Alexandre Dumas Der Graf von Monte Christo, Band 2 - Die Rache

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Inhaltsangabe zu „Der Graf von Monte Christo, Band 2 - Die Rache“ von Alexandre Dumas

Der junge Seemann Edmond Dantes aus Marseille wird unschuldig in die Kerker der berüchtigten Festungsinsel If verschleppt. Von seinem merkwürdigen Mithäftling Abbe Faria erbt er ein riesiges Vermögen. Wie durch ein Wunder kann er nach 14 Jahren fliehen und kehrt als Graf von Monte Cristo zurück. Die Verräter, die ihn einst in den Kerker brachten, sind inzwischen reiche und angesehene Bürger der Stadt Paris geworden. Er gewinnt ihr Vertrauen und bereitet einen grausamen Rachefeldzug vor.§Alexandre Dumas' fesselnder Roman ist bis heute einer der romantischsten unter den großen Klassikern der Abenteuerliteratur geblieben. Hier liegt eine ungekürzte Fassung in drei Bänden vor, die mit allen Illustrationen der französischen Ausgabe von 1887 versehen ist.

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    Der Graf von Monte Christo, Band 2 - Die Rache

    sabisteb

    21. September 2012 um 11:52

    Möge mir nun der Rachegott seinen Platz überlassen, die Schlechten zu bestrafen! Marseilles, 24.02.1815. Nach einer langen Fahrt, bei welcher der Kapitän des Schiffes starb, kehrt der junge Seemann Edmond Dantès als erster Offizier und provisorischer Kapitän der "Pharao" in seinen Heimathafen zurück. Der Reeders Morrel ist glücklich über die sichere Heimkehr und so von Dantès Fähigkeiten angetan, dass er ihn augenblicklich zum Kapitän befördert. Dantès Leben ist perfekt. Ein super Job, es soll in wenigen Tagen seine große Liebe Mercédès heiraten und das alles, obwohl er gerade mal Anfang 20 ist. So jung und schon ein gemachter Mann, das zieht Neider nach sich, in Edmonds fall gleich drei. Danglars, Zahlmeister an Bord der "Pharao", neidet Edmond seine kometenhafte Karriere. Fernand, Mercédès Cousin, neidet ihm seine Cousine, die er selbst heiraten möchte. Caderousse ist einfach nur betrunken und ihm ist Edmond zumindest soweit egal. Beim Wein hecken die drei einen perfiden Plan aus. Sie schicken einen anonymen Brief an den Staatsanwalt, in welchem sie Dantès als bonapartistischen Agenten denunziert. Danglars schreibt den Brief, Caderousse schaut zu und Fernand wirft ihn ein. Während der Vorbereitungen zu seiner Hochzeit wird Edmond gefangengenommen, vom stellvertretenden Staatsanwalt Villefort, um dessen Vater Noirtier zu schützen, nach Château d’If verfrachtet und von allen für die nächsten 14 Jahre vergessen, bis Edmond die Flucht gelingt und er fürchterlich Rache nimmt. Ungefähr so kennt jeder die Geschichte irgendwie. Meist aus dem Fernsehen durch eine der unzähligen Verfilmungen, die keine diesem Buch gerecht werden können, dann ganz ehrlich, so ausführlich eine Verfilmung auch ist, keine schafft es, die kompletten ca. 1500 Seiten wirklich wiederzugeben. Meist kommt dabei eine Rachegeschichte heraus, die mal besser oder schlechter ausfällt. Ich habe nie wirklich verstanden, wie dieses Netz der Rache funktioniert, das Dantès spannt, weil ein Film dieses in all seinen Feinheiten einfach nicht widergeben kann und bei jeder Verfilmung irgendwelche Logiklücken entstehen, die es im Buch nicht gibt. Diese Geschichte erschien als Fortsetzungsgeschichte in einer Zeitung, ist also eigentlich auch nur wenig mehr als ein Groschenroman und weder sprachlich noch stilistisch wirklich ausgefeilt, schon aus dem Grund, weil Dumas eine Schreibwerkstatt leitete und mehrere Autoren für sich arbeiten ließ, ähnlich wie heute bei den Perry Rhodan Heftchen. Da Dumas nach Zeile bezahlt wurde, sind einige der Dialoge auch eher unmotiviert und belanglos in die Länge gezogen. Überhaupt, die Beschreibung des Edmond Dantès ist so klischeehaft, das er auch heutige Frauenherzen (besonders der Vampirliebhaberinnen) höher schlagen lassen dürfte: "Seine weiße Weste zeichnete eine breite und stolze Brust ab, uns sein schwarzer Kragen stand durch die Natur seiner reinen Farbe im nicht zu verkennenden Kontrast zu männlichen Blässe seines Gesichts." Des Weiteren hat der Graf schönes (schwarzes) Haar und ist stinkreich und Single. Nicht mal die Idee stammt von Dumas selber, die fand er im fünften Band der "Erinnerungen aus den Polizeiarchiven von Paris" in denen ein Schuhmacher namens Francois Picaud 1807 kurz vor seiner Hochzeit fälschlich verurteilt wird, ins Gefängnis kommt, dort einen Geistlichen kennenlernt, der erzählt von einem Schatz, der Schumacher hebt ihn und nimmt an allen Rache, die an seiner Verurteilung schuldig sind. Das Ganze noch gewürzt mit der Geschichte des Hochstaplers Alessandro Cagliostro und fertig ist der historische Abenteuerroman. Der historische Roman an sich, war damals auch gerade en vogue und Dumas war einer von über 200 Walter Scott Imitatoren, die den Bedarf der Leser nach historischen Romanen deckten, ähnlich wie heute diese Vampirgeschichtenschreiberlinge. Warum wurde dieses Buch dann zum Klassiker? Sicherlich nicht, weil Dumas ein begnadeter Autor war, aber ein begnadeter Erzähler. Er entwirft sehr spannende, zeitlose Geschichtenkonzepte (die seine Angestellten wohl ausfüllten) und ließ sich dabei von der Realität inspirieren und entlehnte (genau wie Walter Scott) wahre Begebenheiten, die so abgefahren sind, dass man sie sich als Autor kaum ausdenken könnte. Vielleicht wurde das Buch zum Klassiker, weil das Leben die besten Geschichten schreibt und Dumas einfach spannend erzählen konnte und ein zeitloses Thema sauber aufbereitet hat. Das Intrigennetz ist sauber und solide gespannt, Dantès hat seine Gegner ordentlich recherchiert und die Geschichte bleibt konstant spannend. Überhaupt ist Dumas Recherche sehr ausführlich, was man in Zeiten des Internets nicht unterschätzen darf. Nachnamen von Adligen aus der Borgia Zeit, Maler und Komponisten der Renaissance, und auch heute noch exotische Gifte (Angosturarinde, Brucin) fand man damals sicherlich nicht einfach so bei Wikipedia, da musste man einiges an Bücher wälzen. Dumas war belesen, er zieht viele Parallelen zu bekannten Romanen und Figuren seiner Zeit, wie den Vampirgeschichten von Lord Byron, an welche die Menschen um den Grafen von Monte Cristo denken müssen, wenn sie diesen vampirisch anmutenden Menschen betrachten. Auch Vergleiche mit der antiken Mythologie und damals aktuelle Theaterstücken (Friedrich Lindheimers Cremoneser Geige) kommen nicht zu kurz, die sich vielen heutigen Lesern jedoch entziehen dürften, den heute hat man diese Geschichten meist nicht mehr so parat. Dumas entwirft starke, lebensechte Frauen, die sich auch gegen ihre Männer stellen und keine klischeehaften Hexen oder Engel sind, wie bei Dickens. Überhaupt wirken alle Figuren sehr Lebensecht und haben ihre Ecken und Kanten. Villefort ist z. Bsp. ein Workaholic, der seinen Kummer in Arbeit ertränkt und auch Dantès ist nicht nur ein Racheengel, wie er in den Filmen oft dargestellt wird. Er ist Wohltäter und Rächer und zum Schluss bekommt er sogar Gewissensbisse, ob es richtig war, was er getan hat und zweifelt an seinen Taten. Nun noch ein leidiges Thema, das man bei Klassikern leider oft ansprechen muss. Welche Version ist die Richtige für mich. Es gibt haufenweise bearbeitete Ausgaben, man muss also schon sehr aufpassen, wenn man eine ungekürzte Version haben möchte. Diese muss ca. 1500 Seiten haben, so zur Orientierung. Eine weitere Schwierigkeit sind die Übersetzungen. Die vollständige Übersetzung von Max Pannwitz um die letzte Jahrhundertwende ist zwar mittlerweile gemeinfrei und kann vom Gutenbergprojekt heruntergeladen werden, diese ist jedoch, milde ausgedrückt, sehr frei. Ganze Abschnitte fehlen, Dialoge werden zusammengezogen. Max Pannwitz schreibt eher ein neues Buch schreibt, als eines zu übersetzen. Im Vergleich mit dem Original kann man nur die Übersetzung von Xénia Gharbi und Martin Schoske in zwei Bänden empfehlen. Die gibt es auch illustriert als Weltbild Sonderausgabe aus den 90ern.

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