Alexandra Cedrino

 3,6 Sterne bei 122 Bewertungen

Lebenslauf

Alexandra Cedrino, geboren 1966 in München, stammt aus der Kunsthändlerfamilie Gurlitt. Sie wuchs zwischen Bildern und Büchern auf und lebt heute in Berlin.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Alexandra Cedrino

Cover des Buches Die Galerie am Potsdamer Platz (ISBN: 9783749903771)

Die Galerie am Potsdamer Platz

 (104)
Erschienen am 23.05.2022
Cover des Buches Wiedersehen am Potsdamer Platz (ISBN: 9783365001226)

Wiedersehen am Potsdamer Platz

 (9)
Erschienen am 20.07.2022
Cover des Buches Zeitenwende am Potsdamer Platz (ISBN: 9783749901227)

Zeitenwende am Potsdamer Platz

 (6)
Erschienen am 27.06.2022
Cover des Buches Die Galerie am Potsdamer Platz (ungekürzt) (ISBN: 9783959675185)

Die Galerie am Potsdamer Platz (ungekürzt)

 (2)
Erschienen am 18.02.2020

Neue Rezensionen zu Alexandra Cedrino

Cover des Buches Wiedersehen am Potsdamer Platz (ISBN: 9783365001226)
K

Rezension zu "Wiedersehen am Potsdamer Platz" von Alexandra Cedrino

Familiengeheimnisse und Wahrheitssuche nach dem Krieg 1945!
Katirivor einem Jahr

„`Was auch immer Sie über Ihre Familie erfahren werden, Mrs. Stevens, urteilen Sie nicht zu schnell. Manchmal wirken die Dinge anders, als sie es tatsächlich sind.´ (...) Alice sah John an und fühlte sich, als ob gerade ein kleines Licht in einem sehr dunklen Raum angezündet worden wäre." (Wiedersehen am Potsdamer Platz, S. 85)


Der dritte Band der Galeristinnen-Saga bildet einen gelungenen Abschluss der Trilogie! Dabei haben mir beim Lesen gleich mehrere Dinge gefallen. Zunächst einmal ist da die kluge Konstruktion des Buches. Wie ein Krimi aufgebaut, thematisiert der historische Roman Alice und Johns Rückkehr nach Deutschland und ihre Suche nach der Wahrheit. Um diese geht es gleich auf mehreren Ebenen: gesellschaftlich, kunstgeschichtlich, familiär und ganz persönlich für die Protagonistin selbst. Es ist also nur konsequent, dass Alice sich nach allen Gefahren und Kämpfen in den drei Roman-Bänden befreit und endlich ihren eigenen Weg, ihre eigene Wahrheit im letzten Teil der Geschichte findet. Man kann ihren Frieden und ihr leichtes Herz am Ende deutlich fühlen!


Als großer Historien-Fan freute ich mich außerdem über das ausgewählte Thema des Buches. Denn John und Alice schreiben gemeinsam eine Reportage über die Arbeit der "Monuments Men" - die amerikanische Sondereinheit mit der Aufgabe, von den Nazis geraubte Kunstwerke aufzuspüren und an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben. Ein spannendes Gebiet, über das ich durch das Buch noch mehr erfahren habe. Erneut beeindrucken die fundierten Recherchen und die geschichtlichen Details! Ein toller Zusatz ist wiederum das informative Glossar am Ende des Buches.


Schließlich habe ich mich über das Wiedersehen mit Alice selbst sehr gefreut. Musste ich mich zu Beginn der Trilogie noch an ihre ungestüme Art gewöhnen, ist sie mir über Band 2 ans Herz gewachsen. Als ich mit Band 3 begann, war sie für mich wie eine alte Freundin. Deshalb war ich zu Beginn des Romans auch erschrocken, dass ihre Londoner Galerie, in die sie so große Hoffnungen gesetzt hatte, bombardiert worden war. Noch dazu hatte sie Leonie wieder weggeben müssen, was ich traurig fand, weil mir das Verhältnis der beiden in Band 2 sehr gefallen hatte. Im wahrsten Sinne des Wortes steht Alice also vor den Trümmern ihrer Vergangenheit, als sie das zerstörte Galeriegebäude aufsucht, und doch macht sie, als starke Frauenfigur, das Beste daraus. Am Ende hat sie sich gerade durch die Rückschläge entwickelt und findet sich erfolgreich selbst. Damit hat die Autorin der Figur nicht nur einen Vorbildcharakter, sondern auch ein sinnstiftendes Element zur Identifikation des Lesers verliehen.


Gleichzeitig ist auch das Verhältnis zwischen Alice und John schön beschrieben und zieht einen durch die emotionale Schilderung ihrer alltäglichen Herausforderungen und ihres tiefen Verständnisses füreinander in die Geschichte. Auch wirkt der dritte Band insgesamt tiefergehend in den Gefühlen und in den Fragen, die die Geschichte aufwirft. Ebenfalls wirkt das Buch erzählerisch gereift. Rückblicke sind mit Feingefühl und Timing platziert, szenische und historische Details gekonnt herausgearbeitet. Dadurch konnte ich mir das Deutschland der Nachkriegszeit sehr lebendig vorstellen und mit Alice mitfühlen, die in London nicht zuhause ist, aber auch in Berlin keine Heimat mehr findet. Die von beiden Seiten mit Vorurteilen konfrontiert ist und irgendwo dazwischen ihre Familie finden will, aber sich auch bei ihr nicht mehr geborgen fühlt. 


Dieses moderne Entfremdungsgefühl als gesellschaftliches Phänomen seit dem 2. Weltkrieg wird sehr gut vermittelt. Auch die Fragen nach Schuld und Verantwortung sind nachvollziehbar aufbereitet. Gekonnt wendet sich der Roman von plakativen Werturteilen ab und beleuchtet reflektiert die erschütternden Grauzonen menschlichen Verhaltens. Dabei balanciert er die unterhaltenden Elemente mit Impulsen zum Nachdenken mühelos aus. Unbedingt kaufen, unbedingt lesen!

Cover des Buches Zeitenwende am Potsdamer Platz (ISBN: 9783749901227)
K

Rezension zu "Zeitenwende am Potsdamer Platz" von Alexandra Cedrino

Spannung bis zum Schluss mit einer starken Heldin!
Katirivor einem Jahr

Auch der zweite Band der Trilogie hat mich in den Bann gezogen und sich als echter Pageturner erwiesen. So setzt die Geschichte in London ein, einem interessanten zweiten Schauplatz, wo sich Alice und John inzwischen ihr Leben in Freiheit aufgebaut haben. Hinzu kommen neue Figuren, wie etwa Max Prendergast, Galerist und Alices exzentrischer Freund, mit seinem Hund Strudel. Im Gegensatz zu dem ersten Buch baut der zweite Band, der am Vorabend des 2. Weltkriegs spielt, vor allem noch mehr Spannung auf durch aufregende Ereignisse und Konflikte. Alice hat nicht nur mit Ressentiments in England zu kämpfen, weil sie Deutsche ist, sondern beobachtet auch besorgt die zunehmende Bedrohung durch die Nazis. Besonders die sogenannte "Verwertung entarteter Kunst" löst Entsetzen in ihr aus.


Ihr neues Abenteuer beginnt mit einigen Rückschlägen. Gelangweilt von der Arbeit im Fotolabor und mit wenig journalistischem Talent ausgestattet, sucht sie verzweifelt nach beruflichen Perspektiven, als auch noch ihr Vater Heinrich Lux stirbt. Doch bei aller Trauer öffnet sich eine neue Tür, denn sein Nachlass von zwölf Gemälden könnte ihr Startkapital sein für eine eigene Galerie in London zusammen mit Max. Die Herausforderung ist nun jedoch: Die Bilder wurden inzwischen als "entartet" beschlagnahmt und sind in die Hände des Reichsministeriums gelangt. Alice wäre aber nicht Alice, wenn sie sich davon aufhalten ließe. So kehrt sie zurück nach Berlin und nimmt mit Johns Beistand den Kampf gegen die Behörden und das Regime auf.


Aber die Stadt und ihre Bewohner haben sich verändert - auch Alices Familie. Unter der nationalsozialistischen Herrschaft und ihren Gesetzen geht es für ihre Familie vor allem darum, zu überleben, während Alice sich zunächst bedingungslos für ihre freiheitlichen Werte einsetzt und die Welt in Schwarz-weiß sieht. Dass sie sich damit Feinde schafft, dürfte klar sein. Gleichzeitig schließt sie in Berlin auch neue Freundschaften im Künstlermilieu und mit der Familie Hirschberger. Dann jedoch begegnet sie wieder ihrem Todfeind Erik Wolffert, dessen kriminelle Geschäfte auch ihre Familie betreffen. Ambivalent ist ebenfalls die Hilfe ihrer Familie jüdischen Flüchtlingen gegenüber, die das Land verlassen wollen, wie Alice herausfindet.


Je mehr sie in das Spannungsfeld zwischen Anpassung und Widerstand gerät, desto mehr kommen Alices Werte ins Wanken, und so muss sie sich zunehmend die Frage nach der eigenen Moral stellen, nach ihren Entscheidungen unter den Bedingungen eines Systems diktatorischer Kontrolle. Als sich schließlich die Ereignisse zuspitzen, die nun auch Todesopfer in ihrem Kreis fordern, und John Deutschland verlassen muss, ist Alice gezwungen, eine Wahl treffen - für sich und ein Kind. Doch sie bedeuten Kompromisse, die Alice alle Überwindung kosten und durch die sie selbst in Lebensgefahr gerät. Wird Alice es schaffen, aus Deutschland zu entkommen? Ist sie bereit, den notwendigen Preis zu zahlen?


Die Geschichte bleibt bis zum letzten Satz spannend. Doch neben den sympathischen Figuren und der mitreißenden Heldin entfaltet der Roman gründlich und fachkundig auch das Thema des Kunstraubs im Nationalsozialismus mit all seinen schwerwiegenden kulturellen und politischen Konsequenzen. So macht es Freude, den Geschehnissen zu folgen. Wer darüber hinaus etwas zu den wirklichen, geschichtlichen Ereignissen erfahren will, kann im schön aufbereiteten Glossar am Ende des Buches nachlesen.

Cover des Buches Die Galerie am Potsdamer Platz (ISBN: 9783749903771)
K

Rezension zu "Die Galerie am Potsdamer Platz" von Alexandra Cedrino

Stimmungsvoller Roman im Berlin der 30er Jahre
Katirivor einem Jahr

Der erste Band der Galeristinnen-Saga um Alice Waldmann und ihre Familie hat mir sehr gut gefallen. Er liest sich angenehm leicht, ist spannend und unterhaltsam. Gleichzeitig wirkt die Geschichte gründlich recherchiert. Sie zeichnet ein spürbares Bild der gesellschaftlichen Lage in Deutschland zwischen den beiden Weltkriegen und zieht einen rasch hinein in die dramatischen Geschehnisse Berlins kurz vor Hitlers Machtergreifung.


Auch die fachkundigen Hintergründe zu Kunstwerken, dem Schwarzmarkt und der Kunstszene der Zeit machen beim Lesen Freude und bereichern. Sie werden in die Handlung eingewoben, tragen zu einem atmosphärischen Lokalkolorit des Romans bei und stellen zudem einen kritischen Bezug zum Thema nationalsozialistischer Raubkunst her.


In diesem Rahmen macht es Spaß, die unkonventionelle Alice dabei zu begleiten, wie sie sich nicht nur in der Großstadt zurechtfinden muss, sondern auch in der Welt der traditionsbewussten Familie ihrer verstorbenen Mutter. Ein altes Familiengeheimnis, die sich zuspitzenden politischen Ereignisse, ein gefährlicher Gegenspieler und die Liebe zu dem Engländer John - all das macht die Geschichte für Alice zu einem großen Abenteuer und für den Leser zu einem lohnenswerten Leseerlebnis!

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