Alfred Bekker Herrschaft der Alten

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Inhaltsangabe zu „Herrschaft der Alten“ von Alfred Bekker

Die demographische Bombe ist geplatzt – ein spannender Zukunftsroman um ein Land ohne Zukunft

Deutschland im Jahr 2100. Benn und seine Freunde Sara, Nicolas und Bahar gehören einer verschwindend kleinen Minderheit an: Sie sind Jugendliche!
Längst wird drei Viertel der Bevölkerung von den Alten und Uralten gestellt und diese haben in allen Lebensbereichen die Herrschaft übernommen. Schulen sind schon vor einiger Zeit aus Kostengründen abgeschafft und durch Online-Kurse ersetzt worden – der Großteil des Staatshaushalts wird schließlich für die Pflege und Versorgung der Hochbetagten verbraucht. Damit aber die wenigen jungen Leute nicht scharenweise das konservative und innnovationsfeindliche Land verlassen, besteht Reisefreiheit erst ab dem 75. Lebensjahr.
Auch wenn das unmöglich scheint: Benn ist wild entschlossen, aus diesem landesweiten Gefängnis auszubrechen. Und er hat Glück! Die Auswirkung eines ungewöhnlich starken Sonnensturms, der die Erde trifft, eröffnet ihm und seinen Freunden die einmalige Chance zu einer dramatischen Flucht. Das Risiko, gefasst zu werden, ist hoch. Aber Benn weiß, dass seine Zukunft woanders liegt. Denn in über hundert anderen Ländern ist nichts so heiß begehrt wie die Jugend.

Hätte mehr daraus werden können, aber das Potenzial wurde bei weitem nicht ausgeschöpft.

— Loki_Laufeyson

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  • Rezension zu "Herrschaft der Alten" von Alfred Bekker

    Herrschaft der Alten

    TheDianaBooks

    11. June 2012 um 18:34

    Zitat: » Es waren nur noch wenige Wochen bis das Jahr 2100 anbrechen würde. Und dieses Jahr, so hatte sich Benn Genzler vorgenommen, sollte nicht nur das alte Jahrhundert abschließen, sondern auch sein altes Leben. « (Seite 5, Zeile 3-6) - Inhalt: Der siebzehnjährige Benn und seine Freunde Sara, Nicolas und Bahar leben in Deutschland im Jahr 2100. Die vier gehören einer stetig kleiner werdenden Minderheit an: Sie sind Jugendliche. Mittlerweile besteht der Großteil der Bevölkerung aus Alten und Uralten und diese haben in allen Lebensbereichen die Herrschaft übernommen. Deutschland hat sich sehr verändert: Schulen wurden bereits vor einiger Zeit aus Kostengründen abgeschafft und durch Online-Kurse ersetzt. Der Staatshaushalt wird überwiegend für die Pflege und Versorgung der Hochbetagten verbraucht. Damit die wenigen jungen Leute das Land nicht verlassen, besteht Reisefreiheit erst ab dem 75. Lebensjahr. Benn möchte so nicht mehr leben und ist fest entschlossen, aus dem landesweiten Gefängnis auszubrechen. Gemeinsam mit seinen Freunden plant er die Flucht, welche fast unmöglich scheint. Denn das Risiko gefasst zu werden, ist sehr hoch. Doch Benn möchte seine Zukunft irgendwo anders verbringen - in einem der über hundert anderen Länder, in welchen nichts so heiß begehrt ist wie die Jugend… - Meine Meinung: In seinem Roman „Herrschaft der Alten“ beschreibt Alfred Bekker auf 146 Seiten sehr detailliert, anschaulich und real eine Zukunft ohne jegliche Freiheit: Jeder Schritt wird überwacht, Nachrichten kontrolliert, Nahrungsaufnahme bestimmt und ein Reiseverbot für unter 75-jährige besteht. Kontakte zu schließen, seine Meinung zu äußern und die Entfaltung der Persönlichkeit ist nahezu unmöglich. Die technischen und medizinischen Entwicklungen sind mittlerweile sehr weit fortgeschritten. Die Geburtenrate sinkt jedoch stetig und es gibt immer weniger junge Menschen. In Deutschland im Jahr 2100 müssen sich die Jüngeren den Gesetzen der Alten und Uralten fügen und danach handeln. Im Vordergrund des Buches steht also der demographische Wandel in Deutschland und seine Folgen für die Menschheit. Da diese Zukunftsvision sehr gut vorstellbar, jedoch auch sehr erschreckend ist, wird der Leser zum Nachdenken angeregt. Es wird über die jetzige Welt und das Leben darin nachgedacht und festgestellt, dass es, vor allem aus der Perspektive der Menschen im Buch betrachtet, großartig ist und wir für unsere Freiheiten dankbar sein sollten. Denn ein Leben in ständiger Überwachung und Gefangenschaft möchte sicher niemand. Doch es könnte sich auch erschreckend schnell zum Negativen wenden und Deutschland zu dem werden, wie es hier dargestellt wird. Ob dies aber bereits im Jahr 2100 so sein könnte, ist für mich etwas fragwürdig. Meiner Vorstellungskraft wäre ein etwas entfernteres Jahr lieber gewesen. Denn die gewählte Zeitspanne für diese weitgehenden Veränderungen erscheint mir ein wenig kurz. Das alltägliche Leben und der Zeitvertreib der Jugendlichen in der neuen Welt werden aus der Sicht des Hauptprotagonisten Benn beschrieben. Er möchte unbedingt mehr Freiheiten haben, was absolut nachvollziehbar ist. Gemeinsam mit seinen Freunden versucht er der ständigen Überwachung zu entkommen und plant die Flucht. Die Charaktere sind sehr interessant. Besonders Benns Gefühle, doch auch das starke Freiheitsbedürfnis der anderen Jugendlichen, werden sehr gut beschrieben. Die Vorbereitung und die anschließende Flucht sind sehr gut dargestellt, bringen aber auch Schwierigkeiten mit sich. Dies macht die Geschichte für den Leser aber natürlich noch spannender und ständig fragt man sich: „Wird den vier Jugendlichen die Flucht gelingen?“ - Fazit: „Herrschaft der Alten“ von Alfred Bekker ist eine spannende Zukunftsvision, die gleichermaßen beeindruckt und erschreckt. Die kurze und schnell gelesene Geschichte bleibt umso länger im Gedächtnis und regt sehr zum Nachdenken und Wertschätzen des eigenen Lebens an. Als Schullektüre für Jugendliche wunderbar geeignet, doch auch für Erwachsene absolut empfehlenswert! Denn Diskussionsstoff bietet der Roman allerhand!

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  • Rezension zu "Herrschaft der Alten" von Alfred Bekker

    Herrschaft der Alten

    Buchbahnhof

    14. April 2012 um 09:22

    Ich habe den Klappentext gelesen und wusste "DAS Buch muss auf meine Wunschliste". Leider hatte ich dann auch sehr hohe Erwartungen an das Buch, die leider nicht erfüllt wurden. Die Idee hinter der Geschichte ist super. Die Wahrscheinlichkeit, dass das entwickelte Szenario irgendwann Realität wird ist gar nicht so gering und die Geschichte ist absolut logisch durchdacht und nachvollziehbar. Leider bleiben die Figuren, wahrscheinlich auch der Kürze des Buches geschuldet, sehr blaß. Ich hatte Probleme mir die jungen Menschen und auch die ganze Gesellschaft um die es hier geht vorzustellen. Die Gesellschaft war etwas ausführlicher beschrieben, so dass man da schon Ahnungen hatte, aber gerade Benn, als Hauptperson kenne ich auch nach 150 Seiten leider immer noch nicht. Wie ist er aufgewachsen, wie kommt es, dass er fliehen will, was treibt ihn an (außer, dass er fliehen will)? Man erfährt recht wenig über seinen Alltag. Mir ging auch die Flucht insgesamt viel zu einfach vonstatten. Man sollte meinen, dass eine Gesellschaft die so viel Wert darauf legt ihre jungen Menschen einzusperren und zu überwachen auch bessere Sicherheitssysteme hat um diese im Land zu halten. Hier hätte man den Jugendlichen sicher noch ein paar Steine in den Weg werfen können, um die Handlung spannender zu machen. Fazit: Als Klassenlektüre ist es aufgrund seiner Thematik und des Umfanges sicher gut geeignet. Über das beschrieben Szenario kann man gut diskutieren. Als Buch zum reinen Lesevergnügen wirkt es (inmitten der vielen spannenden Dystopien, die es zur Zeit auf dem Markt gibt) etwas zu langatmig und wenig spannungsgeladen. Ich war am schwanken zwischen 3 Sterne und 2 Sterne, da ich dem Buch auch nicht Unrecht tun will. Es greift ein sehr aktuelles, sehr wichtiges Thema auf und sicher waren meine Erwartungen zu hoch. Dennoch habe ich mich entschieden: Ich vergebe nur 2 Sterne, da es mich leider nicht fesseln konnte (normalerweise brauche ich für ca. 400 Seiten 2 Tage; für diese gerade mal 146 Seiten habe ich eine Woche gebraucht) und ich das Buch nicht unbedingt empfehlen würde. PS: Mein Mann sah das übrigens ganz anders. Von ihm hätte das Buch locker 4 Sterne bekommen, da er meinte:"Endlich mal ein Buch in dem nicht lange geschwafelt wird, sondern der Autor kommt zur Sache und bringt die Geschichte in einer angemessenen Länge zum Ende." Die Geschmäcker sind halt verschieden...

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  • Rezension zu "Herrschaft der Alten" von Alfred Bekker

    Herrschaft der Alten

    verena83

    09. March 2012 um 14:14

    Deutschland, 2100: Schon lange wird das Land von den Alten und Uralten beherrscht, denn diese stellen mittlerweile immerhin drei Viertel der Bevölkerung. Benn und seine Freunde Sara, Nicolas und Bahar gehören als Jugendliche somit einer Minderheit an. Sie können das Land, das jungen Leuten absolut nichts mehr zu bieten hat, jedoch nicht verlassen, da Reisefreiheit erst ab dem 75. Lebensjahr besteht. Eine einmalige Gelegenheit zur Flucht bietet sich den vier Freunden allerdings plötzlich, als ein ungewöhnlich starker Sonnensturm die Erde trifft… Da sich “Herrschaft der Alten” von Alfred Bekker vom Klappentext her wirklich sehr interessant anhört, musste ich nicht lange überlegen, ob ich das Buch lesen sollte oder nicht. Tatsache ist immerhin, dass unsere Bevölkerung immer mehr vergreist und ein solches Szenario – die Jugend stirbt mehr oder weniger aus – daher gar nicht so unwahrscheinlich ist. Als ich schlussendlich also die ersten Seite zu lesen begann, war ich erstmal sehr fasziniert von der Welt, die Alfred Bekker in seiner Geschichte schaffte… und ich dachte mir, ja… so könnte es in 100 Jahren wirklich bei uns aussehen. Sehr genau wird das Leben in Deutschland im Jahre 2100 beschrieben und natürlich spielt auch die Planung der Flucht von Benn und seinen Freunden eine wichtige Rolle in dem Buch. Allerdings war ich schließlich aber irgendwie enttäuscht, denn ich hatte erwartet, dass dann auch auf die eigentliche Flucht und das Leben der Jugendlichen danach (sollte die Flucht auch tatsächlich gelingen) ausführlicher eingegangen werden würde. Dies war jedoch nicht der Fall und das fand ich einfach schade… Aus diesem Grund kann ich an dieses Buch leider auch nur 3 von 5 Sterne vergeben… ich hatte einfach etwas anderes erwartet…

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  • Rezension zu "Herrschaft der Alten" von Alfred Bekker

    Herrschaft der Alten

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    29. February 2012 um 18:46

    Deutschland im jahre 2100.... * "Nicht Wetter" widersprach Benn. "Weltraumwetter. Kurz nach dem Jahreswechsel wird mit einem Sonnensturm gerechnet, der einen Shutdown notwendig macht, verstehst du? Das könnte unsere Chance sein." "Sonnensturm?" Sara sah aus wie ein Fragezeichen." * Für Benn, Sara und ihre Freunde ist es wirklich kein Spaß im Deutschland der Zukunft zu leben. Drei Viertel der Bevölkerung sind schon über 70 Jahre alt und der Staat kümmert sich ausschließlich um die Bedürfnisse dieser Bevölkerungsgruppe - die Jugendlichen bleiben dabei auf der Strecke... * Alfred Bekkers Dystopie "Herrschaft der Alten" zeigt uns auf, wie es in der Zukunft aussehen könnte, wenn sich kein Demographiewandel einstellt und die Geburtenrate immer mehr zurückgeht. * Alfred Bekkers Schreibstil ist flüssig zu lesen und trotzdem weist das Buch einige Längen auf. Vielleicht wirkt es auch manchmal etwas stockend aufgrund der eingeschränkten Sichtweise. Der Großteil der Geschichte wird uns nämlich aus Benns Sicht erzählt, während die Beweggründe und Einstellungen seiner Freunde etwas blass bleiben - natürlich sind die Lebensumstände der Jugendlichen schon aussagekräftig genug, dennoch gibt es ja auch einiges was sie zurücklassen und die Gefahr erwischt zu werden. * Die Welt jedoch, die Alfred Bekker entwirft, ist alles andere als blass. Detailliert und bildhaft beschreibt er die Umstände, die Gesellschaft und vor allen Dingen die technischen Neuerungen um die Einwohner Deutschlands, besonders die jüngeren, zu kontrollieren und zu überwachen. Die Idee des gläsernen Menschen wurde hier erschreckend gut umgesetzt und beim lesen bekommt man immer öfter den Eindruck, dass nicht einmal mehr gilt, dass die Gedanken frei sind. Die Menschen sind durch eingebaute Chips miteinander vernetzt und die Kontrolle des Staates hat Zugriff auf Dateien, die abgerufen und verschickt werden - eine grauenvolle Vorstellung! * "Herrschaft der Alten" zeigt ein erschreckendes Zukunftsszenario auf, in dem ich auf keinen Fall leben möchte. Einschränkungen und Verbote wohin man auch sieht - wie z.B. das Ausreiseverbot für unter 75-jährige. Irgendwer muss sich ja um die Alten kümmern. Die Möglichkeit soziale Kontakte zu knüpfen und zu pflegen ist mittlerweile auch sehr eingeschränkt - alles was das Leben lebenswert macht wird einem genommen zum Wohle der Allgemeinheit. * Erschreckend realistisch im Anbetracht des technischen und medizinischen Fortschritts gepaart mit der demographischen Entwicklung unseres Landes - lest dieses Buch, seid erschüttert über diese mögliche Entwicklungen unserer Gesellschaft und lasst uns alle zusammen dafür sorgen, dass sich unsere Welt nicht zu einem großen Gefängnis entwickelt!

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  • Rezension zu "Herrschaft der Alten" von Alfred Bekker

    Herrschaft der Alten

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    15. February 2012 um 12:10

    Kurzbeschreibung: Deutschland im Jahr 2100. Benn und seine Freunde Sara, Nicolas und Bahar gehören einer verschwindend kleinen Minderheit an: Sie sind Jugendliche! Längst wird drei Viertel der Bevölkerung von den Alten und Uralten gestellt und diese haben in allen Lebensbereichen die Herrschaft übernommen. Schulen sind schon vor einiger Zeit aus Kostengründen abgeschafft und durch Online-Kurse ersetzt worden – der Großteil des Staatshaushalts wird schließlich für die Pflege und Versorgung der Hochbetagten verbraucht. Damit aber die wenigen jungen Leute nicht scharenweise das konservative und innnovationsfeindliche Land verlassen, besteht Reisefreiheit erst ab dem 75. Lebensjahr. Auch wenn das unmöglich scheint: Benn ist wild entschlossen, aus diesem landesweiten Gefängnis auszubrechen. Und er hat Glück! Die Auswirkung eines ungewöhnlich starken Sonnensturms, der die Erde trifft, eröffnet ihm und seinen Freunden die einmalige Chance zu einer dramatischen Flucht. Das Risiko, gefasst zu werden, ist hoch. Aber Benn weiß, dass seine Zukunft woanders liegt. Denn in über hundert anderen Ländern ist nichts so heiß begehrt wie die Jugend... Zum Autor: Alfred Bekker, geboren 1964, schreibt Fantasy, Science-Fiction, Krimis, historische Romane und Bücher für junge Leser. Seine Romane "Das Reich der Elben", "Gorian" und die "DrachenErde-Saga" machten ihn einem großen Publikum bekannt. Bevor er sich ganz dem Schreiben widmete, studierte Alfred Bekker für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen und war jahrelang im Schuldienst tätig. Er ist verheiratet und hat einen Sohn. Rezension: Benn und seine Freunde Nicolas, Sara und Bahar leben im zukünftigen Deutschland des Jahres 2100. Gänzlich überwacht durch einen implantierten Chip sind die wenigen jungen Leute, die es noch im Lande gibt, gezwungen, in einer Art goldenem Käfig zu leben, denn sie dürfen das Land vor ihrem 75. Lebensjahr nicht verlassen. Erst dann gilt die Reisefreiheit. Zusätzlich müssen sie durch Sozialdienste und andere Abgaben die alten Leute des Landes unterstützen, die aus gut Dreiviertel der Bevölkerung bestehen und somit auch die Mehrheit bei Wahlen und Abstimmungen stellen. Trotz der noch herrschenden Demokratie gilt dadurch nur das Wort der Alten. Benn und seine Freunde wollen diesem Land entfliehen. Doch wird ihnen das auch gelingen, ohne vorher bei ihren Plänen ertappt zu werden? "Herrschaft der Alten" spricht ein wahrlich aktuelles wie brisantes Thema in der heutigen Zeit an: Die zunehmende Alterung der Bevölkerung. Hiermit trifft Alfred Bekker den Nerv der Zeit und veranschaulicht, was uns in den nächsten Jahrzehnten bevorstehen könnte, wenn die Bevölkerung weiterhin immer älter wird und nicht genug Jugend hinterherwächst. Verschiedene neue (vielleicht zukünftige) technische Errungenschaften werden ebenso mit in die Geschichte eingebaut, die sich als sehr plausibel darstellen, doch wurden auch Hilfsmittel, wie wir sie heute kennen und für normal erachten, wieder eingeführt und gelten als der letzte Schrei. Die Planung der Flucht der Freunde nimmt sehr viel Raum ein und macht den Roman zunehmend spannend, denn man zittert unweigerlich mit, ob Benn und seine Freunde es wirklich schaffen, das Land zu verlassen oder ob ihre Fluchtpläne nicht doch vorher noch aufgedeckt werden. Leider ging das Ende meiner Meinung nach etwas zu holprig und schnell vonstatten, und ich hätte mir da etwas mehr Ausführlichkeit gewünscht, sprich: Man hätte aus den vorliegenden 146 Seiten ruhig 300 oder 400 Seiten machen können, denn die Geschichte um Benn ist wirklich interessant, plausibel und in gewissem Maße auch für unsere Zukunft erschreckend. Ich kann für "Herrschaft der Alten" unbedingt eine Leseempfehlung aussprechen. Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover erinnert mich an die Berliner Mauer, gespickt mit Stacheldraht und Überwachungskameras. Am Himmel kann man einen der zukünftigen Gleiter, ein modernes Transportmittel, ausmachen. Der Buchtitel wurde als eine Art Graffiti auf der Mauer gestaltet. Fazit: "Herrschaft der Alten" zeigt erschreckend und mahnend, was uns in der Zukunft erwarten könnte: Ein Land, das zu Dreiviertel nur noch aus alten Menschen besteht, in der die Jungen keine Zukunft erwartet und ein Überwachungsstaat, aus dem man nur schwer flüchten kann. Absolut lesenswert!

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  • Rezension zu "Herrschaft der Alten" von Alfred Bekker

    Herrschaft der Alten

    Wir-Lesen

    13. February 2012 um 15:12

    Klappentext: Die demographische Bombe ist geplatzt ein spannender Zukunftsroman um ein Land ohne Zukunft. Deutschland im Jahr 2100. Benn und seine Freunde Sara, Nicolas und Bahar gehören einer verschwindend kleinen Minderheit an: Sie sind Jugendliche! Längst wird drei Viertel der Bevölkerung von den Alten und Uralten gestellt und diese haben in allen Lebensbereichen die Herrschaft übernommen. Schulen sind schon vor einiger Zeit aus Kostengründen abgeschafft und durch Online-Kurse ersetzt worden der Großteil des Staatshaushalts wird schließlich für die Pflege und Versorgung der Hochbetagten verbraucht. Damit aber die wenigen jungen Leute nicht scharenweise das konservative und innnovationsfeindliche Land verlassen, besteht Reisefreiheit erst ab dem 75. Lebensjahr. Auch wenn das unmöglich scheint: Benn ist wild entschlossen, aus diesem landesweiten Gefängnis auszubrechen. Und er hat Glück! Die Auswirkung eines ungewöhnlich starken Sonnensturms, der die Erde trifft, eröffnet ihm und seinen Freunden die einmalige Chance zu einer dramatischen Flucht. Das Risiko, gefasst zu werden, ist hoch. Aber Benn weiß, dass seine Zukunft woanders liegt. Denn in über hundert anderen Ländern ist nichts so heiß begehrt wie die Jugend ... Meine Meinung: Der Klappentext bringt es auf den Punkt, ebenso der Titel … Herrschaft der Alten. Meiner Ansicht nach hat sich Deutschland sehr zum Negativen gewandt. 100 Jahre in der Zukunft gibt es kaum noch Jugendliche. Dafür sind die „Alten“ deutlich in der Überzahl. Es ist nicht unüblich, dass ein Kind seine Ur-Ur-Ur-Großeltern kennt, in manchen Familien sogar die Ur-Ur-Ur-Ur-Großeltern. Das hat mich beim Lesen sehr erschreckt. Einerseits finde ich es sehr interessant, seine früheren Verwandten einmal kennenzulernen, aber nicht auf diese Art und Weise, denn sie leben oft mit in der Familie. Man kann sagen, ein 4 oder 5 Generationenhaus ist in der Zukunft alltäglich. Auf der anderen Seite ist es nicht nur erschreckend, sondern ich hatte beim Lesen auch ein sehr beklemmendes Gefühl. Denn wenn die Forschung heutzutage schon menschliche Ohren im Labor züchten kann, dann könnte auch unsere Zukunft vielleicht eines Tages bedeuten … „Herrschaft der Alten!“. Das Gesundheitssystem wurde im Deutschland der Zukunft verbessert, d. h. jeder muss hohe Summen in die Krankenkasse zahlen, sodass die alte Generation immer mit den neusten Geräten zur Lebensverlängerung und Lebensqualität versorgt werden kann, wodurch auch die Sterberate sinkt und die Menschen oft 140 Jahre alt werden können, in manchen Fällen sogar älter. Dadurch hat sich aber im Laufe der Jahre das Problem ergeben, dass die Menschen immer weniger Kinder bekommen und das oft auch im hohen Alter. Dementsprechend ist die Jugend besonders stark gesunken und sehr im Nachteil. Die Jugend wird rund um die Uhr überwacht und zwar vom Staat. Als Baby bekommt jeder Jugendliche einen Chip eingesetzt, mit dem man immer und überall mit dem Internet verbunden ist. Dazu kommt ein Netzhautimplantat, welches die bekannten Monitore und Fernseher und alles Mögliche ersetzt. Selbst Unterricht wird darüber gegeben, denn es gibt keine Schulen mehr. Das bedeutet: absolute Kontrolle. Denn die Bundesforce hat stets Zugriff auf jeden Chip und jedes Netzhauimplantat. Aber es geht noch schlimmer. Jugendliche dürfen auch nicht mehr Essen und tun, was sie wollen. Auch dort herrscht ständige Kontrolle. Das Essen wird für den Tag eingeteilt und wenn man sich einen Schokoriegel genehmigt, statt eines Apfels, wird sofort der Beitrag der Krankenkasse erhöht. Sport bzw. Fitness steht ganz oben im Leben eines Jugendlichen und dazu kommen noch Sozialstunden. In diesen Stunden müssen die Jugendliche ehrenamtlich die „Alten“ versorgen. In dieses Leben ist Benn hineingeboren. Zusammen mit seinen drei Freunden Sarah, Nicolas und Bahar entschließt er aus dem Gefängnis Deutschland auszubrechen. Ihr Vorhaben und die Flucht sind sehr spannend geschrieben und deswegen möchte ich auch nicht allzu viel von der eigentlichen Geschichte verraten … ihr müsst sie lesen! In letzter Zeit hatte ich nur noch ein weiteres Buch gelesen, das mich von der ersten bis zu letzten Seite so gefesselt hat. Es gibt nur ein Problem … es war zu kurz smile Ich möchte auch das Cover hervorheben, denn was man dort sieht, ist genau das, was passieren könnte und ich hoffe, dass es niemals passieren wird. Auf jeden Fall passend zum Titel. Während dem Lesen war ich oft nachdenklich und hatte Parallelen zu unserer Vergangenheit gezogen, wobei ich viel an die ehemalige DDR denken musste. Dort waren die Menschen ebenfalls vom Staat eingesperrt worden, besaßen keine Freiheit und mussten tun, was ihnen vorgeschrieben wurde. Genau das wird in diesem Buch sehr deutlich und ich kann es nur empfehlen! Dafür gibt es die volle Punktzahl! Moonangel aus dem Team von Wir Lesen

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  • Rezension zu "Herrschaft der Alten" von Alfred Bekker

    Herrschaft der Alten

    Claudias-Buecherregal

    23. January 2012 um 19:16

    Die Zukunft für Deutschland sieht nicht rosig aus. Denn im Jahr 2100 bestehen drei Viertel der Bevölkerung aus Menschen, die älter als 75 Jahre sind und Jugendliche stellen eine verschwindende kleine Minderheit dar. Deshalb versucht das Land alles, um die wenigen jungen Menschen daran zu hindern, Deutschland zu verlassen. Daher ist es per Gesetz verboten ins Ausland zu reisen, so lange man jünger als 75. Benn und seine Freunde fühlen sich mehr als gefangen und sehen für sich keine Zukunft mehr in Deutschland. Sie wollen versuchen ins Ausland zu flüchten, auch wenn dieses aufgrund der hohen Sicherheitsvorkehrungen unmöglich erscheint. Die Idee des Jugendromans, dass die alten Menschen die Herrschaft über ein Land übernommen haben, gefiel mir von Anfang an sehr gut und machte mich neugierig, da ich zu dieser Thematik bisher noch keinen Zukunftsroman gelesen hatte. Lediglich die Zeitangabe 2100 empfand ich als unrealistisch, denn auch wenn die Deutschen immer älter werden, glaube ich nicht, dass in 90 Jahren bereits drei Viertel alle Menschen älter als 75 Jahre sein werden. "Der Personengleiter, in dem er saß, war voll besetzt. Das Durchschnittsalter der etwas zwei Dutzend Insassen schätzte Benn auf etwa neunzig bis hundert. Daran änderte nicht einmal der Junge von etwa fünf Jahren etwas [...]" (Seite 38) Die Herrschaft der Alten hat natürlich Konsequenzen, da die Wähler nun größtenteils dieser Altersgruppe entsprechen und somit viele Regeln und Gesetze für die alten Menschen optimiert wurden, während die jungen Mitbürger nicht mehr zur Schule gehen, da sich Schulen aufgrund der geringen Schülerzahl nicht mehr lohnen, und junge Erwachsene den größten Anteil ihres Einkommens an den Staat abgeben müssen. Alfred Bekker hat sich dazu etliche Gedanken gemacht und viele beachtenswerte Ansätze gehabt. Des Weiteren gibt es etliche technische Erneuerungen, die zum Teil sehr interessant waren und gut in die Geschichte eingebaut wurden. Leider sind mir beim Lesen auch ein paar Dinge aufgefallen, die mich gestört haben. Zum einen empfand ich besonders am Anfang des Romans einige Dialoge ziemlich holprig und zu gekünstelt. Das hat sich allerdings mit den fortschreitenden Seiten gebessert oder ich hab mich einfach dran gewöhnt. Außerdem haben mich persönlich auch ein paar "Namensfindungen" gestört. Selbstverständlich wird in der Zukunft nicht alles mehr so heißen, wie wir es jetzt benennen, aber das aus einem "Energy-Drink" ein "Hallo-Wach-Drink" wird, klingt für mich nicht nach Fortschritt und Zukunft, sondern eher nach Rückschritt und Vergangenheit. Ich bin jedenfalls beim Lesen immer wieder über diesen Begriff gestolpert, da er mir irgendwie jedes Mal negativ aufstieß. Da das Buch im Edition Zweihorn Verlag erschienen ist und dieser viele Romane herausbringt, die sich als Klassen-/Schullektüre eignen, werde ich es auch als solche bewerten. Die Altersempfehlung für das Buch liegt 12 - 15 Jahren und somit bei Klassenstufe 7 und aufwärts. Ich habe noch keinen Zukunftsroman gelesen, der so günstig zu erwerben ist und es somit erleichtert ihn auch in einer Schule einzusetzen. Die Idee ist perfekt für den Schulunterricht, da sie genügend Diskussionsstoff bietet und fächerübergreifend behandelt werden kann. Die Inhalte im Buch stellen einen interessanten Einstieg in den demographischen Wandel Deutschlands dar, der im Unterricht durchaus behandelt und in Zukunft sicherlich noch mehr Beachtung erhalten wird. Fazit: Ein interessanter Zukunftsroman, der sich trotz ein paar kleinerer Schwächen für Schulklassen und junge Leser eignet. Broschiert: 146 Seiten Verlag: Edition Zweihorn; Auflage: 1 (Oktober 2011) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3935265891 ISBN-13: 978-3935265898 Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre

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  • Rezension zu "Herrschaft der Alten" von Alfred Bekker

    Herrschaft der Alten

    RoccosMom

    20. January 2012 um 21:12

    „Hier sind wir Sklaven, bis wir so alt sind, dass wir selbst auf die Hilfe anderer Sklaven angewiesen sind“ Klappentext: Die demographische Bombe ist geplatzt. Ein spannender Zukunftsroman um ein Land ohne Zukunft. Deutschland im Jahr 2100. Benn und seine Freunde Sara, Nicolas und Bahar gehören einer verschwindend kleinen Minderheit an: Sie sind Jugendliche! Längst wird drei Viertel der Bevölkerung von den Alten und Uralten gestellt und diese haben in allen Lebensbereichen die Herrschaft übernommen. Schulen sind schon vor einiger Zeit aus Kostengründen abgeschafft und durch Online-Kurse ersetzt worden. Der Großteil des Staatshaushalts wird schließlich für die Pflege und Versorgung der Hochbetagten verbraucht. Damit aber die wenigen jungen Leute nicht scharenweise das konservative und innnovationsfeindliche Land verlassen, besteht Reisefreiheit erst ab dem 75. Lebensjahr. Auch wenn das unmöglich scheint: Benn ist wild entschlossen, aus diesem landesweiten Gefängnis auszubrechen. Und er hat Glück! Die Auswirkung eines ungewöhnlich starken Sonnensturms, der die Erde trifft, eröffnet ihm und seinen Freunden die einmalige Chance zu einer dramatischen Flucht. Das Risiko, gefasst zu werden, ist hoch. Aber Benn weiß, dass seine Zukunft woanders liegt. Denn in über hundert anderen Ländern ist nichts so heiß begehrt wie die Jugend... Das Buch ist sicherlich interessant, wenn man erst mal einen Zugang zur Story gefunden hat. Mir ist das leider nicht gelungen. Die Zeitspannte von heute bis ins Jahr 2100 erschien mir einfach zu kurz für die beschriebene Entwicklung. Es gibt nur noch Vierzig Millionen Deutsche, davon ein Viertel unter Siebzig. Die Alten sind in einer bedrückenden Mehrzahl und vereinsamen an ihren lebenserhaltenden Maschinen. Es gibt Unmengen von Technikgedöns, womit ich mich gar nicht identifizieren konnte. Natürlich geht der Trend schon jetzt in diese Richtung und ich liebe eigentlich Dystopien, aber mit diesem Buch bin ich einfach nicht warm geworden. In 88 Jahren sollen wir ¾ unseres Verdienstes für Steuer—und Sozialabgaben abgeben? Die Alten besiedeln den Mars in einer Reise ohne Wiederkehr, jeder trägt einen Ortungschip und die Niederlande sollen zu 50% weggeschwemmt worden sein…. JA! Aber nicht alles 2100, mit der Vorstellung tue ich mich echt schwer. Der Schreibstil hat mir persönlich auch nicht zugesagt. Streckenweise habe ich immer mal wieder ein paar Zeilen übersprungen, weil mir die Beschreibungen zu trocken waren. Es fehlte mir der gewisse Pepp. Als Klassenlektüre ist „Herrschaft der Alten“ sicherlich hervorragend geeignet, da sich dieses Zukunftsszenario bestens zum Diskutieren eignet. Schülern kann so begreiflich gemacht werden, worauf Deutschland zusteuert und das Freiheit nicht der einzige Faktor ist, um glücklich zu werden. Es wird auf Missstände aufmerksam gemacht, die heute schon ihren Anfang genommen haben. Für den Privatgebrauch sehe ich „Herrschaft der Alten“ aber eher nicht. Das Cover passt sehr gut zum Inhalt des Buches. Man sieht die Mauer, die alle unter 75jährigen IN Deutschland drin hält und an ein Gefängnis erinnert. Der Titel „Herrschaft der Alten“ prangt als Graffittischrift mitten auf der Mauer, was ich als Sinnbild für die Auflehnung der Jugendlichen sehe. Es fällt mir echt schwer „Herrschaft der Alten“ zu bewerten, da das Buch nicht grundsätzlich schlecht ist. Es hat nur mir persönlich nicht gefallen. Wenn ich hier also lediglich zwei Sterne vergebe, dann ist das meine objektive Meinung. Schlussendlich sollte sich schließlich jeder selbst ein Bild machen!

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  • Rezension zu "Herrschaft der Alten" von Alfred Bekker

    Herrschaft der Alten

    shao

    17. January 2012 um 20:21

    Die Welt zum Jahreswechsel 2100 ist eine andere geworden. Personen und Gegenstände werden mit Raumgleitern transportiert und die meisten Menschen sind permanent online, über Implantate mit dem Netz verbunden, dessen Informationen sie sich auf die eigene Netzhaut schicken lassen können. Außerdem hat sich die Lebenserwartung drastisch erhöht und der Generationenvertrag geht lange nicht mehr auf. In einer Situation, in der sie sich für die Alten und die Uralten krumm legen und fast nur noch für deren Versorgung arbeiten müssen, fühlen sich die meisten der wenigen Jungen nicht mehr wohl, so dass aus Angst vor übermäßigen Auswanderungen ein Reiseverbot für diejenigen verhängt wurde, die jünger als 75 Jahre sind. In dieser Welt wachsen Benn und seine Freund auf und fühlen sich wie im Gefängnis. Doch ihre Flucht ist geplant und schon bald soll der große Tag anbrechen. * Dieses Buch ist meiner Meinung nach viel weniger als Roman, viel mehr als Gesellschaftskritik und Warnung zu verstehen. Betrachtet man dennoch das Buch an sich, fällt vor allem auf, dass diese vielen tiefgreifenden Veränderungen wohl nur schwer innerhalb von nicht mal 90 Jahren vom heutigen Zeitpunkt aus eintreten werden. Würde die Handlung weitere 50 oder 100 Jahre in der Zukunft spielen, würde es mir realistischer vorkommen. Sicher, vor 50 Jahren konnte sich niemand vorstellen, was heute möglich ist. Und dennoch… * Die Sprache ist leider nur Durchschnitt. Nicht übermäßig ausgefeilt, ganz gut passend auf die Charaktere, aber eben nicht durchgehend. Da schleichen sich bei den Jugendlichen immer wieder ziemlich ältliche Formulierungen ein, teilweise wird recht hochgestochen gesprochen, anderes wiederum wirkt platt und zu oberflächig. Die Figuren sind plakativ und die Handlung an sich ist vorhersehbar und birgt kaum Überraschungen. Kein überragender Roman also. * Auf der anderen Seite wird ein erschreckendes Bild einer Gesellschaft gezeigt, auf die wir uns durchaus zubewegen. Die grundlegenden Tendenzen sind bereits da und auch das Reiseverbot ist ja nichts Neues. Das zusammen mit der Überwachung, der wir mit dem technischen Fortschritt bereits jetzt Tür und Tor öffnen, zeichnet das Buch eine realistische Zukunftsgesellschaft, bei der es einem Angst und Bange wird. Man kann nur hoffen, dass Visionen wie diese als Warnung verstanden werden und dass die Entwicklung somit eine andere sein wird, als die, die hier vorgezeichnet wird. * Als Schullektüre ist hier in jedem Fall genug Brisanz und Aktualität vorhanden, um Stoff zu bieten für gleich mehrere Fächer. Eine gute Lehr- und Diskussionsgrundlage, auf der man sowohl einen Blick in die Vergangenheit, als auch in die Zukunft werfen kann. Es ist dem Autor wirklich gut gelungen, in einer verständlichen Art und Weise dennoch eindringlich gesellschaftliche Probleme und grundlegende Mängel aufzuzeigen. * Ein Buch, das aufrüttelt und warnt, also von der Idee her überzeugt. Handwerklich zwar verbesserungsfähig, als Schullektüre aber uneingeschränkt empfehlenswert.

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  • Rezension zu "Herrschaft der Alten" von Alfred Bekker

    Herrschaft der Alten

    Klusi

    16. January 2012 um 14:03

    Man schreibt das Jahr 2099. Deutschlands Bevölkerung ist völlig überaltet, genau genommen ist nur noch ein Viertel der Einwohner unter siebzig. Es gelten strenge Auflagen. Um die Staatsflucht zu unterbinden, ist es Bürgern erst ab einem Alter von 75 Jahren gestattet, Auslandsreisen zu unternehmen. Die arbeitende Bevölkerung lebt mit strengen Gesetzen und muss hohe Abgaben leisten, um die Versorgung der Alten und Kranken zu sichern. Schulen wurden aus Kostengründen abgeschafft, die Weiterbildung erfolg über Onlinekurse. Fast alle Lebensbereiche werden stark überwacht und staatlich geregelt. In dieser Zeit lebt Benn. Er hat nur wenige Freunde, denn es gibt kaum noch Jugendliche. Mit seinen 17 Jahren gehört er einer Minderheit an. Zusammen mit drei Gleichaltrigen schmiedet er Fluchtpläne, denn es gibt viele Länder, wo junge Menschen mit offenen Armen aufgenommen würden, wenn es ihnen erst einmal gelänge, ihr Heimatland zu verlassen. Einen Großteil der Handlung nehmen die Fluchtvorbereitungen der vier Jugendlichen ein. Daneben wird Benns bevorzugter Zeitvertreib sehr ausführlich geschildert. Der Junge gestaltet virtuelle Charaktere für so genannte Holo-Drama-Events. Dies ist sehr umfassend beschrieben was für mich nicht von so großem Interesse war. Aber vermutlich hat der Autor dieses Thema so gründlich erörtert, weil sich dahinter Benns Zukunftstraum verbirgt, denn er möchte gerne irgendwann an einer richtigen „Holowood-Produktion“ beteiligt sein. Um dies verwirklichen zu können, bleibt ihm allerdings nur die Flucht aus Deutschland. Für alle Bereiche des geschilderten Lebens hat sich der Autor einige phantastische Erfindungen einfallen lassen, wie beispielsweise der Verkehr und die Kommunikation zum Ende des 21. Jahrhunderts geregelt sein könnten. Manches an dieser Zukunftsvision wirkt erschreckend real, und eine ähnliche Umsetzung in hundert Jahren wäre, zumindest ansatzweise, durchaus denkbar, besser gesagt, man muss vielleicht für die Zukunft befürchten, dass es zu vergleichbaren Problemen kommen kann. Die beschriebene Situation der Jugendlichen bietet jede Menge Denkanstöße und Material für Diskussionen und ist meines Erachtens für gemeinsame Leseprojekte, wie beispielsweise als Schullektüre, bestens geeignet.

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  • Rezension zu "Herrschaft der Alten" von Alfred Bekker

    Herrschaft der Alten

    Anka2010

    10. January 2012 um 18:11

    Ich mag Zukunftsromane und bin immer wieder aufs Neue verblüfft, was sich die Autoren einfallen lassen. In dieser Geschichte hatte ich jedoch das Gefühl, dass genau so unsere Welt einmal aussehen könnte (vielleicht nicht im Jahre 2100, sondern noch mal 100 Jahre später, aber wer weiß...?). Der Aufhänger dieses Buches ist der allgegenwertige demografische Wandel, der auch in vielen Lehrplänen einen Platz findet. Die Alten werden immer älter und immer mehr, der Nachwuchs immer geringer. Diese These hat sich Alfred Bekker vorgeknüpft und sie weitergesponnen. Was passiert, wenn es viel mehr alte Leute gibt? Wie werden sie finanziert, wenn der Nachwuchs ausbleibt? Wie sieht es mit der Kranken- und Pflegeversicherung aus? All diese Fragen packt er in einen Roman, der zum Nachdenken anregt. Natürlich hat sich im Jahre 2100 auch die Technik weiterentwickelt. Es gibt keine Autos mehr, nur noch öffentliche Verkehrsmittel. Sie werden Gleiter genannt und sind quasi "fliegende Busse", die auch zum Transport von Waren genutzt werden. Jeder Bürger ist mit einem Computerchip im Handgelenk ausgerüstet und kann über diesen einen Gleiter auf sich aufmerksam machen und dann einsteigen. Über diesen Chip lässt sich auch alles andere steuern. Handys gibt es nicht mehr, man kann sich seine Nachrichten direkt auf der eigenen Netzhaut anzeigen oder vor sich projizieren lassen - eine merkwürdige Vorstellung. Schulen wurden abgeschafft, es gibt nicht mehr ausreichend Kinder und Jugendliche, sodass es sich nicht lohnt, ein Extra-Gebäude dafür zu nutzen. Die wenigen Kinder und Jugendliche nehmen an Online-Kursen teil, an die sie auch stets erinnert werden, wenn sie mal einen versäumt haben - natürlich erscheint diese Meldung direkt auf der eigenen Netzhaut. Neben den Online-Kursen müssen sich die Jugendlichen im sozialen Bereich engagieren und sich um die Alten kümmern. Der junge Benn hat seine Lebenssituation satt. In Deutschland fühlt er sich wie in einem Gefängnis. Reisen darf man erst ab dem 75. Lebensjahr. Man wird auf Schritt und Tritt überwacht, insbesondere die Jugendlichen. Der Staat hat Angst vor Staatsflüchtlingen oder Selbstmorden und kontrolliert somit sämtliche Nachrichten der Heranwachsenden. Trotzdem schaffen es Benn und seine Freunde Bahar, Sara und Nicolas einen Plan zu entwerfen. Sie wollen Deutschland verlassen, ausbrechen aus ihrem Gefängnis. Ich vielen anderen Ländern werden die Jugendlichen nicht so kontrolliert und unterdrückt. Sie wollen frei sein. Mich hat diese, mit ihren 148 Seiten doch recht kurze Geschichte beeindruckt und zum Nachdenken gebracht. Wie kann man diesen Problemen vorbeugen? Wird es später wirklich einmal soweit kommen? Natürlich konnte ich Benns Absichten, sein Heimatland zu verlassen, nachvollziehen. Der Autor hat eine wahnsinnig komplexe Welt erschaffen und man hat das Gefühl, er hat wirklich einen Blick in die Zukunft geworfen, so authentisch und genau beschreibt er das Leben im Jahr 2100. Leider kommen bei diesen ganzen Beschreibungen die Personen zu kurz. Die Emotionen haben mir gefehlt. Die Figuren waren zwar alle greifbar, aber - obwohl mir ihr Handeln stets logisch und schlüssig erschien - konnte ich mich nicht direkt in sie hineinversetzen oder Sympathien aufbauen. Alfred Bekker schreibt sehr angenehm und anschaulich. So konnte ich in das Deutschland im Jahre 2100 eintauchen. Besonders lustig fand ich die Idee, dass Treppen (nachdem sie abgeschafft und durch Aufzüge ersetzt worden waren) wieder eingeführt wurden und der neueste Trend waren. So konnten auch die älteren Leute fit bleiben - Benn fand die Idee weniger berauschend. Toll haben mir auch die unsichtbar machenden Anzüge gefallen oder die Kalorien-Kontrolle. Benn war von dieser Erfindung nicht so angetan wie ich. Gern hätte er noch etwas Süßes gegessen, anstatt Obst, doch sein Tagesbedarf war bereits gedeckt und sein Krankenversicherungsbetrag wäre gestiegen, hätte er zum Naschkram gegriffen. Auf die Freizeitgestaltung der Jugendlichen ist der Autor auch eingegangen. Während Sara online Geige spielen lernt, bastelt Benn an Charakteren für so genannte Holo-Dramen, eine um einiges weiterentwickelte Form eines Online-Rollen-Computerspiels, das mich ein bisschen an World of Warcraft erinnert hat. Hierauf geht Alfred Bekker sehr genau und intensiv ein. Besonders männliche Leser hätten an diesen Beschreibung sicherlich ihren Spaß, mich haben sie nach einer gewissen Zeit etwas gelangweilt. Bei den Vorbereitungen zu ihrer Flucht, stoßen die vier Jugendlichen immer wieder auf Probleme und Schwierigkeiten. Viel muss beachtet werden, jeder Schritt muss bis ins kleinste Detail geplant werden. Es darf nichts schief gehen. Ob ihnen die Flucht gelingt und wie die Geschichte ausgeht, verrate ich natürlich nicht. Ein wenig Spannung kommt nach einer Weile auf, wenn auch nicht viel. "Herrschaft der Alten" ist durchaus ein interessanter und beeindruckender Zukunftsroman, der seine Leser zum Nachdenken bringt, mich aber aufgrund der fehlenden Emotionen, nicht zu 100% packen oder erreichen konnte. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Buch wunderbar als Schullektüre geeignet ist und den Schülerinnen und Schülern das Thema des demografischen Wandels auf eine besondere Art und Weise näher bringen und verständlich machen kann.

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  • Rezension zu "Herrschaft der Alten" von Alfred Bekker

    Herrschaft der Alten

    Speckelfe

    08. January 2012 um 22:22

    Deutschland im Jahr 2100 und es gibt kaum noch Jugendliche im Land, stattdessen bestehen 3/4 der Bevölkerung aus Alten und Uralten und die Jugendlichen werde für die Pflege und Versorgung der Alten eingespannt. Der 17jährige Benn und seine 3 Freunde wollen das Land verlassen und planen ihre Flucht. Normalerweise sind solche Zukunftsgeschichten nicht wirklich mein Ding, aber dieses Buch hat mich positiv überrascht. Gut zu lesen, vorstellbare Zukunftsvisionen und eine interessante Geschichte machen dieses Buch echt lesenswert. Der Großteil der Geschichte besteht allerdings aus der Planung der Flucht und der Beschreibung des Alltags im Jahr 2100 und ich habe gegen Ende immer drauf gewartet, daß es endlich in Sachen Flucht zum Thema geht. Für meinen Geschmack hätte noch mehr Spannung aufgebaut werden können bzw. die Flucht und ihr Ausgang ausfürlicher beschrieben werden können, es war jetzt nämlich nicht so, daß mich die Geschichte extrem gefesselt hätte. Aber das Ende fand ich doch "rund" und stimmig, so daß ich dieses Buch durchaus weiterempfehlen kann.

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  • Rezension zu "Herrschaft der Alten" von Alfred Bekker

    Herrschaft der Alten

    Natalie77

    08. January 2012 um 14:56

    Inhalt: Wir schreiben das Jahr 2100. Es gibt immer weniger Städte immer mehr Grünflächen, denn es gibt immer weniger Menschen auch gibt es kaum noch junge Leute und so dürfen sie nicht ausreisen, denn sie sollen für die Alten sorgen, sie finanzieren. Benn und seine Freunde Sara, Nicolas und Bahar wollen trotzdem das fast unmögliche versuchen sie möchten raus aus dem Gefängnis, sie möchten in die USA. Wo man als junger Mensch nicht so sehr eingeschränkt wird wie in Deutschland. Meine Meinung: Der demographische Wandel war, kurz bevor mich das Rezensionsangebot dieses Buches erreichte, in allen Nachrichten. Sicher wissen wir das wir immer älter werden, manche Orte drohen wirklich aus zu sterben in ein paar wenigen Jahrzehnten. Auch wenn ich in einer Kleinstadt wohne gibt es genug Orte drumherum wo man sieht das es immer mehr alte Menschen gibt und immer weniger junge Menschen dort wohnen bleiben. Genau aus dem Grund hat mich dieses Buch interessiert. Die Szenerie die der Autor Alfred Bekker beschreibt erschreckend. Es gilt die totale Kontrolle, ausreisen erst ab 75, die Bevölkerung wird weit über 100 Jahre alt. Es bleibt zu hoffen das es so extrem nie wird. Alte Menschen werden aus Kräftemangel von Robotern gepflegt. Eine Zukunftsvision die ich nicht mehr mitbekommen möchte. Da drin sind dann vier junge Menschen die raus möchten und auf diese Flucht hin arbeiten. Sie bedenken alles ganz genau und wissen das sie überall gerne gesehen werden. Ich fand den Ansatz wirklich sehr interessant und habe dieses Buch gerne gelesen, aber zeitweise fand ich es dann doch zu trocken und langatmig. Denn es wird nicht nur von der Flucht berichtet sondern auch von den Hobbies der vier die nur bedingt für das Geschehen wichtig sind. Die Familienbande wird nur am Rande abgehandelt. Ob man mit 17 wirklich so scharf darauf ist weg zu kommen in ein anderes Land ohne auch nur einen wirklichen Gedanken an die Familie zu verschwenden? Das kann ich mir selber nur schwer vorstellen, wahrscheinlich weil es bei unserer Familie so einen Zusammenhalt gibt das ich mir das ohne gar nicht vorstellen könnte. Alles in allem aber ist es ein gut durchdachtes Szenario das sehr real und logisch wirkt

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  • Rezension zu "Herrschaft der Alten" von Alfred Bekker

    Herrschaft der Alten

    sternthaler75

    02. January 2012 um 14:13

    Wir befinden uns im Jahr 2100 in Deutschland, ca. 25 Prozent der Bevölkerung sind unter 75 Jahre alt, die anderen werden bis 140 Jahre alt. Sport ist verboten, zu gefährlich sind Fußball und ähnliches, nur Yoga und Gymnastik sind noch erlaubt. Essen Sie etwas verkehrtes, das nicht in den Ernährungsplan passt, werden die Beiträge für Krankenkasse und Pflegeversicherung sofort angepasst. Es herrscht absolute Überwachung in allen Lebensbereichen durch implantierte Chips. Es gibt noch Bücher, aber nur im Museum oder in den Regalen der Alten. Jeder unter 75 ist zu Sozialstunden verpflichtet, damit die Alten versorgt sind. Autos- abgeschafft, zu gefährlich. Schulen- nur noch über Netzwerke. Treppen- gesundheitsschädlich und darum entfernt. Andererseits ist die Menschheit mittlerweile in der Lage, zum Mars zu fliegen und diesen erfolgreich zu besiedeln. Und die größte Einschränkung: Das Reiseverbot für die Menschen, die jünger sind als 75. Die Regierung hat Angst, dass sonst irgendwann niemand mehr da ist, der sich um die älteren Bewohner kümmert. Aber wer soll sich später um die kümmern, die jetzt noch "Jung" sind. Es gibt selten Berichte darüber, dass Menschen aus dem Land fliehen. Doch es gibt eine kleine Gruppe junger Leute, die sich all das nicht gefallen lassen wollen. Benn ist einer von ihnen. Er möchte frei sein, und seine Freiheit geniessen, seine kreativen Ideen umsetzen, doch dies ist ihm zur Zeit nicht gegönnt. Meine Meinung Ich muß gestehen, ich war schon geschockt nach diesem Buch. Es ist einfach zu realistisch dargestellt, dass es mich gruselt. Allein die Vorstellung, dass es vielleicht in hundert Jahren tatsächlich so sein könnte, läßt mich wünschen, dass ich dann nicht mehr bin. Aber meine Enkelkinder vielleicht. . . Alfred Bekker greift hier ein zunehmendes Thema unserer Gesellschaft auf , das in der Tat keineswegs unrealistisch ist. Alle Bereiche sind hauptsächlich auf das Alter ausgelegt, damit die Betroffenen zurecht kommen, und die jüngeren müssen sich Gesetzen und Auflagen fügen. Im Nachhinein wird einem dabei bewusst, was für einen Luxus Freiheit überhaupt ist. Meinungsfreiheit, Reisefreiheit, die Freiheit, mein Umfeld mit meiner Familie so zu gestalten, wie es uns gefällt. In der Zukunft ist von dieser Freiheit leider nichts mehr geblieben, alles wird vorgeschrieben.Wer will schon so leben? Dieses Buch ist als Schullektüre erhältlich und wird in meinen Augen sicherlich sehr zu Diskusionen anregen. Es läßt sich zügig lesen, und man kann es durchaus als spannend bezeichnen. Unterm Strich Gelungene Lektüre, nicht nur für junge Menschen geeignet.

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  • Rezension zu "Herrschaft der Alten" von Alfred Bekker

    Herrschaft der Alten

    Ichbinswieder

    31. December 2011 um 00:24

    Die jugendlichen Protagonisten befinden sich im Jahr 2100. Weit mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung ist 75+ Jahre alt, und nahezu alles ist auf diese Bevölkerungsgruppe zugeschnitten. Die „Alten und Uralten“ bestimmen über grundlegende Normen und Werte, die Selbstbestimmung der unter 75jährigen ist in nahezu allen Bereichen beschnitten. Kontrolliert wird die Einhaltung der zu erfüllenden Regeln über einen implantierten Chip. Zuwiderhandlungen werden unterschiedlich hart bestraft. Oftmals handelt es sich in Dystopien um das Thema „Neuaufbau nach Weltuntergang bzw. Naturkatastrophe“. In diesem Roman ist es etwas anders, und das hat mich sehr angesprochen. Mein Eindruck war, dass hier Dystopie und Utopie gekonnt vermischt wurden. Hauptthema ist der demographische Wandel in Deutschland und seine Folgen, sowie die stark fortschreitende Technisierung. Diese Thematiken werden sehr gut und anschaulich dargestellt und ergeben dadurch ein komplettes, plastisches Bild des „neuen“ Deutschlands. Auf Grund der Rahmenhandlung wurden viele Aspekte des technischen Entwicklungen nochmals hervorgehoben und eingehender behandelt. Die Darstellung dieses vermeintlichen Fortschritts fand ich überaus faszinierend, denn alles Geschilderte war durchaus vorstellbar, zumal Einiges davon auch heutzutage schon diskutiert wird. Doch trotz meiner Begeisterung muss ich an dieser Stelle ein klein wenig bemängeln, dass der Spannungsaspekt „Flucht“ unter der teilweise etwas zu detailverliebten Darstellung der holographischen Technik, mit der sich Benn u.a. beschäftigt, gelitten hat. Ich persönlich hätte auch gerne etwas mehr vom Leben in den Gesellschaften außerhalb Deutschlands gelesen. Das kam am Schluss etwas zu kurz. Ich gebe allerdings gerne zu, dass das mein persönliches Anliegen ist, denn jugendliche Leser dürften an Benns Hobby durchaus Gefallen finden. Ein weiterer Knackpunkt war für mich das Jahr 2100. Ich hätte mir hier ein weiter entferntes Datum, mindestens 200/300 Jahre später gewünscht. Dann wäre die Geschichte noch glaubhafter gewesen. Was die Protagonisten angeht, so werden die Begebenheiten überwiegend aus ihrer Sicht geschildert. Die jugendlichen Hauptpersonen hätten physisch etwas plastischer sein können, doch das fiel nicht weiter ins Gewicht. In ihrem Denken, Fühlen und Handeln sind die Personen sehr gut dargestellt. Die Charaktere sind dabei so unterschiedlich gezeichnet, dass hier jedem Leser ein bestimmter Grad an Identifikation möglich sein sollte. Ich hatte den Eindruck, der Autor verknüpft mit diesem Roman eine Warnung. Wie Diese lautet, sollte allerdings jeder für sich entscheiden. Diskussionsmaterial liefert der Roman auf jeden Fall reichlich. Daher wäre er auch gut als Schullektüre geeignet. Ein hochinteressanter, spannender Roman, der vorwiegend Jugendliche, aber auch erwachsene Leser ansprechen dürfte.

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