Alexandra Schleischitz Zur Strafe verhungere ich jetzt

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Inhaltsangabe zu „Zur Strafe verhungere ich jetzt“ von Alexandra Schleischitz

„PSYCHIATRIE stand da in großen Lettern über dem Eingang.
Jetzt bringen sie dich also in die Klapse, dachte ich mir. Auch egal. Auf meinen Handgelenken klebten zwei große, weiße Pflaster. Nun konnte also jeder sehen, dass ich versucht hatte, mir die Pulsadern aufzuschneiden. Na ganz toll!...“
„Liebe geht durch den Magen“, heißt es. Aber wo geht Hass hin? Und ist Magersucht vielleicht nur eine Magenverstimmung? Dieses Buch erzählt die wahre Geschichte eines Mädchens, das losging, um seine heile Welt zu retten, mit einem reparierten Herzen zurückkehrte und endlich nach Hause fand.

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  • Rezension von „Zur Strafe verhungere ich jetzt“ von Alexandra Schleischitz

    Zur Strafe verhungere ich jetzt

    Ina.Farbkorn

    15. November 2017 um 23:42

    EckdatenTaschenbuch mit 132 SeitenErscheinungsjahr 2017 im E. Weber Verlagempfohlenes Alter: 12 - 16 Jahre (ich finde 12+)RezensionDen Inhalt zusammenfassen, ohne zu viel zu verraten, möchte ich so: Alex erzählt autobiographisch von ihrer Magersucht, den familiären Hintergründen und etlichem mehr. Es lässt sich einiges über die Krankheit lernen und auch über die Unwissenheit Außenstehender. Sie beschreibt ihre Familiengeschichte und den damit verbundenen Weg der Heilung.Wie kam ich zum Buch? Im Fitnessstudio kündigte ein Zettel eine Lesung an – und ich dachte: „Hey, die Alex kenn ich ja, von dem Thema weiß ich allerdings kaum etwas.“ Es war also klar, da will ich hin. Ich hab meine Neugier brav bis zur Lesung zurückgedrängt und dort vor Ort im Fitnessstudio ihr Buch erstanden. Was für ein passender Ort für die bewegende Veranstaltung und ab da stand der Vorsatz: Ich will das Buch rezensieren.Die ersten 25 Seiten hat Alex auf der Lesung vorgetragen. Der Anfang war somit überwältigend authentisch – auffallend war die gebannte Stille unter den Zuhörern. Und gleich eines vorweg, so würde ich auch das Leseerlebnis beschreiben.Zu Hause habe ich mit dem Buch noch einmal von vorne begonnen, auf Anraten einer Freundin hin mit einer vollen Taschentuchpackung. Und ja, sie war nötig, glücklicherweise aber nicht die ganze. Dass eine reale Person hinter der Geschichte steckt, verleiht dem Werk eine spezielle emotionale Kraft. Ich wollte das Buch gar nicht mehr weglegen.Alex erzählt passend in Ich-Form und mit wenigen Ausnahmen chronologisch, damit wirken ihre Worte noch ehrlicher.Die Wortwahl ist meist dem jeweiligen Altersabschnitt angepasst. Die Sprache ist der Altersangabe von 12 Jahren plus insgesamt entsprechend leicht verständlich und so hätte ich die 132 Seiten natürlich auch in einer Binge-Reading-Session verschlingen können. Aber ich habe mich bewusst gegen den Drang gestemmt, um den Kapiteln tageweise nachfühlen zu können.Auffällig am Schreibstil ist, es gibt Vorgriffe auf die Gegenwart (bzw. Zukunft) und fachliche Einwürfe. Das ergibt eine ganz eigene Dynamik, einmal lässt es sich tief in die Emotionen eintauchen und einmal entsteht eine beinahe neutrale Sicht.Die fachlichen Einwürfe wie „In der Fachsprache nennt man es ‚Körperschemastörung‛. Das bedeutet, dass sich eine Magersüchtige als dick wahrnimmt.“ sind lehrreich und geben zwischendurch immer wieder die nötige Distanz fürs Verstehen.Die Vorgriffe wiederum entsprechen der verzeihlichen Jetzt-Stimme von Alex wie z. B. „Heute geht es mir wieder gut ...“ Es mildert die Schwere des Themas und macht gleichzeitig neugierig. Denn auch wenn zum Glück der positive Ausgang der Krankheit mit dem Klappentext feststeht, wollte ich wissen, wie Alex nach Hause gefunden hat und wie sich die Geschichte auflöst.Zu den vorkommenden PersonenAlex’ Reise ist von Anfang an sehr gut nachvollziehbar. Am treffendsten dafür finde ich die Worte: entwaffnend offen, beruhigend versöhnlich mit der eigenen Vergangenheit, wachsende Stärke und feiner Humor, wo man es nicht zwingend erwarten würde.Toll ist die sehr reflektierte Art ihrer Erzählung – eigentlich wird ja alles aus der Perspektive der Alex betrachtet und dennoch wirken die Personen nie einseitig beschrieben.Man erfährt generell viel Privates über die Figuren, also reale Personen, sie könnten ja echter nicht sein und das ist gut so. Es hilft zu verstehen – was ich mir insgeheim erhofft hatte. Verstehen im Sinne von möglichen Hintergründen, authentischen Gedankengängen, Reaktionen aus Alex’ Umfeld und auch wie die Krankheit aus verschiedenen Sichten erlebt wird. All das ist locker in die Schilderung eingeflochten und gibt der Handlung ein stimmiges Ganzes. Und zu den Kapiteln gibt es Illustrationen, die hübsch anzuschauen sind.FazitEin richtig gutes Buch! Es ist ergreifend, Alex’ Heilung Stück für Stück mitzuverfolgen, wahnsinnig spannend zu erfahren, was ihr zusetzt und woran sie wächst. Ich war durchgehend dankbar für ihre Offenheit. Und obwohl die Einblicke so sehr privat sind, ergibt die bewusst kindliche Erzählung in Verbindung mit den erwachsenen Begründungen einen sehr versöhnlichen Zugang zu einem komplexen Thema.Es war ein berührendes Leseerlebnis, es hat mich zum Nachdenken und Schmunzeln gebracht und daher gibt es eine klare Leseempfehlung! An Mädchen und Frauen, weil sie Essstörungen statistisch gesehen häufiger betreffen und sowieso an alle, die aus persönlichen Erfahrungen anderer lernen möchten. 

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