Alexandra Röhl

 4,6 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Duette mit ihm.

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Cover des Buches Duette mit ihm (ISBN: 9783772505645)

Duette mit ihm

 (5)
Erschienen am 01.01.2020

Neue Rezensionen zu Alexandra Röhl

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Rezension zu "Duette mit ihm" von Alexandra Röhl

Die Magie des Rotkehlchens, die Magie der Vögel! 🦃🐔🐓🐣🐤🐥🐦🕊🐧
Angelsammyvor 10 Monaten

Dieses Buch beruht auf wahren Ereignissen. 


Alexandra Röhl, wohnhaft im Odenwald, entdeckt am 17. November 1957 ein verletztes Rotkehlchen als sie auf dem Weg in ein Nachbardorf ist. Offenbar hat er ein gebrochenes Bein und sie nimmt ihn mit nach Hause, um ihn aufzupäppeln. Zuerst jedoch will er nichts essen. Alexandra selbst besitzt keine wirklich ornithologischen Erkenntnisse, wie sie mit ihm umzugehen hat. 


Aber ein glücklicher Umstand führt dazu, daß er doch ißt. Sie richtet das Zimmer vogelsicher ein, damit er sich beispielsweise nicht am heißen Ofenrohr verletzen kann und dimmt das Licht mit schwarzen Tüchern, weil ihn die Helligkeit verstört. Aber es bereitet ihr kein Problem ihre Schneiderarbeiten derart zu erledigen. 


Die Heilung seines Beines schreitet voran. Alexandra eignet sich nötiges Wissen aus Büchern an und wird den Bedürfnissen des Rotkehlchens immer mehr gerecht. 


Er fängt sogar wieder an zu tirilieren und zu singen. Mozart und Beethoven aus dem Radio scheinen ihm ausnehmend gut zu gefallen, weil er mitsingt.


Alexandra selbst übt fleißig um sich seine Töne anzueignen und es kommt tatsächlich zu den Duetten mit ihm, wie im Titel verheißen. 


Sein Bein ist längst verheilt, aber noch zögert Alexandra ihn freizulassen wegen des Bussards und der Katzen. Letztendlich entläßt sie ihn doch schweren Herzens in die Freiheit nach ca. einem halben Jahr. Und erlebt noch einige wundersame Überraschungen ...


Ein Absatz gibt einem sehr zu denken. Und dieser Abschnitt stammt aus dem Jahre 1958. Ich zitiere:


"Die Nesseln durften grade an diesem Platz nicht überhand nehmen, und zum Glück gab es noch an allen Weg - und Wiesenrändern des Odenwaldes wahre Musterexemplare von Nesseln. Ich wünsche den Singvögeln dort, daß im Zuge der landwirtschaftlichen Intensivierung die Nessel - die heilige Pflanze des Thor, dessen besonderer Schützling das Rotkehlchen ist - nicht allzu schnell ausgerottet wird. ( Sie bildet übrigens auch die Wiege für unsere schönsten Schmetterlinge. )"


Hellsichtig, oder? Alexandra Röhl ware schockiert, wenn sie aus dem Totenreich zurückkehren könnte. Dezimierung der Vogelarten und Insekten, auch der Schmetterlinge und die extensive Landwirtschaft ist nicht unschuldig daran, obwohl die Agraristen das immer empört weit von sich weisen. 


Feldlerchen und Wachteln habe ich schon ewig nicht mehr gesehen. Viele Schmetterlinge und andere Insekten sieht man auch nicht mehr. Ein Armutszeugnis, denn solch massive Eingriffe in die Biodiversität werden unvorhersehbare Folgen zeitigen. Deswegen füttern wir die Vögel das ganze Jahr, wird auch von den anerkanntesten Ornithologen dringendst empfohlen. 


Früher machten solch bekloppte Argumente die Runde, daß, wenn man Vögel ganzjährig füttere, sie zu "faul" würden sich eigenes Futter zu suchen. Sogar heute noch stören sich einige an der ganzjährigen Fütterung, aus sehr dubiosen Gründen. Jemand, den ich kenne, aus meinem persönlichen Umfeld hier im Dorf negiert sogar komplett den Schwund der Vögel.


Alexandra Röhl betrieb bereits so etwas wie ganzjährige Fütterung und wurde von einigen scheel angesehen, was sie aber nicht im geringsten bekümmerte. Warum auch? Sie war sehr engagiert und gewann tiefe Einblicke in die Welt der Rotkehlchen. Auf einer metaphysischen Ebene entstand sogar eine Seelenverwandtschaft. Und ich habe nie daran gezweifelt, daß jedes Tier eine Seele hat, natürlich Vögel ebenso! Daß bezweifelte Alexandra ebensowenig. 


Schönes Buch, mit einigen Schwarzweißbildern, mit poetischer Färbung und Tiefe. Herrlich und engagiert! Ein moderner Klassiker in der bereits 21. Auflage seit Veröffentlichung 1968.

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Cover des Buches Duette mit ihm (ISBN: 9783772505645)Glimmerfees avatar

Rezension zu "Duette mit ihm" von Alexandra Röhl

Rezension zu "Duette mit ihm" von Alexandra Röhl
Glimmerfeevor 9 Jahren

Im kalten November 1957 findet die Autorin ein verletztes Rotkehlchen und nimmt es mit in ihr Heim. Der kleine Gast mit dem gebrochenen Beinchen ist kein einfacher Kostgänger und wer kennt sich schon damit aus, was ein Rotkehlen benötigt, um sich wohlzufühlen?

Alexandra Röhl schreibt über diese zarte Freundschaft zwischen ihr und dem kleinen Vogel mit sehr viel Liebe und Einfühlungsvermögen. Ihre Belohnung um die vielen Sorgen, die sich um das Rotkehlchen macht, wird belohnt mit den wohl schönsten Duetten, die man sich denken kann.

Wenn man dieses schöne Buch gelesen hat, möchte man schnell ein Tannenbäumchen und eine Rosenhecke anpflanzen, damit die rotbäuchigen Vögel ein schönes Heim im Garten finden.

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Rezension zu "Duette mit ihm" von Alexandra Röhl

Rezension zu "Duette mit ihm" von Alexandra Röhl
WinfriedStanzickvor 9 Jahren

Dieses Buch ist ein Klassiker, der nun schon in der 18. Auflage beim Verlag Freies Geistesleben in Stuttgart erscheint. Geschrieben ist es von Alexandra Röhl, einer 1899 geborenen Künstlerin, die im Berlin der Weimarer Republik ein bekanntes Modeatelier führte. Nach dem Krieg übersiedelte sie nach Amorbach im Odenwald, wo auch die in dem kleinen Buch beschriebene Begegnung mit einem Rotkehlchen stattfand, die sie 1968 zum ersten Mal veröffentlichte.

Am 17. November 1957 findet sie auf dem Weg zum Nachbardorf ein kleines bewegungsunfähiges Rotkehlchen. Sie nimmt es mit nach Hause, pflegt es gesund. Nach langer Zeit wird der kleine Vogel wieder in die Freiheit entlassen und etwas ganz Ungewöhnliches geschieht: der Vogel kommt immer wieder in den Garten der Autorin zurück und wird ihr über lange Zeit zu einem singenden und zwitschernden, ihr Leben immer wieder erhellenden Begleiter.

Ein berührendes sprachliches Kleinod über eine ganz besondere Beziehung zwischen einem Mensch und einem Vogel.

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