Alexis Eisenhofer Überrendite

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Inhaltsangabe zu „Überrendite“ von Alexis Eisenhofer

Seit mehr als drei Jahrzehnten sinken weltweit die Zinsen. Finanzinstitute haben mehr als 12 Millionen Finanzprodukte geschaffen, die alle einen Mehrwert gegenüber einer passiven Anlage versprechen. Welche Anlagestrategien solche Überrenditen ermöglichen, ist das zentrale Thema einer ganzen Industrie und Wissenschaft. Doch nur ganz wenige Produkte erzielen tatsächlich eine langfristige Überrendite.

Leider neigen die meisten Menschen dazu, einfache Dinge sehr komplex zu machen. Erfolg an der Börse hat aber nur derjenige Anleger, der offensichtliche Dinge früher als die Masse sieht. Dies setzt voraus, dass er wie die Masse denkt und sich nicht durch komplexe Denkweisen selbst im Wege steht.

Dieses Buch gibt erstmals eine Übersicht über die empirische Kapitalmarktforschung und -praxis und zeigt Wege auf, jährlich 2 bis 3 Prozent Überrendite zu erzielen. Nach nur einer Stunde Lektüre können Sie als Anleger den Grundstock dafür legen, dass Sie im Laufe Ihres Lebens eine doppelt so hohe Rendite realisieren.

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    Überrendite

    R_Manthey

    27. January 2017 um 16:31

    Ob Goethe damit die Kapitalmarktanalyse gemeint hat, ist eher zweifelhaft. Theorien über die Kapitalmärkte lösen beim Publikum vielleicht Erstaunen und Ehrfurcht aus. Und manche Wirtschaftswissenschaftler sonnen sich unter ihnen, weil sie glauben, durch eine Mathematisierung sei ihre Lehre nun in den Rang einer exakten Wissenschaft aufgestiegen. Der Autor, selbst promovierter Wirtschaftswissenschaftler, nimmt sich gleich in der Einleitung die Naturwissenschaftler zur Brust, wirft ihnen übersteigertes Selbstbewusstsein vor, weil sie glauben würden, den Zufall beherrschen zu können, was nicht nur eine Fehleinschätzung, sondern auch lustig ist. Danach wirft er ihnen  vor, dass sie "aufgrund ihrer Neigung zur analytischen Eleganz" manchmal Annahmen treffen würden, die nicht real sind. Abgesehen davon, dass mit "real" wohl realistisch gemeint ist, kann man über diese Aussage nur schmunzeln. Der Autor offenbart nämlich mit ihr sein prinzipielles Unverständnis der im Folgenden von ihm eigentlich verbal ganz gut beschriebenen mathematischen Theorien, insbesondere der Theorie von den sogenannten effizienten Märkten. Diese Theorie, ebenso wie die Black-Scholes-Theorie über den fairen Optionspreis sind grundsätzlich linear. Die beiden Theorien zugrundeliegenden (in der Tat unrealistischen) Annahmen wurden jedoch keineswegs getroffen, um "analytische Eleganz" zu erreichen. Vielmehr geht es nur darum, Linearität zu erzwingen. Und dies wiederum hat einen ganz einfachen Grund: Nur lineare Modelle führen dazu, dass man überhaupt etwas ausrechnen kann, weil sie eben lösbar sind. Dummerweise ist die Realität von Finanzmärkten aber nicht linear. Das ist Naturwissenschaftlern und erst recht Mathematikern völlig klar, weil es in Märkten grundsätzlich Rückkopplungseffekte gibt. Preise beeinflussen wieder Preise. Anders sind Hysterie und Panik schließlich nicht erklärbar. Dies mathematisch zu modellieren und anschließend auch noch analytisch darzustellen, übersteigt jedoch gegenwärtig die Fähigkeiten der Mathematik. Und nur deshalb sind alle Kapitalmarktmodelle linearer Natur. Und weil sie linear sind, bilden sie die Realität nicht ab. Im günstigsten Fall stellen sie vielleicht eine grobe erste Näherung an die Realität dar. Merkwürdigerweise begreifen die meisten wirtschaftswissenschaftlichen Anwender dies aber nicht. Man verzeihe mir diesen kleinen Ausflug, der allerdings nötig war, um das Folgende zu verstehen. Was leistet dieses kleine Büchlein nun tatsächlich? Wer glaubt, er würde in ihm Methoden finden, seine persönliche Rendite auf den Kapitalmärkten mit dem Studium des Textes verbessern zu können, der wird mit Sicherheit enttäuscht werden.  "Dieses Buch", heißt es auf seiner Rückseite, "gibt erstmals eine Übersicht über die empirische Kapitalmarktforschung und -praxis”. Das stimmt mehr oder weniger. Ob allerdings Wege aufgezeigt werden, wie es weiter heißt, "jährlich 2 bis 3 Prozent Überrendite zu erzielen", mag man getrost bezweifeln. "Nach nur einer Stunde Lektüre können Sie als Anleger den Grundstock dafür legen, dass Sie im Laufe Ihres Lebens eine doppelt so hohe Rendite realisieren", folgt danach. "Den Grundstock legen" ist eine hervorragende Formulierung, die man leicht überliest, weil man das Nachfolgende doch zu gerne wahr werden lassen würde. Der Text streift viele Aspekte von Kapitalanlagen und bietet jede Menge wahrer Aussagen. Beispielsweise, dass man mit Aktien langfristig die beste Rendite erwirtschaften kann. Oder dass Frauen (im Mittel) nicht so viel in ihren Depots herumfummeln, so weniger Transaktionskosten verursachen und am Ende besser dastehen, weil sie auch nicht über mehr Prognosekraft verfügen als Männer, aber weniger Kosten verursachen. Was nützt eine solche Aussage? Nichts selbstverständlich, aber sie ist doch eine schöne Information. Von solchen schönen und interessanten Informationen gibt es unglaublich viele  auf diesen wenigen Seiten. Und deswegen finde ich das Buch auch ganz gut. Nur wird man mit ihnen garantiert keine Überendite erzielen. Immerhin, und damit komme ich auf den Anfang zurück, steht der Autor beispielsweise der Hypothese von den effizienten Märkten sehr kritisch gegenüber. Sie ist auch schlichter Blödsinn und birgt Gefahren in sich, weil sie nebenbei auch eine Sicherheit suggeriert, die es nicht gibt. Der Autor verteidigt Warren Buffett, der den Unsinn dieser Theorie schon lange durchschaut hat. Buffett und Munger wären schon alleine ein Beweis für ihre Unrichtigkeit. Den braucht man aber gar nicht, weil diese Theorie aus den vorne genannten Gründen nicht richtig sein kann. Witzig ist jedoch – und auch das kann man im Text nachlesen - , dass die Anhänger dieser offensichtlich falschen Theorie Buffetts und Mungers nachhaltige Erfolge für zufällig halten, weil sie nach ihrer  grundsätzlich falschen Theorie nicht möglich sein können. Im Buch werden übrigens Mungers und Buffetts Anlageerfolge auf der recht hohen Allgemeinheitsebene, die der Autor gewählt hat, gut erklärt. Kurz gesagt: Das Buch bietet tatsächlich viel Interessantes, allerdings auf einer eher allgemeinen Ebene.  Es verfehlt in meinen Augen jedoch klar das Ziel, Methoden zu offenbaren, die zu einer Überrendite im genannten Größenbereich führen würden. Kapitalanlage ist keine Wissenschaft, sondern ein Handwerk, das auf klaren Regeln, systematischem Risikomanagement und viel Disziplin beruht, wenn man eine tatsächlich profitable Methode gefunden hat. Davon gibt es nachweislich einige, beispielsweise die Herangehensweise von Graham und Dodd. Oder bestimmte Tradingmethoden, die allerdings nicht Thema dieses Buches sind. 

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