Alexander Unzicker

 5 Sterne bei 6 Bewertungen

Lebenslauf von Alexander Unzicker

ist studierter Jurist und verfolgt zeitgeschichtliche Entwicklungen, über die er neben seiner Physik-Kolumne beim Nachrichtenportal Telepolis ebenfalls schreibt. Sein Hintergrund als Neurowissenschaftler erlaubt ihm einen besonders fundierten Blick auf Probleme, die die Welt heute dem menschlichen Verstand stellt. Sein wissenschaftskritisches Buch „Vom Urknall zum Durchknall“ (Springer Verlag) wurde als „Wissenschaftsbuch des Jahres“ gekürt.

Quelle: Verlag / vlb

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Rezension zu "Wenn man weiß, wo der Verstand ist, hat der Tag Struktur" von Alexander Unzicker

Gebrauche deinen Verstand
Bellis-Perennisvor einem Jahr

Alexander Unzicker versucht in drei Teilen, die treffend „sehen“, „denken“ und „handeln“ heißen, die Leser dazu zu bringen, dem eigenen Verstand zu trauen und ihn auch zu gebrauchen.

In Zeiten der Überreizung der Sinne rät der Autor, sich bewusst dieser Medienflut zu entziehen: Nachrichtenfasten also. Doch auch gezieltes Auswählen der Medien schützt vor Fake-News nur bedingt. Es scheint, als sie es Sinn und Zweck der Medien geworden, die Menschen zu verwirren. Schon Harry S. Truman wird folgender, durchaus passender Satz zugeschrieben: „Wenn du sie nicht überzeugen kannst, verwirr‘ sie.“.

Mit sehr sachlichen, sehr analytischen Beispielen bringt der Autor seine Gedanken seinen Lesern näher. Sehr aufschlussreich sind auch die vielen Zitate, die beinahe auf jeder Seite als „Randbemerkung“ zu finden sind. Es lohnt, die Zitate genauer unter die Lupe zu nehmen und anschließend wieder mit dem Text in Zusammenhang zu bringen.

Unzicker setzt sich auch kritisch mit der Datensammelwut von Regierungen auseinander. „Wissen ist Macht, nichts wissen macht auch nichts“, das war einmal. Heute heißt es „Wissen wird Macht, Macht schafft Daten“ (S.78)

Fazit:

Ein Buch, das auch in Schulen gelesen werden sollte. Gerne gebe ich hier 5 Sterne

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Rezension zu "Wenn man weiß, wo der Verstand ist, hat der Tag Struktur" von Alexander Unzicker

Ohne fremde Anleitung den eigenen Verstand gebrauchen
WinfriedStanzickvor einem Jahr


 

Eine dringend nötige „Anleitung zum Selberdenken in verrückten Zeiten“ hat der Physiker, Jurist und Kognitionspsychologe Alexander Unzicker in diesem Buch vorgelegt. Sehr überzeugend beschreibt er ein Phänomen, das mich persönlich als ein politisch seit meiner frühen Jugend interessierter Mensch schon lange umtreibt. Obwohl ich wie ehedem die Nachrichten verfolge, ausführlich jeden Donnerstag die „ZEIT“ lese und mich täglich über die Onlineversionen der klassischen Tageszeitungen wie FAZ, SZ, sowie dem Onlineportalen von NTV und HR über das Tages- und Weltgeschehen informiere, habe ich seit langem den Eindruck, im Gegensatz zu früheren Zeiten mit kein objektives Bild mehr vom Geschehen in der Welt machen zu können, nicht mehr die verwickelten Zusammenhänge zu erkennen und mir zunehmend schwerer eine eigene Meinung und Haltung bilden zu können. Immer schnellere und häufiger „Breaking News“ auf dem Smartphone lenken ab von den Entwicklungen, die im Hintergrund laufen und die nur selten mit Hintergrundinformationen kritisch beleuchtet werden.

 

Alexander Unzicker analysiert all diese Herausforderungen für unser Denken im postfaktischen Zeitalter und schafft mit seinem Buch Orientierung im großen Durcheinander. Vor allem aber fordert er von uns allen mehr Mut, den eigenen Verstand zu gebrauchen - auch ohne fremde Anleitung.

 

Immer wieder plädiert er mit vielen anschaulichen Beispielen dafür, sich von der Flut der News nicht verrückt machen zu lassen, sondern in Ruhe selbständig über das Wesentliche in der Welt und in meinem eigenen Leben nachzudenken.

 

Ohne fremde Anleitung den eigenen  Verstand gebrauchen, das wäre mal eine Alternative zu dem unendlichen Nachrichtenkonsum und der Lektüre des x-ten Kommentars.

 

Seine Idee, wenigstens zeitweise mal auf Medienkonsum zu verzichten und sich den permanenten Breaking News für eine gewisse Zeit zu verweigern, hat mir gefallen und ich werde es vielleicht einmal probieren.

 

Ein „Nachrichtenfasten“ wäre vielleicht auch eine Idee für die nächste Aktion „40 Tage ohne“ der Kirchen.

 

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Rezension zu "Wenn man weiß, wo der Verstand ist, hat der Tag Struktur" von Alexander Unzicker

Ein bereicherndes, aufschlussreiches Werk. Klare Leseempfehlung.
Wedmavor einem Jahr

Dieses Buch habe ich sehr gern gelesen. Hat viel Spaß gemacht. Das unterhält nicht nur auf einem guten Niveau, an einigen Stellen musste ich auflachen, es gibt reichhaltigen Stoff zum Nachsinnieren, Nachlesen usw. Vielerorts stellt Unzicker sehr gute Fragen, die man sich so vllt noch nicht gestellt hat. Es ist sehr zugänglich und für jeden verständlich geschrieben,

Zum Autor laut Klappentext: „Der Physiker, Jurist und Kognitionsforscher Alexander Unzicker analysieret die Herausforderungen für unser Denken im postfaktischen Zeitalter und schafft Orientierung im großen durcheinander. Vor allem aber fordert er von uns allen den Mut, selbstbewusst und frei den eigenen Verstand zu gebrauchen.“

Der Inhalt ist prima strukturiert, sehr leserfreundlich. Es gibt 3 Teile: Sehen, Denken Handeln, die aus 6, 5 und 4 Kapiteln von etwa 10-25 Seiten bestehen. Diese wiederum beinhalten noch kleinere Abschnitte, sodass man, wenn wenig Zeit, auch nur eine halbe Seite lesen kann. Man kann das Buch im Grunde auch in einem Rutsch durchlesen, aber Pausenmachen und Nachdenken, gerade hier, ist eine sehr gute Idee.

Alle Themen sind prima aufgeschlossen. Man bekommt viel mehr, als die Überschriften im Inhaltsverzeichnis erahnen lassen.

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Teil 1 vermittelt u.a., dass man das Weltgeschehen durchaus anders sehen kann, als die Leitmedien dies beharrlich nahelegen und liefert wertvolle Anstöße, die einem helfen können, das Aufnehmen und Bewerten von Information, Fake News usw. anders zu gestalten. Das weckt auch den Wunsch, sich besser, im Sinne von weniger Quantität, aber in höherer Qualität, zu informieren uvm.

Im Teil 2 spricht Unzicker von der Regression des Denkens in der Gesellschaft und Wissenschaft, die in den letzten Jahren kaum zu übersehen ist. Er schildert u.a., welchen negativen Einfluss Neoliberalismus auf die Grundlagenforschung ausübt, was dazu führt, dass die Menschheit seit Langem nichts grundsätzlich Neues mehr hergebracht hat. Zitat hier: „Big science may destroy great science.“ Karl Popper.

Aufschlussreich schreibt er auch über die Zensur, die sich langsam aber sicher in das gesellschaftliche Leben einschleicht, und welche Auswirkungen diese auf das freie Denken hat. Auch den Erzählrahmen, den die Leitmedien pflegen, und wie dieser die objektive Betrachtung der Ereignisse und das freie Denken unmöglich macht, schildert er eingängig. Das letzte Kapitel im Teil 2 beschäftigt sich mit Verschwörungstheorien vs. Regierungsmärchen wie den Verschwörungstheoretikern vs. Regierungstrottel.

Auch letzter Teil hat seine starken Seiten. Er schlägt auch konkrete Dinge vor, die für jeden recht einfach zu bewerkstelligen sind, z.B. weniger Infomüll. Man muss all die Neuigkeiten in der Welt nicht alle paar Minuten erfahren. Ich praktiziere es schon seit paar Jahren und kann bestätigen, dass dies ein guter Rat ist. Solche Haltung hebt nicht nur die Lebensqualität.

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Im Anhang findet man alternative Nachrichtenquellen: 58 an der Zahl wie nachdenkseiten, telepolis, rubikon news (Jens Wernicke) usw. Auch die Literatur kann sich sehen lassen. Ich kenne gut über die Hälfte dieser Werke. Sehr lesenswert.

Dieses Buch ist ein wichtiger Beitrag in Sachen Aufklärung. Er legt das, was man aus den Werken von Noam Chomsky, Albrecht Müller, Daniele Ganser, Michael Lüders und vielen anderen kennt, zugrunde und schafft eine sehr gute, anschauliche Anleitung zum Selberdenken in verrückten Zeiten, wie der Untertitel auch verspricht. Bleibt zu hoffen, dass das Buch vielen Lesern zur besseren Orientierung verhelfen wird.

„Wenn man weiß, wo der Verstand ist…“ ist auch voller Zitate, die ich nicht mehr missen möchte.

Fazit: Ein bereicherndes Werk, auch wenn man schon einiges zum Thema gelesen hat.

Dieses Buch würde ich jedem in die Hand drücken: „Lese das. Tut gut.“

5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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