Alfred Andersch Der Vater eines Mörders

(58)

Lovelybooks Bewertung

  • 65 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 1 Leser
  • 9 Rezensionen
(9)
(20)
(19)
(8)
(2)

Inhaltsangabe zu „Der Vater eines Mörders“ von Alfred Andersch

Die Schulen waren um 1900 besonders auch Drillanstalten. Andersch schildert eine „Erziehungsmethode“ des Vaters von Heinrich Himmler, die Kinderseelen brach – oder sie brutal machte. In einer Griechischstunde, die sein alter Ego Franz am Wittelsbacher Gymnasium durchleidet, zeigt er die unbarmherzige Brutalität dieses Systems.

Ein kurzes, aber großes Meisterwerk!

— Hazel93
Hazel93

Lesenswert!

— Wortteufel
Wortteufel

Stöbern in Romane

Heimkehren

Intensiver Roman, der eine Familie über mehrere Generationen hinweg verfolgt

lizlemon

Durch alle Zeiten

Sehr spannend und bewegend

silvia1981

Dann schlaf auch du

Wem kann man seine Kinder anvertrauen?

silvia1981

Wie man es vermasselt

Frisch, jung und intelligent... ein absolutes Wahnsinns-Buch!

Tigerkatzi

Und jetzt auch noch Liebe

Turbulente Liebeskomödie mit sehr skurrilen Charakteren, um eine junge Frau, die durch eine ungewollte Schwangerschaft erwachsen wird.

schnaeppchenjaegerin

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Ganz einfach Anderschartig...

    Der Vater eines Mörders
    Makollatur

    Makollatur

    28. July 2016 um 19:42

    In "Der Vater eines Mörders" schildert Alfred Andersch seine Erinnerungen an eine Griechisch-Stunde aus seiner Jugend. In Gestalt des Lernmuffels Franz Kien durchlebt der Autor noch einmal jenen Tag, an dessen Ende er wegen mangelhafter Leistungen der Schule verwiesen wurde. Dabei ist bemerkenswert, dass besagte Schulstunde vom Rektor der Schule abgehalten wird, einem Mann, der die strenge militärische Erziehung der Kaiserzeit noch am eigenen Leib erfahren hat und ohne Gnade nun selbst sein Regiment führt. Dieser Rektor ist aber kein anderer als der Vater des späteren Reichsführers SS und Koordinators des Holocaust, Heinrich Himmler. Der Titel bezieht sich also auf den Rektor und seinen Sohn, wohingegen die Hauptperson der Schüler Kien ist. Andersch legt hier einen autobiographischen Bericht eines für ihn bedeutsamen Tages vor, der weniger wertend als rein deskriptiv daherkommt. Wobei die Verzweiflung Kiens darüber zu spüren ist, dass das System von Erziehung und Wissensvermittlung dieser Zeit rein auf Zwang und Auswendiglernen besteht. Andersch öffnet eine Tür in seine persönliche Vergangenheit und zeigt eine Welt, die heute nicht mehr vorstellbar scheint. Dabei zeigt er auch die unterschiedlichsten Mentalitäten jener Zeit und den Drang, jegliche Individualität zugunsten einer Konformität zu unterdrücken. In jedem Fall ein lesenswerter Text, wenn auch stilistisch nicht mehr zeitgemäß.

    Mehr
  • Erinnerungen eines Faulpelzes

    Der Vater eines Mörders
    gst

    gst

    22. December 2015 um 17:09

    Alfred Andersch (1914 – 1980) kehrt in dieser Erzählung in seine eigene Schulzeit im Wittelsbacher Gymnasium in München zurück. Es war 1928, als „Herr Himmler“ (der Vater von Heinrich Himmler) , genannt Rex, in die Griechischstunde platzt und Schüler examiniert. Darunter auch Alfred Andersch, dessen gymnasiale Schullaufbahn dadurch beendet wurde. „Das Allerprivateste verliert etwas von seinem peinlichen Charakter einer Beichte, wenn es einem Dritten angehängt wird“, schreibt er in seinem „Nachwort für Leser“ und macht so klar, warum er nicht über sich schreibt, sondern über Franz Kien. Dieser konzentrierte, dramatisch-spannende Text fordert heraus und ist der letzte Teil seiner insgesamt sechsteiligen Autobiografie. Dei Erzählung lässt sich schnell lesen, hat mich aber nicht so außerordentlich beeindruckt. 

    Mehr
  • Hilfloser Humanismus

    Der Vater eines Mörders
    Monsignore

    Monsignore

    21. February 2014 um 16:29

    Lange war Alfred Andersch nicht am Wittelsbacher Gymnasium in München, wegen schlechter Leistungen musste er die ehrwürdige Anstalt verlassen. Sein Schuldirektor trug den Namen Himmler, er war der Vater des späteren "Reichsführers SS". Bis ins Mark ein Humanist alter Schule, der mit seinem Nazisohn gebrochen hatte - der alte Himmler warf den kleinen Andersch mit 14 Jahren von der Schule, weil er in den Hauptfächern Latein und Griechisch grottenschlecht war. Die Erzählung umfasst eine einzige Griechisch-Stunde, in der ohne Vorwarnung der Direktor auftaucht und den Wissenstand der Schüler prüft. Rückblicke, Abschweifungen etc. lockern die Erzählung auf. Der Text ist spannend, vielfältig und lebendig. Der Direktor zelebriert seine Macht und Autorität, spielt sie genüsslich auf Kosten von Schüler und Lehrer aus. Und eines wird deutlich: Der hehre Humanismus, Sokrates und Homer reichen nicht aus, um der Barbarei zu begegnen, es braucht die freie Luft zum Denken, zum Atmen und Leben - nicht das Korsett der Grammatik ...

    Mehr
  • Rezension zu "Vater eines Mörders" von Alfred Andersch

    Der Vater eines Mörders
    Holden

    Holden

    Andersch beschreibt in einem autobiographischen Roman eine Griechischstunde an einem Münchner Gymnasium, in der die autoritäre Erziehung und der Drill an den Schülern geschildert wird genauso wie das deutschnationale Elternhaus, in dem die meisten Schüler aufwachsen. Auf diese Weise zeigt Andersch mögliche Ursachen des späteren nationalsozialistischen Unrechtsregimes auf. Insofern erinnert mich das Ganze an "Das schwarze Band" von Michael Haneke.

    Mehr
    • 3
  • Rezension zu "Vater eines Mörders" von Alfred Andersch

    Der Vater eines Mörders
    Duffy

    Duffy

    25. August 2011 um 07:39

    Der Ablauf einer Schulstunde. Alfred Andersch bedient sich seines Alter egos Franz Kien, um ein Stück seiner Biografie zu erzählen. Dabei geht es um eine Griechischstunde, in der die Klasse des Kien überraschend vom Direktor ("Rex") inspziert wird. Dieser "Rex" ist der alte Himmler, dessen Macht als Schulmann hier auf eine fast bedrückende Weise geschildert wird. Damit ist nicht die Macht der primitiven Aktion gemeint, sondern vielmehr die Möglichkeit, durch verschiedene Techniken der persönlichen Machtanwendung Autorität zu erlangen. Andersch lässt diese Stunde linear auf einer Erzählebene passieren, kann jedoch geschickt Interaktionen zu einer zwingenden Dynamik entwickeln. Die fast schon nebensächlich erzählte Verwandschaft des Direktors zu seinem Sohn Heinrich und die daraus nach außen getragene Beziehung, lässt das Ganze in einen nicht ausgesprochenen Zusammenhang stehen. Diese authentisch geschilderte Schulstunde, deren Dramatik von Andersch gekonnt in Szene gesetzt wird, zeigt die Entwicklung von Macht und deren Ausübung in einer drohend unterschwelligen Form. Eine ohne Abstriche bewegende Erzählung.

    Mehr
  • Rezension zu "Der Vater eines Mörders" von Alfred Andersch

    Der Vater eines Mörders
    ZwergPinguin

    ZwergPinguin

    28. September 2010 um 11:58

    Eine Geschichte aus der Schule - und häufig wird sie heute in der Schule gelesen. Es ist der Bericht einer Schulstunde vor dem zweiten Weltkrieg in einem deutschen Gymnasium. Der Direktor (Rex) inspiziert 'seine' Untertertia B in der Griechischstunde. Mir hat diese Erzählung nicht so sehr gefallen - abgesehen von der Tatsache, dass sie sich gut und vor allem schnell liest. Wer sie also lesen "muss", weils der Deutschunterricht erfordert, der hat es auch schnell hinter sich. Bei mir stand kein Zwang dahinter, zum Glück. Aber ich kann mir vorstellen, wie man aufgefordert wird, den Rex oder den Franz Kien als Schüler und Erzähler des Stückes zu charakterisieren und das ganze natürlich vor dem Hintergrund, dass der gute Direktor Himmler der Vater von Heinrich Himmler war.... Was ich persönlich vor allem sehr schade finde: ich kann kein Griechisch und bin daher nur bedingt im Stande, dem Unterricht bzw. der Prüfung der Zöglinge zu folgen. Wäre es eine Lateinstunde gewesen, wäre ich zumindest fachlich nicht ganz so außen vor gewesen. Und ich denke, dieses Problem haben heutzutage viele Leser - wer besucht schon noch ein richtiges humanistisches Gymnasium mit Griechischunterricht? Wieviele gibt es davon überhaupt noch? Sicher, das Buch eignet sich, im Schulunterricht seziert zu werden - und man kann sicher eine Menge dazu sagen, stößt auch im Nachwort des Autors auf Erklärungen zum Verständnis. Aber als unterhaltsame Lektüre bietet es sich nicht unbedingt an - und zum Verständnis der Zeit gibt es meiner Meinung nach bessere bzw. unterhaltsamere Lektüre.

    Mehr
  • Rezension zu "Der Vater eines Mörders" von Alfred Andersch

    Der Vater eines Mörders
    Splitterherz

    Splitterherz

    25. June 2010 um 14:34

    Inhalt: Morgens im Wittelsbacher Gymnasium in München. Direktor Himmler überrascht eine seiner unteren Klassen, die Untertertia B, mit einem Kontrollbesuch, in ihrer griechisch Stunde bei Herrn Kandlbinder. Der "Rex" , wie alle Schüler den Direktor nennen, fordert, der Unterricht solle ganz normal weitergehen, also fordert der Klassenlehrer seinen besten Schüler auf, an der Tafel mit der Stunde zu beginnen. Doch Herr Himmler durchschaut seinen Plan sofort und bittet ihn kurz darauf, einen anderen seiner Schüler ans Pult zu holen. Aufgerufen wird Konrad von Greiff, der sich auf Grund seines Adeltitels, besser und wichtiger fühlt als der Rest der Klasse. Kurze Zeit später erntfacht ein Streit zwischen dem "Rex" und dem Schüler "Greiff", der den Direktor sowie seinen Klassenlehrer sehr respektlos behandelt, da er sich zu "größerem" berufen füllt. Kurz darauf, platzt Herr Himmler der Kragen, er fängt an den Schüler zu beleidigen und suspendiert ihn von der Schule. Nachdem die Situation weiter beruhigt hat, streift Herr Himmler weiter durch die Klasse, auf der Suche nach seinem nächsten Schüler, den er vor der ganzen Klasse prüfen kann [...] Meinung: Ich habe das Buch "der Vater eines Mörders" von A. Andersch als Schüllektüre durchgenommen und bin wirklich begeistert. Es ist zwar ein "literarisches" Werk, doch sehr interessand und auch ein Stück weit spannend. Anfangs hatte ich die befürchtung ich würde eine schwere, von Wörtern, triefende, schwierige Geschichte erwarten, doch ich bekam, gegen jeder meiner Erwartungen, ein wirklich gutes, recht leichtes Werk. Es ist wohl meine erste Schullektüre, die ich wirklich gerne mag. Ich freue mich schon drauf, mich mit der Geschichte weiter auseinander zu setzten [...]

    Mehr
  • Rezension zu "Vater eines Mörders" von Alfred Andersch

    Der Vater eines Mörders
    Matzbach

    Matzbach

    04. February 2010 um 17:59

    Lehrer, Himmlers Vater sollten ebenfalls Tags werden.
    Andersch beschreibt, wie er den Vater Heinrich Himmlers als autoritären Lehrer erlebt hat.

  • Rezension zu "Der Vater eines Mörders" von Alfred Andersch

    Der Vater eines Mörders
    Liz

    Liz

    03. November 2008 um 16:53

    schulbuch...nicht gut, nich schlecht...so mittelmäßig, eigentlich schon interessant, wenn man sich weiter mit beschäftigt