Sansibar oder der letzte Grund

von Alfred Andersch 
3,3 Sterne bei304 Bewertungen
Sansibar oder der letzte Grund
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (147):
Katharina_Hohenfelss avatar

Das Buch konnte mich zwar jetzt nicht vom Hocker hauen, dennoch war es eine interessante Erfahrung für mich.

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Definitiv eine der schlimmsten Lektüren meiner Schulzeit!

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Inhaltsangabe zu "Sansibar oder der letzte Grund"

»In einer kleinen Stadt an der Ostsee treffen zufällig sechs Gestalten zusammen: ›Der Junge‹; Gregor, der KPD-Funktionär; Judith, die Jüdin; am Ort selbst befinden sich der Pfarrer Helander; Knudsen, der Fischer und Kutterbesitzer; als letzter die Holzplastik des ›Lesenden Klosterschülers‹. Und diese sechs Gestalten haben kein anderes Anliegen, als Deutschland zu verlassen… Alfred Anderschs großes Buch von Sansibar ist ein Mißtrauensvotum ersten Ranges gegen unser behäbig aufgeblasenes ›Volk der Mitte‹.«

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257600551
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:178 Seiten
Verlag:Diogenes Verlag AG
Erscheinungsdatum:22.05.2012
Das aktuelle Hörbuch ist am 23.10.2007 bei Diogenes erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Katharina_Hohenfelss avatar
    Katharina_Hohenfelsvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Das Buch konnte mich zwar jetzt nicht vom Hocker hauen, dennoch war es eine interessante Erfahrung für mich.
    Eine interessante Erfahrung für mich...

    Der Roman "Sansibar oder der letzte Grund" von Alfred Andersch dreht sich um einen Ort namens Rerik, an welchem eine Gruppe von Leuten zufällig um 1937 zusammentrifft. Diese besteht u.a. aus der Jüdin Judith, dem Fischer Knudsen und dessen Helfer "der Junge" sowie dem KPD-Funktionär Gregor, die alle nur ein Ziel verfolgen: Die Flucht. So sehr sich das Ziel jedoch im ersten Moment ähnelt, so unterschiedlich ist es auf den zweiten: Die Ursache, die zur Flucht antreibt, hätte unterschiedlicher nicht sein können. Der einzige Schnittpunkt: "Die anderen".

     

    Ich durfte dieses Buch im Rahmen des Deutschunterrichts lesen und gefühlt in hunderte Einzelteile zerlegen, um diese dann in neuer Weise miteinander zu verknüpfen, sodass sich ein gänzlich neues Bild zusammenfügte. Denn, obwohl sich dieses Buch einfach lesen lässt, findet man doch viele, tiefgehende Stellen, über die es eingehend nachzudenken gilt. Dabei sind es mehr die Taten als die Gedanken der Personen, die den Leser zum Nachdenken bringen, beispielsweise die Beziehung des Pfarrers zu Gott und seine darauffolgende Tat, von der er nie gedacht hätte, dass er dazu fähig wäre.

    Der Schreibstil war angenehm, der Aufbau ließe sich in etwa so beschreiben:
    Abwechselnd kommt ein Kapitel aus der Sicht des Jungen und dann eines aus der Sicht irgendeiner anderen Figur. Während anfangs jede Figur alleine für sich steht, so verweben sie sich mit der Zeit zu einen dicken Knäuel aus Beziehungen: Die Flucht kann beginnen!

    Zu Anfang agieren die Figuren als Stellvertreter einer bestimmten Gruppe, beispielsweise steht der Fischer Knudsen für das einfache Volk, der Pfarrer für das Geistliche und der Junge für die Jugend. Im Laufe der Handlung erfahren sie jedoch eine Entwicklung, die sie zu individuellen Charakteren macht.

    Was mir besonders gut gefallen hat, ist das rationale Denken der Figuren, das ausgeprägt dargestellte Zwischenmenschliche, sowie die Gedanken der Figuren, die hier sehr zur Geltung kommen.

    Fazit:
    Das Buch konnte mich zwar jetzt nicht vom Hocker hauen, dennoch war es eine interessante Erfahrung für mich. Der Leser sollte jedoch gewarnt sein: Dieses Buch dreht sich weniger um Spannung als um Gedanken(Zwiespälte), die einem sehr zu denken geben können, wenn sie denn erstmal richtig erfasst sind. Daher ist dieses Buch überhaupt nichts für den Genuss-Leser, dafür umso mehr etwas für den, der sich auch wirklich gerne mit tiefgehenden Gedanken- und zwischenmenschlichen Konflikten auseinandersetzt.

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    consouls avatar
    consoulvor 2 Jahren
    Sansibar oder der letzte Grund


    Mmh... ich habe das Buch gelesen, weil es mir von meinem Chef gegeben wurde und es auch um eine Figur von Gustav Barlach geht. Tja und es war durchaus ein lesenswertes Buch, dass durch die Perspektivwechsel sehr dynamisch war, aber dennoch bin ich nur so semizufrieden damit. Irgendwie hat es mich zwar schon an manchen Stellen berührt, aber nicht gänzlich überzeugt, weil manches nur angedeutet war, weil manches sich zu schnell löste, weil manches hätte intensiver geschildert werden können. 
    So ungefähr... ja, also von mir 3 1/2 Sterne für ein durchaus lesenswertes Buch, für eine eindringliche Geschichte.
    Aber vielleicht nicht die beste Lese-Zeit für mich, in der ich es wirklich wertschätzen konnte.

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    dominonas avatar
    dominonavor 2 Jahren
    Gemeinsam für die gute Sache

    Auf den ersten Blick haben die Personen nicht viel gemeinsam, aber schnell merkt man, dass die kleine Stadt Rerik hier zum Schauplatz für eine Art Flüchtlingsdrama der ANDEREN Art wird. Doppeldeutiger geht es gar nicht mehr, aber wer das Buch liest, wird wissen was ich meine. Dies ist zurecht ein Klassiker, in dem deutlich wird, wie schwer und gefährlich es sein kann, gegen den Strom zu schwimmen und sich gegen die Gesellschaft zu stellen - auch wenn jeder andere Gründe hat.

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    Stefan83s avatar
    Stefan83vor 5 Jahren
    Sehnsucht nach Freiheit

    „Ein Buch ist ein Spiegel, wenn ein Affe hineinsieht, so kann kein Apostel herausgucken.“ Georg Christoph Lichtenbergs berühmtes Zitat, dessen zynischer Unterton bis heute nicht an Wirkung verloren hat, ist nur auf den ersten Blick eine Anklage an den „dummen“, unkritischen Leser – der Wahrheitsgehalt sowie die eigentliche Aussage des deutschen Schriftstellers und Begründers des Aphorismus ergeben sich, wie bei einem Buch, erst bei genauer Betrachtung. So geht es vielmehr um die Möglichkeiten des Zugangs, die ein Leser zu einer Lektüre findet. Und um seine Fähigkeit, eine wechselseitige Beziehung herzustellen. Vielleicht eine Erklärung dafür, warum Alfred Anderschs Klassiker, „Sansibar oder der letzte Grund“, als Schullektüre stets aufs Neue derart wenig Zuspruch und Wohlwollen erntet. Auch mir selbst fehlte zum damaligen Zeitpunkt schlichtweg das Rüstzeug zur näheren Interpretation bzw. eine gewisse Lebenserfahrung, welche man als Leser vielleicht auch benötigt, um dieses eindringliche Werk wirklich schätzen zu können. Das es schätzenswert ist, daran besteht für mich nach der Lektüre kein Zweifel. Mehr noch: „Sansibar oder der letzte Grund“ ist für mich eins der besten, weil eindringlichsten Bücher der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur.

    Wir schreiben den Herbst des Jahres 1937. Die nur dem äußeren Schein nach friedliche Phase der NS-Diktatur nähert sich langsam dem Ende, erste Vorboten eines kommenden Krieges drohen bereits am Horizont. Und Rerik, ein kleines graues Ostseestädtchen in der Nähe von Wismar, wird zu einem Anlaufpunkt für all diejenigen, denen auf der Flucht vor dem repressiven und sich stets weiter ausbreitenden Schatten der Nationalsozialisten nur der Weg ins ausländische Exil bleibt. Unter ihnen ist neben der Hamburger Jüdin Judith auch der kommunistische Parteifunktionär Gregor, der seinen ursprünglichen Gedanken jedoch bald aufgibt, als er in der Kirche des regimekritischen Pfarrers Helander die Skulptur eines „lesenden Klosterschülers“ vorfindet, der sich ebenfalls auf einer Verbotsliste befindet und in Kürze entfernt werden soll. Die einzige Hoffnung ist der alte Fischer Knudsen, der sich allerdings beharrlich weigert, seinen Kutter für eine Fahrt nach Schweden zur Verfügung zu stellen. Kann ihn sein Schiffsjunge, der seit der Lektüre von Mark Twains „Tom Sawyer“ von Freiheit und Abenteuer“ träumt, zum Umdenken bringen? Oder wird Rerik zur Sackgasse ohne Hoffnung?

    Nicht nur wer auf diese beiden Fragen die Antwort erfahren will, sollte unbedingt Anderschs Buch lesen, dessen einzigartige Stimmung den Leser trotz anfangs ungewohnt vieler Perspektivwechsel schnell in den Bann schlägt. Beinahe unmerklich will man selbst nach dem Mantelkragen greifen, um diesen hochzuklappen – derart kühl, rau und ungemütlich wirkt Rerik, das mit seinen roten Türmen und den dunklen Gassen ein wenig an das Wisborg bzw. Wismar der Nosferatu-Filme erinnert. Und auch wenn in dieser Hafenstadt kein Vampir sein Unwesen treibt, die Atmosphäre ist ähnlich bedrohlich, die Bedrängnis der Figuren, denen „die Anderen“ (das Wort Nazis wird im Roman nie explizit genannt) im Nacken sitzen, in jeder Zeile zu spüren. Während das im Laufe des Abends immer schwärzer werdende Wasser des Hafenbeckens an die Kaimauer klatscht, kuschelt man sich als Leser unmerklich tiefer ins wärmende Sofa oder den Sessel, versucht man dieses Gefühl der Angst abzuschütteln, welches Andersch mittels der einzelnen Figuren und ihren unterschiedlichen Situationen in bedrohlicher Intensität zum Leben erweckt. Angst vor Verrat, vor möglichen Denunzianten, vor einer ungewissen Zukunft, vor einem unausweichlich erscheinenden Selbstmord – und eben vor jenen „Anderen“, die offensichtlich jeden Schlupfwinkel kennen und damit auch jede Aussicht auf Erfolg zunichte machen.

    Es ist dieser mit detaillierter Schärfe beschriebene Kontrast zwischen der offensichtlichen Übermacht des unmenschlichen Regimes und menschlichen Handeln der Entmachteten und Machtlosen, der „Sansibar oder der letzte Grund“ aus der üblichen Nazi-Anklageliteratur hervorhebt und gleichzeitig zu einem Plädoyer für Freiheit und Anderssein macht, ohne dafür den berühmt-berüchtigten moralischen Zeigefinger heben zu müssen. Anstatt klar Position zu beziehen, lässt der Autor stattdessen das Handeln seiner Protagonisten für ihn sprechen, welche zwar aus verschiedenen Gründen auf der Flucht sind oder sich mit dem Gedanken an diese tragen, die aber alle miteinander die Gefahr spüren – und auch nach und nach die Aussichtslosigkeit des Widerstands erkennen.

    Verbunden sind alle Personen durch die Skulptur des lesenden Klosterschülers, der, wenn auch leblos, trotzdem ein Flüchtender ist. "Er liest alles, was er will. Weil er alles liest, was er will, sollte er eingesperrt werden. Und deswegen muss er jetzt wohin, wo er lesen kann, soviel er will." So versucht Judith dem Fischerjungen zu erklären, weshalb eine einfache Abbildung eines Klosterschülers mit Buch, ein reines Stück Kunst, für die Diktatur der „Anderen“ eine Bedrohung darstellt. Jemand, der „jederzeit das Buch zuklappen und aufstehen kann, um etwas ganz anderes zu tun“, ist jemand, der nicht zu kontrollieren ist. Und ohne Kontrolle, in allen Bereichen, wäre die Macht der Nationalsozialisten wohl weit weniger umfassend und vielleicht auch von kürzerer Dauer gewesen. Selbiges gilt nicht weniger für den straff durchorganisierten Kommunismus, weshalb es gerade diese Figur ist, die Gregor letztlich dazu bringt, den eigentlichen Auftrag seiner Partei über Bord zu werfen, um stattdessen für die Rettung des Klosterschülers Sorge zu tragen – die Rettung einer Freiheit, welche er vergessen zu haben glaubte und nach der sich auf der anderen Seite der Fischerjunge mehr als alles andere sehnt.

    Durch die fortwährenden Wechsel der Perspektiven liest sich „Sansibar oder der letzte Grund“ trotz des mehr als ernsten Themas durchaus kurzweilig und – und das ist gerade bei deutscher Literatur bei mir oft selten der Fall – mitreißend und spannend. Vergleichbar mit „Casablanca“ oder dem weit weniger anspruchsvollen Buch „Die Nadel“ von Ken Follett, treibt die „Schaffen-sie-die-Flucht?“-Frage die Handlung stetig voran, gewinnt der Spannungsbogen zusehends an Höhe. Gepaart mit den stimmungsvollen Beschreibungen ergibt sich schließlich ein überraschend temporeiches Leseerlebnis, das am Ende sogar die ein oder andere Überraschung bereithält.

    „Sansibar oder der letzte Grund“ sind 178 Seiten tiefgründige, vielschichtige und doch stets unterhaltsame Literatur über eins der düsterstes Kapitel unserer Geschichte. Zu Recht ein Klassiker und zu unrecht so oft von Schülern gescholten – ein Roman, für den man möglicherweise erst bereit sein muss, der dann aber in seiner Stille umso stärker und lauter nachhallt.

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    Aljonavor 7 Jahren
    Rezension zu "Sansibar oder der letzte Grund" von Alfred Andersch

    Die verschiedensten Betroffenen des Nationalsozialismus werden durch einen gemeinsamen kleineren Widerstand zusammengeführt und dem Leser werden über diesen Weg viele Seiten dieser Zeit aufgezeigt und zwar in einer interessanten Geschichte verpackt.
    Eines der wenigen wirklich guten und spannenderen Bücher aus dieser Zeit, welches einen auch auf Sachen hinweist die man nicht schonn trillionenmal im Unterricht oder ähnlichen Situationen vernommen hat.
    Empfehlenswert.

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    Shantihs avatar
    Shantihvor 7 Jahren
    Rezension zu "Sansibar Oder Der Letzte Grund" von Alfred Andersch

    "In der kleinen Stadt an der Ostsee treffen zufällig sechs Gestalten zusammen: Der Junge; Gregor, der KPD-Funktionär; Judith, die Jüdin; am Ort selbst befinden sich Pfarrer Helander; Knudsen, der Fischer und Kutterbesitzer; als letzter die Holzplastik des lesenden Klosterschülers. Und die sechs Gestalten haben kein anderes Anliegen, als Deutschland zu verlassen. Anderschs großes Buch von Sansibar ist Mißtrauensvotum ersten Ranges gegen unser behäbig-aufgeblasenes Volk der Mitte. " - so steht es bei Amazon, wo ich mir das Buch bestellt habe, weil wir es zur Zeit im Deutschunterricht durchnehmen.

    Mir persönlich hat das Buch nicht sonderlich gefallen und ich musste es mir sogar einteilen, um es rechtzeitig zu schaffen, weil es mich einfach nicht gefesselt hat. Jeden Tag zwischen 16:00 und 18:00 Uhr drei Kapitel.
    Aber jetzt bin ich durch und will meine Meinung abgeben.

    Was ich eigentlich originell finde, ist, dass die Kapitel jeweils eine (am Anfang), oder mehrere (ein bisschen später, wenn sie sich kennen gelernt haben) Person/en beschreiben. So lernt man sie Stück für Stück kennen und verstehen. Außerdem kann man nicht einfach ein Kapitel überspringen - obwohl es mich schon häufig in den Fingern gejuckt hat -, weil man sonst später Verständnisprobleme bekommen könnte. Gezwungenermaßen muss man sich also durchkämpfen.
    Auch interessant finde ich den Jungen, dem jedes zweite Kapitel gehört, die aber meist kürzer als die anderen sind. Um ihn besonders hervorzuheben, sind seine Kapitel sogar kursiv gedruckt und er ist auch die Verbindung zum Titel.

    Obwohl die Charaktere einzigartig für sich stehen, haben sie mir - bis auf den Jungen - allesamt nicht gefallen. Vor allem Knudsen, der Fischer. Er liebt seine verrückte Frau Bertha über alles und aus Angst, dass sie abgeholt wird, flieht er nicht aus Deutschland. Zwischendurch spielt er immer wieder mit dem Gedanken und irgendwie erscheint mir diese ach so innige Beziehung zu seiner Frau eher gekünstelt.
    Helander, der Pfarrer, ist überaus gläubig und hegt ab und an mal den Gedanken an Selbstmord und macht sich ziemlich große Sorgen um seine Plastik vom lesenden Klosterschüler, der abgeholt werden soll.
    Diese beiden mag ich persönlich am wenigsten, weil sie mich nicht überzeugen.
    Judith, die Jüdin, mag ich von ihrer Art her nicht. Irgendwie schafft sie es nicht, mein Mitleid zu erwecken, sie ist mir einfach unsympathisch; von ihrer Verhaltensweise her. Einerseits hat sie Angst und will fliehen, sobald es aber irgendwie gehen könnte, wird sie kindlich und unsicher. Ja, klar, ist sie jung und alles, aber ich verstehe sie einfach nicht.

    Nya, ich will jetzt nicht meinen Unmut über die Charaktere loslassen. Worauf man sich bei dem Buch vorbereiten sollte, ist das Fehlen jegliches An- bzw. Ausführungszeichen, sodass man nicht erkennt, wenn jemand etwas sagt und wann es zum denken übergeht, was den Lese"fluss" zumindest bei mir ganz schön stört.
    Außerdem finde ich, dass die Nazis und alles Dazugehörende irgendwie verharmlost werden. Ja, sie sind der Grund für die ganzen Fluchtwünsche, ich weiß, aber so richtig aktiv finde ich nicht, dass sie als überaus gefährlich dargestellt werden. Es kommt mir vor, als würde Andersch ziemlich kindlich versuchen, ein Bild von der Zeit der zweiten Weltkrieges, vor allem der Judenverfolgung vermitteln zu wollen, aber das gelingt ihm (zumindest bei mir) überhaupt nicht.
    Das Fehlen jeglicher Spannung hilft auch nicht wirklich dabei, Gefallen an dem Buch zu finden.

    Die schlechteste Schullektüre, die wir jemals hatten.

    Wer nicht gerade übermäßig Platz und Geld zu verschwenden hat, könnte es sich mal in einer Bücherei ausleihen oder im Buchladen kurz durchblättern. Aber auf keinen Fall sofort kaufen!

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    PaulTemples avatar
    PaulTemplevor 7 Jahren
    Rezension zu "Sansibar oder der letzte Grund" von Alfred Andersch

    Im Herbst 1937 treibt das Schicksal fünf Menschen im Küstenort Rerik zusammen, die alle eine Gemeinsamkeit besitzen: Sie wollen Nazideutschland per Boot illegal verlassen. Dies wiederum streben sie aus völlig unterschiedlichen Gründen an, so dass die teils völlig konträren Meinungen der Charaktere das gefährliche Unternehmen zusätzlich erschweren. Gregor ist KPD-Funktionär und an illegale Aktivitäten im Untergrund gewöhnt, Knudsen - ehemals KPDler - hat eine schwer kranke Frau, um die er sich kümmern muss. Judith ist Jüdin und fürchtet per se um ihr Leben, der Junge sieht die mögliche Flucht hingegen wie eine Utopie, eine Träumerei. Schließlich noch der Pfarrer, der eine wertvolle und von den Nazis verbotene Holzplastik hinausschmuggeln will.

    Sehr schön erzählt, einem Theaterstück ähnelnd!

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    susellas avatar
    susellavor 8 Jahren
    Rezension zu "Sansibar Oder Der Letzte Grund" von Alfred Andersch

    Jugendbuch, packend, 2.Weltkrieg

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    Duffys avatar
    Duffyvor 8 Jahren
    Rezension zu "Sansibar Oder Der Letzte Grund" von Alfred Andersch

    1937, in einer kleinen Stadt an der Ostsee, treffen in scheinbarer Unabhängigkeit voneinander, fünf Menschen zusammen. Alle spielen mit dem Gedanken an Flucht, doch die eintscheidende Nacht und die verschiedenen Lebenswege der Beteiligten, lassen den Verlauf der Ereignisse in unvorhergesehene Richtungen gehen.
    Anderschs Roman ist eine Abrechnung mit den Ideologien von Revolutionen und dem blinden Gehorsam. Nicht nur den politischen Motivatoren weist er ihre Schwächen auf, sondern auch den nicht reflektierenden Anhängern von unkritischer Religion.
    Mit seiner ausdrucksstarken Bildersprache und sensibler Dramaturgie erschuf Andersch einen Roman, der ist, was er ist: Ein aufwühlendes Meisterwerk.

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    schreiberlingenss avatar
    schreiberlingensvor 8 Jahren
    Rezension zu "Sansibar oder der letzte Grund" von Alfred Andersch

    Eine Geschichte, spielend im Nationalsozialismus, schaut folgendermaßen aus: Fünf Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, verfolgen ein Ziel: Sie wollen frei sein. Aus unterschliedlichen Gründen wollen sie aus Rerik fliehen.
    Die Figur des Klosterschülers bringt sie schließlich zusammen und sie starten eine Aktion der Flucht.

    Das Buch ist so aufgebaut, dass alle Charaktere jeweils eigene Kapitel haben, wo sie aus ihrer Sicht berichten. Sie treffen auch aufeinander und berichten auch dann.

    ich gebe zu, ich glaube, wenn es keine Schullektüre wäre, hätte ich das Buch nicht gelesen, aber ich bin positiv überrascht. Auch wenn es nicht so ordentlich spannend geschrieben ist, hat es doch Aspekte, über die man nachdenkt. Beispielsweise über die Freiheit. Lesenswert!

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