Alexandra Tobor Sitzen vier Polen im Auto

(55)

Lovelybooks Bewertung

  • 42 Bibliotheken
  • 2 Follower
  • 0 Leser
  • 28 Rezensionen
(30)
(18)
(6)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Sitzen vier Polen im Auto“ von Alexandra Tobor

Als die achtjährige Alexandra 1989 mit ihrer Familie im polnischen Fiat nach Deutschland flieht, kennt sie das verheißungsvolle Land im Westen nur aus dem Quelle-Katalog ihrer Oma. Hinter der Grenze warten paradiesische Verhältnisse, aber auch viele ungelöste Rätsel: Wie kommt es, dass alle Städte „Ausfahrt“ heißen? Was bringt deutsche Frauen dazu, freiwillig Hosen zu tragen? Und warum haben Wurstscheiben ein Bärengesicht? Humorvoll und einfühlsam erzählt Alexandra Tobor die abenteuerliche Geschichte ihrer Familie, die versucht, in Deutschland Fuß zu fassen.

Gerade für den Sommer eine perfekte Geschichte für Zwischendurch.

— Bellchen

Als ob jemand meine Lebensgeschichte nacherzählt. Super amüsant.

— kinga

Ich kann mich aba nur anschließen ... mal zum Lachen, mal zum Weinen - aber immer wirklich fantastisch :)!

— Cellissima

Das Cover ist wunderbar und erinnert mich sehr an eine polnische Familie, die uns hier besucht hat und die genau so im Fiat mit Dachgepäckträger angereist sind!

— Lissy

Ein ganz tolles Buch! Ich habe beim Lesen gelacht und manchmal habe ein ein Tränchen vergossen. Ich finde Alexandra Tobors Humor und Schreibstil einfach fantastisch!

— aba

Freu mich schon sehr darauf! Meine Eltern sind damals auch von Polen nach Deutschland gekommen und bin wahnsinnig gespannt drauf, wie die polnischen Eigenschaften dargestellt werden :)

— jess020

Stöbern in Romane

Die Stille zwischen Himmel und Meer

mich hat das Buch emotional mitgenommen an die Nordsee

Kuhtipp

In einem anderen Licht

Dunkle Schatten der Vergangenheit fallen auf Dorothea Sartorius

Bellis-Perennis

Der Wasserdieb

Eine Geschichte um Machtkampf und Kourptheit

Arietta

Und Marx stand still in Darwins Garten

Vielversprechender Titel, enttäuschender Inhalt

Schizothekare

Der Klang der verborgenen Räume

Ein starkes Debüt über zwei Frauen, welche sich so ähnlich sind und doch unterschiedlicher nicht leben könnten!

RoteZora

Das Haus ohne Männer

Es brummt im Bienenstock - und das Leben ist einfach immer wieder überraschen. Liebe hat so viele Gesichter!

MissStrawberry

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • SuB-Abbau-Challenge 2014 - ran an die ungelesenen Bücher!

    Daniliesing

    Achtung: Man kann jederzeit noch einsteigen! Er ist Freude und Leid zugleich, er wächst und wächst und wird dabei immer schöner, aber auch erdrückender. Die Rede ist vom SuB ( Stapel ungelesener Bücher), der sich bei immer mehr Lesern in ungeahnte Höhen ausweitet. Bei vielen ist es mittlerweile sogar so weit, dass es gar nicht mehr möglich ist, alle ungelesenen Bücher auf einen Stapel zu stapeln. Es sei denn man nimmt die Gefahr in Kauf, vom eigenen Bücherstapel erschlagen zu werden. Deshalb muss ganz dringend eine Lösung her, damit all unsere wunderbaren ungelesenen Bücher nicht länger ein trauriges Dasein in den Regalen fristen müssen: Die große LovelyBooks SuB-Abbau-Challenge 2014 Ihr möchtet etwas dagegen tun und auch mal wieder Bücher lesen, die vielleicht schon länger ungelesen im Regal stehen? Ihr braucht eine Entscheidungshilfe dabei, was ihr 2014 lesen sollt? Dann haben wir jetzt die perfekte Lösung für euch. Macht mit bei dieser Challenge, lest im kommenden Jahr 12 Bücher von eurem SuB, die jemand anderes für euch aussucht, und entdeckt so "alte" Buchschätze ganz neu! Die Regeln Meldet euch bis zum 21. Dezember 2013 für diese Challenge an! Schreibt für eure Anmeldung hier einen Kommentar mit einem Link zu einem Regal eurer ungelesenen Bücher bzw. eures SuBs hier bei LovelyBooks! Verratet außerdem, wie viele Bücher vom SuB ihr in einem Jahr schaffen möchtet (mindestens 12, gern aber auch mehr, wenn ihr euch das zutraut)! Euer SuB sollte mindestens 25 Bücher umfassen, damit auch etwas Auswahl vorhanden ist. Am 22. Dezember bekommt ihr je einen Teilnehmer von mir zugelost, für den ihr 12 (oder mehr) Bücher vom SuB aussucht, die derjenige 2014 lesen soll. Bitte postet bis spätestens 31.12. hier im Thema die Bücher, die ihr für euren SuB-Abbau-Partner ausgewählt habt. Wenn es jemand verpasst, werde ich spontan selbst die Bücher auswählen, damit jeder weiß, was er 2014 lesen kann. Ab 01.01.2014 geht es dann richtig los - die Bücher, die für euch ausgesucht wurden, können ab diesem Zeitpunkt gelesen werden. Wenn ihr ein Buch beendet habt, sagt hier Bescheid und schreibt gern auch eine Rezension oder eine Kurzmeinung auf der Buchseite zum Buch. Wir sind sicher alle neugierig, wie es euch gefallen hat :) Ihr habt die Anmeldephase verpasst? Kein Problem, schreibt einfach trotzdem hier, wenn ihr noch später einsteigen möchtet und sobald wir mehrere Nachzügler haben, verlose ich wieder neue Partner, die für euch Bücher auswählen. Unter allen Teilnehmern, die ihr Ziel von 12 (oder mehr) Büchern erreichen, verlosen wir eine schöne Überraschung, die jedoch nicht aus Büchern bestehen wird. Wir wollen den SuB ja nicht wieder in die Höhe treiben ;-) Ihr habt Fragen zum Ablauf, den Regeln etc. - dann fragt am besten direkt hier in einem Beitrag und ich antworte schnellstmöglich. Teilnehmer: AefKaey, (3) Ajana, (2) Anendien (5/15) angiana, Anneblogt, Annilane, (2) battlemaus, (5/20) Bellchen, (2/20), Birnchen (0/14) Bluebell2004,  (2) BluevanMeer, (6/12) books4life, bookscolorsandflavor, (6/16) Buchrättin, (1) Buechermaus96, (1) Büchernische (0/12) Buecherwurm1973, (1/15) Carina2302, carooolyne, Caruschia, celynn, (4/15) christiane_brokate, CitizenWeasel, Clairchendelune, Clouud, Code-between-lines, Daniliesing, (1/18) Desaris,, die_moni (0/12) Dunkelblau, (4/15) Eatacatify, (2) eighttletters, (3) elena2607, (2/12) Elfendy, (9/24) Emma.Woodhouse, Eskarina*, (1) Fanny2011, (7/18) FantasyDream, Fay1279, (5) Federchen, (1/18) fireez, franzzi, (2) frozenhighways, (4/15) Ginger1986 (1/12), grinselamm (1/12) Gruenente, (2) HarIequin, (2), Hello-Jessi (0/35) irishlady, jana_confused (7/12) janaka, Jeanne_Darc, (6/20) jess020, (1) Juliaa, Julia_Ruckhardt, justitia, (2) kabahaas, Kajaaa, (0/12) Kanujga, (5/20) Karokoenigin, (3/20) Katesbooks, KatharinaJ, (4/12) kathrineverdeen, , katrin_langbehn (0/14) Kendall, (9/20), Kirschbluetensommer (0/12) kiwi_,  Kleine1984, (4/10) Kleines91, (11/15) kolokele, (1) kornmuhme, (1) Krisse, (2) kugelblitz85, Kurousagi, LaDragonia, (6/12) LadySamira091062, LaLecture, Larischen, (4) Leochiyous, , Leopudding (0/15) LeseAlissaRatte, lesebiene27 (1/20 Leselotteliese, (1) Lesemaus85, (1) Lialotta, LibriHolly, (1/12) Lilawandel, (6/15) Lilli33, (11/18) lilliblume, (4) lisam, (11/20) Literatur, (1/20) Lizzy_Curse, Loony_Lovegood, (2) Lovely_Lila (0/12) LuluCookBakeBook, (1) Lumpadumpa (0/12) Lyiane, (3) mamenu, (1) Manja82, (4) manu2581 (5/25) mareike91, (3), maristicated (0/12) mecedora, (1) merlin78, (5/12) MiHa_LoRe, (5) Mikki, (4/12) milasun, minnimaus, (1/12) Mira123, (1) MissMisanthropie, (4/12+1) MoniUnwritten, moorlicht, Moosbeere, (4/12) Morrighan, Naddlpaddl, (2) NaGer, (1) Nancymaus, (5/12) Ninasan86, Niob, (2/12) Normal-ist-langweilig, (6/12) NussCookie, (4/13) oOVioOo, pamN, (2/15) paschsolo, (12/12) passionelibro, (3/12) Philip, Phini, problembaum, (0/12) Queenelyza, (11) Rine, (5) RinoaHeartilly, Ritja, , Robsi (0/16) Rocio, (4/20) Roxy Malon, Salzstaengel, (1) samea, Schlehenfee, (7/12) schokoloko29, (4/12) SchwarzeRose, sechmet, (2/12) Seelensplitter, (3) sKy, (8/20) Sommerleser, (4/12) Starlet, sternblut, (2) sugarlady83, (3) summi686, (5/25) Sunny Rose, Sunny87, Sunshine_Books, (5/20) supertini, (1/12) Sweetybeanie, (5/12) Synic (0/12) The iron butterfly, (3/12) Tiana_Loreen, (1/15) Tini_S, (4/12) Tintenelfe, (2) viasera, (4/15), weinlachgummi (3/12) werderaner, (3) Wiebkesmile, (1) Wildpony, World_of_tears91, xXeflihXx, (1) Yvonnes-Lesewelt, (1) Zidisbuecherwelt, Zuellig, (5)

    Mehr
    • 2011
  • Rezension zu "Sitzen vier Polen im Auto" von Alexandra Tobor

    Sitzen vier Polen im Auto

    Nini61

    19. January 2013 um 12:31

    Alexandra wächst in Polen Anfang der 80er Jahre auf. Durch Zufall findet sie im Keller der Großmutter einen alten QUELLE-Katalog. Total fasziniert sieht sie sich die Bilder an, von Frauen in unglaublichen Kleidern, Männern und Kindern, die Sachen tragen, die sie noch nie gesehen hat und Spielsachen in unvorstellbarem Ausmaß und Farben. Seit diesem Tag will sie auch „rausfahren“. Der Insider-Begriff für das Auswandern in die gelobte BRD, wo angeblich die Straßen mit weißer Schokolade gepflastert sind und es alles gibt, was man sich nur wünscht. Nachdem ihr Onkel schon seit 2 Jahren drüben ist, beschließen die Eltern von Alexandra, ebenfalls mit ihrem Fiat Polska den Schritt zu wagen. Eine Odyssee über Durchgangslager und Behördengänge beginnt. Aus der Sicht von einem 8-10 Jährigen Mädchen erlebt man hier die Schwierigkeiten und die teilweise unfreiwillige Komik des Aussiedlerdaseins. Auch die Ablehnung der BRD Bürger wird angesprochen. Alexandra Tobor beschreibt die Zeit bis zur Kommunion des kleinen polnischen Mädchens, das Buch ist durchweg schön zu lesen und man sieht die Probleme der Aussiedler mit einem lachenden und weinenden Auge…

    Mehr
  • Rezension zu "Sitzen vier Polen im Auto" von Alexandra Tobor

    Sitzen vier Polen im Auto

    GreenTea

    Auswandern für Anfänger Inhalt: Die kleine Alexandra, genannt Ola, wächst unter der Obhut ihrer Eltern und ihrer Großmutter im Polen der 1980er Jahre auf. Olas Mutter hat die "größten Füße" der Welt, Olas Vater ist Ingenieur und ihre Oma eine resolute Frau mit einem "hartgesprühten Haarturm" auf dem Kopf. Die Familie lebt dort ein zufriedenes aber sehr karges Leben. Eine von Olas Lieblingsbeschäftigungen ist es, sich totzustellen, um sich vor Löffeln voller Jod, scheußlichem Sauerkrautsaft oder breiiger Spinatpampe zu retten. (Das ist herrlich beschrieben im Buch!) Als sie im Keller ihrer Großmutter zufällig einen alten Quelle-Katalog findet, der die schönsten Kleider und Spielsachen bereit hält, die sie je gesehen hat, beschließt sie, dass sie das Land, in dem es alle diese Dinge gibt, unbedingt finden muss. "Je weiter ich vorblätterte, desto unglaublicher wurden die Abbildungen. Nach den Frauen und Männern kamen Fotos von Kindern in Strumpfhosen, die alle Farben des Regenbogens hatten. Bisher hatte ich geglaubt, dass Gott für Strumpfhosen keine anderen Farben als Weiß und Beige vorgesehen hatte. Ich begegnete im Buch Mädchen, die wie Prinzessinnen gekleidet waren und glänzende Schühchen mit Riemchen trugen. [...] Jede freie Minute verbrachte ich im Wrack der Lokomotive und stellte mir vor, wie es wäre, einen rosafarbenen Micky-Maus-Pyjama zu tragen. Manchmal kratzte ich mit einem Stock drei Buchstaben in den Dreck: B, R, D. Aber was sie bedeuteten, sollte ich erst später erfahren." Als ihr Onkel Marek "nach BRD" aussiedelt und nur gute Geschichten über dieses unbekannte Land berichten kann, in dem paradiesische Zustände zu herrschen scheinen, lässt sich schließlich auch Olas Familie auf das Abenteuer Deutschland ein. Das Buch ist durchweg aus Olas Sicht geschrieben. Durch die kindlich-naive Perspektive gibt es viele Stellen, an denen man richtig herzhaft lachen kann. Ola ist eine absolut sympathische Figur, die man sofort mögen muss! "Sitzen vier Polen im Auto" ist Alexandra Tobors erster Roman. Bekannt geworden ist sie als Twitterin unter dem Namen @silenttiffy. Fazit: Mit viel Witz und Humor beschreibt Alexandra Tobor ihre Familiengeschichte von der Ausreise aus Polen im winzigen Fiat Polska, über die Ankunft in diversen Auffanglagern bis hin zu ihrer Einschulung und dem alltäglichen Leben in Deutschland. Auch wer sich nicht so sehr für Geschichten aus dem Ostblock oder Wendeliteratur interessiert, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen! Denn es geht in erster Linie um Freundschaft, Zusammenhalt und darum, wie schön und wichtig Kindheitserinnerungen sein können!

    Mehr
    • 2
  • Rezension zu "Sitzen vier Polen im Auto" von Alexandra Tobor

    Sitzen vier Polen im Auto

    Anchesenamun

    Zum Inhalt: Die 8-jährige Aleksandra, von allen nur Ola genannt, lebt im Polen der 80er Jahre und träumt davon, nach Deutschland auszuwandern, ihrer Meinung nach eine Art Schlaraffenland, in dem es all das gibt, was ihr in Polen fehlt. Ihr Onkel hat bereits „rübergemacht“, und Ola ist überglücklich, als die Eltern sich dazu überreden lassen, das perspektivenlose Polen hinter sich zu lassen und mit den beiden Kindern, Ola und ihrem kleinen Bruder Tomek, ins gelobte Land auszuwandern. Nur Oma Greta darf davon nichts wissen, denn die resolute, dominante Frau würde bestimmt Mittel und Wege finden, ihre Familie in Polen zu halten! In Deutschland angekommen staunt Ola über die in ihren Augen paradiesischen Verhältnisse. Doch so einfach, wie sich Ola das vorgestellte hatte, wird es für die Familie leider nicht, in Deutschland Fuß zu fassen. Sie landen in Gemeinschaftsunterkünften, müssen sich in der deutschen Sprache und mit den deutschen Gepflogenheiten zurecht finden, und da Olas Eltern nicht arbeiten dürfen, ist das Geld immer viel zu knapp. Wird Ola mit ihrer Familie das große Glück in Deutschland finden oder war es doch ein Fehler, die Heimat zu verlassen? „Sitzen vier Polen im Auto“ kommt wie eine Autobiographie der Autorin Alexandra Tobor rüber, die jedoch darauf hinweist, dass es sich eben nicht um eine solche handelt. Dennoch ist davon auszugehen, dass viele Ereignisse von der Autorin tatsächlich erlebt wurden. Das macht die Sache nur lebendiger und anschaulicher, da sie von einer Beteiligten nacherzählt werden. Das Buch ist aus Olas Perspektive geschrieben, und das sollte man einfach im Hinterkopf behalten, dass es sich um die Sichtweise eines Kindes handelt. Olas Sicht auf die Dinge ist herrlich erfrischend und oft urkomisch. Es wird viel mit Metaphern gearbeitet, die idR wirklich gelungen und witzig sind. Die Sprache ist sehr angenehm zu lesen, umgangssprachlich, eben aus dem Leben gegriffen, nicht gekünstelt und leicht verständlich. Dementsprechend kann man das Buch in einem Zug durchlesen. Mir fiel es schwer, es überhaupt aus der Hand zu legen. „Ach noch ein Kapitel... und noch eins...“, dachte ich mir immer, bevor ich es schweren Herzens (mangels Zeit) aus der Hand legte. Man will einfach zu gerne wissen, was die kleine Ola alles so erlebt, und es macht zu viel Spaß, um freiwillig mit der Lektüre aufzuhören. Und das schreibe ich jetzt nicht, um der Autorin Honig um den Mund zu schmieren, sondern weil ich das in letzter Zeit selten bei einem Buch erlebt habe und es nunmal die Wahrheit ist. ;-) Sicherlich spielt hierbei auch eine Rolle, dass ich ungefähr zur gleichen Zeit wie Ola geboren wurde, nur eben in Deutschland, und es ist hochinteressant, wie Ola die Dinge, die für mich selbstverständlich waren, aus ihrer Situation heraus empfindet und Gegenstände vergöttert, die für mich zum Alltag dazugehörten (z. B. Coca Cola oder Barbiepuppen). Es ist ein kleiner Ausflug in die eigene Kindheit, nur eben aus der Perspektive eines Kindes, das meine Selbstverständlichkeiten als etwas Großes empfand. Die Figuren sind allesamt liebenswert. Ola ist einem von Anfang an sympathisch. Auch ihre Eltern mochte ich sofort. Sie sind liebevoll, höflich und bemühen sich in Deutschland sehr, alles richtig zu machen und ihren Kindern ein gutes Leben zu bieten. Überhaupt finde ich es schön, wie sehr sich Olas Familie bemüht, sich zu integrieren. Zu keiner Zeit sondern sie sich ab, sie wollen dazugehören und arbeiten dafür sehr hart, lernen sofort die Sprache und kämpfen darum, dass der Vater arbeiten darf. Sie machen das Beste aus ihrer Situation und jammern nicht, dass es „nur“ für eine Unterkunft in einem großen Wohnheim gereicht hat und man auf Spenden angewiesen ist, sondern sie sind dankbar für alles. Oma Greta ist einfach der Hammer! Sie erinnerte mich sehr an die fiese Oma aus „Malcom mittendrin“, nur mit dem Unterschied, dass Oma Greta auch ihre guten Seiten hat und für ihre Familie wie eine Löwin kämpft, wenn es sein muss. Anfangs verstand ich nicht, wieso Ola und Tomek ihre Großmutter so lieb haben, da sie immer sehr harsch und emotionslos, ja richtig kinderfeindlich rüberkommt, aber später, als sie plötzlich in Deutschland auftaucht, verstehe ich diese Zuneigung endlich auch als Außenstehende. Auch die Nebencharaktere sind klasse, allen voran die Ogórkowas. Ich hatte mich vor der Lektüre dieses Buches nie mit Polen beschäftigt, für mich ist das einfach ein exotisches Land gewesen. Von einer Freundin, die auch als Kleinkind nach Deutschland ausgewandert ist, wusste ich nur, dass die Eltern damals diesen Schritt getan hatten, weil man in Polen keinerlei Zugriff auf wichtige Lebensmittel und Konsumgüter hatte, z. B. Babynahrung. Diese Schilderung wird durch das Buch nur bestätigt. Es ist allerdings etwas schade, dass das Buch – willentlich oder nicht – ein sehr negatives Bild von Polen zeichnet. An dieser Stelle muss man aber auch wieder berücksichtigen, dass eben alles aus Olas Sicht geschildert wird und diese das eben so empfunden hat. Das muss ja nicht zwangsläufig heißen, dass Polen nicht sehenswert ist, außerdem spielt die Geschichte ja in den 80er Jahren und ich gehe davon aus, dass sich seitdem in dem Land einiges getan hat. Ich will damit nur sagen, dass das Buch nicht unbedingt bei mir Lust ausgelöst hat, mal nach Polen zu reisen. Schade. Ein kurzes Wort noch zur Aufmachung: Das Buch ist im typischen Stil des ullstein-Verlages gehalten mit dem witzigen Titel und dem bunten, gemalten Bild auf dem beigen Hintergrund. Dadurch erkennt man ja diese „Kulturbücher“ im Stil von „Maria, ihm schmeckt’s nicht“ – für Leute wie mich, die solche Bücher sehr gerne lesen, ein Hingucker und Grund genug, das Buch mal in die Hand zu nehmen und genauer hinzuschauen. Die Schrift ist angenehm groß. Auch der Preis von 9,99 € ist für ein Taschenbuch mit 268 Seiten angemessen. Mein persönliches Fazit: Ich habe mich durch das Buch bombig unterhalten gefühlt, und darauf kommt es ja an! Deshalb ganz klar 5 von 5 Sternen.

    Mehr
    • 2
  • Leserunde zu "Sitzen vier Polen im Auto" von Alexandra Tobor

    Sitzen vier Polen im Auto

    alexandra_tobor

    "Das erste was ich sah, als ich am 1. Mai 1986 beschloss, ins Leben zurückzukehren, war die rabenschwarze Turmfrisur meiner Oma." So beginnt die skurrile Geschichte eines sechsjährigen Mädchens aus dem kommunistischen Polen, das Tode vortäuscht, um den Unannehmlichkeiten des Lebens zu entgehen. An diesem Tag wird die kleine Ola im Keller der exzentrischen Oma einen Quelle-Katalog finden, dessen Entdeckung die Erkenntnis folgt, dass es irgendwo "hinter der Grenze" ein geheimnisvolles, wunderbares Land namens "BRD" gibt. Das Mädchen hat nur noch einen Wunsch: "rausfahren" wie ihr Onkel Marek, der im weißen Mercedes zu Besuch kommt und "Baby-Orangen" und "haarige Kartoffeln" namens Kiwi dabei hat. Als Olas Familie 1989 beschließt, nach Deutschland auszuwandern, geht für sie ein Traum in Erfüllung. Aber ist das Leben im Westen wirklich so wie im Quelle-Katalog? Werden auch in Deutschland Ausländer wie heilige Kühe verehrt? Und wie geht das überhaupt, von einem Tag auf den anderen in einem fremden Land leben? Die nächsten drei Jahre werden es zeigen!   "Sitzen vier Polen im Auto" basiert auf meinen eigenen Erlebnissen und Erfahrungen als Ausgewanderte. Das Buch wird euch zum lachen und zum weinen bringen, aber vor allem das Herz erwärmen. Versprochen! Der Ullstein-Verlag stellt uns 25 Exemplare zur Verfügung, die unter allen Interessenten verlost wurden. Ich freue mich auf unsere gemeinsame Diskussion über Polen, Deutschland, Vorurteile, Klischees, Kindheitserinnerungen an Ost und West, und alles, worüber ihr sonst noch mit mir reden möchtet!   Eure Alexandra   PS: Das erste Kapitel habe ich in gekürzter Fassung als "Hörbuch" eingesprochen. http://soundcloud.com/rosereule/kapitel-1-das-goldene-buch   Hier rede ich mit Holger Klein über die Migration nach Deutschland: http://www.wrint.de/2012/06/08/wr072-ortsgesprach-alexandra-tobor-schriftstellerin/ Mehr Infos zum Buch hier: http://www.n-tv.de/leute/buecher/Fuer-alle-die-sich-fremd-fuehlen-article6446651.html  

    Mehr
    • 618
  • Rezension zu "Sitzen vier Polen im Auto" von Alexandra Tobor

    Sitzen vier Polen im Auto

    Sayuchan85

    Meine Meinung: Ein richtig schönes Buch über eine Polnische Familie und der Weg in die BRD. Das Buch ist aus Sicht von Ola erzählt und daher oft kindlich Naiv. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Die ich Erzählung aus Olas Sicht ist einfach super passend für dieses Geschichte, sie zeigt eine ganz neue Perspektive der Vorkommnisse, als wenn wir nun von einer Erwachsenen Person erzählt bekommen haben. Kinder nehmen die Umwelt eben ganz anders war und es sind ganz andere Dinge wichtig. Auch die Familie von Ola ist sehr liebenswürdig dargestellt, es macht spaß mit ihnen zu fühlen und zu entdecken. Da die Geschichte ein offenes Ende hat, bleibt die Spannung, was wird aus den Freunden, wie lebt sich Ola als Teenager ein? Wird sie noch Probleme in Deutschland haben? Wie wird es mit den Eltern und den Arbeiten weiter gehen? Kommt Oma Greta auch irgendwann ganz nach Deutschland? Ich bin auf das Nachfolgende Band sehr gespannt. Charaktere: Aleksandra, welche nur Ola, oder auch mal Alexis genannt wird ist zu Anfang des Buches 6 Jahre alt, zum Ende hin feiert sie ihre heilige Kommunion. Oma Greta kann eigetlich gut deutsch, sie arbeitete damals als Hausmädchen bei einer deutschen Familie und ging auch in einer Deutschen Schule, jedoch wurde später Deutsch in Polen verboten, daher lernten es ihre Kinder nicht mehr. Mama Danuta und Papa Pawel, sind Olas Eltern und wollen erst nicht in die BRD auswandern, nachher hat nur noch der Vater zweifel, doch nachdem sie Onkel Marek schon besuchen, bleiben sie dort. Bruder Tomek wird noch in Polen geboren. Er ist ca 6-7 Jahre jünger als Ola. Onkel Marek zieht als erstes in die BRD, davon erfährt Ola bei der Taufe ihres Bruders unterm Tisch. Er kommt sie später mit einen Mercedes besuchen und versucht die Familie zu überreden mit in die BRD zu fahren. Doch Olas Eltern wollen nicht. Später besuchen sie Onkel Marek und bleiben schließlich doch dort. Die Ogórkowa bestehen aus den Eltern Dorota und Damian und zwei Kinder Bajtek und Isaura, sie sind nicht sehr gebildet und für sie ist alles in Deutschland “Lux” und Sperrmülltag wie Weihnachten. Sie handeln mit Sachen die sie dort finden, reperieren oder lassen es reperieren und verkaufen es dann. Bajtek ist Ola´s erste große Liebe, aber er verliebt sich in eine Deutsche, was Ola ihr kleines Herz bricht. Dominik ist ein Raudi, er geht in Olas Klasse. Er ärgert sie und ist sehr schlecht in Deutsch und geht daher auch in den Förderunterricht wo auch Ola drin ist. Er klaute ihr zwar ein Marsriegel, gibt es aber später wieder. Seine Mutter schert sich kaum um ihn, oft steht er im Regen vor der Türe. Daher nimmt Olas Papa ihn einmal mit zu sich in die Barrake. Er und Ola schließen Freundschaft, doch als Ola wegzieht wird er wieder zum Raudi der kein Wort mit ihr Redet. Am Ende jedoch lebt er bei seine Oma und kommt Ola mit den Rad an ihrer Kommunion besuchen. Cover: Auf den Coder sieht man ein Auto (wohl einen Polski Fiat 126p), erahnt vier Personen drin und auf den Dachträge jede menge Gepäck, im Hintergrund das Berliner Tor. Eben 4 Polen im Auto richtung Deutschland. Passt eben zum Titel. Der Titel wurde jedoch vom Verlag, nicht von der Autorin ausgesucht, jedoch finde ich, passt er sehr gut auch zum Inhalt, auch wenn es nur den Ersten Teil des Buches benennt. Fazit: Ein echt schönes und gut geschriebenes Buch, es hat echt Spaß gemacht zu lesen. Ja ich freue mich auch schon auf das zweite Buch, was die Autorin in der Leserunde schon angekündigt hat. Die kleine Ola ist einen richtig an Herz gewachsen, aber auch Oma Greta ist eine tolle Figur im Buch. Ich hab das Buch regelrecht verschlungen und bin ich froh bei der tollen Leserunde dabei gewesen zu sein, der austausche mit anderen und der Autorin waren einfach klasse.

    Mehr
    • 2
  • Rezension zu "Sitzen vier Polen im Auto" von Alexandra Tobor

    Sitzen vier Polen im Auto

    venwar_newroly

    19. August 2012 um 11:15

    Teutonische Abenteuer "Sitzen vier Polen im Auto"... ..."dann heißt es Goodbye, Polen!" Inhalt: 1989: Alexandra ist acht Jahre alt, als ihre Familie ihre Koffer packt und im polnischen Fiat nach Deutschland flieht. Alexandra kann sich nicht genau vorstellen, was sie Westen des Lande wohl erwarten wird, aber der Quelle-Katalog ihrer Mutter verspricht so einiges. Im Katalog tragen die deutschen Frauen Hosen. Hosen? Warum tragen sei freiwillig Hosen statt wunderschöne Kleider? Und als sie tatsächlich in Deutschland ankommen, sagt ihre Mutter: "Mutter Gottes von Tschenstochau"... "In Polen hatten wir ein Haus, jetzt sind wir obdachlos!" Alexandra ahnt förmlich worauf sie sich da eingelassen haben, denn im Laufe des Buches werden sie und ihre Familie mit etlichen Vorurteilen überrümpelt. Meine Meinung: In "Sitzen vier Polen im Auto" hab ich mich gleich wohlgefühlt. Der Einstieg in die witzige und doch ernste Geschichte von Alexandra, Ola genannt, war flüssig und führte mich sofort in ihre Welt. Bereits ab den ersten Seiten konnte ich mir ein Bild von ihrer Welt machen. Ihre Denkweise und Art ist einzigartig. Humorvoll und mit viel Gefühl ist es Alexandra Tobor gelungen ein wunderbares Buch zu schreiben. Der Schreibstil ist fantastisch. Die Kapitel sind flüssig miteinander verknüpft und auch Szenenwechsel finden nicht abgehackt statt, sondern sind voraussehbar und somit sind alle Handlungen nachvollziehbar. Dieses Buch bittet genügend Spannung. Es ist kein Thriller oder Krimi, sondern es geht hier um "teutonische Abenteuer", daher geht es nicht um Spannung, sondern um Humor. Ich habe keine Kritik an dieses Buch, denn ich bin einfach voll und ganz begeistert! Zitat: ~~ Ich kramte einen Zettel aus meiner Hosentasche. "Hier", sagte ich und hielt ihm den Zettel hin. "Unsere neue Adresse." "Interessiert mich nicht." Dominik ließ mich mit ausgestrecktem Arm stehen. "Geht doch zurück nach Polen!" Dann drehte er sich um, ohne mich anzuschauen, und eilte mit großen, schnellen Schritten davon. Während ich zum allerletzten Mal meinen Schulweg ging, klang "irgendwann im Herbst" so weit weg wie "wenn wir erwachsen sind". ~~ - Seite 222 oberer Abschnitt

    Mehr
  • Rezension zu "Sitzen vier Polen im Auto" von Alexandra Tobor

    Sitzen vier Polen im Auto

    Sophia!

    „Warum kann Oma eigentlich Deutsch?“ _ Deutschland, ein Wunderland. Voller Reichtum, Süßigkeiten und Farben. So jedenfalls lautet die Vorstellung der achtjährigen Ola – den bunten Seiten des Quelle-Kataloges sei Dank! Das Mädchen träumt von einem Aufenthalt in diesem Paradies und hat fortan nur noch ein Ziel vor Augen, das sich aus drei Buchstaben zusammensetzt: BRD! Als ihre Familie 1986 den in Deutschland lebenden Onkel besuchen möchte, ist die Freude groß. Und tatsächlich fühlen sich Olas Eltern in diesem Land so wohl, dass sie kurzerhand beschließen, nicht mehr nach Polen zurückzukehren. _ Doch der Alltag in dem Land der Verheißung ist nicht so glorreich, wie einst angenommen. Denn eine gelungene Integration ist nicht das Ergebnis einer gelungenen Einschulung. Und so müssen sich Ola und ihre Familie vielfältigen Herausforderungen stellen und erst wieder neu lernen, den Alltag zu meistern. Mit welchen Problemen sie dabei konfrontiert werden, erfahren die Leser exemplarsisch an Ola. _ Aus der Perspektive des Mädchens begibt man sich als Leser mit auf eine Entdeckungsreise ins damalige Deutschland und darf an den skurrilen Erlebnissen der Protagonistin teilhaben. Missverständnisse und spätere Schwierigkeiten mit Klassenkameraden scheinen dabei an der Tagesordnung zu stehen. Doch Ola meistert alle Herausforderungen mit Bravour. _ Alexandra Tobor ist ein wunderbarer Roman gelungen, der trotz ernster Thematik nicht auf Humor und ironische Selbstreflexion verzichtet. Die mutige, phantasievolle Ola wird schnell zur Sympathieträgerin, mit der man gerne mitfiebert. Tobors Text überzeugt durch eine einzigartige Schreibweise und liebenswürdige Figuren voller außergewöhnlicher Eigenschaften. Es macht Spaß, sich an vielen Stellen über aussagekräftige Sätze voller Humor freuen zu dürfen. Hier ein Beispiel: _ „Ich besuchte den Kommunions-Unterricht bei Pfarrer Braun, dem im Beichtstuhl die Ohren schlackerten, als ich aus Mangel an eigenen Ideen die Sünden kleinkrimineller Klassenkameraden auf mich lud.“ _ Fazit: Wer Alexandra Tobors Blog- und Twittertätigkeiten mitverfolgte, wird diesen Roman lieben. Aber auch für alle anderen ist er wärmstens zu empfehlen als humorvoll-heitere Reflexion des eigenen Landes und seiner Eigentümlichkeiten aus den Augen eines achtjährigen Mädchens.

    Mehr
    • 3

    Sophia!

    15. August 2012 um 23:52
  • Rezension zu "Sitzen vier Polen im Auto" von Alexandra Tobor

    Sitzen vier Polen im Auto

    aba

    Heimat schmeckt nach "Kisiel" So einfach läuft es manchmal: Oma Greta kocht "Kisiel", der Erzfeind probiert ein Löffelchen davon und voilá: Schon ist er der beste Freund geworden! Leider verläuft längst alles nicht so reibungslos im Paradies: Das "Paradies" ist die BRD der späten 80er und diejenige, die einen Freund durch eine polnische Süßspeise namens "Kisiel" gewonnen hat, ist ein kleines polnisches Mädchen, dessen größter Traum war, nach BRD auszuwandern. Eines Tages erfüllen ihre Eltern diesen Traum: Sie, das kleine Mädchen und dessen Bruder fliehen nach Westdeutschland. Was folgt ist keineswegs vergleichbar mit einem paradiesischen Leben. Es ist das Leben als Aussiedlerfamilie. Und das ist alles andere als ein schöner Traum. "Sitzen vier Polen im Auto" erzählt die Geschichte des kleinen Mädchens Aleksandra, Ola genannt, und dessen Familie. Sie sind polnische Bürger und fliehen in den Westen mit der Hoffnung auf ein besseres Leben. Aus der Sicht eines Kleinkindes wirkt der Westen wie ein Wunderland, und Alexandra Tobor, Autorin dieses Buches und gleichzeitig Sprachrohr der kleinen Ola, macht dieses Wunderland in aller seiner Deutlichkeit erscheinen: Im grauen Polen ist sogar eine leere Coladose das Tor zum Schlaraffenland. Ich liebe Alexandra Tobors Erzählstil und sympathische Art! Sie hat es geschafft, dass ich die kleine Ola in mein Herz schließe. Mit ihr habe ich gelacht und geweint, gehofft und gebangt. "Sitzen vier Polen im Auto" ist, anders als der Titel vermuten lässt, eine kleine Familiensaga, eine Abfolge tragikomischer Ereignisse, ein Auswanderer-Abenteuer, alles aus der Perspektive eines kleinen Mädchens erzählt. Der Leser hat keine Wahl: Er muss Ola lieben. Das ist auch nicht schwer. Fünf Jahre lang begleitet man Ola, zuerst durch ihren grauen eintönigen Alltag im sozialistischen Polen, staunt zusammen mit ihr bei den Highlights in ihrem Leben, feiert mit ihr ihre Höhen und leidet bei ihren Tiefen mit. Bösewichte möchte man aus dem Weg räumen, um Olas gar nicht einfaches Leben als Aussiedlerin zu erleichtern. Insgesamt kann man nicht anders als Olas Familie als polnische Vertreter in Deutschland zu mögen. Es sind alle liebenswerte Charaktere. Zwei Damen haben es bei mir in die Top Zwei der Rangliste der beliebtesten Polinnen geschafft: Oma Greta als Problemlöserin (denn es blieb nicht bei der "Kisiel-Affäre"!) und Dorota Ogórkowa -Möchtegernfreundin von Olas Mutter- als beste Klischee-Polin aller Zeiten! "Sitzen vier Polen im Auto" ist Alexandra Tobors literarisches Debüt und ein sehr gelungenes Werk. Wer noch mehr Hintergründe aus Olas Leben und vor allem über Alexandra Tobors Motivationsgründe und Inspirationsquellen erfahren möchte, sollte unbedingt auf ihrer Internetseite http://silenttiffy.de/ unter "betreutes Lesen" nach den entsprechenden Beiträgen Ausschau halten. Alexandra Tobor -und ihre Figuren- haben in mir einen Fan gefunden. Ich würde mich sehr freuen, in der (hoffentlich nicht zu fernen) Zukunft, mehr von ihr als Autorin lesen zu können. Ola, ihre Familie und Freunde werde ich lange in Erinnerung behalten.

    Mehr
    • 2
  • Rezension zu "Sitzen vier Polen im Auto" von Alexandra Tobor

    Sitzen vier Polen im Auto

    Bella5

    Die sechsjährige Aleksandra, genannt Ola, lebt im grauen Polen, welches in den achtziger Jahren durch seine Nähe zur Ukraine noch trostloser erscheint. Ola verübt mehrere "Selbstmordversuche". Doch als das schlaue und etwas überspannt wirkende Kind einen Quelle - Katalog findet, ist die neue Mission klar: In den Westen und ins Konsumparadies BRD (von Oma Greta verächtlich - liebevoll "Rajch" genannt) soll es gehen. Nachdem Onkel Marek rübergemacht hat, gibt es dann kein Halten mehr. Im Roman wird die Geschichte polnischer Aussiedler erzählt, wobei Fiktion und Realität sich wohl vermengen. Dabei werden auch viele Probleme in der neuen Heimat angesprochen, und die Schwierigkeit, sich zu integrieren (oder gar zu assimilieren?). Das Leben im Übergangswohnheim wird zudem durch die "prollige " Familie Ogorek getrübt. Frau Ogorkowa stellt klar, worauf es in der BRD ankommt: "Lux". Und die kleine Ola scheint voll in die Konsumfalle zu tappen, da sie sich häufig als materiell minderwertig wahrnimmt. Selbst Landsleute verweigern die Freundschaft, da sie sich auf der Aufstiegsleiter überlegen fühlen. So stellt etwa die Polin Ewa in der Schule klar: "Glaub bloss nicht, dass ich deine Freundin bin! " Tobors Roman kommt also einerseits recht facettenreich daher; andererseits werden die Mängel Polens beschrieben, wo die Handlung des Buches anfangs spielt. Dies hat mir nicht so gut gefallen. Auch der Titel "Sitzen 4 Polen im Auto ", der einerseits an einen Arztwitz ( welcher ein Witzbuch erwarten lässt) und andererseits an ein Polenklischee erinnert, wird dem Roman nicht gerecht. Manches habe ich als etwas überzeichnet und übertrieben empfunden; da es sich nicht um ein Sachbuch, sondern um einen Roman handelt, ist dies eventuell ein subjektiver Eindruck. Doch die sehr anrührende, wahrhaftig wirkende Beschreibung von Olas Gefühlen und Gedanken in der neuen Heimat, die lieben Eltern und nicht zuletzt mein Favorit, die resolut - rabiate Oma Greta, die sich nie die Butter vom Brot nehmen lässt (" Was ist das für ein burdel hier"? ) machen das Ganze trotzdem zu einem lesenswerten Roman. Man darf auf eine Fortsetzung hoffen.

    Mehr
    • 3

    Bella5

    15. August 2012 um 00:53
  • Rezension zu "Sitzen vier Polen im Auto" von Alexandra Tobor

    Sitzen vier Polen im Auto

    gaby2707

    Die 4 Polen, die hier im Auto sitzen, sind Alexandra, genannt Ola, Bruder Tomek, Mama Danuta und Papa Pawel. Sie wollen Mama´s Bruder in der BRD besuchen und entschließen sich dann doch dort zu bleiben - in einem Land, von dem Ola seit ihrem Fund eines Quelle-Kataloges träumt... Die Geschichte wird von Anfang an von Ola erzählt und ihre kindliche Natur bringt so einiges an Stilblüten zutage, was mich beim Lesen immer wieder schmunzeln ließ. Aber auch die weniger schönen Alltagsprobleme, Wohnungsprobleme, Arbeits-losigkeit, werden beschrieben. Muss man seine Identität wirklich verleugnen um in BRD anerkannt zu werden? Und warum definieren sich viele hier nur über ihre Kleidung? Erst als die Familie dank Oma Greta, einer resuluten Schlesierin, eine 4-Zimmer-Wohnung in einem kleinen Dorf findet, wo Ola nun auch zur Schule geht, findet sie Freundinnen, die sie annehmen, so wie sie ist. Und an ihrer Kommunion besucht sie ein Schulkollege aus ihrer ehemaligen Schule. Und hier, denke ich, erfährt sie fühlt sie sich das erste Mal richtig angekommen. FAZIT: Ein tolles Buch über die Probleme, mit denen sich Aussiedler immer wieder konfrontiert sehen. Aber auch ein Buch, das Mut macht, es einfach zu wagen. Man muss sich halt nur ein wenig anpassen und sich, wie Ola und ihre Familie, in die neuen Situationen einfügen. Absolut lesenswert!

    Mehr
    • 2

    aba

    15. August 2012 um 00:02
  • Rezension zu "Sitzen vier Polen im Auto" von Alexandra Tobor

    Sitzen vier Polen im Auto

    sofie

    „Sitzen vier Polen im Auto“ erzählt die Geschichte der kleinen Alexandra, genannt Ola, die mit ihrer Familie zunächst im kommunistischen Polen lebt. Ihr Onkel Marek „fährt raus“, d.h. er flieht in den Westen in die BRD. Ola kennt dieses Land nur aus dem Quellekatalog und möchte ihm unbedingt folgen. Zwei Jahre später wird ihr Traum war und sie reist mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder „nach BRD“. Doch dort erwartet sie nicht nur das ersehnte Konsumparadies, die Familie hat natürlich auch mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Geschichte wird aus der Sicht Olas erzählt. Kinder haben ja eine etwas naiv Sicht auf die Welt und erklären sich die Phänomene, denen sie begegnen, auf ihre Art. Das ist im Fall von Ola oft zum Schmunzeln und macht den Reiz des Buchs aus. Besonders gut gefallen hat mir auch Olas Großmutter Greta, eine resolute Frau, die ihren Weg geht und dabei wenig Rücksicht auf andere nimmt. Doch für ihre Familie macht sie alles möglich. Die Anekdoten sind witzig beschrieben, ich musste beim Lesen oft Schmunzeln. Trotzdem werden auch einige ernste Themen angesprochen, so zum Beispiel die Vorurteile vieler Deutscher gegenüber den Polen oder die Bedingungen in den Notunterkünften der Aussiedler. Ich hätte mir trotzdem manchmal noch ein wenig mehr Ernsthaftigkeit gewünscht, besonders in Bezug auf das Auswandern aus Polen. Heimweh wird zum Beispiel überhaupt nicht angesprochen. Manchmal waren mir die Charaktere etwas zu klischeehaft, aber das reißt Oma Greta wieder raus, den sie passt wirklich in keine Schublade. Insgesamt ist das Buch eine nette Lektüre für zwischendurch und erhält dafür von mir 4 Sterne.

    Mehr
    • 2

    aba

    15. August 2012 um 00:01
  • Rezension zu "Sitzen vier Polen im Auto" von Alexandra Tobor

    Sitzen vier Polen im Auto

    Nirena

    Das Buch wird aus der Sicht der anfangs sechsjährigen Ola erzählt, die eigentlich Alexandra heißt und mit ihren Eltern und später ihrem kleinen Bruder und natürlich mit Oma Greta zusammen in Polen wohnen. Als Ola ein goldfarbener Quelle-Katalog in die Hände fällt, wähnt sie sich im Paradies und beschließt, mehr über dieses Land, das BRD heißt, in Erfahrung zu bringen, wo Haribos an Bäumen wachsen. Als die Familie dann später tatsächlich in dieses gelobte Land aufbricht, merkt nicht nur Ola, dass sich die Menschen doch in einigem unterscheiden, was mal heiter und mal eher traurig ist. Auch ist der Start in ein neues Leben nicht immer einfach, so werden hier, obwohl es sich um ein heiteres Buch handelt, auch Problemthemen wie Ausgrenzung in der Schule, Sprachprobleme, Mentalitätsunterschiede und lange Wohnungs- und Arbeitssuche nicht unterschlagen. Da die Geschichte aber aus Sicht eines Kindes geschrieben ist, das andere Prioritäten und Gewichtungen hat, und manchmal Dinge einfach auch nicht oder anders versteht, kommt man bei diesem Buch nicht darum herum, vor Lachen loszuprusten, so z. B. wenn Ola erzählt, dass es eine Explosion in der Ukraine gab und jetzt "Wolken mit aktiven Radios" unterwegs sind - warum die Kinder davor geschützt werden sollen, in dem man ihnen eklige Jodflüssigkeit zu trinken gibt. Herausragend auch ganz klar die Figur der Oma Greta, die sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt und auch kein Blatt vor den Mund nimmt und so mehr als einmal zu Heiterkeitsausbrüchen meinerseits beigetragen hat. Der Schreibstil ist gut verständlich und mit einer gehörigen Prise hintergründigem Sarkasmus gewürzt, wodurch dem Leser zwar immer wieder vor Augen geführt wird, dass nicht alles "heile Welt" ist, aber man dennoch nicht deprimiert wird, sondern eher Respekt vor dieser polnischen Familie bekommt, die sich durch nichts unterkriegen lässt. Eine wunderbar unterhaltende Lektüre, die einem aber auch Mentalitätsunterschiede vor Augen führt - ich freue mich auf die angekündigte Fortsetzung! http://ninis-kleine-fluchten.blogspot.de/2012/07/alexandra-tobor-sitzen-vier-polen-im.html

    Mehr
    • 3

    aba

    15. August 2012 um 00:00
  • Rezension zu "Sitzen vier Polen im Auto" von Alexandra Tobor

    Sitzen vier Polen im Auto

    TochterAlice

    Aussiedeln mit Kinderaugen Polen, vor allem Oberschlesien, Ende der 1980er Jahre, also nach Tschernobyl ist trist und grau - im Wunderland BRD gibt es Süßigkeiten, Farben ... und vor allem Quelle-Kataloge! Das ist zumindest der Eindruck der achtjährigen Ola, der sich nur allzu deutlich beim ersten Heimatbesuch des bereits ausgesiedelten Onkels Marek bestätigt, der nicht nur massenweise Weihnachtsgeschenke, sondern auch Südfrüchte der köstlichsten Art mit sich führt. Da kann das triste, graue Polen nicht mehr mithalten, finden auch Olas Eltern und wandeln einen Besuch im Westen kurzenhand in einen dauerhaften Aufenthalt um. Ein Weg voller Dornen, der jedoch aus der Sicht von Ola mit so viel Humor beschrieben wird, dass dem Leser auf mindestens jeder zweiten Seite Lachtränen in den Augen stehen. Es gibt massenweise schräge Charaktere, allen voran Olas Oma, eine Lebenskünstlerin, die Wert auf ihr Äußeres legt und in jeder Situation ihre Interessen zu wahren weiß. Doch auch Leidensgefährten wie die ebenfalls ausgesiedelte Familie Ogórek tragen zur Heiterkeit bei, wenn auch nur aus Sicht des Lesers - Ola und ihrer Familie machen sie das Leben häufig eher schwer. Überhaupt legt die 1981 geborene Autorin ihr Hauptaugenmerk auf soziale Mißstände - nicht jedoch anklagend oder gar mit erhobenem Zeigefinger. Nein, eher beiläufig und aus Olas subjektiver Sicht wird das beileibe nicht einfache Leben der polnischen Aussiedler in Deutschland dargestellt, die oft ablehnende Haltung der Deutschen und vor allem auch der bereits länger hier lebenden Polen aufgezeigt. Von Zeit zu Zeit treibt die gelungene Darstellung der Gegebenheiten - natürlich ebenfalls aus kindlicher Perspektive - dem Leser Tränen der Betroffenheit in die Augen. Doch das allergrößte Plus: Alexandra Tobor kann über sich selbst lachen - sowohl im kleinen als auch im großen, also das gesamte polnische Volk umfassend. Sätze wie "Eine Polin ließ sich nicht einmal von wurmdicken Krampfadern davon abhalten, in der Öffentlichkeit Bein zu zeigen." (S. 77) zeigen uns die Nachbarn im Osten von einer neuen Seite. Ein absolutes Lesevergnügen und ein Kleinod der Gesellschaftskritik, das quasi beiläufig zur Völkerverständigung beitragen kann. Ich lege dieses im allerbesten Sinne emotionale Buch jedem ans Herz, der Ausländer und fremd ist irgendwo auf der Welt - also eigentlich ausnahmslos allen!

    Mehr
    • 2
  • Rezension zu "Sitzen vier Polen im Auto" von Alexandra Tobor

    Sitzen vier Polen im Auto

    mabuerele

    Ola ist 6 Jahre alt, als sie einen Quellekatalog in die Finger bekommt. Für das polnische Mädchen präsentiert er ihr in ihrem Alltagsgrau eine Wunderwelt. Nach der Geburt ihres Bruders erzählen sich die Erwachsenen, dass Mark, ein Onkel rausgefahren ist. Blad startet auch Ola mit ihren Eltern zu einer Reise in die BRD. Die Autorin erzählt die Erlebnisse des Mädchens Ola in Polen und bei ihrer Ankunft in der BRD. Die Ich-Erzählerin berichtet anschaulich und für mich als Leser nachvollziehbar. Der Kindermund ließ mich an vielen Stellen schmunzeln. Doch spätestens mit der Ankunft in der BRD gab es nicht nur heitere Augenblicke. Die Eltern von Ola waren Ingenieur und Lehrerin. In Polen hatten sie ein kleines Häuschen besessen. Nach der Ankunft in Deutschland wartet ein Aussiedlerheim auf sie. Olas Vater hat deutsche Bewerbungsgespräche nie kennengelernt. Da er sich und sein Können nicht verkaufen kann, findet er lange keine Arbeit. Ola wird wegen ihrer Kleidung und ihres Aussehens in der Schule gemobbt. Eine der tragenden Figuren der Geschichte ist Oma Greta. Die resolute Frau hatte schon in Polen das Zepter in der Hand. Als sie zu Besuch nach Deutschland kommt, findet sie auch hier die richtigen Ansprechpartner. Ihre Ideen sorgen dafür, dass die Familie eine eigene Wohnung erhält. Ola kann die Schule wechseln. Deutlich wird die unterschiedliche Mentalität der beiden Völker. Obwohl Olas Eltern mit jedem Pfennig rechnen müssen, geht ihnen Gastfreundschaft über alles. Mir hat gefallen, dass sie ihre Identität nicht aufgegeben haben. Schnell mussten sie aber begreifen, dass auch das erträumte Deutschland seine Schattenseiten hat. Das Buch lässt sich zügig lesen. In weiten Teilen dominiert ein humorvoller Stil. Durch Kindermund wird das Leben so beschrieben, wie sie es ihrem Alter entsprechend empfunden. Gleichzeitig hält uns das Buch einen Spiegel vor. Zählt wirklich nur der äußere Schein? Ist Markenkleidung das Maß aller Dinge? Ola hat ihren Weg gefunden. Und sie hat Freunde, denen sie vertrauen darf.

    Mehr
    • 2

    aba

    14. August 2012 um 23:57
  • weitere
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks