Alfred Bodenheimer

 3.9 Sterne bei 38 Bewertungen
Autor von Kains Opfer, Das Ende vom Lied und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Alfred Bodenheimer

Wissenschaft, Forschung und Kriminalgeschichten: Alfred Bodenheimer ist 1965 in Basel geboren. Er erhält eine traditionell jüdische Ausbildung und studiert in New York und Israel, schließt schließlich die Universität Basel mit einem Lizentiat ab. 1993 promoviert er zur Emigration von Else Lasker-Schüler nach Palästina. Er widmet sich mehrere Jahre seiner Forschung, habilitiert und wird 2003 schließlich Professor für Jüdische Literatur- und Religionsgeschichte in Basel. Neben seinen wissenschaftlichen Arbeiten schreibt er auch Kriminalromane. Sein erstes fiktionales Werk erschien mit „Kains Opfer“ im Jahr 2014.

Neue Bücher

Im Tal der Gebeine

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Neu erschienen am 24.09.2018 als Hardcover bei Nagel & Kimche.

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Kains Opfer

Kains Opfer

 (20)
Erschienen am 08.03.2016
Der Messias kommt nicht

Der Messias kommt nicht

 (7)
Erschienen am 01.02.2016
Das Ende vom Lied

Das Ende vom Lied

 (7)
Erschienen am 12.09.2016
Ihr sollt den Fremden lieben

Ihr sollt den Fremden lieben

 (3)
Erschienen am 24.07.2017
Im Tal der Gebeine

Im Tal der Gebeine

 (1)
Erschienen am 24.09.2018
Haut ab!

Haut ab!

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Erschienen am 04.09.2012
Lesarten der Freiheit

Lesarten der Freiheit

 (0)
Erschienen am 01.04.2014

Neue Rezensionen zu Alfred Bodenheimer

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Rezension zu "Kains Opfer" von Alfred Bodenheimer

Rabbiner Klein
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Monaten

Hier wird auf unterhaltsame, differenzierte Weise eine spannende Geschichte rund um den Tod eines allseits beliebten Primarlehrers an einer jüdischen Schule in Zürich erzählt. Darin verwoben sind mehrere Geschichten, die alle rund sind und das Gesamtwerk treffend ergänzen. Ein ganz besonderer Leckerbissen waren für mich die Ausflüge in die jüdische Theologie und die Probleme, mit denen sich Rabbiner Klein sonst noch so in Zürich herumschlägt, wenn er nicht gerade dabei ist, der Stadtpolizei zu "helfen". Rabbiner Klein ist menschlich facettenreich und so schön unperfekt. Gerne werde ich auch seine weitern Abenteuer mitverfolgen.

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W

Rezension zu "Ihr sollt den Fremden lieben" von Alfred Bodenheimer

Wieder eine gelungene Mischung aus Krimi und rabbinischer Theologie
WinfriedStanzickvor einem Jahr


Der Professor für Jüdische Literatur- und Religionsgeschichte an der Universität in Basel, der 1965 geborene Alfred Bodenheimer, hat vor einigen Jahren mit der Streitschrift „Haut ab!“ seine Stimme in der damals aktuellen Beschneidungsdebatte erhoben und auf sich aufmerksam gemacht, nachdem seine bisherigen Werke zur jüdischen Literatur nur von einem kleinen Fachpublikum wahrgenommen wurden.

Nachdem er mit  „Kains Opfer“  2014 seinen ersten Roman vorlegte, einen Kriminalroman,  in dem er nicht nur nachwies, dass er selbst gute Literatur schreiben kann, sondern in dem er den Leser mitten hinein in das Leben und den Alltag eines Schweizer Rabbis führte und in tiefsinnige theologische Reflexionen über zentrale Fragen der Auslegung des Talmuds, hat er die Reihe mit „Das Ende vom Lied“ (2015) fortgesetzt und im letzten Jahr den dritten Fall für Rabbi Klein veröffentlicht unter dem Titel „Der Messias kommt nicht.“

Rabbi Gabriel Klein steht als orthodoxer Rabbi einer großen Züricher Synagoge vor. Er predigt, unterrichtet und macht liebend gerne Besuche in Krankenhäusern und Altenheimen bei Mitgliedern seiner Gemeinde. Ein sympathischer Theologe mit Grundsätzen ist Klein, doch er ist durchaus offen auch für neue Gedanken.

Die Fälle, die er löst, kommen zu ihm wie die Jungfrau zum Kind, er schlittert geradezu in sie hinein. Wie Alfred Bodenheimer seinen Rabbi die Fälle lösen lässt, hat auch nichts mit klassischer Krimiliteratur zu tun, wo es vor Spannung und Action nur so knistert, auch nicht mit der pastoralen Ermittlungsarbeit etwa eines Pater Brown. Wenn er allerdings mitten in seinem normalen Alltag einem Verbrechen auf die Spur kommt, da springt bei Rabbi Klein etwas an, was ihn bis zur Lösung nicht mehr zur Ruhe kommen lässt.

Im vorliegenden neuen Buch „Ihr sollt den Fremden lieben“ Buch ist Rabbi Klein bei einer beliebten Talkshow des Schweizer Fernsehens zu Gast und wird dort von dem bekannten und beliebten Journalisten Kim Nufener interviewt. Stunden später, Gabriel Klein hat das Studio schoin verlassen als, er wegen eines liegengelassenen Handys noch einmal zurückkehrt und sieht, wie der das Studio verlassende Kim Nufener von einem Auto angefahren und schwer verletzt wird. Rabbi Klein  eilt zu Hilfe doch in seinem Arm stirbt der Journalist blutüberströmt.

Kurze Zeit später meldet sich nach langen Jahren der inzwischen  als Modedesigner berühmt gewordene Sohn eines orthodoxen jüdischen Gelehrten, Lejser Morgenroth bei ihm, und gesteht ihm, bei diesem Unfall in der Nähe gewesen zu sein.  Er hatte eine homosexuelle Beziehung zu Kim Nufener, die jedoch kurz zuvor zerbrach, weil Kim ihn verlassen hat. Im Verlauf des Buches stellt sich heraus, warum, aber zuvor ist Lejser natürlich dringend tatverdächtig. Auch weil er immer wieder Gabriel Klein  drängt ihm zu helfen, beginnt dieser nachzuforschen

Wie schon in den ersten drei Bänden verknüpft Bodenheimer genial eine durchaus spannende und verwickelte Handlung, die schlussendlich zur überraschenden Lösung des Falls führt, und eine theologische Debatte, die zunächst parallel läuft, deren Interpretation aber am Ende den Fall lösen hilft.

Trotz seiner orthodoxen Grundhaltung hat der Rabbi viel Verständnis für die Menschen und das allzu Menschliche. Bodenheimer hat ihm mit Rivka eine Ehefrau gegeben, die mit eigenem Profil ihm treu zur Seite steht und auch dieses Mal mit einer klugen Beobachtung den entscheidenden Hinweis zur Auflösung liefert.

Wieder eine gelungene Mischung aus Krimi und rabbinischer Theologie mit feinen Bemerkungen über die Konkurrenz zwischen Zürich und Basel und vielen Beschreibungen  jüdischen Lebens und Alltags in der Schweiz. Auf den nächsten Fall warte ich mit Spannung.










Alfred Bodenheimer, Ihr sollt den Fremden lieben. Rabbi Kleins vierter Fall, Nage & Kimche 2017, ISBN 978-3-31201033-2

Der Professor für Jüdische Literatur- und Religionsgeschichte an der Universität in Basel, der 1965 geborene Alfred Bodenheimer, hat vor einigen Jahren mit der Streitschrift „Haut ab!“ seine Stimme in der damals aktuellen Beschneidungsdebatte erhoben und auf sich aufmerksam gemacht, nachdem seine bisherigen Werke zur jüdischen Literatur nur von einem kleinen Fachpublikum wahrgenommen wurden.

Nachdem er mit  „Kains Opfer“  2014 seinen ersten Roman vorlegte, einen Kriminalroman,  in dem er nicht nur nachwies, dass er selbst gute Literatur schreiben kann, sondern in dem er den Leser mitten hinein in das Leben und den Alltag eines Schweizer Rabbis führte und in tiefsinnige theologische Reflexionen über zentrale Fragen der Auslegung des Talmuds, hat er die Reihe mit „Das Ende vom Lied“ (2015) fortgesetzt und im letzten Jahr den dritten Fall für Rabbi Klein veröffentlicht unter dem Titel „Der Messias kommt nicht.“

Rabbi Gabriel Klein steht als orthodoxer Rabbi einer großen Züricher Synagoge vor. Er predigt, unterrichtet und macht liebend gerne Besuche in Krankenhäusern und Altenheimen bei Mitgliedern seiner Gemeinde. Ein sympathischer Theologe mit Grundsätzen ist Klein, doch er ist durchaus offen auch für neue Gedanken.

Die Fälle, die er löst, kommen zu ihm wie die Jungfrau zum Kind, er schlittert geradezu in sie hinein. Wie Alfred Bodenheimer seinen Rabbi die Fälle lösen lässt, hat auch nichts mit klassischer Krimiliteratur zu tun, wo es vor Spannung und Action nur so knistert, auch nicht mit der pastoralen Ermittlungsarbeit etwa eines Pater Brown. Wenn er allerdings mitten in seinem normalen Alltag einem Verbrechen auf die Spur kommt, da springt bei Rabbi Klein etwas an, was ihn bis zur Lösung nicht mehr zur Ruhe kommen lässt.

Im vorliegenden neuen Buch „Ihr sollt den Fremden lieben“ Buch ist Rabbi Klein bei einer beliebten Talkshow des Schweizer Fernsehens zu Gast und wird dort von dem bekannten und beliebten Journalisten Kim Nufener interviewt. Stunden später, Gabriel Klein hat das Studio schoin verlassen als, er wegen eines liegengelassenen Handys noch einmal zurückkehrt und sieht, wie der das Studio verlassende Kim Nufener von einem Auto angefahren und schwer verletzt wird. Rabbi Klein  eilt zu Hilfe doch in seinem Arm stirbt der Journalist blutüberströmt.

Kurze Zeit später meldet sich nach langen Jahren der inzwischen  als Modedesigner berühmt gewordene Sohn eines orthodoxen jüdischen Gelehrten, Lejser Morgenroth bei ihm, und gesteht ihm, bei diesem Unfall in der Nähe gewesen zu sein.  Er hatte eine homosexuelle Beziehung zu Kim Nufener, die jedoch kurz zuvor zerbrach, weil Kim ihn verlassen hat. Im Verlauf des Buches stellt sich heraus, warum, aber zuvor ist Lejser natürlich dringend tatverdächtig. Auch weil er immer wieder Gabriel Klein  drängt ihm zu helfen, beginnt dieser nachzuforschen

Wie schon in den ersten drei Bänden verknüpft Bodenheimer genial eine durchaus spannende und verwickelte Handlung, die schlussendlich zur überraschenden Lösung des Falls führt, und eine theologische Debatte, die zunächst parallel läuft, deren Interpretation aber am Ende den Fall lösen hilft.

Trotz seiner orthodoxen Grundhaltung hat der Rabbi viel Verständnis für die Menschen und das allzu Menschliche. Bodenheimer hat ihm mit Rivka eine Ehefrau gegeben, die mit eigenem Profil ihm treu zur Seite steht und auch dieses Mal mit einer klugen Beobachtung den entscheidenden Hinweis zur Auflösung liefert.

Wieder eine gelungene Mischung aus Krimi und rabbinischer Theologie mit feinen Bemerkungen über die Konkurrenz zwischen Zürich und Basel und vielen Beschreibungen  jüdischen Lebens und Alltags in der Schweiz. Auf den nächsten Fall warte ich mit Spannung.











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M

Rezension zu "Ihr sollt den Fremden lieben" von Alfred Bodenheimer

Etwas zu ruhig im Gesamten
michael_lehmann-papevor einem Jahr

Etwas zu ruhig im Gesamten

Wie auch in den vorhergehenden drei Bänden versteht es Bodenheimer (als Fachmann für die jüdische Literatur- und Religionsgeschichte) auch im neuen „Fall“ des Rabbi Klein aus Zürich jüdische Gegenwartskultur (vor allem die alltäglichen Aufgaben des Rabbinats und des ebenso alltäglichen Lebens des Rabbi selbst) zu verbinden mit einem Mordfall.

Die entsprechenden Bibelstellen und die verschiedenen Möglichkeiten der Auslegung finden homogen ihren Platz im Roman und drängen sich so nicht als „unnatürlich gesetzt“ in den Vordergrund. Und haben im Übrigen mehr mit der Aufklärung des Mordes an einem Talkmaster zu tun, als man auf den ersten Blick und gerade in den Momenten im Buch, an denen die religiöse Tradition angeführt wird, meint.

Wie ebenfalls gewohnt ist Bodenheimer kein Verfechter blutrünstiger „Action-Thriller“, sondern verfolgt in aller Ruhe und Bedächtigkeit die Aufklärung des aktuellen Falles durch die Kraft der Deduktion, nicht der körperlichen Raubeinigkeit (die Rabbi Klein auch nicht stehen würde).

Einiges aber ist doch an Motiven zu viel gesetzt und anderes (wie vor allem das reibungsvolle Verhältnisse Kleins zur Züricher Mordermittlerin Karin Bänzinger, die selten begeistert von des Rabbis Verwicklungen in ihre Fälle ist) kommt ein wenig zu kurz.

Dass das Verhältnis Islam-Judentum, Islam-westliche Gesellschaft und zudem noch die Reibungen innerhalb des Islam (Moral, Stellung der Frau und rigide Handlungen, so in diesen Bereichen etwas „in Unordnung“ sein sollte) wichtig für den Fall und seine Hintergründe sein könnte, hätte letztendlich fast schon gereicht (in Verbindung mit dem religiösen Leben des Judentums und der kleinen „Vereinsmeiereien“ auch in der Synagoge in Zürich, die immer wieder im Roman erheiternde Momente liefern).

Das zudem die Frage zur Stellung der Homosexualität im orthodoxen Judentum aufgegriffen wird, der Kindesmissbrauch im Rahmen der katholischen Kirche ein nicht unwesentliches Thema werden wird und dass alles irgendwie versucht wird, miteinander zu verbinden, das ist, bei aller fundierten Darstellung durch Bodenheimer, doch ein wenig zu viel an Thema für den eher schmalen Kriminalroman.

Und auch das Ende samt der Aufklärung geschieht ein stückweit zu geräuschlos, wie im Vorbeigehen eher. Hier hätten einige Spanungselemente dem Lesevergnügen doch Vorschub leisten können.

Alles in allem ein intelligenter, thematisch etwas überfrachteter, sprachlich gut zu lesender und zudem informativer Roman, der im Gesamten allerdings ein stückweit auch zu ruhig daherkommt.

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RaphaelZehnders avatar
Mein Krimi "Müller und das Lächeln des Hundes" plus "Kains Opfer" von Alfred Bodenheimer plus "Der schöne Tod" sind im Rennen um den 7. Zürcher Krimipreis.

Preisverleihung: Donnerstag, 19. März 2015, 20:00 Uhr, Zürich, Labor Bar, Schiffbaustrasse 3
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