Alexander Solschenizyn Krebsstation. Roman. Mit einem Vorwort von Heinrich Böll.

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Inhaltsangabe zu „Krebsstation. Roman. Mit einem Vorwort von Heinrich Böll.“ von Alexander Solschenizyn

Beeindruckendes, gesellschaftskritisches Mammutwerk.

— loveisfriendship

Eindrücklicher Roman, der auch heute - oder gerade heute - nichts von seiner bitteren Aktualität verloren hat!

— Hazel93

Klare Leseempfehlung!

— Godelewa

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  • Ein großartiges Werk sowjetischer Literatur

    Krebsstation. Roman. Mit einem Vorwort von Heinrich Böll.

    Makollatur

    06. October 2015 um 15:32

    Das im Jahr 1955 verfasste Werk "Krebsstation" des sowjetischen Autors Alexander Solschenizyn schildert auf beeindruckende Weise den Alltag in einem Krankenhaus der 50er Jahre im asiatischen Teil der SU und entwirft dabei ein polarisierendes Bild der damaligen Gesellschaft. In einem kleinen Krankenzimmer der Station für Krebspatienten treffen sich die unterschiedlichsten Charaktere, die so in der Realität niemals miteinander verkehren würden: der Parteifunktionär, der Verbannte, der Schüler, der Student, ethnische Minderheiten und andere. Sie alle sind vereint in der Angst um den Krankheitsverlauf und den Tod, der ihr ständiger Begleiter ist. Es kommt zu ideologischen und persönlichen Gesprächen, anhand derer der Leser einen Eindruck von der Komplexität und vor allem von den Problemen der sowjetischen Gesellschaft dieser Zeit erhält. Nach Stalins Tod befindet sich die SU in einer Zeit des Umbruchs, der von den einen bedauert, von den anderen sehnsüchtig erhofft wird. Daneben wird auf das medizinische Versorgungssystem Bezug genommen, indem auch die Schicksale der behandelnden Ärzte Einzug in die Erzählung finden. Mit klaren Worten, ohne Übertreibungen und mit dem Scharfblick des geübten Beobachters schildert der Erzähler den Überlebenskampf dieser Menschen, die der Zufall zusammengeführt hat. Im zweiten Teil der "Krebsstation", entstanden ein halbes Jahr nach dem ersten, wird die Geschichte der Patienten in der Klinik im asiatischen Teil der Sowjetunion fortgesetzt. Mit einem Abstand von wenigen Wochen werden die Verläufe der Therapien gezeigt, die den einen seiner Männlichkeit berauben, den anderen wieder zu einem gesunden Menschen machen. Andere sterben, viele jedoch bleiben mit Hoffnung und ohne klare Perspektive zurück. Eindringlich wird sowohl die Hilflosigkeit der Patienten als auch die der Ärzte gezeigt, welche mit unbekannten Technologien (v.a. Bestrahlungen) dem Krebs Einhalt gebieten wollen und müssen. Beseelt vom Verlangen, Menschen zu heilen oder ihre Krankheit einzudämmen, werden Fragen der Sinnhaftigkeit und der Menschlichkeit hintan gestellt. Das Leben bedeutet alles, der Weg dahin fast nichts. Mit der Entlassung der eigentlichen Hauptperson Oleg Kostoglotow verlässt die Erzählung das Terrain der Klinik und begibt sich in die Welt der Urbanität und damit der Realität. Deutlich tritt die Diskrepanz Olegs zutage, die zwischen seinen Wünschen und seinen Erfahrungen liegt. Letztlich muss er an der Gesellschaft scheitern, die für ihn keinen Platz mehr hat. Sein Weg führt wieder in die Verbannung, in die heimatlose Heimat. Leider verliert das Werk ab dem Perspektivwechsel auf Oleg an Stringenz, wirkt etwas fahrig und überlang. Daher keine volle Bewertung; dennoch bleibt die "Krebsstation" ein großes Werk jener Zeit, dass auch heute gern gelesen werden darf.

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  • "Ein böser Mensch hatte dem Affen Tabak in die Augen geworfen.Nur einfach so."

    Krebsstation. Roman. Mit einem Vorwort von Heinrich Böll.

    Hazel93

    04. April 2015 um 11:47

    "Ein böser Mensch hatte dem Affen Tabak in die Augen geworfen.Nur einfach so." Alexander Solschenizyn gelingt es in seinem monumentalen Roman "Krebsstation" eindringlich zu beweisen, dass nicht einzelne Menschen die Krankheit Krebs haben, sondern dass die gesamte Gesellschaft unter bösartigen Tumoren leidet. Genauso wie ein Krebsgeschwulst sich gegen alle Regeln des eigenen Körpers ausbreitet, gesunde Zellen zerstört und keine Rücksicht auf Verluste nimmt, so behandeln sich auch die Menschen in Solschenizyns Roman. Inhalt: Dieser spielt Größtenteils in einer Krebsstation eines usbekischen Krankenhauses der Sowjetunion im Jahre 1955. Es gibt zwei Hauptpersonen, zum einen Pawel Nikolajewitsch Rusanow, der Stalin verehrt und selbst unzählige Menschen durch seine Aussagen in Gefangenenlager und in die Verbannung geschickt hat. Aufgrund eines Geschwulst am Hals kommt er in die Krebsstation und empört sich darüber, dass er mit anderen Kranken in einem Krankensaal untergebracht wird und noch nicht mal eine eigene Toilette hat. Seine Gegenposition vertritt Oleg Kostoglotow, der in einem Straflager war und nun in die " ewige Verbannung" geschickt wurde. Im Laufe des Romans entspinnen sich viele Gespräche, Konflikte und auch Beziehungen zwischen den Personen und es wird immer klarer, dass die Krebsstation als Spiegel der damaligen Gesellschaft zu sehen ist und dass solche Rusanows die eigentlichen Krebsgeschwulste dieser Zeit sind. Fazit: Beeindruckt hat mich vor allem, dass die Geschichte zwar in den 1950er Jahren spielt, man aber auch als heutiger Leser nicht umhin kommt zu erkennen, wie aktuell die Geschichte noch immer ist. An vielen Situationen wird deutlich, wie rücksichtslos die Patienten der Krebsstation miteinander umgehen, wie vor allem Rusanow nur auf den Moment wartet, um jemanden denunzieren zu können. Jeder ist nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht, keinem soll es besser gehen als einem selbst. Besonders gefesselt haben mich die Szenen als Oleg endlich wieder in die Stadt darf, aber nach jahrelanger Gefangenschaft und Verbannung vollkommen schockiert von dem Konsumverhalten der Gesellschaft ist und wie er sich selbst in den gefangenen Tieren eines Zoos wiedererkennt. Auch die verschiedenen Ängste und Nöte der an Krebs erkrankten Personen werden berührend geschildert, die Angst vor dem Tod, die Angst vor Amputationen und die Angst vor dem Ausstoß aus der Gesellschaft. Letztendlich ist es ein äußerst empfehlenswerter und lesenswerter Roman, der eine Gesellschaft aufzeichnet die drohte von einem Krebsgeschwülst erdrückt zu werden und nun 2 Jahre nach Stalins Tod tief verunsichert ist, wie es nun weitergehen wird. Einige verspüren leise Hoffnung auf Amnestie und Befreiung, andere haben große Angst vor den nun folgenden Veränderungen. Und jeder Leser wird auch heute noch darüber nachdenken, ob nicht auch unsere Gesellschaft vom Krebs befallen ist: Nehmen wir genug Rücksicht auf andere? Interessiert uns überhaupt, was außerhalb unserer kleinen Welt passiert? Und würden wir jemanden verteidigen oder retten, selbst wenn seine Probleme uns gar nicht betreffen?

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