Alfred Bodenheimer

 3,8 Sterne bei 63 Bewertungen
Autor von Kains Opfer, Der Messias kommt nicht und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Alfred Bodenheimer

Wissenschaft, Forschung und Kriminalgeschichten: Alfred Bodenheimer ist 1965 in Basel geboren. Er erhält eine traditionell jüdische Ausbildung und studiert in New York und Israel, schließt schließlich die Universität Basel mit einem Lizentiat ab. 1993 promoviert er zur Emigration von Else Lasker-Schüler nach Palästina. Er widmet sich mehrere Jahre seiner Forschung, habilitiert und wird 2003 schließlich Professor für Jüdische Literatur- und Religionsgeschichte in Basel. Neben seinen wissenschaftlichen Arbeiten schreibt er auch Kriminalromane. Sein erstes fiktionales Werk erschien mit „Kains Opfer“ im Jahr 2014.

Alle Bücher von Alfred Bodenheimer

Cover des Buches Kains Opfer (ISBN: 9783453419292)

Kains Opfer

 (25)
Erschienen am 08.03.2016
Cover des Buches Der Messias kommt nicht (ISBN: 9783312006861)

Der Messias kommt nicht

 (10)
Erschienen am 01.02.2016
Cover des Buches Das Ende vom Lied (ISBN: 9783453438361)

Das Ende vom Lied

 (9)
Erschienen am 12.09.2016
Cover des Buches Der böse Trieb (ISBN: 9783311125303)

Der böse Trieb

 (7)
Erschienen am 28.01.2021
Cover des Buches Ihr sollt den Fremden lieben (ISBN: 9783312010332)

Ihr sollt den Fremden lieben

 (6)
Erschienen am 24.07.2017
Cover des Buches Im Tal der Gebeine (ISBN: 9783312010851)

Im Tal der Gebeine

 (4)
Erschienen am 24.09.2018
Cover des Buches Mord in der Straße des 29. November (ISBN: 9783311125594)

Mord in der Straße des 29. November

 (2)
Erschienen am 22.02.2022
Cover des Buches Der Messias kommt nicht (ISBN: 9783906935041)

Der Messias kommt nicht

 (0)
Erschienen am 30.03.2021

Neue Rezensionen zu Alfred Bodenheimer

Cover des Buches Mord in der Straße des 29. November (ISBN: 9783311125594)
walli007s avatar

Rezension zu "Mord in der Straße des 29. November" von Alfred Bodenheimer

Lockdown
walli007vor 7 Monaten

Es ist Lockdown in Israel. Man sollte hoffen, dass dsa Verbrechen auch im Lockdown ist. Aber nein, ein Politikerehepaar wird auf offenen Straße erschossen. Nur ihr kleiner Hund war Zeuge. Die Polizei-Psychologin Kinny kannte die Verstorbenen. Sie ist entsetzt, wer kann den nur etwas gegen das ältere Ehepaar haben. Handelt es sich um einen politischen Mord? Während des Lockdown ist Kinnys Tochter, die kurz vorm Studienabschluss steht, ist während des Lockdowns zu ihr gezogen. Dass Mutter und Tochter sich wieder näher kommen, ist eines der wenigen positiven Dinge am Lockdown. Und dann so ein sinnloser Mord. 


Auf unaufgeregte, aber realistische Art und Weise nimmt der Lockdown einen großen Teil dieses Romans ein. Wie gehen die Menschen mit den plötzlichen Einschränkungen um? Welche Sorgen plagen sie bei den kleinsten Anzeichen von Erkältung? Wie gehen mit der wenigen, doch intensiven Nähe um, die ihnen geblieben ist? Und dann noch ein Mord an einer bekannten Politikerin und ihrem Mann. Und was tun, mit einem verwaisten kleinen Hund? Kann Kinny die Hintergründe zu der Tat aufdecken? Die politische Polizei reißt den Fall an sich, was den Ermittlungen nur bedingt gut tut.


Es ist sehr positiv zu bewerten, dass die Pandemie hier ganz selbstverständlich stattfindet, während sie in anderen Büchern kaum oder garnicht erwähnt wird. Auch wenn der Krimi so etwas zu kurz kommt, so ist diese realistische Darstellung der momentanen Zeit einfach toll zu lesen. Der Mord scheint zunächst unlösbar zu sein, nur um dann plötzlich gelöst zu sein. Dabei erweist sich Kinny als gewiefter als alle anderen. Trotz ihres Berufes hat Kinny auch mit eigenen Problemen zu kämpfen, was sie ihren Kunden oder Klienten als Hilfe anbieten kann, funktioniert bei selbst nur bedingt. Psychologen sind eben auch nur Menschen. Als Krimi funktioniert dieser Roman nur bedingt, aber dafür enthält er eine authentische Darstellung des Lebens in Jerusalem zur Zeit des Lockdowns. 


3,5 Sterne

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Cover des Buches Mord in der Straße des 29. November (ISBN: 9783311125594)
talishas avatar

Rezension zu "Mord in der Straße des 29. November" von Alfred Bodenheimer

Ein Lockdown-Roman
talishavor einem Jahr

Als begeisterte Leserin der "Rabbi Klein"-Reihe freute ich mich auf den neuen Krimi, der Rabbi-unabhängig in Jerusalem spielt. Polizeipsychologin Kinny Glass soll hier die Ermittlerin sein. 

Während dem langen und strengen Lockdown in Israel wird es Kinny zuhause ziemlich langweilig, online arbeiten ist für sie schwierig. Auch die Gesamtsituation belastet sie, kommt dazu, dass ihre Tochter Mia wieder bei ihr wohnt. Eines Tages hört sie in den Nachrichten, dass ein "Mord in der Strasse des 29. November" geschehen ist. Genauer gesagt ein Doppelmord, eine bekannte Politikerin und ihr Mann wurden getötet, beide sind Kinny gut bekannt. Sie will was tun, doch es scheint, als ob der Geheimdienst und nicht die Polizei den Fall zugeschanzt bekommt. 

Anstatt wie erwartet zu lesen, dass Kinny mit Polizeikollege Nissim nun kräftig ermitteln, liest man von ihren Befindlichkeiten, ihren Familienproblemen und seitenweise Gerede über das Verhältnis des Shabaks zur Poliziei und umgekehrt, über die nicht glaubwürdige Festnahme angeblicher Verdächtige und so weiter. Sie wären erfolgreicher, würden die beiden Parteien besser zusammen arbeiten als übereinander herziehen.

Mehr als die Hälfte der Geschichte spielt sich innerhalb Kinnys Wohnung ab, bis dahin ist Kinny nur zweimal kurz ausser Haus anzutreffen. Einmal in einem Polizeigebäude, einmal bei einem Tatortspaziergang mit Hund, von dem man sonst kaum etwas mitbekommt, also anders als im Klappentext erwähnt.

Auch sonst fühlte ich mich getäuscht, denn für mich war das kein Krimi, sondern ein Roman, bei dem die Protagonisten bei der Polizei arbeiten. Ein Lockdown-Roman, in dem man allerlei über die Gefühle der Menschen, die das Leben zuhause nicht aushalten, mitbekommt. 

Mit den Figuren wurde ich nicht warm. Kinnys Bruder Golan in Amerika hört sich mehr als nur depressiv an. Kinnys Tochter Mia ist zwanzig, verhält sich aber wie ein Teenager. Dazu kommen familiäre Streitereien: einerseits Kinnys Vater, der nicht klar kommt, dass seine Kinder und Enkel sich zu weltlich verhalten. Andererseits Kinny selbst, die ihrem Ex-Mann immer noch zürnt und eifersüchtig auf das gute Verhältnis zu Mia ist. Ausserdem weiss sie selbst nicht, was sie in Bezug auf Nissim fühlt - bzw. wird das als blosse Affäre gewichtet. Eine Art Arbeitskollegen mit gewissen Vorzügen. Aufgrund einer bestimmten Szene müsste da aber weit mehr sein, doch das kam bei mir überhaupt nicht so an. Ausserdem ist eine Psychologin, die ihr Telefon tagelang nicht abnimmt, für mich nicht glaubwürdig. 

Der Autor baut ein Konstrukt mit vielen Themen wie #MeToo, Missbrauch, Diskriminierung etc. auf. Dadurch wird die Krimihandlung leider zur Nebensache gradiert und ist nur der Aufhänger für diesen Roman. Die Themen zeigen Ausschnitte aus den alltäglichen Problemen in Israel. Somit wäre diese Geschichte als gesellschaftspolitischer Roman oder gar als Zeitzeuge des Lockdowns besser zu lesen, das Attribut Krimi passt leider nicht. 

Ich hoffe, Kinny bleibt eine Eintagesfliege und Alfred Bodenheimer widmet seine Zeit vermehrt wieder Rabbi Klein. 

Fazit: Erwartet habe ich einen Krimi, bekommen einen Lockdown-Roman - hätte ich das gewusst, hätte ich ihn nicht gelesen.

3 Punkte. 

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Cover des Buches Der böse Trieb (ISBN: 9783311125303)
Marapayas avatar

Rezension zu "Der böse Trieb" von Alfred Bodenheimer

Seelengespräch mit Folgen
Marapayavor einem Jahr

Rabbi Klein hat immer ein offenes Ohr für seine Gemeindemitglieder – auch über die Zürcher Gemeinde hinaus. Einmal im Jahr führt er auf Wunsch von Viktor Ehrenreich ein „Seelengespräch“ mit dem Zahnarzt aus der Inzlinger Gemeinde. Nun ist Viktor tot und Rabbi Klein sieht sich plötzlich mitten in diesen Tötungsfall verstrickt, in dem nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Nebenbei verliert er fast seinen Job, reist mal eben nach Israel und zurück und setzt seine Ehe aufs Spiel. Wird er Zeit haben, den Mord auch noch aufklären zu können?  

Dieser Krimi ist pure Entschleunigung und in einem ganz anderen Milieu angesiedelt, als es so üblich ist für das Genre. Das ist erfrischend unterhaltsam. Die Figur des Rabbi Klein ist mir durchweg sympathisch. Seine natürliche Neugier hält die „Ermittlungen“ aufrecht sowie der Ärger von der Inzlinger Kriminalpolizei zum Bespitzeln der Witwe angehalten zu werden. Und ein bisschen lenkt dieser Fall ihn auch von den Schwierigkeiten in der eigenen Gemeinde ab. Diese Einblicke in das jüdische Leben in der Schweizer Gemeinde finde ich als Leser fast spannender als den Mordfall. Das sich aus dem lapidaren Lieferengpass des Etrog, dem traditionellen Fruchtzweig für das jüdische Laubhüttenfest, plötzlich für Klein und seine Gemeinde eine Riesensache entwickelt, verfolge ich staunend. Bis vor das jüdische Gericht soll es gehen. Ach, gibt es neben dem deutschen, Schweizer oder europäischem Recht auch noch ein jüdisches? Und was hat es mit diesem Seelengespräch auf sich? Und innerhalb der Gemeinden gibt es natürlich auch verschiedene Ausprägungen und Schulen des Glaubens? Ich weiß von nichts und blicke auch nicht alles. Aber diese Verwicklungen sind dennoch interessant. Mir ist fast egal, ob Rabbi Klein den wahren Mörder findet. Hauptsache, er kann sich aus dieser Etrog-Affäre herauswinden. Bodenheimers Erzählstil ist ein klein wenig sperrig oder vielmehr kleinteilig ausschweifend, ohne auf den für mich nötigen Punkt zu kommen. Daher auch das Entschleunigungsgefühl. Aber das passt zu Klein und bestätigt ein klein wenig das Klischee des langsamen, bedächtigen Schweizers an sich. Doch auch der langsam Denkende gelangt ans Ziel. Nun ist es am Leser zu entscheiden, ob er mit der Lösung des Falls auch zufrieden ist.          

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Gespräche aus der Community

Ein Mord an der deutsch-schweizerischen Grenze, eine Krise in seiner Zürcher Gemeinde und Ehekrach mit Rivka – nichts als Ärger für Rabbi Klein!

Wir freuen uns auf Eure Meinungen zum Buch! 

Herzlich, 

Euer Kampa Verlag

49 BeiträgeVerlosung beendet
Marapayas avatar
Letzter Beitrag von  Marapayavor einem Jahr

Sehr spät, aber nicht vergessen: meine Rezension zum Bösen Trieb. Vielen Dank, dass ich Rabbi Klein entdecken durfte.

https://www.lovelybooks.de/autor/Alfred-Bodenheimer/Der-b%C3%B6se-Trieb-2750152698-w/rezension/3226162460/


Mein Krimi "Müller und das Lächeln des Hundes" plus "Kains Opfer" von Alfred Bodenheimer plus "Der schöne Tod" sind im Rennen um den 7. Zürcher Krimipreis.

Preisverleihung: Donnerstag, 19. März 2015, 20:00 Uhr, Zürich, Labor Bar, Schiffbaustrasse 3
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