Alexandre Adler Das Geheimnis der Templer

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Inhaltsangabe zu „Das Geheimnis der Templer“ von Alexandre Adler

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  • Ein Buch, im Konjunktiv geschrieben

    Das Geheimnis der Templer

    Matzbach

    Mann oh Mann, welcher Teufel hat den sonst von mir so geschätzten Beck Verlag geritten, dieses Buch zu veröffentlichen, das von ernstzunehmender Geschichtsschreibung meilenweit entfernter ist als die Bildzeitung von seriöser Berichterstattung? Und dies dann auch noch unter einer äußerst fragwürdigen Übersetzung des Originaltitels "Societés secretès. De Léonard de Vinci à Rennes les Chateau", was zu "Das Geheimnis der Templer wird". Natürlich spielt dieser Ritterorden bei Adler eine Rolle, aber das Buch handelt gefühlt "nur" zu etwa zu einem Drittel von den Templern. Aber die sind wahrscheinlich durch zahlreiche Filme und Computerspiele gerade angesagt, so dass sich der Verlag durch diesen reißerischen Titel mehr Aufmerksamkeit versprechen dürfte. Der Autor Adler möchte sich mit diesem Elaborat mit Dan Browns "Sakrileg" und der darin enthaltenen Geschichte der Blutlinie und der Geheimgesellschaften auseinandersetzen. Der Verriss Browns (und seiner mittlerweile bekannten Wegbereiter) ist ihm durchaus gelungen, doch was er dagegen als wissenschaftliche Aufklärung setzt, wimmelt von genau so unbeweisbaren Vermutungen und Mythen. Infolgedessen ist mindestens ein Drittel des Buches auch im Konjunktiv geschrieben, auch die Worte vielleicht und möglicherweise werden fast inflationär gebraucht. Und die Art der "Beweisführung" Adlers ist ebenfalls fragwürdig. Er lenkt seinen Leser mit Suggestivfragen und wirft Vermutungen auf, die dann in der Folge zu Tatsachen werden. Ein Beispiel, auf Seite 117f. schreibt Adler zunächst: "Vielleicht war es das Wissen um das Geheimnis von Alet, das Nicolas Pavillon dazu bewegte, (...) das Zentrum seines Wirkens dorthin zu verlegen...", um dann im folgenden Absatz mit dem Brustton fester Überzeugung zu vermelden: "Nicolas Pavillon oder die Rosenkreuzer interessierten sich also für den Razes (die Gegend, in der das oben erwähnte Alet liegt, Matzbach), weil dort einst die Katharer zu Hause waren, ein weiterer Grund für ihr Interesse war allerdings auch die dortige Komturei der Templer". Aus dem vielleicht wird so das schlussfolgernde also, Widerspruch nicht zulässig, außerdem hat man so die üblichen Verdächtigen mal schnell vereint. Ein weiteres anschauliches Beispiel für die Schlagkräftigkeit der Adlerschen Argumentation findet sich auf Seite 128. Im Kapitel über die Templer findet sich der folgende Absatz: "Demgegenüber kann man feststellen, dass der Name Baphomet (ein angeblich von den Templern verehrtes Götzensymbol, Matzbach) eine Verschlüsselung ist. Wendet man das Atbash-Alphabet auf ihn an - ein Code, bei dem jeder Buchstabe des Alphabets nach einer strengen Regel durch einen anderen ersetzt wird, und der zu Lebzeiten Jesu in Palästina entwickelt worden war - so erhält man das hebräische Wort Hokhma (das griech. Sophia), also die Weisheit, die gemäß der Kabbala die höchste Form des Lebensbaums darstellt, nach der nur noch das Reich Gottes kommt". Mal vom verworrenen Inhalt abgesehen, wenn jeder Buchstabe für einen anderen steht, warum hat Hokhma dann zwei weniger als Baphomet? Da fällt das falsch gesetzte Komma vor und schon gar nicht mehr ins Gewicht. Vergleichsweise harmlos ist dagegen die Unsitte des Autoren, den Leser anzusprechen "jetzt halten Sie sich fest" und in der ersten Person Plural zu schreiben, wobei mir nicht ganz klar ist, ob er das tut, um seine Leser mit ins Boot zu holen oder ob er von sich selbst im Pluralis majestatis ausgeht. In diesem Stil geht es bis zum bitteren Ende weiter, ich hatte beim Lesen die ganze Zeit die Hoffnung, dass der Autor irgendwann den erlösenden Satz "Ätsch, ich wollte mit diesem Buch nur die Sehnsucht der Leser nach Mythen ad absurdum führen" schreibt, was dem Buch einen gewissen Reiz als Satire verschaffen würde, doch nichts da, das Buch endet so, wie es angefangen hat. Und zu guter letzt bleibt die Frage, ob es überhaupt nötig ist, sich mit Dan Browns "Sakrileg" wissenschaftlich auseinanderzusetzen. Der Roman ist eben ein - nicht mal gut gemachter - Thriller mit Unterhaltungsanspruch, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Am Ende drängt sich der Verdacht auf, dass Adler im Windschatten dieses Erfolgs auch ein paar Brosamen abschöpfen wollte.

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