Alexandra Cordes Geh vor dem letzten Tanz

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Inhaltsangabe zu „Geh vor dem letzten Tanz“ von Alexandra Cordes

»Deine Eltern gingen vor dem letzten Tanz, wir haben es nicht mehr geschafft«, sagt Christine Wetsch zu ihrer Enkelin Friedel Gugenheimer. Der Anbruch des zwanzigsten Jahrhunderts war einst für Christine lebensbestimmend. Nun sind es für Friedel die Jahre zwischen 1945 und 1950. Leidenschaftlich und energisch hält dieses junge Mädchen die Familie zusammen, sorgt für ihren jüngeren Bruder, ist ihrer sensiblen, oft ängstlichen Mutter eine Stütze und geht dabei unbeirrt und zielstrebig ihren Weg. Christine Welsch und Friedel Gugenheimer sind nicht nur Gestalten eines Romans - ihr Leben ist das Spiegelbild eines deutschen Frauenschicksals. (Quelle:'Flexibler Einband/01.01.1978')

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  • Rezension zu "Geh vor dem letzten Tanz" von Alexandra Cordes

    Geh vor dem letzten Tanz
    AuroraBorealis

    AuroraBorealis

    17. September 2012 um 19:30

    "Laß deine Augen spielen. Spring nur im Tanz, Sing nur im Tanz, Laß dich nicht unterpflügen. Aber halt- Geh vor dem letzten Tanz!" (Zitat S. 197) Christines Enkelin Friedel wächst mit ihrer Großmutter, deren Geschichte man schon im ersten Roman des Dreiteilers "Sag mir Auf Wiedersehen" von Alexandra Cordes von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter verfolgen konnte, während der Kriegsjahre bei ihrer Großmutter auf. Für sie sind ,die in die Usa geflohenen Eltern, emotional gesehen völlig egal, da sie sich felsenfest darauf versteift, dass man sein Kind nur zurücklässt, wenn man es nicht mehr liebt. Zur gleichen Zeit auf einem völlig anderen Kontinet vermisst jedoch der jüdische Michael Gugenheimer seine Tochter, die er in Deutschland zurücklassen musste. Er begibt sich in den Nachkriegsjahren mit amerikanischer Staatsangehörigkeit sofort nach Deutschland und trifft auf sein völlig verstörtes Kind. Ihre Liebe zurückzugewinnen gestaltet sich als äußerst problematisch. Noch viel komplizierter wird die Situation, nachdem die Mutter Anna mit dem kleinen Sohn Boris, Friedels Bruder, ebenfalls nach Deutschland zurückkehren. Friedel muss, aber kann sich nicht an die neuen Umstände gewöhnen und fühlt sich immernoch nach dem sie während der schweren Bombardierung und Zerstörungen im Stich gelassen wurde, betrogen und öffnet sich nur sehr langsam. Hinzukommt die schwierige Zeit der Pubertät, die im Buch nicht namentlich genannt, aber doch durch die vielen eigenartigen Verhaltensweisen, die Friedel an den Tag legt, sehr deutlich wird. Auffällig ist die Ähnlichkeit von Friedels erster Liebe Georg mit der Liebe zu Georg Bonet aus Christines Jugendzeit zu vergleichen ist. Tatsächlich ist Christines große Liebe Georg aus Afrika der Patenonkel von dem jungen Burschen. Auch Christine erkennt "Jetzt passiert es, jetzt fängt alles wieder von vorne an"(Seite 45). Wie es sich in einem schnuzligen Romanen nunmal gehört, stehen Zickerein, Streit, Identitätskrisen und Eheprobleme, aber auch Freundschaft, Liebe und Zusammengehörigkeitsgefühl in schwierigen Zeiten auf 264 Seiten auf dem Programm. So zum Beispiel steht auch mal wieder Christines verhasste Tochter Lilli, Schwester von Anna, auf dem Teppich und läd ihren Sohn Adolf, den sie auf Achim umtaufte, bei der Großmutter ab, da sie auch den Rest des Buches undefinierbar und charakterlosen Männer hinterherschwirrt. Positiv aufgefallen ist die schwer charakterlich einschätzbare Figur der Anna und ihre Entwicklung hin zur Emanzipation, die auch diesmal das Buch unterstreicht. Bisher ist die Folge sehr geprägt von verschiedensten Frauentypen und auch hier werden sie nur allzu deutlich. Mir absolut widerstrebend ist jedoch im zweiten Band das Raum-Zeit-Kontinuum ( kleiner Spaß am Rande). Ehrlich gesagt, hat man das Gefühl, dass Christine im ersten Teil rasend schnell alt wird. In "Geh vor dem letzten Tanz" hatte ich überhaupt kein Gefühl für die Zeit mehr, in der man sich eigentlich befindet, da so viel passiert, Christine deutliche Alterungsprozesse zeigt und man glaubt, dass sie mittlerweile an die Hundert sein müsste und dabei fit wie ein Turnschuh ist. Ebenso absurd finde ich die Vorstellung, dass sich die Geliebte von Christines verstorbenen Ehemann Ernst ( die Affäre flog offieziell eigentlich nie auf, also nicht, dass ich es bemerkt hätte und es richtigen Zoff gab) in Bonn und bei Christine einfindet. Die Verstrickungen, auch mit den Bekanntschaftsverhältnissen sind einfach für meine Begriffe zu erfunden und lassen dann an der Realität zweifeln. Den krönenden Abschluss bilden erneut Friedel und ihr Georg. Wie die Geschichte weiter geht erwartet man mehr oder minder gespannt auf den dritten und letzen Teil. Nach dem mich der erste Teil eigentlich schon als Leser für "Ab-Und-Zu"- Schnulzen sehr angetan hat, freue ich mich nach diesem Teil (wenn mein Perfektionismus mich nicht zur Vollständigkeit drängen würde) nicht wie ein Honigkuchenpferd auf das "Grand Finale".

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