Alexandra Fröhlich Gestorben wird immer

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Inhaltsangabe zu „Gestorben wird immer“ von Alexandra Fröhlich

Der Tod war Agnes’ Geschäft. Über Jahrzehnte hinweg führte sie den Steinmetzbetrieb Weisgut & Söhne in Hamburg und lenkte gebieterisch die Geschicke der Familie. Mit 91 Jahren nun hat Agnes von allem und jedem genug, sie will reinen Tisch machen und endlich das Geheimnis lüften, das sie viel zu lange schon mit sich herumträgt. Da ihre Tochter das Weite gesucht hat, beauftragt sie ihre Enkelin Birte, die Einzige, die aus demselben harten Holz geschnitzt ist wie sie, den ganzen Clan zusammenzutrommeln – kein einfaches Unterfangen, denn alle sind sich spinnefeind. Es ist Zeit für die Wahrheit.

An einem Tag veschlungen. Großartig!

— Theresahannig

Ein wundervolles Buch, mit ganz tollen Charakteren und vielen spannenden Erzählsträngen! Absolute Leseempfehlung!!!

— Nepomurks

nachhaltig beeindruckender Familienroman über 3 Frauen aus 3 Generationen

— Sylwester

Beeindruckende Geschichte dreier Frauen - vor allem die Schilderungen von Agnes' Leben haben mich berührt.

— bellast01

Familiengeschichte mit Hintergrund. Sehr interessant und unterhaltsam ohne unnötige Längen.

— Applebee

Ein wunderbarer Familienroman, der mit Emotionen, Beziehungen, Kriegsfolgen und drei Frauenschicksalen gut und ergreifend unterhält.

— sommerlese

Unterhaltsame Familiengeschichte

— raven1711

Das Buch hat mich sehr berührt.

— figino

Sicherlich nichts neues- aber diese Familiengeschichte ist sehr unterhaltsam und spannend geschrieben..

— orchidee25

70 Jahre Zeitgeschichte und ein toller Familienroman, klug und unterhaltsam erzählt.

— Barbara62

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  • nachhaltig beeindruckender Familienroman über 3 Frauen aus 3 Generationen

    Gestorben wird immer

    Sylwester

    26. June 2017 um 21:33

    „Gestorben wird immer" ist ein zutreffender Titel in zweifacher Hinsicht. Zum Einen bezieht er sich auf das Steinmetzhandwerk der Familie, zum Anderen auf die Schicksalsschläge, die der Familie widerfahren. Die Familiengeschichte erstreckt sich von 1935 bis heute, und von Ostpreußen bis Hamburg und zurück. Im Vordergrund der Erzählung stehen drei Frauen aus drei Generationen: Großmutter Agnes als Familienoberhaupt, deren Tochter Martha sowie die Enkelin Birte. Vor allem die Lebensläufe der Frauen der Familie sind eindrucksvoll und detailreich beschrieben. Aber auch die Männer, Väter und Söhne konnte ich mir auf Grund der ausführlichen Beschreibungen gut vorstellen.  Die Charaktere haben mich nachhaltig beeindruckt. Die langjährigen, oft lebenslangen Auswirkungen der dramatischen Geschehnisse in der Vergangenheit ließen mich mitfühlen. Obwohl es eine fiktive Geschichte ist, gibt es wahrscheinlich unzählige Familien mit ähnlichen kleiner oder großer Dramen. Das verändert meinen Blick auf viele seltsam anmutende Charakterzüge bis hin zu psychischen Krankheiten von Familienangehörigen und Bekannten. Für alle die an Familiengeschichten interessiert sind, gebe ich eine uneingeschränkte Kauf- und Leseempfehlung ab. Das Buch hat die 5 Sterne absolut verdient.

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  • Eine absolut berührende Familiengeschichte

    Gestorben wird immer

    dermoerderistimmerdergaertner

    24. June 2017 um 09:41

    Inhalt: Jahrzehntelang führte die inzwischen 91-jährige Agnes Weisgut den Steinmetzbetrieb Weisgut & Söhne. Ihr Motto ist: "Gestorben wird immer“. Gebieterisch bestimmt sie über den Betrieb und ihre Familie. Jetzt möchte sie endlich das Geheimnis lüften, das sie schon viel zu lange bewahrt. Deshalb soll ihre Enkeltochter Birte die komplette Familie zusammentrommeln, was aus den verschiedensten Gründen nicht so einfach ist. Meine Meinung: Das Buch ist eine Familiengeschichte, die auf drei verschiedenen Zeitebenen erzählt wird. Sie beginnt 1935 in Ostpreußen, einige Jahre vor Kriegsbeginn, als die erst 17-jährige Agnes einen ungeliebten Mann heiraten soll. Einen weiteren Rückblick gibt es in die 70er Jahre, in Birtes nicht leichte Kindheit, denn sie wird von ihrer Mutter verlassen. Inzwischen wohnt die Familie in Hamburg. Die Rahmengeschichte spielt in der Gegenwart, in der Agnes ihr Geheimnis preisgeben will und sich alle Familienmitglieder nach langer Zeit wiedersehen. Während die Geschichte in der Gegenwart noch etwas humorvoll gehalten ist, so ergreifend, tragisch und spannend ist die Geschichte von Agnes während der Kriegs- und Nachkriegszeit. Da auch meine eigene Oma in Ostpreußen lebte und fliehen musste, hat mich dieses Thema besonders interessiert. Das Buch ist wundervoll erzählt und nach einem eher ruhigen Einstieg wurde es nach etwa der Hälfte so fesselnd, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Alle Charaktere sind gut gezeichnet und wirken authentisch. Agnes Geschichte erklärt schließlich auch, warum jedes ihrer Kinder und auch ihrer Enkel genauso geworden ist, wie es ist. Agnes Taten kann ich allerdings nicht gutheißen, auch wenn sie wirklich ein schweres Leben hatte, werden sie dadurch nicht gerechtfertigt. Aber davon abgesehen ist sie eine starke Frau und für dieses Buch eine tolle Protagonistin.

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  • Alte Heimat - neue Heimat

    Gestorben wird immer

    sommerlese

    24. February 2017 um 17:39

    Von "Alexandra Fröhlich" stammt der Familienroman "Gestorben wird immer", der im "Penguin Verlag" 2016 erschien und zu einem Spiegel Bestseller wurde. Agnes Weisgut ist 91 Jahre alt und führt seit Jahren einen Steinmetzbetrieb in Hamburg. Das Geschäft mit dem Tod floriert, doch auch in ihrem Leben hat Agnes den Tod häufiger gesehen als ihr lieb war. Die Kriegsjahre brachten sie dazu, mit ihren Kindern aus Ost-Preußen zu fliehen und nur ihrem Wagemut und ihrem Fleiß ist es zu verdanken, dass sie ihrer Familie in Hamburg eine neue Existenz aufgebaut hat. Doch die Vergangenheit birgt einige schreckliche Geheimnisse, die sie sich endlich von der Seele reden will. Sie möchte ihre Familie einweihen und schickt ihre Enkeltochter Birte los, die Familienmitglieder und die verschollene Tochter Martha zusammenzutrommeln. Die Wahrheit muss endlich ans Licht! "Eine Tochter ohne Mutter. Eine Mutter ohne Tochter. Das passte zusammen, fand Birte. Da konnte doch die eine der anderen geben, was sie beide brauchten." Zitat Seite 154 Dieser Roman ist sehr ausdrucksstark, emotional und inhaltsschwer! Ich wurde mitgerissen von dieser Geschichte und habe die vielen Tiefschläge und Schicksale gespannt mitverfolgt. Auch wenn hier beinah in einem Plauderton erzählt wird, enthalten die Dialoge und Inhalte doch bewegende Szenen und tiefgreifende Erlebnisse. Besser kann Geschichte nicht erzählt werden. Einmal angefangen, mag man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Vorab muss man wissen, hier wird aus drei zeitlichen Perspektiven berichtet, die jeweils einem Frauenschicksal der Familie Weisgut zuzuordnen ist. Allen voran Großmutter Agnes Weisgut, deren Jugend in Ost-Preußen in die entbehrungsreiche Zeit des 2. Weltkrieges fiel. Ihre Erlebnisse erweitern den Roman neben den geschichtlichen Ereignissen um eine Art Zeitzeugenbericht. Es geht um die schwierige Kriegszeit und Not,  Judenverfolgung, die Rolle der Frau und Mutter in dieser Zeit um 1937 und um Agnes persönliche Probleme in ihrer Ehe unter dem Dach mit ihrer herrschsüchtigen Schwiegermutter. Agnes Schicksal zeigt ergreifende Szenen, sie kämpft für ihre Kinder wie eine Löwin und lädt im Endeffekt durch ihr Handeln auch Schuld auf sich. Diese Schuld soll ihre Familie nun erfahren, sie möchte, dass sie verstehen und auch verzeihen.   Ihre Enkelin Birte wird für die Zeit ab 1978 die Erzählerin. Sie ist in der Schule eine Außenseiterin, liest viel und wird wegen ihres Übergewichts gemobbt. Zu dieser Zeit verschwindet ihre Mutter Martha, die ständig unter Kopfschmerzen und Albträumen leidet. Ein Zustand, der Birte lebenslang leiden lässt. Warum hat ihre Mutter sie und ihren Bruder Peter im Stich gelassen. Ab 2008 macht sich Birte nun auf Wunsch ihrer Großmutter auf die Suche nach ihrer verschollenen Mutter. Als Leser erlangt man durch die zeitlichen Wechsel ein umfassendes Bild der Familie. Nach und nach kommt man den Geheimnissen auf die Schliche. Die Auswirkung bestimmter Ereignisse haben Folgen für die nachfolgenden Zeiten. Man taucht dadurch in die jeweiligen Personen noch tiefer ein.   Alexandra Fröhlich gelingt es sehr anschaulich, die drei Frauenfiguren als ganz spezielle Charaktere zu beschreiben. Birte kommt als realistisch denkende, erfolgreiche junge Frau daher, die immer noch unter dem Verlust ihrer Mutter leidet. Ihr trockener Humor hat die Handlung stets aufgelockert und macht sie sehr sympathisch. Agnes ist die Matriarchin des Familienbetriebes und gibt stets den Ton an. Marthas Person erschliesst sich erst zum Ende des Romanes ganz. Dieser Roman zeigt die Auswirkungen des zweiten Weltkriegs und es entwickelt sich daraus eine Zeitreise für den Leser. Man wird an authentisch wirkende Schauplätze geführt, erlebt Menschlichkeit, Hass, Tod und Verlust hautnah mit.  Hier wird ein Familienepos ausgebreitet, das seinesgleichen sucht.   Dieser eindringlich erzählte Familienroman unterhält mit schwierigen Schicksalen, Kriegsproblematik und Schuld, aber auch mit der Hoffnung auf Heimat und eine Familie, die zusammenhält. 

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    • 2
  • Unterhaltsame Familiengeschichte

    Gestorben wird immer

    raven1711

    29. January 2017 um 16:09

    Klappentext:Der Tod war Agnes’ Geschäft. Über Jahrzehnte hinweg führte sie den Steinmetzbetrieb Weisgut & Söhne in Hamburg und lenkte gebieterisch die Geschicke der Familie. Mit 91 Jahren nun hat Agnes von allem und jedem genug, sie will reinen Tisch machen und endlich das Geheimnis lüften, das sie viel zu lange schon mit sich herumträgt. Da ihre Tochter das Weite gesucht hat, beauftragt sie ihre Enkelin Birte, die Einzige, die aus demselben harten Holz geschnitzt ist wie sie, den ganzen Clan zusammenzutrommeln – kein einfaches Unterfangen, denn alle sind sich spinnefeind. Es ist Zeit für die Wahrheit.Meinung:Mit ihren 91 Jahren merkt Agnes, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleiben wird. Um sich mit ihrer Vergangenheit auszusöhnen bittet sie ihre Enkelin Birte, die Familie zu versammeln. Kein einfaches Unterfangen für Birte, ist die Familie doch zum Teil untereinander zerstritten und auch zu ihrer eigenen Mutter Magda hat sie keinen Kontakt mehr. Doch Birte tut, worum sie gebeten wurde und muss sich so auch ihrer eigenen Vergangenheit stellen.Im Fokus des Buchs stehen Agnes und Birte, sowie Magda. Alle Frauen tragen Wunden aus der Vergangenheit mit sich herum, die sich in den unterschiedlichsten Formen auf ihre Persönlichkeiten auswirken. So ist Birte teils recht schroff, aber auch sehr strebsam und ehrgeizig. Auch Agnes ist ehrgeizig, hält die Zügel fest in der Hand und führt das Familienunternehmen konsequent und scheinbar rücksichtslos. Magda dagegen ist sehr verloren und eigenartig, menschliche Interaktionen fallen ihr schwer. Alle Charaktere, seien es Haupt- oder Nebenfiguren, sind authentisch und mit genügend Tiefe ausgearbeitet. Zwar hat mir Birtes schroffe Art manchmal etwas zu schaffen gemacht, doch die Figur bleibt sich treu und auch das sollte man honorieren.Kapitelweise wechseln sich in diesem Buch die Zeitebenen ab. Die Geschichte beginnt im Jahr 2008, um dann im nächsten Kapitel in die 70er Jahre zu wechseln und im dritten dann in den 1930er Jahren anzukommen. Dieses Muster zieht sich durch das ganze Buch. So erhält man als Leser nach und nach ein genaues Bild über die Familiengeschichte - und Geheimnisse und erfährt, wie die Ereignisse aus der Vergangenheit immer noch in der Gegenwart nachhallen. Die Zeitsprünge sind übersichtlich und verwirren nicht, die Erzählweise ist der jeweiligen Erzählperspektive angepasst, was dafür sorgt, dass man sich den Charakteren noch näher fühlt. Historisch interessant und fesselnd erzählt kann das Buch bis zur letzten Seite den unterhalten. Und das große Familiengeheimnis bleibt auch recht lange Zeit eins, was für zusätzliche Spannung im Roman sorgt.Erzählt wird der Roman in der dritten Person, die Kapitel haben eine übersichtliche Länge und die Sichtweise wechselt zwischen Birte, Agnes und Magda.Fazit:Gestorben wird immer ist eine gut ausgearbeitete und kurzweilige Familiengeschichte über drei Generationen hinweg, die zeigt, wie sich die Vergangenheit auch auf die Gegenwart aus- und nachwirkt. Zwar waren die Protagonisten nicht immer einfach und manchmal etwas nervig, dafür aber blieben sie ihren Charakterzügen treu.Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.Vielen Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar.

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  • Gestorben wird immer - eine Geschichte über einen Kampf und die Vergebung

    Gestorben wird immer

    Ninasan86

    29. January 2017 um 12:05

    Zum Inhalt: Der Tod war Agnes’ Geschäft. Über Jahrzehnte hinweg führte sie den Steinmetzbetrieb Weisgut & Söhne in Hamburg und lenkte gebieterisch die Geschicke der Familie. Mit 91 Jahren nun hat Agnes von allem und jedem genug, sie will reinen Tisch machen und endlich das Geheimnis lüften, das sie viel zu lange schon mit sich herumträgt. Da ihre Tochter das Weite gesucht hat, beauftragt sie ihre Enkelin Birte, die Einzige, die aus demselben harten Holz geschnitzt ist wie sie, den ganzen Clan zusammenzutrommeln – kein einfaches Unterfangen, denn alle sind sich spinnefeind. Es ist Zeit für die Wahrheit. Über die Autorin: Alexandra Fröhlich lebt als Autorin in Hamburg und arbeitet als freie Textchefin für verschiedene Frauenmagazine. Ihr Roman „Meine russische Schwiegermutter und andere Katastrophen“ (2012) stand wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Auch in ihrem neuen Buch, „Gestorben wird immer“, erzählt sie augenzwinkernd eine ungewöhnliche Familiengeschichte. Mein Fazit und meine Rezension:Agnes' Geschäft ist der Tod. Das war er schon immer. Nein, sie ist keine Auftragsmöderin, auch keine Polizistin, Gerichtsmedizinerin oder Bestatterin. Agnes leitet einen Steinmetzbetrieb. Doch das war nicht immer so. Nur mühsam hat sie sich ihren Erfolg bearbeitet, dabei immer auf ihre Familie geachtet, den Gefahren und Risiken des Krieges getrotzt und sich auch als Frau in einer harten und kalten Welt durchgesetzt. Kein Wunder also, dass es auch ihre Kinder nicht immer leicht hatten. Doch was genau hat es mit dem verschlossenen Peter auf sich? Hat er Informationen zum Umfalltod seiner Cousine Astrid? Welche Träume plagen Martha, dass sie ihre Familie im Stich lässt und sich absetzt? Was ist wirklich geschehen? Agnes will reinen Tisch machen und endlich mit ihrem Leben aufräumen. Sie möchte mit der Vergangenheit abschließen und vor allen Dingen: ihren Frieden finden. Und vielleicht gelingt es ihr auch ...Großmutter Agnes, so wird sie dem Leser vorgestellt. Eine alte, aber dennoch rüstige und im Kopf vollkommen klare Frau betritt den Raum und stellt unwirsch ihre Forderungen: ihre Enkeltochter Birte soll die ganze Familie zusammentrommeln, sie habe etwas zu verkünden! Doch leider ist dies kein leichtes Unterfangen, denn die Familie hat keine so engen Bande, wie es einst mal war. Auch Birte ist von der Anweisung ihrer Großmutter nicht begeistert, kann sich jedoch kaum wehren, da diese ihre finanzielle Zukunft in den Händen hält. Also macht sich Birte zähneknirschend auf zur Familie, begibt sich auf die Suche nach ihrer verschollenen Mutter, der man nachsagt, verrückt zu sein, und trommelt die Verwandtschaft zusammen.Man merkt bereits zu Beginn der Geschichte, dass einiges vorgefallen sein muss und dass diese Familie vieles in der Vergangenheit erlebt hat - und dabei kann man nicht nur von positiven Dingen ausgehen. Agnes selbst war mir zunächst sehr unsympathisch wie sie unwirsch gegenüber ihrer Enkelin fordert, die gesamte Familie zu versammeln, komme was wolle! Ja, auch ich war ihr nicht wohlgesonnen, allerdings war mir nicht klar, was dann geschah: die Autorin führt uns in die Geschichte von Agnes Weisgut ein und erzählt nach für nach, was ihr widerfahren ist. Man lernt Agnes als junge Frau kennen, die plötzlich von ihren Eltern aus der alten Heimat herausgerissen und in ein unbekanntes und unscheinbares Dorf gebracht wurde. Dort wurde sie verheiratet - Liebe war nicht im Spiel. Nach der Heirat folgte der Umzug ins Haus ihres Ehemannes Wilhelm, in der ebenfalls dessen Mutter Herta lebte und diese machte ihr nicht nur die Ehe zur Hölle.Langsam aber sicher erklimmt auch der Leser gemeinsam mit Agnes die Höhen und Tiefen ihres Lebens und lernt die alte Dame immer besser kennen und - wie in meinem Fall - auch langsam schätzen. Ich kann nicht gut heißen, was sie getan hat (verrate es aber auch nicht!), doch habe auch ich gesehen, dass sie für ihre Familie alles getan hat und es auch weiterhin tut. Die Familienbande geht ihr über alles!Nach und nach enthüllt sich dem Leser ein dunkles Geheimnis nach dem anderen. So werden auch die zunächst zu Beginn aufgeworfenen Fragen geklärt, wenn auch mit einem traurigen und manchmal auch leicht säuerlichen Beigeschmack.Jetzt, nachdem ich das Buch beendet habe und um die ganze Geschichte von Agnes Weisgut weiß, sehe ich sie mit anderen Augen. Vor mir steht eine alte und rüstige Frau, die einiges erlebt hat, schwierige Entscheidungen treffen musste, für sich und ihre Lieben stets gekämpft hat und bemüht war, vor allen Dingen aber: niemals aufgegeben hat!Alexandra Fröhlich hat es mit ihren Erzählungen geschafft, mich in die Vergangenheit zu führen, hat mich die Ausuferungen des Zweiten Weltkrieges erleben lassen und auch die Ungerechtigkeiten, die damit einhergegangen sind. Bei diesem Buch handelt es sich um keinen leichten Roman, auch wenn man dem Titel zunächst etwas anderes abgewinnen mag, sondern um eine Geschichte, die drei Frauen miteinander verbindet.

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  • Ein Buch, dass bewegt und berührt

    Gestorben wird immer

    figino

    24. January 2017 um 17:49

    Das Buch hat mich sehr berührt. Das Buch erzählt vorallem von Agnes Kriegsjahren und wie sie für sich und Ihre Kinder gesorgt hat. In jedem Sinne des Wortes und in vielen Facetten. Agnes wächst behütet als Einzelkind auf und plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Die Eltern ziehen aus der geliebten Stadt aufs Land und verheiraten sie mit einem Hitler-Sympathisanten, denn sie nicht will. Ihre Welt wird erschüttert, als sie das "Warum" erfährt und Alice wird erwachsen! Wir lernen ihre Kinder und ihre Enkel kennen, die alle Produkt dieser Zeit sind und erst bei der "Wahrheit" von Agnes verstehen, warum die Familie so ist, wie sie ist. Als Enkelin einer Grossmutter, die selber verfolgt wurd und sich während dem Krieg verstecken musste, ging mir die Geschichte nahe. Es ist eines der Bücher, die man liest und nach dem letzten Satz muss man erst mal für sich die Gedanken und Gefühle sortieren. Es hat mich sehr berührt. Ich wünsche Euch jetzt schon viel Spass bei der Lektüre, falls ihr Euch dafür entscheidet.

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  • Wie alles zusammenhängt

    Gestorben wird immer

    Barbara62

    18. January 2017 um 10:21

    Zu Beginn des Romans Gestorben wird immer habe ich einfach nur eine durch und durch schreckliche Familie gesehen, unsympathisch und, wie Enkelin Birte es ausdrückt „jeder mit einem Dachschaden“, ein Alptraum für die, die dazugehören. Agnes Weisgut, 91-jährige Patriarchin und ebenso vermögende wie granitharte Chefin eines florierenden Hamburger Steinmetzbetriebs, ihre zerstrittenen Söhne Karl, eingefleischter Junggeselle, und Klaus, geschieden, die seit 20 Jahren verschwundene Tochter Martha, die als verrückt gilt, und die ihre Kinder Birte und Peter traumatisiert in der Obhut des bisweilen gewalttätigen, trinkenden Vaters und der Großmutter zurückgelassen hat, und Bosse, Klaus‘ Sohn, der mit dem Tod seiner Schwester und der Scheidung seiner Eltern schwer zu kämpfen hat. Doch wie sind eigentlich alle so geworden, wie sie sind? Agnes Weisgut beauftragt ihre Enkelin Birte, die ihr in ihrer Hartnäckigkeit, Zähigkeit und Zielstrebigkeit am ähnlichsten ist, die Familie noch einmal zu versammeln. Sie möchte reinen Tisch machen, von ihrer Schuld erzählen, für die sie lebenslang büßt, nicht um Vergebung zu erhalten, sondern damit die Familie versteht und von ihrer aller Ursprung erfährt. Für mich war Gestorben wird immer das erste Buch aus dem 2016 unter dem Dach der Verlagsgruppe Random House gegründeten Penguin Verlag und ich war begeistert von diesem Roman, in dem die Journalistin Alexandra Fröhlich 70 Jahre Zeitgeschichte exemplarisch, klug und unterhaltsam erzählt. Meine anfängliche Befürchtung, es könnte sich um eine seichte Familiengeschichte handeln, löste sich schnell in Luft auf. Je mehr ich über die tragische Lebensgeschichte von Agnes erfuhr, die so vielversprechend mit einer glücklichen Kindheit in Ostpreußen begann und nach dem Abitur eine glänzende Zukunft mit vielen Optionen versprach, desto mehr Verständnis, ja sogar Sympathie konnte ich für sie aufbringen, obwohl ich es angesichts dessen, was sie getan hat, kaum auszusprechen wage. Am Ende blieb bei mir von der anfänglichen Antipathie gegen die Familie Weisgut jedenfalls nicht mehr viel übrig, empfand ich eher Mitleid und die Hoffnung, dass mit dem Aussprechen der Wahrheit alles besser wird, denn: „So viele Leben, dachte Agnes, so viele Tote. Bald bin ich dran. Aber so war es gut, so konnte es enden.“

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  • Leichen pflastern ihren Weg

    Gestorben wird immer

    TochterAlice

    15. January 2017 um 15:53

    Denjenigen von Agnes Weisgut, einer Frau, die nur 13 Jahre jünger ist als das 20. Jahrhundert - ein Weg, der in den 1930er Jahren im damals noch stolzen Ostpreußen beginnt. Agnes kann sich nicht vorstellen, diesen wunderschönen Landstrich jemals zu verlassen - überhaupt blickt sie in eine mehr als rosige Zukunft, mit eigener Berufsausbildung, einem stattlichen Mann und einem wunderschönen Haus mitten im schönen Königsberg.Doch es kommt alles ganz anders - kurz nach ihrem Abitur ziehen ihre Eltern mit ihr aufs Land und sie heiratet den einfachen Steinmetz Wilhelm Weisgut, der in Grabsteinen macht und Hitler verehrt. Bald ist Wilhelm im Krieg und sie mit einer immer größer werdenden Kinderschar und einer mehr als garstigen Schwiegermutter zu Hause.Und gald schon findet sie sich im Hamburg der Nachkriegszeit wieder - wo sie wieder in Grabsteinen macht. Wie gesagt, Leichen pflastern ihren Weg, wenn auch auf unterschiedliche Art und WeiseEin Frauenschicksal des 20. Jahrhunderts - eines wie kein anderes: Aber waren das nicht eigentlich alle? Hatte nicht jede der Frauen, die mindestens einen Krieg durchmachen mussten, einen eigenen, stets steinigen Weg zu gehen, hat es nicht viele von ihnen - wie Agnes auch - aus ihrer Heimat in eine ganz andere Umgebung verschlagen, in der sie sich mühsam wieder berappeln mussten?Alexandra Fröhlich erzählt hier eloquent, einfühlsam und unterhaltsam die Geschichte von Agnes. Halt, nein, eigentlich ist es die von drei Frauen, nämlich auch von ihre Tochter Martha und ihrer Enkelin Birte, drei Frauen, die einen unterschiedlichen Weg gehen, der sie irgendwann wieder zusammenführt.Denn Agnes muss ein dunkles Geheimnis loswerden. Und nicht nur sie. Denn es schwebt eine Tragik über der Familie, die ihresgleichen sucht.Ein wirklich mitreißendes Buch, in dem man schwelgen kann und das sicher Fans des Bestsellers "Altes Land" auf seine Seite ziehen wird, auch wenn es die Autorin am Ende etwas zu bunt treibt mit dem, was sie ihren Figuren so alles zumutet. Figuren übrigens, die ganz wunderbar gezeichnet sind - man kann sie sich ganz leicht vor Augen führen. Ebenso wie die Sprachgewalt Alexandra Fröhlichs Bewunderung verdient, schafft sie es doch auf gerade mal dreihundert und paar Seiten, ein großes Familienepos auszubreiten.

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  • Hat mir sehr gefallen

    Gestorben wird immer

    scarlett59

    26. December 2016 um 16:26

    Zum Inhalt:Agnes ist mit ihren 91 Jahren noch immer die Chefin des Steinmetzbetriebes Weisgut & Söhne und bestimmt außerdem die Geschicke der Familie. Doch nun hat sie genug. Bevor sie sich zurückzieht, hat sie den Familienmitgliedern jedoch noch einiges aus der Vergangenheit mitzuteilen. Also beauftragt sie ihre Enkelin Birte alle zusammenzutrommeln.Meine Meinung:Hier handelt es sich um eine wunderbare Familiengeschichte, die auf drei Zeitebenen erzählt wird. Da ist zum einen die Jugendzeit von Agnes, die in Ostpreußen zu Deutschlands dunkelster Vergangenheit spielt. Zum anderen wird aus Birtes Kindheit in den 1980er Jahren berichtet. Und natürlich handelt die Story auch in der Gegenwart.Alle drei Erzählstränge werden abwechselnd dargestellt – das hilft die Zusammenhänge und Entwicklungen besser zu verstehen.Mein Lieblingspart war Agnes Jugendzeit sowie ihr Leben als junge Erwachsene. Ich denke, das liegt nicht (nur) daran, dass meine Oma aus Ostpreußen kam und ich gern mehr von damals gewusst hätte. Geschichten aus dieser Zeit sprechen mich meist auf eine ganz eigene Art an. So habe ich seit meiner Kindheit schon mehrfach die „Nesthäkchen“-Reihe von Else Ury gelesen. Immer mit großem Vergnügen. Auch „Honigtot“ von Hanni Münzer geht n diese Richtung. Und genau dort wie auch in diesem Buch hier zeigt sich, was in der damaligen Zeit nötig war, um zu überleben … nämlich starke Frauen.Kurzum ein Buch, das mich für eine kleine Zeitreise gefangen genommen hat – und eine Leseempfehlung!

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  • Nicht vergeben, nur verstehen

    Gestorben wird immer

    Dion

    25. December 2016 um 10:35

    Birte wird von ihrer betagten Großmutter Agnes damit beauftragt, die ganze Familie an den Tisch zu bringen. Agnes hatte jahrelang einen Steinmetzbetrieb geführt und man erfährt Stück für Stück Geheimnisse aus ihrer Familiengeschichte: von ihrer unglücklichen Ehe, den Verlust lieber Menschen, ihrer Flucht vor dem Krieg und den Zerwürfnissen innerhalb ihrer Kinder.Ein wunderbares Buch, das den Leser fesselt, das Interesse weckt und einen lehrt, die alte, stellenweise unbarmherzige Frau zu verstehen. So wie sie es von ihren Kindern und Enkeln verlangt: nicht vergeben, nur verstehen.

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  • Gestorben wird immer

    Gestorben wird immer

    halloundaufwiedersehen_

    19. December 2016 um 14:33

    „Gestorben wird immer“ von Alexandra Fröhlich ist ein kluger, unterhaltsamer, aber auch mit tragischen Momenten verknüpfter (Familien-)Roman, der sowohl Zeitgeschichte als auch persönliche Einzelschicksale einfängt. In drei verschiedenen Zeitsträngen und über drei Generationen hinweg wird die Geschichte der Familie Weisgut erzählt. Allen voran das „Familienoberhaupt“ Agnes Weisgut, die lange den familieneigenen Steinmetzbetrieb Weisgut & Söhne betrieben und im Hinblick auf ihre mittlerweile 91 Jahre so einiges erlebt hat. Darunter auch Familiengeheimnisse, die sie jetzt nicht mehr für sich behalten kann und mag. Darum trommelt sie mit Hilfe von Birte, eines ihrer Enkelkinder, alle Familienmitglieder, egal ob zerstritten oder nicht, zusammen, um reinen Tisch zu machen. In dem zeitlich frühesten Erzählstrang blickt Agnes zurück auf den Anfang ihrer eigenen Geschichte. Sie wächst zur Zeit des zweiten Weltkrieges auf, wird früh verheiratet und hat nicht nur mit ihrem Ehemann zu kämpfen, sondern auch mit ihrer tyrannischen Schwiegermutter. Schon früh erkennt sie, dass sie für ihre Lieben (vor allem ihre Kinder) stark sein und kämpfen muss, egal mit welchen Mitteln. Das führt dazu, dass sie Schuld auf sich lädt – mehr als nur ein Mal. Immer wieder sieht sie sich neuen Herausforderungen (nicht nur dem Krieg, auch allem Fürchterlichen, was dieser mit sich bringt) gegenüber, welche sie bewältigen muss. Der zweite Erzählstrang befasst sich mit den nachfolgenden Generationen, Agnes Kindern und Enkelkindern. Auch hier ist viel passiert. Agnes Tochter Martha, die aus Gründen, die wir noch erfahren werden, etwas „wunderlich“ ist, verlässt ihren Mann und ihre Kinder Birte und Peter. Ein Schock, der sich tief in die Seelen aller drei frisst und ihr Verhalten wesentlich beeinflusst. Und dann gibt es da noch „Die Sache mit Astrid“.. Im dritten Erzählstrang befinden wir uns im hier und jetzt (also laut Buch in 2008), in dem die große Zusammenführung stattfinden soll. Birte, die mittlerweile eine erfolgreiche, aber auch seelisch angeschlagene Frau geworden ist, soll Agnes bei der Familienvereinigung helfen. Sie soll ihren Vater und ihre Onkel,die zum Teil zerstritten sind und auch ihre eigene Mutter Martha, die sie schon über Jahre hinweg nicht mehr gesehen hat, dazu bringen, sich für das Wiedersehen zu vereinen. Keine leichte Aufgabe. Alexandra Fröhlich erzählt gut nachvollziehbar eine Geschichte, die so auch wirklich hätte passiert sein können. Sie verknüpft gekonnt die einzelnen Erlebnisse der Familienmitglieder mit dem zeitgeschichtlichen Hintergrund und schafft es den Leser trotz der verschiedenen Erzählsträngen nicht zu verwirren, sondern, im Gegenteil, dadurch erst die Geschichte zu entwirren. Der Sprachstil ist den jeweiligen Erzählsträngen angepasst und leicht verständlich, an manchen Stellen missfällt mir allerdings die Wortwahl. Auch fehlt es mir an ein paar Stellen der Geschichte an Tiefe. Dafür sind die Personen sehr sympathisch gezeichnet. Ganz besonders Agnes als stures, eigenwilliges Familienoberhaupt, die trotz harter Schale ein ziemlich großes Herz hat und Birte, Agnes nicht unähnlich, die so früh ohne Mutter zurückblieb und daher lernen musste, auf sich selbst aufzupassen und dadurch einen enormen Willen und Ehrgeiz entwickelt hat. Alles in allem ist Alexandra Fröhlich ein sehr schöner Familienroman gelungen, der mich aufgrund seiner Geschichte und der sympathischen Personen überraschen und überzeugen konnte.

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  • Eine grossartige Familiengeschichte!

    Gestorben wird immer

    Andrea-Pehle

    18. December 2016 um 18:50

    Agnes Weisgut leitet lange die Geschicke des Familien- und Steinmetzbetriebs Weisgut, stehts mit dem Motto "Gestorben wird immer" und sichert sich durch die Anfertigung der Grabsteine stets das Einkommen für ihre Familie. Nach aussen Patriarchin lernt der Leser aber auch die warme Seite von Agnes kennen. Blut ist eben dicker als Wasser. Manchmal aber auch nicht. Mit 90 Jahren ruft sie alle Nachkommen, die sich zum Teil weit verstreut haben zusammen, um ihnen ihr tiefstes Geheimnis anzuvertrauen. Alexandra Fröhlich schafft es schnell, den Leser abzuholen, denn vielen von uns sind in der eigenen Familie Flucht nach dem 2. Weltkrieg, Neuanfang, Liebe und Verrat, Scheidungen und finanzielle Differenzen nicht unbekannt und die Geschichte ist wirklich spannend erzählt. Für mich steht sie für so viele Familien und ich habe das Buch bis zum Ende genossen.

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  • gelungene Erzählung aus unterschiedlichen Zeiten und Perspektiven

    Gestorben wird immer

    Gudrun67

    16. December 2016 um 12:54

    Das Cover ist in seinem Sepia-Ton sehr passend gewählt und die Zitate aus dem Buch in der vorderen und hinteren Klappeninnenseite machen neugierig.Der Schreibstil passt hervorragend zur Thematik des Buches und spiegelt die geschilderten Zeiten vollkommen wider. Ausserdem vermittelt der manchmal etwas herbe Ausdruck die Gefühlswelt der Mitwirkenden.Die Darstellung der Charaktere ist lebendig und bringt die jeweilige Situation und Lebenslage authentisch rüber.Die Geschichten, die von Agnes, Martha und Birte erzählen, deren Lebenswege in unterschiedlichen Zeiten stattfinden und deren Schicksale durch die Lebensumstände sehr unterschiedlich sind, werden durch das switchen zwischen den Zeiten und den Geschichten Stück-für-Stück aufgerollt und dem Leser nähergebracht. Die Geschichten, die jede ihren Reiz hat, werden dann doch zu einer Geschichte vereint und es wird deutlich, dass die Unterschiede vielleicht oftmals garnicht so groß sind als sie scheinen. Die Darstellung durch die Wechsel der Zeiten und Perspektiven macht das Buch sehr lebendig und lässt den Leser in die Hintergründe und Beweggründe eintauchen. Dies ist bis auf die Tatsache, dass diese Sprünge manchmal etwas chaotisch oder zu ruckartig geschehen, gut gelungen. Mein Fazit: gelungene Erzählung aus unterschiedlichen Zeiten und Perspektiven

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  • Meine Rezension zu "Gestorben wird immer"

    Gestorben wird immer

    Belladonna

    24. November 2016 um 16:08

    Beschreibung Die 91-jährige Agnes Weisgut führt bereits seit Jahrzehnten den erfolgreichen einen Steinmetzbetrieb in Hamburg. Immer getreu dem Motto „Gestorben wird immer“. Außerdem kümmert sie sich um alle Belange und Schwierigkeiten in der Familie. Nun möchte Agnes die Geheimnisse der Vergangenheit mit dem ganzen Familienclan teilen. So beauftragt sie ihre Enkelin Birte, die ganze Familie an einen Tisch zu bringen. Gar kein so leichtes Unternehmen, denn es gibt so einige Zwistigkeiten zwischen den Familienmitgliedern. Meine Meinung Der neue Roman von Alexandra Fröhlich, „Gestorben wird immer“, ist mein erster Roman der Autorin. Darin erzählt sie eine mitreisende Familiengeschichte, die vor allem durch den zweiten Weltkrieg geprägt ist. "Ihre Enkelin war ein Mensch, der seine Ziele mit verzweifelter Hartnäckigkeit verfolgte und ein Scheitern schlichtweg ausschloss. Sie war ihr nicht unähnlich." Seite 15, Agnes Sehr spannend finde ich die Einteilung des Romans. Zum einen springt man in der Zeit und von Ort zu Ort, was durch die Kapitelüberschriften leicht nachzuvollziehen ist, zum anderen ist die Geschichte in drei Perspektiven eingeteilt, die der 91-jährigen Agnes Weisgut, die der Tochter Martha und die der Enkelin Birte. Durch diesen Aufbau erzählt die Autorin immer nur Häppchen für Häppchen die spannende Familien-Geschichte der Weisgut’s. Die Spannung bleibt also bis zum Ende hin erhalten und lies mich das Buch kaum aus der Hand legen. "Schatz. Liebling. Auch mein Häschen. Oder mein Mäuschen. Wie sie das hasste, diese nach außen, mit den immer gleichen Worthülsen demonstrierte Liebe. Thomas, der Gute. Martha, die Verrückte." Seite 54, Martha Im Vordergrund stehen die bewegende Erlebnisse von Agnes Weisgut, sie hat die entbehrungsreichen Jahre des zweiten Weltkriegs miterlebt, was ihre Vergangenheit zu einer ganz besonders schwermütigen und ergreifenden Geschichte macht. Sie hat das beste aus ihrem Schicksal gemacht und dabei Schuld auf sich geladen. Nun möchte Sie ihrer Familie die ganze Wahrheit über die Vergangenheit erzählen, dabei hofft sie nicht auf Vergebung, sondern nur auf das Verstehen. Alexandra Fröhlich’s Roman ist geprägt von den einschneidenden Erlebnissen des zweiten Weltkriegs, dabei stehen aber immer die drei Hauptprotagonisten Agnes, Martha und Birte im Vordergrund. Wirklich jeder dieser besonderen Charaktere hat eine ganz spezielle Persönlichkeit die im Laufe des Buchs verständlich dargelegt wird. Für mich glich das einer spannenden und berührenden Reise durch die Menschlichkeit! Ein wirklich toller Roman den ich euch ganz besonders ans Herz legen möchte. "Eine Tochter ohne Mutter. Eine Mutter ohne Tochter. Das passte zusammen, fand Birte. Da konnte doch die eine der anderen geben, was sie beide brauchten." Seite 154, Birte Über die Autorin Alexandra Fröhlich lebt als Autorin in Hamburg und arbeitet als freie Textchefin für verschiedene Frauenmagazine. Ihr Roman „Meine russische Schwiegermutter und andere Katastrophen“ (2012) stand wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Auch in ihrem neuen Buch, „Gestorben wird immer“, erzählt sie augenzwinkernd eine ungewöhnliche Familiengeschichte.(Quelle: Penguin Verlag)Fazit Eine bewegende Familiengeschichte, die bis heute durch die schlimmen Jahre des zweiten Welkriegs geprägt ist.---------------------------------------------------------- © Bellas Wonderworld; Rezension vom 24.11.2016

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  • Zeit und Geschichte prägen einen Menschen.

    Gestorben wird immer

    evafl

    22. November 2016 um 13:44

    Agnes führte jahrelang den Steinmetzbetrieb Weisgut & Söhne in Hamburg. Nun möchte sie endlich klaren Tisch machen – mit 91 Jahren hat sie nun genug vom Geschäftsleben. Also lädt sie ihre ganze Familie ein, damit sie dies endlich tun kann, ein Geheimnis lüften kann, welches sie schon viel zu lange mit sich herumgetragen hat. Eine Familiengeschichte hatte ich lange nicht mehr gelesen, umso gespannter war ich auf diese hier. Was ich natürlich zusätzlich noch interessant fand: es geht um einen Steinmetzbetrieb im Buch – ich selbst arbeite in der gleichen Branche, allerdings nicht genau das gleiche wie im Buch geschildert. Zu Beginn des Buches hat es ein klein wenig gedauert bis ich im Lesefluß war. Als es dann aber so war, dass ich mitten in die Geschichte eingetaucht war, wollte ich das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut, die Geschichte liest sich wirklich angenehm, keine ganz einfache Sprache, aber auch nicht großartig hoch gestochen. Gerade wenn Agnes spricht bzw. erzählt hat man das Gefühl, dass doch mal ältere Wörter ins Spiel kommen bzw. sie einfach in einem anderen Zeitalter aufgewachsen ist. Von der Geschichte her klang das Buch wirklich interessant – und ist es dann auch tatsächlich. Was ich hier noch wirklich toll gefunden hätte – ein Stammbaum hinten im Buch, den man aber vielleicht erst im Laufe der Zeit öffnen darf bzw. kann – so dass nichts vorweg genommen wird, was man beim Lesen erst erfährt. Denn Puzzleteilchen um Puzzleteilchen ergibt sich ein Ganzes sozusagen… Aber: es sind eben auch einige Personen im Buch vorahnden und man macht immer wieder Zeitsprünge im Buch, so wird die Geschichte von Agnes als jungem Mädchen und heranwachsender Frau erzählt sowie die von Birte, ihrer inzwischen knapp End-Dreißig bis Anfang Vierzig-jährigen Enkelin. Hier hört man von ihr von der Zeit, als sie ein kleines Mädchen war bis hin zur Jetzt-Zeit. Die Jahreswechsel finde ich grundsätzlich wirklich gut gemacht, man findet hier beim Wechsel immer wieder eine kurze Ortsangabe sowie eine Jahreszahl, so dass man sich rasch wieder einfindet. Interessant finde ich die Schilderungen eines jeden Abschnittes, so konnte man hier auch zeitlich „mitfühlen“, eben wenn z.B. Kriegsjahre geschildert wurden, etc. Was ich durchaus auch interessant fand war die Entwicklung der Protagonistin Agnes – denn zuerst hat man sie als äußerst korrekte, kalte Frau empfunden, die vielleicht nicht nur streng war, sondern direkt auch so wirkt. Mit der Zeit erschließt sich hier dann aber manches… näher möchte ich darauf allerdings nicht eingehen. Die Geschichte könnte durchaus auf wahren Begebenheiten beruhen, dies ist aber so im Buch nirgends ausdrücklich geschrieben. Dennoch halte ich sie nicht für abwegig. Der Schreibstil hat mir wirklich gut gefallen, denn es lies sich gut lesen, war spannend, gelegentlich auch mal lustig, vor allem aber emotional. (Jetzt nicht so, dass ständig die Tränen geflossen sind.) Ich konnte das Buch auf den letzten vierzig Seiten überhaupt nicht mehr aus der Hand legen – egal wie spät es da war… (und es war spät…) – entsprechend kann ich hier nur 5 von 5 Sternen vergeben und spreche eine Empfehlung für eine wirklich tolle Familiengeschichte, einen gelungenen Roman aus. 

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