Die Tochter des Jägers oder Wer hat Angst vom bösen Wolf?
Das Cover ist märchenhaft schön gestaltet. Es zeigt eine Frau, welche über die Schulter zur Seite blickt. Darunter sind die leuchtenden Augen eines Tieres zu sehen. Mittig ist der Titel des Buches angegeben. Dieses Gesamtbild viel direkt ins Auge und weckte meine Neugier. Auch die Buchbeschreibung klingt sehr vielversprechend und ich wollte gern mehr erfahren.
Leider muss ich gestehen, dass mir der Einstig in die Geschichte etwas schwer viel. Ich musste erst einmal recherchieren, ob es zu diesem Buch bereits einen Vorgänger gibt. Denn es wirkte alles so, als wurde die Vorgeschichte bereits erklärt und hier nun wie in einer Fortsetzung weiter erzählt.
Auch die Figuren wurden leider etwas blass gezeichnet und ich konnte bis zuletzt nicht wirklich eine „Beziehung“ zu ihnen aufbauen. So fehlten mir an vielen Stellen auch die Empathie und das Mitgefühl, welches ich gern empfunden hätte.
Leider kann ich nicht mal genau sagen, woran dies nun so genau lag. Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar flüssig und die Zeilen flogen nur so dahin. Auch die Rückblicke wurden sehr gut kenntlich gemacht. Doch leider folgten manche Szenen so abrupt aufeinander, dass nur schwer Bilder in meinem Kopf entstehen konnten. Auch waren manche Passagen nicht sonderlich realistisch dargestellt- auch wenn wir hier von einem Fantasieroman reden.
Märchen kenne ich schon seit meiner frühsten Kindheit und haben den Geschichten immer mit Freude gelauscht. Dennoch habe ich hier leider irgendwann den Faden verloren. Wer liebt jetzt nun wen und wer wurde mit einem Getränk gefügig gemacht oder durch einen Zaubertrick aneinander gebunden?
Auch das Ende lässt mich leider etwas unbefriedigt zurück- hatte ich doch die Hoffnung hier endlich die lang ersehnten Antworten auf meine Fragen zu finden. Doch alles endet ziemlich abrupt und wirft weitere Fragen auf, als einige zu beantworten.
Mein Fazit:
Sicherlich eine schön ausgedachte Geschichte, doch leider konnte mich die Umsetzung nur wenig in ihren Bann ziehen. Auch die so für Märchen typische Liebesbeziehung voller Magie wurde hier nur am Rande thematisiert und plätscherte ohne großen Ausklang dahin.
Manchmal hatte ich das Gefühl, es wurde einiges an Potential verschenkt, was noch näher hätte erläutert werden können. Wenn man die Geschichte noch einmal überarbeitet, hat sie sicherlich ihren Zauber.