Alexandra Bleyer Auf gegen Napoleon!

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Inhaltsangabe zu „Auf gegen Napoleon!“ von Alexandra Bleyer

Die Befreiungskriege gegen das napoleonische Frankreich (1813-1815) jähren sich zum 200. Mal – Anlass für eine neue, gesamteuropäische Darstellung. Alexandra Bleyer geht in ihrem Buch auf den spanischen Unabhängigkeitskrieg, den österreichischen Nationalkrieg, den vaterländischen Krieg Russlands sowie die deutschen Befreiungskriege ein. Welche Parallelen und welche Unterschiede bestanden? Welche Wechselwirkungen lassen sich feststellen? Die antinapoleonischen Kriege wurden als »Volks- und Meinungskriege« geplant und geführt. Man wollte den übermächtigen Gegner mit seinen eigenen Waffen schlagen: Nationalkrieg und Propaganda. Aber kann man überhaupt von »Volkskriegen« sprechen? Provokant gefragt: Wie viel Volk steckte in den Volkskriegen? Jenseits aller späteren Mythisierung und Legendenbildung sucht Alexandra Bleyer herauszufinden, was die Menschen tatsächlich bewegte und wie weit die Propaganda wirksam war.

Ein tolles Sachbuch, dass die Phänomene "Propaganda, "Zensur" und "Mythos" untersucht

— Bellis-Perennis

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  • Sehr gutes, informatives Werk, das Propaganda als Machtinstrument eingehend beleuchtet.

    Propaganda als Machtinstrument: Fakten, Fakes und Strategien. Eine Gebrauchsanleitung

    Wedma

    „Propaganda als Machtinstrument“ von Alexsandra Bleyer habe ich sehr gerne gelesen und empfehle es auch gerne weiter. Das Buch hält, was Klappentext und Vorwort versprechen, und liefert beachtliche Menge an Wissen, interessanten, einleuchtenden Beispielen hpts. aus der Geschichte, treffenden Zitaten aus anderen Werken, die sich mit dem Thema befasst haben, uvm. Das Werk ist für breites Publikum geschrieben, sehr zugänglich, sehr ansprechend, sodass wenn man vorher keinen Plan von Propaganda hat, kann hier gerne zugreifen, man wird nach der Lektüre um einiges in der Hinsicht schlauer.   Inhaltsverzeichnis verschafft einen prima Überblick der Inhalte und, was heute eher selten ist, es wird mehr als versprochen geliefert. Die vielen Tricks und Griffe der Massenmanipulation werden im Kapitel 5 vor Augen der Leser geführt. Über die Rolle und der Funktion der Medien wird ebenso einleuchtend berichtet wie über „das Publikum im Visier der Propagandisten“, Kapitel 4, wie auch über „‘Klassiker‘ der Kriegsbegründung“,  Kapitel 7, wie auch über die Repressiven Maßnahmen wie Zensur, Kapitel 8. Sonnenklar werden die Zusammenhänge verdeutlicht und anhand der Beispiele oft aus dem 2.ten Weltkrieg oder auch noch weiter zurückliegender historischer Ereignisse, hier und da aus der Gegenwart,  illustriert. Das Buch ist wunderbar leichtfüßig geschrieben, was bei diesem Thema keine Selbstverständlichkeit ist und viel Können und Wissen voraussetzt. Es hat viel Spaß gemacht, das Propaganda-Werk von Alexandra Bleyer zu lesen, die Seiten flogen nur so dahin. Es war wie ein Gespräch mit einer guten Freundin, die einiges zum Thema Propaganda zu sagen hat. Die Seiten meines Exemplars sind voll von bunten Klebezetteln, mit und ohne Kommentare, Ausrufezeichen, etc., die gute Stellen und tolle Zitate im Buch markieren. Manche Seiten führen gar zwei Zettel, und davon gibt es nicht wenige. Wie der bekannte Spruch lautet: Ein gutes Buch ist gut auf jeder Seite. Hier trifft es voll zu. Fazit: Ein sehr gutes, informatives, toll geschriebenes Werk, das Propaganda als Machtinstrument eingehend beleuchtet. Insb. für Einsteiger ist das Werk sehr gut geeignet. Nach der Lektüre hat man genug Wissen und Rüstzeug in der Hand, um die Propagandisten im heutigen politischen und wirtschaftlichen Geschehen erkennen und sich deren Einflüssen widersetzen zu können. „Denn Propaganda funktioniert nur, solange sie  nicht als solche erkannt wird“, so die Autorin im Vorwort. Ich vergebe fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung. Nach der Lektüre ist man um Etliches schlauer und hat zudem schöne, spannende und erfüllte Lesestunden gehabt.

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    • 4
  • Für Gott, König/Kaiser und Vaterland - oder doch nicht?

    Auf gegen Napoleon!

    Bellis-Perennis

    14. July 2016 um 15:57

    Die Historikerin Alexandra Bleyer beschäftigt sich in ihrem Buch mit der Frage „Sind die Befreiungskriege gegen Napoleon wirklich Volkskriege, wie es uns die Propaganda weiß machen will? Oder sind es vielmehr von den jeweiligen Regierenden gesteuerte (manchmal auch ungewollte) kleinräumige Erhebungen von Menschen, die die Kriege und ihre Auswirkungen satt hatten?“ Um diesem äußerst interessanten Thema näher treten zu können, muss erst die Ausgangslage analysiert werden. Nach der Französischen Revolution und der Hinrichtung des Königspaars soll das revolutionäre Gedankengut in alle Welt getragen werden. Ganz klar, dass das den absolutistisch regierenden Monarchen in Europa nicht gefällt. Die Gegenmaßnahmen sind auch klar: Krieg gegen die Revolution und Wiederherstellung der alten Ordnung. Doch hier macht ein ehrgeiziger General den Gegnern einen Strich durch die Rechnung: Napoleon Bonaparte. Er fegt mit seiner Armee, die er zuvor aus allen Bevölkerungsschichten Frankreichs ausgehoben hat, über Europa hinweg. Er erobert ein deutsches Fürstentum nach dem anderen, vertreibt die Machthaber und setzt Mitglieder seiner eigenen Familie als Regenten ein. Gemeinsam mit seinen militärischen Erfolgen, die ihm den Nimbus des „Unbesiegbaren“ einbringen, benutzt er geschickt die Presse, bzw. deren Zensur, um kleine Siege größer und eventuelle Niederlagen ganz klein erschienen zu lassen. Seine täglichen Berichte von den Schlachtfeldern werden im „Le Moniteur“ veröffentlicht und verbreiten sich in Windeseile in ganz Europa. Die wechselnden Allianzen, einzelne Separatfrieden und Uneinigkeiten in den verbündeten Herrscherhäusern zeigen die Zerrissenheit in Europas Herrscherhäusern. Langsam beginnt man Napoleons Kriegsberichterstattung zu kopieren und schönt die einzelnen Gefechte. Übertreibungen bei Truppenstärken, Verniedlichung der Verluste usw. sind an der Tagesordnung. Von einem „Volkskrieg“ kann keine Rede sein, da es den Nationalismus wie er in Frankreich seit geraumer Zeit besteht, in den anderen Ländern nicht gibt. Deutschland ist in zahlreiche, kleine Herrschaftsbereiche unterteilt. Fürsten, Herzöge und Könige versuchen ihre Ansprüche mit und ohne Napoleon zu sichern. Selbst das Königreich Preußen ist noch lange nicht zu jener Größe herangewachsen, wie es (von den Preußen) gerne dargestellt wird. Die Habsburgermonarchie besteht aus vielen kleinen und größeren Gebieten (Erblande), die aus der geschickten Heiratspolitik der Vorgänger resultiert. Alexandra Bleyer zeigt ein recht reales Bild der damaligen Zeit. Sie untermauert ihre Thesen mit Originalzitaten aus Briefen und Aktenvermerken. Es kommen sowohl Franzosen als auch alliierte Briefeschreiber zu Wort. Auch die Rolle der Schriftsteller(innen) im oft nicht von den Kriegshandlungen betroffenen Hinterland wird eingehend beleuchtet. So lesen wir häufig Lulu von Thürnheims und/oder Caroline Pichlers Briefwechsel – beides wortgewaltige Damen der Habsburgermonarchie. In Deutschland versuchen die Literaten rund um Theodor Körner ein Hohelied auf die „teutsche Tapferkeit“ anzustimmen. Dieses praktizierte „Deutschtum“ führt manchmal zu rechten Auswüchsen. Adelige und Bürger, auf Grund der Erziehung meist der französischen Sprache mächtig, sind angehalten ausschließlich „teutsche“ Worte zu benutzen. Die Conclusio dieses, 265 Seiten starken, Buches ist, dass das „Volk“ nur seine unmittelbaren Besitztümer verteidigt hat, diese dafür mit Zähnen und Klauen sowie Dreschflegel und Prügel. Die Bauern, Gewerbetreibenden usw. waren lediglich für einen temporären Verteidigungskampf in unmittelbarer Nähe ihres Besitzes zu gewinnen. Die weit entfernten Gebiete interessierten das Volk nicht. Schreibstil und penible Recherche machen dieses Buch zu einem wertvollen Beitrag der Geschichte rund um die Napoleonischen Befreiungskriege. Für historisch Interessierte steht eine große Anzahl von weiterführender Literaturtipps im Anhang bereit.

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    • 8
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