Alexandra Cedrino

 3,6 Sterne bei 125 Bewertungen

Lebenslauf

Alexandra Cedrino, geboren 1966 in München, stammt aus der Kunsthändlerfamilie Gurlitt. Sie wuchs zwischen Bildern und Büchern auf und lebt heute in Berlin.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Alexandra Cedrino

Cover des Buches Die Galerie am Potsdamer Platz (ISBN: 9783749903771)

Die Galerie am Potsdamer Platz

(105)
Erschienen am 24.05.2022
Cover des Buches Wiedersehen am Potsdamer Platz (ISBN: 9783365001226)

Wiedersehen am Potsdamer Platz

(9)
Erschienen am 21.07.2022
Cover des Buches Zeitenwende am Potsdamer Platz (ISBN: 9783749901227)

Zeitenwende am Potsdamer Platz

(8)
Erschienen am 28.06.2022

Neue Rezensionen zu Alexandra Cedrino

Cover des Buches Die Galerie am Potsdamer Platz (ISBN: 9783749903771)
Kathys_Chapters avatar

Rezension zu "Die Galerie am Potsdamer Platz" von Alexandra Cedrino

Kathys_Chapter
Nicht ganz so meins

Das Buch durfte bei mir aufgrund eines Geschenks einziehen, das Cover hat mich angesprochen und der Klappentext erst.

Das Thema Kunst zur Zeiten der NSDAP finde ich super interessant und ich hätte mich auf einen Roman gefreut, der das thematisiert.


Der Einstieg hat mich auch richtig abgeholt, die Beschreibung vom Berliner Leben, das Kennenlernen der Familie und die ersten Zusammentreffen mit John, alles schön lebendig dargestellt

Doch je weiter die Handlung fortschritt, desto mehr lag der Fokus auf der Familiengeschichte und alles andere war nur noch eine Randnotiz. Die Familienfehde war zwar gut und interessant entwickelt, mit einer unerwarteten Enthüllung, aber die Tiefe, die mich am Anfang so gecatcht hat, fehlte. Und ein paar Entscheidungen von Alice waren doch eher unverständlich und passten nicht zu ihrem Alter.

Es ist kein schlechtes Buch, aber es lieferte nicht alles, was es versprochen hat. Aber vielleicht werden die weiteren Bände das aufholen. Ich werde Band 2 jedenfalls noch eine Chance geben.

Cover des Buches Die Galerie am Potsdamer Platz (ISBN: 9783749903771)
Elke_R__Richters avatar

Rezension zu "Die Galerie am Potsdamer Platz" von Alexandra Cedrino

Elke_R__Richter
Berliner Kunstszene in den 1930er Jahren

Die Kunststudentin Alice sucht in Berlin ihre Familie. Ihre Großmutter Helena hatte ihre Tochter verstoßen und lehnte jeden Kontakt mit ihrer Enkelin ab. Alice wird von Tante Rosa aufgenommen und in die Kunstszene eingeführt. Das Cover deutet bereits auf die weitere Entwicklung hin: Sie lernt das Fotografieren und gewinnt langsam Helenas Anerkennung. Außerdem verliebt sich Alice in den Deutsch-Iren John und verliert ihn fast durch ihre Halsstarrigkeit.

Die Autorin Alexandra Cedrino beschreibt in ihrem Debütroman das Leben in Berlin vor dem Zweiten Weltkrieg und die unterschwellige Bedrohung durch die Nazis. Ihre Kunstkenntnisse (Frau Cedrino stammt aus der Kunsthändlerfamilie Gurlitt) vermittelt sie außerdem ein Bild über die Bildsammlungen, die in der Galerie ausgestellt werden sollen. 

Die Hauptprotagonistin wirkt in ihren Handlungen meist nicht überzeugend, auch die anderen Personen, die ständig zur Zigarette griffen, waren etwas undurchsichtig. 

Das Familiengeheimnis wird am Ende durch Helena gelüftet und die Galerie am Potsdamer Platz wieder eröffnet. Die weiteren Bände habe ich nicht mehr gelesen. Wer sich für das Leben in Berlin während der Vorkriegszeit interessiert, dem empfehle ich diesen Roman. 


Cover des Buches Wiedersehen am Potsdamer Platz (ISBN: 9783365001226)
K

Rezension zu "Wiedersehen am Potsdamer Platz" von Alexandra Cedrino

Katiri
Familiengeheimnisse und Wahrheitssuche nach dem Krieg 1945!

„`Was auch immer Sie über Ihre Familie erfahren werden, Mrs. Stevens, urteilen Sie nicht zu schnell. Manchmal wirken die Dinge anders, als sie es tatsächlich sind.´ (...) Alice sah John an und fühlte sich, als ob gerade ein kleines Licht in einem sehr dunklen Raum angezündet worden wäre." (Wiedersehen am Potsdamer Platz, S. 85)


Der dritte Band der Galeristinnen-Saga bildet einen gelungenen Abschluss der Trilogie! Dabei haben mir beim Lesen gleich mehrere Dinge gefallen. Zunächst einmal ist da die kluge Konstruktion des Buches. Wie ein Krimi aufgebaut, thematisiert der historische Roman Alice und Johns Rückkehr nach Deutschland und ihre Suche nach der Wahrheit. Um diese geht es gleich auf mehreren Ebenen: gesellschaftlich, kunstgeschichtlich, familiär und ganz persönlich für die Protagonistin selbst. Es ist also nur konsequent, dass Alice sich nach allen Gefahren und Kämpfen in den drei Roman-Bänden befreit und endlich ihren eigenen Weg, ihre eigene Wahrheit im letzten Teil der Geschichte findet. Man kann ihren Frieden und ihr leichtes Herz am Ende deutlich fühlen!


Als großer Historien-Fan freute ich mich außerdem über das ausgewählte Thema des Buches. Denn John und Alice schreiben gemeinsam eine Reportage über die Arbeit der "Monuments Men" - die amerikanische Sondereinheit mit der Aufgabe, von den Nazis geraubte Kunstwerke aufzuspüren und an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben. Ein spannendes Gebiet, über das ich durch das Buch noch mehr erfahren habe. Erneut beeindrucken die fundierten Recherchen und die geschichtlichen Details! Ein toller Zusatz ist wiederum das informative Glossar am Ende des Buches.


Schließlich habe ich mich über das Wiedersehen mit Alice selbst sehr gefreut. Musste ich mich zu Beginn der Trilogie noch an ihre ungestüme Art gewöhnen, ist sie mir über Band 2 ans Herz gewachsen. Als ich mit Band 3 begann, war sie für mich wie eine alte Freundin. Deshalb war ich zu Beginn des Romans auch erschrocken, dass ihre Londoner Galerie, in die sie so große Hoffnungen gesetzt hatte, bombardiert worden war. Noch dazu hatte sie Leonie wieder weggeben müssen, was ich traurig fand, weil mir das Verhältnis der beiden in Band 2 sehr gefallen hatte. Im wahrsten Sinne des Wortes steht Alice also vor den Trümmern ihrer Vergangenheit, als sie das zerstörte Galeriegebäude aufsucht, und doch macht sie, als starke Frauenfigur, das Beste daraus. Am Ende hat sie sich gerade durch die Rückschläge entwickelt und findet sich erfolgreich selbst. Damit hat die Autorin der Figur nicht nur einen Vorbildcharakter, sondern auch ein sinnstiftendes Element zur Identifikation des Lesers verliehen.


Gleichzeitig ist auch das Verhältnis zwischen Alice und John schön beschrieben und zieht einen durch die emotionale Schilderung ihrer alltäglichen Herausforderungen und ihres tiefen Verständnisses füreinander in die Geschichte. Auch wirkt der dritte Band insgesamt tiefergehend in den Gefühlen und in den Fragen, die die Geschichte aufwirft. Ebenfalls wirkt das Buch erzählerisch gereift. Rückblicke sind mit Feingefühl und Timing platziert, szenische und historische Details gekonnt herausgearbeitet. Dadurch konnte ich mir das Deutschland der Nachkriegszeit sehr lebendig vorstellen und mit Alice mitfühlen, die in London nicht zuhause ist, aber auch in Berlin keine Heimat mehr findet. Die von beiden Seiten mit Vorurteilen konfrontiert ist und irgendwo dazwischen ihre Familie finden will, aber sich auch bei ihr nicht mehr geborgen fühlt. 


Dieses moderne Entfremdungsgefühl als gesellschaftliches Phänomen seit dem 2. Weltkrieg wird sehr gut vermittelt. Auch die Fragen nach Schuld und Verantwortung sind nachvollziehbar aufbereitet. Gekonnt wendet sich der Roman von plakativen Werturteilen ab und beleuchtet reflektiert die erschütternden Grauzonen menschlichen Verhaltens. Dabei balanciert er die unterhaltenden Elemente mit Impulsen zum Nachdenken mühelos aus. Unbedingt kaufen, unbedingt lesen!

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