lager zu stecken bzw durch Verbannung oder ähnliches vom Leben auszugrenzen). 1962 erschien dieses Erstlingswerk des Autors in der sowjetischen Literaturzeitschrift "Nowy Mir", nachdem sie durch den damaligen Staatschef der UdSSR, Nikolai Chruschtschow, freigegeben wurde. Dies zeigt wie stark selbst die sowjetische Staatsführung interessiert daran war die Verbrechen der Stalin-Diktatur aufzuarbeiten. Und es spricht auch für die Authentizität der Darstellung. Im Westen (USA, BRD, NATO-Staaten u. ä.) wurde dieses beeindruckend geschriebene und betroffen machende Werk gern herangezogen, um die Unmenschlichkeit im Umgang mit politisch Andersdenekenden in den "sozia- listischen" Ostblockstaaten zu belegen. Es wurde als willkommene Waffe für den Einsatz im Kalten Krieg gern genutzt, besser gesagt: missbraucht. - Vor allem ist es unlauter, diese Darstellung auf die gesamten Ostblock-Systeme allgemein zu übertragen. - Genauso wie es undifferenziert wäre, die unmenschlichen Zustände im amerikanischen Gefangenenlager Guantanamo auf alle anderen kapitalistischen Staaten als typisch zu übertragen.

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