Alexi Zentner Die Hummerkönige

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Inhaltsangabe zu „Die Hummerkönige“ von Alexi Zentner

Sie sind die Familie Kings, die Könige von Loosewood Island. Dieser ungestümen Insel zwischen Nova Scotia und Maine. Karg ist es hier, ursprünglich, rau. Doch die Kings sind mit dem Reichtum des Meeres gesegnet und widmen sich hier seit nunmehr dreihundert Jahren dem Hummerfang. Als Brumfitt Kings, der erste der Familie auf die Insel kam, konnte er, so heißt es, das letzte Stück zu Fuß zurücklegen. Denn es gab hier so viele Hummer, sie bildeten mit ihren Panzern eine Brücke und bahnten ihm einen Weg durch das Wasser. Heute will sich Cordelia Kings auf Loosewood Island und als Hummerfischerin behaupten. Sie will beweisen, dass sie die Königin der Insel sein kann: sich selbst, ihrem Vater – und ihrem verheirateten Steuermann. Doch das erweist sich als schwieriger als gedacht, denn seit jeher lastet ein Fluch auf den Kings – und der fordert Opfer, und beeinflusst das Leben der Familie nicht minder als das unergründliche, alles verschlingende Meer …

interessante Familiengeschichte - intuitiv

— QPetz
QPetz

Poetisch und rau, aber auch sehr unnahbar

— raven1711
raven1711

Eine Familiengeschichte, die die Schönheit des Meeres mit dessen Rauheit verbindet und zwischen Mythologie und echten Rivalitäten pendelt.

— jenvo82
jenvo82

Schön geschriebene, fesselnde Familiengeschichte mit Geheimnissen, Liebe und Verlust.

— misery3103
misery3103

Tolle, märchenhafte Sprache, (zum Ende hin) spannende Handlung, leider in den ersten zwei Dritteln langatmig.

— once-upon-a-time
once-upon-a-time

Schöne Familiengeschichte mit störenden thrillerhaften Einschüben

— krimielse
krimielse

Die Hummerfänger-dynastie

— eleisou
eleisou

Ein ruhiger, unaufgeregter Familienroman mit Flair, der erst spät an Spannung gewinnt und trotz guten Themas schwer fesseln kann.

— AnTheia
AnTheia

Für mich leider enttäuschend

— Buchverschlinger2014
Buchverschlinger2014

dramatische und spannende Familiensaga

— Murksy
Murksy

Stöbern in Romane

Vom Ende an

Wow. Dieses Buch ist ungewöhnlich aber wirklich ein unglaublich gutes Buch. So wenig Worte vermögen eine solche Atmosphäre zu schaffen.Mega!

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  • Poetische Familiensaga

    Die Hummerkönige
    TaHa

    TaHa

    10. August 2017 um 10:48

    Der Roman Die Hummerkönige von Alexi Zentner  erschien im Mai 2017 bei btb. Eröffnet wird ganz klassisch mit einem Prolog. Die Ich-Erzählerin führt ein in die lange Familientradition des Hummerfischens der Familie Kings und deren Leben auf der fiktiven Insel Loosewood Island. Die zweite Eröffnung beginnt mit einer frühen Erinnerung der Protagonistin Cordelia. Sie fährt mit ihrem Daddy aufs Meer hinaus und wirft den Haken der vom Vater gebastelten Angelrute versehentlich in dessen Unterlippe. Seine sanfte, ruhige und bedächtige Reaktion transportiert sehr schön den Charakter der Figur. Ihre Emotionen, die sich einstellen, als der geliebte und verehrte Daddy den kleinen Bruder auf den Schoß nimmt und erklärt, der Junge werde einmal die Geschäfte des Kings übernehmen, zeichnen den Verlauf des Plots vor. Der Leser wird mitgenommen in ein intensives Familienleben der Kings. Handwerklich sehr gut gemacht wird im Epilog die Vergangenheit und Gegenwart der Story um eine Zukunft ergänzt. Die Geschichte und mit ihr die Protagonisten entwickeln sich stringent. Die Themen des Buches sind gleichermaßen Tradition, Familie und Rollenbilder, das Ganze Umrahmt von schönen Bildern, von Natur. Der Autor bedient sich einer sehr poetischen Sprache, die leider immer wieder ins gewollt verkünstelte abgleitet. Die Schlüssigkeit der Handlung ist nicht immer absolut gegeben. Als Beispiel muss unbedingt genannt werden, wie der „Ursprung“ der Familie, Brumfitt Kings, zu seiner Frau kam: „Es war ein Wunder. Sie wuchs aus der Gischt, und ihr Blick war auf ihn gerichtet, als wüsste sie, dass er auf sie wartet. Die unsichtbare Hand, die den Ozean zurückhiel…“  Das ist dann wohl die Kunst, die mir den Zugang zu diesem Werk erschwert hat. Die 411 Seiten haben mich leider zu keiner Zeit gefesselt.     

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  • Wahrheit und Legende um einen Ahnen

    Die Hummerkönige
    Hennie

    Hennie

    08. August 2017 um 22:23

    Das kleine Eiland zwischen Nova Scotia und Maine wird seit ca. 300 Jahren und bis auf den heutigen Tag von den Kings beherrscht. Sie sind die Könige, die Hummerkönige von Loosewood Island!Im Jahr 1720 betrat der legendäre Maler Brumfitt Kings Loosewood Islands. Damals soll das Meer voller riesengroßer Hummer gewesen sein und Kings, aus Irland stammend, soll den letzten Teil des Weges auf ihren Rücken vorwärtsgeschritten sein. Die Hummer seien so riesig gewesen, dass sie zehn bis zwanzig Pfund wogen und bis zu anderthalb Meter groß waren. Wahrheit oder Ammenmärchen?In dem Roman „Die Hummerkönige“ von Alexi Zentner dreht sich allerhand um Brumfitt Kings, der die Kingsdynastie begründete. Die Titel seiner Bilder, seine ledergebundenen Tagebücher und die sagenumwobene Frau Brumfitts, eine angebliche „Selkie“ direkt aus dem Meer, bilden das Gerüst für die Geschichte um die Kings der Gegenwart (um 2005). Da ist zunächst Woody Kings als Familienoberhaupt. Seinen drei Töchtern vermochte er mit dem Hummergeld eine ausgezeichnete Ausbildung angedeihen zu lassen. Cordelia, die Älteste, studierte Kunst, aber sie wollte nie etwas anderes tun, als auf den Spuren ihres Ahnen zu wandeln und das zu malen, was er gemalt hat. Und natürlich aufs Meer hinaus und so leben wie alle Kings vorher. Auch als Mädchen. Sie will allen beweisen, dass sie die Königin der Insel sein kann. Das erweist sich schwieriger als gedacht...So ganz nach meinem Lesegeschmack war die Geschichte nicht. Der Roman ist aus der Sicht von Cordelia Kings, der Hummerfischerin, geschrieben. Sie ist die Ich-Erzählerin. Die Inselbewohner leben sehr gut vom Hummerfang und vom Tourismus um den Kings-Ahnen. Das ruft natürlich kriminelle Neider aus dem benachbarten Küstenstädtchen James Harbor auf den Plan. Kings & Co. erledigen alles selbst, ohne die Staatsmacht zu bemühen. Bis einiges zusammenkommt und die Lage eskaliert. Das geschieht ungefähr im letzten Drittel des Buches.Mir war es von allem ein bißchen to much: zuviel Ichbezogenheit, zuviel Legende, zuviel Überhöhung, zuviel Idealisierung, zuviel Info zu den Bildern Brumfitts, zuviel Gewalt und zuviel Selbstjustiz.Mein Fazit:Mäßig spannendGuter Erzählstil, aber ohne große EmotionenViele Charaktere bleiben farblos, sind austauschbarSchönes, ansprechendes Cover

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  • interessante Familiengeschichte - intuitiv

    Die Hummerkönige
    QPetz

    QPetz

    04. August 2017 um 19:41

    Inhalt:Sie sind die Familie Kings, die Könige von Loosewood Island. Dieser ungestümen Insel zwischen Nova Scotia und Maine. Karg ist es hier, ursprünglich, rau. Doch die Kings sind mit dem Reichtum des Meeres gesegnet und widmen sich hier seit nunmehr dreihundert Jahren dem Hummerfang. Als Brumfitt Kings, der erste der Familie auf die Insel kam, konnte er, so heißt es, das letzte Stück zu Fuß zurücklegen. Denn es gab hier so viele Hummer, sie bildeten mit ihren Panzern eine Brücke und bahnten ihm einen Weg durch das Wasser. Heute will sich Cordelia Kings auf Loosewood Island und als Hummerfischerin behaupten. Sie will beweisen, dass sie die Königin der Insel sein kann: sich selbst, ihrem Vater – und ihrem verheirateten Steuermann. Doch das erweist sich als schwieriger als gedacht, denn seit jeher lastet ein Fluch auf den Kings – und der fordert Opfer, und beeinflusst das Leben der Familie nicht minder als das unergründliche, alles verschlingende Meer …Mein Fazit:Die Idee für das Buch ist ausgezeichnet und die Umsetzung des Autors hervorragend gelungen. Wunderbarer, bildlicher und detailreicher Schreibstil, der einem wunderbar durch das Buch führt. Das Thema ist äußerst interessant - eine wirklich einmalige Familiengeschichte .

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  • Bilder im Kopf

    Die Hummerkönige
    HK1951

    HK1951

    03. August 2017 um 13:49

    Eine starke Frau in einer kargen Umgebung Die Familie Kings sind die unangefochtenen Könige der Gegend um Loosewood Island, einer sehr ursprünglichen und kargen Landschaft. Doch die Kings sind mit dem Reichtum des Meeres gesegnet und widmen sich hier seit nunmehr dreihundert Jahren dem Hummerfang. Als Brumfitt Kings, der erste der Familie auf die Insel kam, konnte er, so heißt es, das letzte Stück zu Fuß zurücklegen. Denn es gab hier so viele Hummer, sie bildeten mit ihren Panzern eine Brücke und bahnten ihm einen Weg durch das Wasser. Heute will sich Cordelia Kings auf Loosewood Island und als Hummerfischerin behaupten. Sie will beweisen, dass sie die Königin der Insel sein kann: sich selbst, ihrem Vater – und ihrem verheirateten Steuermann. Doch das erweist sich als schwieriger als gedacht, denn seit jeher lastet ein Fluch auf den Kings – und der fordert Opfer, und beeinflusst das Leben der Familie nicht minder als das unergründliche, alles verschlingende Meer … Wieder ein Roman um eine starke, junge Frau... Fast schon möchte man seufzen „Nicht schon wieder...“, denn diese Art Protagonistin war in den letzten Jahren wohl sehr gefragt und man war irgendwann auch fast schon „übersättigt“... Doch der Autor Alexi Zentner erzählt diese schöne Familiengeschichte mit soviel Hingabe zum Detail, zu seinen Personen und der Geschichte selbst, dass man sich seinem Buch gar nicht entziehen kann, selbst wenn man es aus Zeitmangel einfach auch mal müsste. Er beschreibt alles so anschaulich, dass man das Gefühl hat, man sei selbst schon mal da gewesen und ich mag es sehr gerne, wenn so bildhaft erzählt wird, selbst Bilder im Kopf entstehen.

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  • Segen und Fluch des Meeres

    Die Hummerkönige
    Gise

    Gise

    02. August 2017 um 11:15

    Die Familie Kings beherrscht den Hummerfang auf Loosewood Island, der Insel zwischen Nova Scotia und Maine. Seit vor dreihundert Jahren der erste Kings auf die Insel kam, sind sie im Hummerfang tätig, kennen sich aus, sind die Könige der Hummerfänger auf der Insel – und vom Fluch des Meeres getroffen, denn es fordert den Sohn der Familie als Opfer. Cordelia Kings hat sich als Hummerfängerin ihren Platz erobert, nachdem ihr Bruder als Kind im Meer ertrank. Sie will beweisen, dass sie die Nachfolge ihres Vaters übernehmen kann, als Königin der Hummerfischer auf Loosewood Island.Sehr schnell taucht der Leser ein in diese Welt der Hummerfischer, die einerseits von Wind und Wetter und Naturgewalten und andererseits von Mythen geprägt ist. In Rückblicken wird verwiesen auf die Bilder des ersten Hummerfischers auf der Insel, sie zeigen die Freuden und Gefahren der Hummerfischerei und der Familie Kings. Immer fester wird der Leser in den Bann gezogen, bis zum Höhepunkt der Erzählung, wenn Cordelia zusammen mit ihrer Familie um das Leben ihres Vaters und gegen das Meer ankämpfen muss…Entstanden ist eine Geschichte, die sowohl bildmalerische wie auch poetische Elemente einbringt, mit ruhigen wie auch äußerst rauen und dramatischen Ereignissen. So könnte tatsächlich das Leben in der Hummerfischerei aussehen: Segen und Fluch des Meeres, im Schicksal der Familie Kings vereint. 

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  • Poetisch und rau, aber auch sehr unnahbar

    Die Hummerkönige
    raven1711

    raven1711

    01. August 2017 um 14:06

    Rezension Alexi Zentner - Die Hummerkönige Klappentext:Sie sind die Familie Kings, die Könige von Loosewood Island. Dieser ungestümen Insel zwischen Nova Scotia und Maine. Karg ist es hier, ursprünglich, rau. Doch die Kings sind mit dem Reichtum des Meeres gesegnet und widmen sich hier seit nunmehr dreihundert Jahren dem Hummerfang. Als Brumfitt Kings, der erste der Familie auf die Insel kam, konnte er, so heißt es, das letzte Stück zu Fuß zurücklegen. Denn es gab hier so viele Hummer, sie bildeten mit ihren Panzern eine Brücke und bahnten ihm einen Weg durch das Wasser. Heute will sich Cordelia Kings auf Loosewood Island und als Hummerfischerin behaupten. Sie will beweisen, dass sie die Königin der Insel sein kann: sich selbst, ihrem Vater – und ihrem verheirateten Steuermann. Doch das erweist sich als schwieriger als gedacht, denn seit jeher lastet ein Fluch auf den Kings – und der fordert Opfer, und beeinflusst das Leben der Familie nicht minder als das unergründliche, alles verschlingende Meer …Meinung:Seit nunmehr 300 Jahren ist die Familie Kings die führende Familie auf der Insel Loosewood Island und eine Institution des Hummerfangs. Doch Ihr Status wird scheint auch mit einem Fluch belegt zu sein, dessen Opfer jeweils immer ein Sohn der Familie einer jeden Generation zu sein scheint. Auch Cordelias Bruder bildete da keine Ausnahme und Cordelia ist entschlossen, ihren Platz als Hummerkönigin zu behaupten. Doch das Leben mit ihrem Vater und ihren beiden Schwestern ist nicht immer einfach. Und ihre Sehnsucht zu dem verheirateten Steuermann Kenny scheint unerwidert zu bleiben. Als dann auch noch ihre Fanggründe von anderen Fischern bedroht werden und ein Drogenkrieg zu entbrennen scheint, steht für die Familie ihre schiere Existenz auf dem Spiel.Die Hummerkönige ist hoch dramatisch. Der Autor schont seine Protagonisten nicht und so muss die Familie hier einiges an Verlusten erleiden, deren Sterben teilweise sehr drastisch und schonungslos dargestellt wurde. Das ging mir persönlich doch ziemlich sehr nahe, was auch dem poetischen Erzählstil mitgeschuldet ist. Denn atmosphärisch weiß der Autor einen einzufangen. Man spürt das rauhe Leben, die unbezähmte See, die Gischt und das Salz quasi auf der Haut.Leider haperte es mit dem vollendeten Lesevergnügen aber bei den Protagonisten. Diese sind, ganz der Umgebung angepasst, raue Seebären, wirken unnahbar, kalt und verschlossen. Natürlich spielt hier deren Entwicklung und Erziehung eine wichtige Rolle, doch so mancher Schicksalsschlag wurde so stoisch und scheinbar klaglos hingenommen, dass es mir eiskalt den Rücken runter lief. Erst im letzten Drittel tauen die Figuren etwas auf. Und hier nimmt die Handlung auch erst mal Fahrt auf und die vorher gelegten Fäden laufen zusammen. Fazit:Die Hummerkönige ist stilistisch sehr poetisch, enthält ein wundervolles, raues Setting und lässt ein wenig Fernweh nach dem Meer aufkommen. Aber es hat auch deutliche Schwächen, zieht nur langsam an, hat problematische Figuren und erst im letzten Drittel kommt richtig Schwung in die Geschichte. Nichtsdestotrotz werde ich den Autor im Auge behalten, denn Die Hummerkönige zeigt Potential, dass leider nur nicht ganz ausgeschöpft wurde.Von mir gibt es 3,5 von 5 Punkten.Vielen Dank an den btb Verlag für das Rezensionsexemplar.

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  • Die Könige von Loosewood Island

    Die Hummerkönige
    jenvo82

    jenvo82

    01. August 2017 um 07:30

    „Was ich ihn hätte fragen sollen, war dieses: Wenn er das Rad zurückdrehen und einen Handel mit dem Ozean machen könnte, würde er dann mein Leben gegen das seines Sohnes eintauschen?“ Inhalt Cordelia Kings lebt seit ihrer Geburt auf der malerischen, wenn auch rauen Insel Loosewood Insland zwischen Neuschottland und Maine und erlebt als Tochter eines alteingesessenen Hummerfischers tagtäglich die Anforderungen, die das Meer an sie stellt. Angefangen bei einer jahrhundertealten Familientradition, die sich auf die Mythologie der Meereswesen stützt bis hin zu den körperlichen Anstrengungen, die sie im Erwachsenenalter als Fischerin und Kapitän eines eigenen Bootes aufbringen muss. Sie hat in der eingeschworenen Gemeinschaft und der Einsamkeit des Meeres ihre Passion gefunden und blickt voller Stolz auf die Geschichte und Vergangenheit ihrer Vorfahren zurück. Gemeinsam mit ihrem Vater hält sie die Tradition aufrecht und kümmert sich ambitioniert um das Fortbestehen der Hummerfischerei in ihrer Heimat. Doch nicht nur eine dunkle Prophezeiung aus grauer Vorzeit trübt ihr persönliches Glück, sondern auch die kriminellen Machenschaften der Konkurrenz, die weder vor Plünderei noch Mord zurückschrecken. Cordelia muss beweisen, dass sie tatsächlich zur Königsfamilie auf Loosewood Island gehört … Meinung Der kanadische Autor Alexi Zentner, der bereits für seinen Debütroman „Das Flüstern des Schnees“ für renommierte Literaturpreise nominiert wurde, erzählt in dieser dichten, abwechslungsreichen Geschichte von der Schönheit und Veränderlichkeit des Meeres ebenso wie vom Freud und Leid einer ortsansässigen Familie, die für ihr Auskommen einen profitablen Fischereibetrieb aufrechterhalten muss. Besonders intensiv und anschaulich gestaltet der Autor die Atmosphäre auf den Booten, die Schönheit aber auch Unberechenbarkeit der Natur, die Verlässlichkeit der Menschen aufeinander in ihrem Schaffensprozess und darüber hinaus die Vielfalt menschlicher Beziehungen innerhalb eines Familienverbandes. Gerade dieser Schwerpunkt bringt wundervolle Gedankengänge und echte Emotionen rüber, die von einer intensiven Vater-Tochterbeziehung getragen werden. Aber auch die Liebe der Hauptprotagonistin zu ihrem verheirateten Steuermann, die Zuneigung aber auch Rivalität zu ihren Geschwistern und der Schatten eines tödlichen Dramas aus Kindertagen bereichern den Text und differenzieren die Ursachen für ein Leben in der Gegenwart. Lediglich die eingeflochtene Erzählung über die bösartige Konkurrenz, die dem Hummerfang eigentlich längst abgeschworen hat und stattdessen nun den Drogenhandel favorisiert, erscheint mir etwas unpassend und bringt zwar einige zusätzliche Spannungsmomente in das Geschehen ein, wirkt auf mich aber aufgesetzt und sehr erzwungen. So wandelt sich eine ansonsten sehr verlässliche, besonnene Cordelia in Anbetracht der Umstände zur Brandstifterin, die ihre Rivalen förmlich ausräuchert. Auch die Grenze zwischen Gewaltbereitschaft und Rechtssprechung der Massen missfällt mir in diesem Zusammenhang sehr und lässt mich hier einige Minuspunkte verteilen. Der Roman wäre auch ohne diese Zwischenpunkte hervorragend ausgekommen und hätte schon allein auf Grund der Naturgewalten eine ganz spezifische Anziehungskraft. Fazit Ich vergebe 3,5 Lesesterne (aufgerundet 4) für diesen naturverbundenen Familienroman, der mich durch seine differenzierte Betrachtung menschlicher Verhaltensweisen innerhalb eines kleinen Familienkreises einnehmen konnte. Erzählt wird eine Geschichte mit viel Liebe zu den Menschen, mit einer ausgeprägt innigen Vater-Tochter-Beziehung und der Möglichkeit, andere in die Mitte einer Gruppe mit aufzunehmen. Dieser Gedanke konnte mich sehr erwärmen und absolut überzeugen, nur die Umsetzung der tatsächlichen Geschehnisse, der Einsatz der Waffen und die dadurch erzwungene Dramatik geben den Ausschlag für meine Bewertung.

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    • 5
  • Interessante Familiengeschichte

    Die Hummerkönige
    FlotterAnton

    FlotterAnton

    31. July 2017 um 08:27

    Seit Brumfitt Kings vor Jahrzehnten auf der Insel Loosewood Island sesshaft wurde, lebt die Familie vom Hummerfang. Ihr Reichtum gründet sich auf besonders ergiebige Fanggründe, die sich der Vorfahr gesichert hat, aber im Gegenzug lastet ein Fluch auf der Familie. Die Geschichte handelt überwiegend von Cordelia Kings, die teilweise schon verzweifelt versucht, die Anerkennung des Vaters zu bekommen. Sie möchte gerne in seine Fußstapfen treten und die Hummerkönigin sein. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir nicht ganz leicht. Ich fand es wenig interessant und langatmig. Mein Durchhaltevermögen hat sich aber bezahlt gemacht, denn irgendwann hat mich die Geschichte gepackt. Sehr anschaulich und detailliert wird die schwere Arbeit der Hummerfischer beschrieben und wie abhängig diese vom Wetter und insbesondere vom Meer sind. Die Rückblicke auf Brumfitt, der auch als Maler Anerkennung findet, waren jetzt nicht so mein Ding. Diese Abschnitte hätte für mein persönliches Empfinden kürzer ausfallen können. Teilweise störten sie meinen Lesefluss. Die Charaktere kommen realistisch rüber und bleiben sich in ihren Handlungen treu. In einer schönen Sprache zeigt uns die Autorin den Kampf Cordelias, sich in dieser Männerdomäne durchzusetzen und anerkannt zu werden. Nach etwas zähem Beginn entwickelt sich die Geschichte zu einer interessanten und fesselnden Familiengeschichte mit tiefen Einblicken in das Leben der Hummerfischer.

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  • Die starke Frau von Loosewood Island

    Die Hummerkönige
    CabotCove

    CabotCove

    22. July 2017 um 11:07

    Familie Kings sind quasi die Könige von Loosewood Island, ohne sie läuft nichts in der Gemeinde, die zwischen Nova Scotia und Maine liegt und auf der es recht rau zugeht, was das Wetter und auch die Umgangsformen betrifft... Die Haupteinnahmequelle ist der Hummerfang, so auch bei Familie Kings. Cordelia Kings will sich beweisen, ihren Vorfahren alle Ehre machen - doch das erweist sich als schwieriger als gedacht, denn seit jeher lastet ein Fluch auf den Kings – und der fordert Opfer, und beeinflusst das Leben der Familie nicht minder als das unergründliche, alles verschlingende Meer … Ich kam zugebenermaßen etwas schwierig in das Buch hinein... Der Stil war anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig für mich. Ich empfand ihn als langatmig – zwar nicht durchgehend, doch in großen Teilen. Das hat meine Leselust ein wenig gedämpft. Auf dieses Buch muss man sich einlassen und ich war wohl in der falschen Stimmung zu diesem Zeitpunkt... Einige Zeit später nahm ich es nochmal zur Hand und konnte da schon deutlich mehr damit anfangen. Die Sprache ist sehr bildhaft, es wird viel Wert auf die Persönlichkeit der Protagonistin gelegt, die ja aber auch das Buch zum Hauptteil „trägt“; sie und ihre Geschichte. Wenn man sich ein wenig Zeit lässt, sich auf das Buch einlässt, entdeckt man eine sehr gute Geschichte, die nachdenklich stimmt – aber auch gut unterhält, auf eine eher „leise“ Weise...

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  • Besonderes Buch

    Die Hummerkönige
    AKRD

    AKRD

    20. July 2017 um 08:22

    „Die Hummerkönige“ war ein Buch, das ich von selbst wohl eher nicht in die Hand genommen hätte... Das mir aber sehr empfohlen und ans Herz gelegt wurde, so dass ich einen näheren Blick darauf geworfen habe – was sich rückblickend wirklich als gute Idee herausstellte. Nun zählt es nicht unbedingt zu meinen bevorzugten Genres, doch man soll ja auch mal „über den Tellerrand hinausschauen“ – auch literarisch..! Und dieses Buch zählt für mich zu den wertvolleren seiner „Zunft“. Loosewood Island liegt zwischen Nova Scotia und Maine und es ist eine raue Gegend, in der der Hummerfang ein einträgliches Geschäft war und ist. So will sich auch Cordelia Kings, wie einst ihr berühmter Vorfahre Brumfitt, als Hummerfängerin verdingen – doch das ist gar nicht so einfach, denn seit jeher lastet ein Fluch auf den Kings – und der fordert Opfer, und beeinflusst das Leben der Familie nicht minder als das unergründliche, alles verschlingende Meer … Eine tiefgründige Geschichte mit einer schönen, bildgewaltigen Sprache und beeindruckenden Menschen. Ein wirklich besonderes Buch, das ich weiterempfehlen kann, für das man sich aber Zeit nehmen sollte, damit es wirkt.

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  • Fesselnde Familiengeschichte

    Die Hummerkönige
    misery3103

    misery3103

    28. June 2017 um 10:05

    Die Familie Kings lebt vom Hummerfang auf der Insel Loosewood Island zwischen Nova Scotia in Kanada und Maine in den USA. Seit ihr Vorfahre Brumfitt Kings vor Jahrhunderten auf der Insel ankam, ist die Familie dem Hummerfang verpflichtet. Der heutige Patriarch Woody Kings führt die Riege der Hummerfischer mit harter Hand. Seine Tochter Cordelia kämpfte von Kindheit an um die Anerkennung ihres Vaters, da sie sich dazu auserkoren fühlte, die Dynastie weiterzuführen. Das Buch ist aus der Perspektive von Cordelia Kings geschrieben. Sie erzählt die Geschichte der Familie seit den Anfängen. Sagenhafte Geschichten ranken sich um Brumfitt Kings, dessen Gemälde in der Kunstwelt große Anerkennung erfahren, weil sie die Geschichte der Insel erzählen. Die Geschichte der Anfänge der Familie mit Woody  und seiner Frau, die auf Loosewood Island leben und nach ihren drei Töchtern noch einen Sohn bekommen, ist anschaulich erzählt und fesselt. Cordelia, die von Kind an um die Gunst ihres Vaters kämpfte, weil sie beweisen will, dass sie die wahre Königin nach ihm sein kann, kommt manchmal etwas verbissen rüber. Sie benimmt sich oft wie ein Kleinkind, das nicht seinen Willen bekommt. Jedem, der Geschwister hat, ist diesem Verhalten aber nicht ganz unbekannt, weil man immer um die Liebe der Eltern kämpfen muss, die man mit seinen Geschwistern teilt. Wenn dann auch noch ein „kleiner Prinz“ in die Familie kommt, dem vom Tag seiner Geburt das Recht auf den Thron des Vaters zufällt, ist es für ein Mädchen noch schwieriger. Die Familie muss einige schlimme Ereignisse verkraften, doch Cordelia steht ihrem Vater immer bei und behauptet sich als Hummerfischerin mit ihrem eigenen Boot.Die Geschichte zieht sich gerade im ersten Drittel extrem. Viele Details plätschern vor sich hin und machen das Lesen etwas zäh. Dabei ist die Familiengeschichte interessant und man verfolgt als Leser gespannt, wie es weitergeht. Erst im letzten Drittel kommt durch einen zusätzlichen Handlungsstrang etwas Spannung auf. Insgesamt fand ich die Geschichte sehr unterhaltend. Die Sprache ist bildhaft und man kann sich die harte Arbeit auf den Hummerbooten, die traumhafte Kulisse der Insel und die schlimmen Unfälle genau vorstellen und leidet mit den beteiligten Personen.Schön geschriebene, fesselnde Familiengeschichte mit Geheimnissen, Liebe und Verlust.

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  • Hummerköniginnen

    Die Hummerkönige
    once-upon-a-time

    once-upon-a-time

    23. June 2017 um 08:25

    „Aus den Tiefen heraufreichende Ungeheuer waren nicht nötig. Das Wasser nimmt sich schon genug.“ (S. 77)Zusammenfassung. Seit drei Jahrhunderten sind die Kings die ungekrönten Könige der Insel Loosewood Island, die so zwischen Kanada und den USA liegt, dass niemand genau weiß, zu welchem Land sie nun gehört. Alle auf der Insel leben im weiteren oder engeren Sinne vom Hummerfang - oder von dem, was sich mit dem Lokalprominenten, Maler und ersten Inselbewohner Brumfitt Kings verdienen lässt. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Märchen und echten Geschehnissen immer mal wieder.Erster Satz. Wir sind die Kings, und wenn es auf Loosewood Island so etwas wie eine Königsfamilie gibt, kommen wir dem am nächsten.Cover. Das Cover ist einer der Gründe, weswegen ich mich ziemlich direkt in dieses Buch verliebt habe. Das Farbspektrum ist toll, das Motiv erst recht und überhaupt... Optisch ein ziemlich ansprechendes Werk. Der Titel wäre aber natürlich im Englischen sehr viel wortwitziger.Inhalt. Mich beschlich zwischendurch sehr stark das Gefühl, dass das Buch selbst gar nicht so richtig wusste, wo es hinwollte. Die ersten zwei Drittel zogen sich sehr, weil für mein Gefühl nicht viel passierte, und erst als es gegen Ende wirklich spannend wurde, konnte mich das Buch richtig packen.Was aber schon von Beginn an toll war, war zum einen die Sprache, die die märchenhafte Stimmung ganz wunderbar unterstützt; außerdem die Bezüge, die immer wieder auf Brumfitts Gemälde aufgreifen und so zum Teil in Worte fassen, was kaum in Worte zu fassen ist.Personen. Leider musste die Hauptfigur und Ich-Erzählerin hart um meine Sympathien kämpfen, denn so richtig meins war sie einfach die ganze Zeit nicht. Sie erinnerte mich zwischenzeitlich immer etwas zu sehr an ein Kleinkind (nicht so sehr wie andere Protagonistinnen, mit denen ich schon das Vergnügen hatte, aber doch genug, um mich ein, zwei Mal mit den Augen rollen zu lassen) statt an eine erwachsene Frau.Aber als gut gelungen drängt sich dann an der Stelle praktisch auf, dass die Figuren alle eine eigene Persönlichkeit haben und der auch treu bleiben. Das hat mir gut gefallen.Lieblingsstellen. „Ich schätze, jeder verdient eine zweite Chance?“ [...] „Eine zweite Chance, aber keine dritte.“ (S. 201)„Es braucht keine Ungeheuer, um das Bild so bedrückend zu machen, es reicht die ruhige See, ein leeres Boot und ein einzelnes Wort hinten auf der Leinwand, der Titel des Bildes: Verschwunden.“ (S. 328)Und ganz große Liebe für die ganze Seite 346, die ich aus Spoilergründen hier leider nicht zitieren kann.Fazit. Dieses Buch hinterlässt mich etwas ratlos. Es fiel mir über zwei Drittel der Seiten echt schwer, zum Weiterlesen motiviert zu sein, obwohl die Sprache und das Märchenhafte mir so unheimlich gut gefallen haben - somit könnten die Schwierigkeiten, am Ball zu bleiben, auch an mir gelegen haben.Und als zum Ende hin alles zunahm: Spannung, Emotionen und Sympathien, da mochte ich das Buch kaum noch weglegen.

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  • Mystische Familiengeschichte

    Die Hummerkönige
    krimielse

    krimielse

    20. June 2017 um 06:02

    Eine Familiengeschichte, die auf einer Insel an der Grenze zwischen USA und Kanada spielt, verbunden mit dem Mystizismus des Meeres und der Liebe zum Ozean - es hätte ein wirklich großartiges Buch sein können. Doch die Lektüre macht es mir ein wenig schwer, mit der Geschichte wirklich warm zu werden. Ich will das Buch so gerne sehr lieben, weil es großartige und innige Passagen zur Verwurzelung der Familie Kings mit der Insel Loosewood Island und dem Ozean, mit der Tradition und Kunst des ersten der Kings, dem Hummerfischer und Maler Brumfitt, zum Segen und Fluch des Ozeans enthält, die mir wirklich nahe gehen und dicht und nachvollziehbar erzählt sind, und weil es eine aufregende Familiengeschichte erzählt. Wären da nicht die hineingepflanzte zusätzliche Spannung zum Kampf um die Fanggebiete der Insel mit Fischern der Küstenstadt James Harbor und der Drogenhandel, die das Leben auf der Insel bedrohen und die auf mich oft wie ein Fremdkörper beim Lesen wirken, fast unpassend, insbesondere bezüglich der Hauptfigur Cordelia Kings. Natürlich soll die Geschichte damit mehr Schwung und Spannung bekommen, allerdings ist es leider einfach zu viel gewollt und für mich unglaubwürdig. Die Schönheit und die Rauheit des Lebens auf dem Meer, die Ursprünglichkeit der Insel und die Verbundenheit zum Ozean, die man beim Lesen deutlich spüren kann, geht dadurch ein wenig verloren, zugunsten einer für mich wirklich fragwürdigen Krimihandlung. Dennoch ist es ein Buch, das ich zum Lesen empfehlen möchte, auch wenn die Geschichte Störungen und Versatz aufweist. Es ist ein in vielen Passagen ruhiges und schönes Buch, das die Wurzeln der Familie Kings über 300 Jahre Familiengeschichte und den Hummerfang aufrollt. Der Hummerfang und die Insel, auf der die Kings nicht nur dem Namen nach die heimlichen Könige sind, bilden die Basis für das Leben der Familie. Beginnend mit Brumfitt Kings, der vor mehr als 300 Jahren auf die Insel kam und nach der Sage über das Meer laufen konnte, weil es hier so viele Hummer gab, fuhr immer ein Kings einer Generation auf den Ozean hinaus, war für das Meer geboren und mit der See verwoben. Brumfitt Kings war auch ein Maler stimmungsvoller und mystischer Bilder vom Ozean und von der Insel, bekam seine Frau vom Ozean in Form eines Wandelwesens geschenkt und prägt mit seinen hinterlassenen Tagebüchern und mittlerweile berühmten Bildern die Gedankenwelt von Cordelia Kings, die sich auf der Insel als Hummerfischerin behaupten will. Das Buch erzählt Cordelias Geschichte, die ihrer Schwestern und ihres Vaters Woodbury Kings, mit Rückblicken in ihre Kindheit und in die Vergangenheit der Familie Kings. Ihr Kampf, sich in der Männerwelt der Hummerfischer zu etablieren, das Ringen um die Liebe ihres Vaters, ihre Verbundenheit zu den Gemälden von Brumfitt und zu seinen Geschichten und ihre Interpretation der Gemälde bezüglich der Familiengeschichte machen das Buch zu etwas besonderem. Die Figur Cordelias und ihres Vaters wirkt in diesen Passagen lebensnah, echt, dreidimensional und trotz oder vielleicht gerade wegen der angedeuteten mystischen Verbindung zum Ozean auf mich sehr glaubwürdig und interessant. Die Charaktere stehen im Vordergrund, und Ereignisse, die die Familie prägen, werden dem Leser fast nebenbei hingeworfen, was mir sehr gut gefällt. Im wirklich krassen Gegensatz dazu steht Cordelias Kampf mit den Fischern aus James Harbor. Minuziös und durch den thrillerhaften Fokus des Neugierigen werden blutige Details dargeboten, zwar spannend, aber in der Erzählweise und im Stil störend für den Rest der Geschichte. Nicht nur dadurch, auch durch ihr Handeln in diesen Situationen selbst, das für mich aufgesetzt und unecht wirkt, verliert das Buch an Schönheit. Es wirkt auf mich fast so, als sollte die Spannung im Nachhinein durch ein paar Szenen aufgebessert werden, was ich wirklich sehr schade finde.

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    • 2
  • Die Hummerfänger-dynastie

    Die Hummerkönige
    eleisou

    eleisou

    18. June 2017 um 22:13

    Drei Jahrhunderte lang sind die Kings Hummerfischer auf der kleinen Fischerinsel Loosewood Island und nun soll die Tochter des jetzigen Hummerkönigs, Cordelia, nach dem Tod ihres Bruders den Thron des Unternehmens übernehmen. Cordelia, die ihr Leben lang nach der Annerkenung ihres Vaters Woody gestrebt hat und sich als Einzige von den drei Schwestern für das Hummerfangen interessiert, versucht mit all ihrer Macht die Tradition aufrechtzuerhalten und ihr Beruf bestimmt ihr ganzes Leben. Jedoch muss sie auch mit vielen Ohrfeigen im Leben fertig werden und als ihre Mutter Selbstmord begeht, ist das Leben nicht leicht für sie. Dabei liest sie immer wieder in die Memoiren ihres Vorfahren Brumfitt, der mit dem Hummerfangen began und gleichtzeitig ein Künstler war. Diese Unterbrechungen der eigentlichen Geschichte empfand ich als etwas störend und aber auch als ein wenig langweilig. Die Geschichte an sich war um ein interessantes Thema herum geschrieben, jedoch fand ich die Umsetzung im Endeffekt nicht so spannend und fesselnd. Zu langsam war der Plot, zu langatmig waren die Ereignisse erzählt. Das Buch konnte mich leider nicht für sich gewinnen.

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  • Familiengeschichte mit Flair

    Die Hummerkönige
    AnTheia

    AnTheia

    17. June 2017 um 18:46

    Die Kings sind seit 300 Jahren auf Loosewood Island zu Hause, einer einsamen Insel vor der Küste von Maine, wo das Meer rau und stürmisch und das Leben hart und voller Entbehrungen ist. Sie sind erfolgreiche Hummerfischer und in der kleinen Gemeinde geben Sie den Ton an. Der erste Kings, Brumfitt, kam einst auf die Insel und war ein begabter Maler, dessen Schatten noch bis in die Gegenwart seiner Nachkommen reicht. Er soll der Legende nach eine Frau aus dem Meer, eine „Selkie“, geheiratet haben. Dies brachte zwar den Reichtum der Meere, aber fordert auch ihren Tribut: jede Generation verliert einen Sohn an das Meer. Cordelia ist die älteste Tochter von Woody Kings und spürt schon sehr früh, dass sie die Erbin ihres Vaters ist und als Hummerfischerin geboren wurde. Doch als Tochter und Frau muss sie sich den Respekt ihres Vaters und auch ihr Erbe gegenüber einer von Männern dominierten Welt hart erkämpfen und verteidigen. … Was die Bewertung dieser Geschichte betrifft, schwanke ich stark zwischen Begeisterung und Ablehnung, da mich der Roman teilweise doch etwas gelangweilt hat und auch auf lange Strecken dahinplätschert, auf der anderen Seite jedoch auch einen gewissen Charme versprüht. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Cordelia Kings, erst als Kleinkind und Teenager und später als erwachsene Frau, die ihren Platz in der Hummerfischerei erkämpft und verteidigt. Was am Anfang noch sehr romantisch – geradezu verzaubernd - wirkt, weicht aber später zunehmend einer immer härter werdenden Realität, als der Leser mehr über die Hummerfischerei und den täglichen Überlebenskampf auf dem Wasser gegen das Wetter und gegen Wettbewerber aus anderen Fischfanggebieten der Küste erfährt. Hier zählt oftmals das Faustrecht bzw. das Recht des Stärkeren und man begreift sehr schnell, dass der kindliche Blick von Cordelia auf ihren vergötterten Vater schnell revidiert werden muss. Denn Woody Kings ist ein zwar liebevoller Vater, aber dennoch auch ein harter Geschäftsmann, der sein Fanggebiet gegen jeden, notfalls mit Waffengewalt, einem Hammer oder mit Fäusten verteidigt. Da wird teilweise nicht an Brutalität gespart und auch Cordelia muss sich diesem Umstand am eigenen Leib stellen. Dennoch geht es weniger um den Vater-Tochter-Konflikt, als um die Entwicklung von Cordelia zu einer starken Frau, die als Hummerfischerin ihren „Mann“ steht, sich mehr und mehr emanzipiert und als Familienoberhaupt – auch mit Waffengewalt – durchsetzen kann. Was für mich eher störend wirkt, ist zum einen die immer wieder eingebauten Beschreibungen von Gemälden des ersten Brumfitt Kings aus der Sicht von Cordelia, die als dramaturgische Elemente dienen, für mich als Leser aber keinen Mehrwert haben. Zum anderen die Verknüpfung von Legende und Gegenwart. Denn der Leser trifft immer wieder auf den Fluch der Kings, wonach in jeder Generation ein Sohn dem Meer zum Opfer fällt und dass der erste Kings mit einem sagenhaften Wesen des Meeres verheiratet war. Durch diese in die Geschichte verwobenen Mythen verliert die Geschichte für mich teilweise doch ein wenig an Realität und Glaubwürdigkeit. Auch die romantische Liebesgeschichte zwischen Cordelia und ihrem verheirateten Steuermann Kenny hat für mich stellenweise etwas Störendes. Dennoch punktet die Geschichte durch einen für mich sehr authentischen Blick auf die Lebensumstände der Hummerfischer vor der Nordostküste der USA. Man spürt sehr häufig die spezielle Atmosphäre der Insel und der zwischenmenschlichen Beziehungen, die beispielhaft für die Region gelten. Auf der anderen Seite ist es auch eine interessante Familiengeschichte, die mit ihren Charakteren (Cordelia, ihre Schwestern und ihr Vater) berührt, diese auch kritisch hinterfragt und dadurch auch gleichzeitig authentisch werden lässt. Ob man nun die speziellen Methoden von Woody mit seinen Konkurrenten als sympathisch und richtig empfindet oder nicht, bleibt jedem Leser/jeder Leserin selbst überlassen. Letztlich ist es auch ein gesellschaftliches Portrait und da dürfen Figuren auch mal atypisch handeln. Mein Fazit: Ein ruhiger, unaufgeregter Familienroman mit Flair, der erst spät an Spannung gewinnt. Wer sich für ein gesellschaftskritisches Portrait der Hummerfischer vor der Nordostküste der USA interessiert, liegt hiermit richtig.

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