Alexandre Dumas Cagliostro. Tl.2

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Inhaltsangabe zu „Cagliostro. Tl.2“ von Alexandre Dumas

In den letzten Regierungsjahren von Ludwig XV. und seiner Mätresse Madame Dubarry hat der französische Königshof in Versailles den Höhepunkt eines in Dekadenz und Willkürherrschaft umschlagenden Absolutismus erreicht. Der Rokokohof versinkt in einem Morast von Skandalen und Konspiration. Der Dubarry ist nichts wichtiger als die Anerkennung ihrer Position durch eine förmliche "Vorstellung" im Kreise des alten Adels, die sie, kurz vor der Ankunft der habsburgischen Kaisertochter Marie-Antoinette in Paris, dank viel Schmeichelei und Bestechung erreicht. In einer prunkvollen, aber auch von tragischen Ereignissen überschatteten Zeremonie wird Marie-Antoinette mit dem Dauphin und künftigen König Ludwig XVI. verheiratet. Auf ihrer Fahrt durch Frankreich ist die Dauphine bereits dem mysteriösen Cagliostro begegnet, der eigentlich Joseph Balsamo heißt, und sich außerdem Acharat, Großkophta oder Graf von Phönix nennt. Außerdem gibt er sich als Gesandter des preußischen Königs aus. Dank seiner s tattlichen Erscheinung, anscheinend nie versiegenden Geldmitteln und erstaunlichen Wissens verschafft er sich Zugang zum Königshof, wo niemand etwas von dem unglaublichen Komplott ahnt, das Cagliostro plant. Cagliostro, alias Joseph Balsamo, war keineswegs eine Romanfigur, die Alexandre Dumas ersonnen hat, sondern eine historische Gestalt. Er stammte aus Italien und war einer der größten Hochstapler und Scharlatane seiner Zeit. Er reiste in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts von einem europäischen Fürstenhof zum anderen, fand als "Arzt", Hellseher und Alchimist große Bewunderung und raffte ein Riesenvermögen zusammen. Angeblich gehörte er auch zu den Drahtziehern der "Halsbandaffäre" um die spätere Königin Marie-Antoinette und den Kardinal Rohan, die den Anfang vom Ende des Ancien regime markierte und in die Revolution mündete. Dumas stellt Cagliostro zwar in das gebotene Zwielicht, rückt ihn aber auch in die Nähe der Freimaurerei. Dadurch erhält sein Handeln im Dumas-Roman einen idealistischen Zug: Es geht um den Sturz der verrotteten Monarchie und um Freiheit und Gleichheit für das Volk. Das Auftreten weiterer historischer Personen wie Rousseau, einem geistigen Wegbereiter der Revolution, und von Marat, einem ihrer Vollstrecker, unterstreicht diese Intention.

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  • Rezension zu "Cagliostro. Tl.2" von Alexandre Dumas

    Cagliostro. Tl.2

    Ferrante

    15. May 2010 um 12:17

    Im zweiten Band von Cagliostro kann einem schon langsam die Geduld ausgehen, da sich der Plot, wenn das weitschweifige Buch überhaupt jemals einen hatte, immer mehr verdünnisiert. Im Gegensatz zu anderen Wälzern wie Der Graf von Monte Christo hat Cagliostro nämlich keinen übergeordneten Plot außer den Machenschaften Joseph Balsamos, der allerdings auch im zweiten Band immer mehr verdrängt wird zugunsten dem Schicksal des Jungen Gilbert und der adeligen Andrée. Was eigentlich aus Balsamo wird - er erleidet gegen Ende des Romans einen herben Verlust - erfährt man nicht, da die letzten Kapitel mit der Geburt von Andrées und Gilberts Sohn und Gilberts Machenschaften und Tod in die Länge gezogen werden, um im Epilog vom Tode Ludwigs XV zu berichten, der geschickterweise von Rousseau und Marat kommentiert wird. Zu was aber nun die ganzen Maschenschaften und Intrigen am Hof dargestellt wurden, bleibt allerdings unklar, wenn man davon absieht, dass die verrottete Monarchie dargestellt werden soll. Insgesamt war dieses Werk zwar wieder geschickt konstruiert und eindrucksvoll in seinen Bildern, man fragt sich aber irgendwann, was der Sinn des ganzen sein soll, da der Plot sich schön langsam fortschleicht.

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