In einem alten Haus in Moskau

von Alexandra Litwina 
5,0 Sterne bei2 Bewertungen
In einem alten Haus in Moskau
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Gelebte Geschichte, anschaulich erzählt, ein Buch, das durch seine tolle und vielfältige Aufmachung besticht

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Inhaltsangabe zu "In einem alten Haus in Moskau"

»Während alle auf den Sieg anstoßen, warte ich nur auf Papa.« - »1953 haben wir in unserer Wohnung Telefon bekommen, eines für alle Bewohner. Es steht im Flur.« - »Der erste Mensch im All! Ein Sowjetmensch!« In einem alten Haus in Moskau lebt eine Familie. 100 Jahre lang. Kriege, Frieden, Revolutionen, gesellschaftliche und technische Entwicklungen: Alles, was die Welt in den Jahren zwischen 1902 und 2002 bewegt, spiegelt sich im Mikrokosmos rund um Familie Muromzew wider - und wird von Generation zu Generation aus Sicht der Kinder erzählt. Detailreiche Illustrationen liefern authentische Einblicke in die Wohnung und das Lebensumfeld der Familie.
Zum 100. Jahrestag der Oktoberrevolution: ein einzigartiger, unverstellter Blick auf die russische Geschichte und das Weltgeschehen des 20. Jahrhunderts.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783836959933
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:0 Seiten
Verlag:Gerstenberg Verlag
Erscheinungsdatum:01.07.2017

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    heinokos avatar
    heinokovor 5 Monaten
    Ein Wimmelbuch über 100 Jahre russische Geschichte

    Ein Wimmelbuch über 100 Jahre russische Geschichte

    Ich weiß gar nicht, wie und womit ich anfangen soll, dieses unglaubliche, zauberhafte, detailgenaue, liebevollst gezeichnete Buch zu beschreiben.

    Ist es ein Kinderbuch? Vielleicht ja. Es zeigt sich in der äußeren großformatigen Gestaltung  eines Bilderbuches, einer Art Wimmelbuch. Wir schauen 1902 mitten hinein in eine Wohnung, in die Familie Muromzew gerade einzieht. Wir schauen und schauen und entdecken unzählige Kleinigkeiten. Am Rand gibt es Erklärungen, aber auch Fragen, Suchaufgaben. Und wir begleiten die Familie Muromzew weiter durch die Jahre, schauen weiter in ihre Wohnung, die sich wandelt, erleben neue Generationen – stets so erzählt, dass es größere Kinder gerne mit Entdeckerfreude lesen.

    Ist es ein Erwachsenenbuch? Vielleicht ja. Der Wechsel der Zeiten, der Wechsel der Moden, der Wechsel der politischen Ereignisse wird in den Zeichnungen quasi im Zeitraffer in gezeichneter Form lebendig gemacht, augenfällig gemacht im wahrsten Sinne des Wortes. Dazu gibt es kurze sachbuchgerechte Texte, die den politischen Wandel und seine  Wendungen jeweils erklären.

    Es wird erzählt die Geschichte der Familie Muromzew, und zwar von 1902 bis 2002, also über mehrere Generationen hinweg. Dank des gezeichneten Familienstammbaums und einer ebenso gezeichneten Übersicht der Nachbarn, Freunde und Zeitgenossen (einschließlich der im Haushalt lebenden Hunde und Katzen) behält man stets die Übersicht. Und da man bis in die Toilette hinein die gesamte Familie beobachten darf, einerseits sehr intim-voyeuristisch,  andererseits politisch-distanziert, gewinnt man durch Schauen, Entdecken, Suchen und Spielen ein Maß an Ein-Sicht, wie es so manchem dicken Sachbuch nicht gelingen mag. Urteilsfrei ins Bild gesetzt spricht der Wandel der russischen Lebenswelt voller Charme und ohne Umwege zu uns, egal wie alt wir sind.

    Völlig zurecht ist dieses ungewöhnliche, großartige Buch nominiert für den Deutschen Jugendbuchpreis.

    Kommentare: 2
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    Buchraettins avatar
    Buchraettinvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Gelebte Geschichte, anschaulich erzählt, ein Buch, das durch seine tolle und vielfältige Aufmachung besticht
    Ein Haus in Russland- eine Familie -ein Jahrhundert- ein wundervolles Bilderbuch

    „Erzähl mir mal von früher“. Das ist so ein Satz, den mussten sich meine Großeltern als Kind von mir oft anhören. Wie war es damals, als sie noch Kinder waren? Wie haben sie gelebt, welche Spielsachen hatten sie, welche Haustiere? Das macht mich auch als Erwachsener noch neugierig, wie es früher so was.
    Die Innengestaltung dieses Bilderbuches erinnert mich an eine Art Wimmelbild. Hier finden sich Zeitungsauschnitte, Fotos, Briefe, Postkarten aus vergangenen Zeiten, wie ich durch die vergilbt wirkenden Briefe schließe und auch die Kleidung auf den Fotos. Das macht schon sehr neugierig auf das Buch und seine Geschichte.
    Dieses Buch erzählt die Geschichte einer Familie in Russland. Eine Wohnung in die sie am 12. 10. 1902 einziehen und jede Doppelseite in diesem Buch zeigt nun ein bestimmtes Jahr im Laufe eines Jahrhunderts und die Wohnung.
    Zu Beginn des Buches findet sich eine Doppelseite mit kleinen Zeichnungen in Form eines Stammbaums der Familie. Es sind Geburtsdaten und auch Sterbedaten angeben und was mir besonders gut gefiel, auch die Haustier finden sich unten auf der Seite wieder. Im Laufe der Geschichte lädt das Buch ein, hier immer mal nachzuschauen, wer nun die Wohnung bewohnt. Übrigens findet sich hinten im Buch auch so ein Personenverzeichnis aber hier sind die Zeitgenossen der Familie abgebildet.
    Die Geschichte wird nun aus Sicht eines Familienmitgliedes erzählt, das ist auch immer gekennzeichnet. Rund herum finden sich um die Wohnungsskizze kleine weitere Zeichnungen, Gegenstände, die nun auch im Bild zu finden sind, wie eine Art Wimmelsuchbild. Es wechselt aber, es folgen Seiten mit Ausschnitten der Wohnung, mehr Textbausteine auch mit Informationen zur politischen Lage in Russland im Laufe der Jahre.
    Gut gefallen haben mir auch die Übersichten. Familienzeichnungen, Münzen der damaligen Zeit, Postkarten, Gegenstände aus dem Haushalt sind hier abgebildet, Kleidungsstücke, aber auch Spielzeuge.
    Es gelingt diesem Buch und seinen Zeichnungen samt Texten mich als Leser mitzunehmen auf eine Zeitreise durch ein Jahrhundert einer Familie in Russland. Es gibt kurze Texte zur Politik des Landes und auch den Kriegen, zu den Lebensumständen der Familie, zum Alltagsleben der damaligen Zeit. Als Leser werde ich eingeladen in diesem Leben der Familie zu stöbern, es ein wenig mitzuerleben, wie es damals war. Die Idee, auch die Wohnung in den Mittelpunkt zu stellen und dem Leser auch zu zeigen, wie diese sich im Laufe der Jahrzehnte verändert, das fand ich sehr originell.
    Es ist  kein reines Bilderbuch nur für Kinder. Das ist gelebte Geschichte, anschaulich erzählt, ein Buch, das durch seine tolle und vielfältige Aufmachung besticht und auch erwachsene Leser beeindruckt.
    Zum Abschluss gibt es noch einen Anhang in dem Begriffe erläutert werden, kurze Erklärungen sich befinden, die realen Personen auch kurz benannt und ein wenig über sie erzählt wird. Und auch auf die Kyrillische Sprache wir hier eingegangen. Einen runden Abschluss des Buches liefert noch das Nachwort der Autorin und der Illustratorin.

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