Alfred Bodenheimer Ihr sollt den Fremden lieben

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Inhaltsangabe zu „Ihr sollt den Fremden lieben“ von Alfred Bodenheimer

Rabbi Klein ist Gast in einer Fernsehshow. Ausgerechnet in seinen Armen stirbt wenig später der Moderator. Lejser Morgenroth, der eifersüchtige Freund des Toten, war am Tatort und hat ein Motiv. Verzweifelt bittet er Klein um Hilfe. Gegen den Rat seiner Frau Rivka will der Rabbiner das Verbrechen aufklären und trifft dabei auf eine junge Muslimin, einen katholischen Priester, einen Jungunternehmer und dessen atemberaubend schöne Frau. Dazwischen streitet er mit seinen Schabbatgästen, die drastische Ideen zur Bekämpfung der Feindschaft gegen Juden vertreten. In seinem vierten Krimi bringt Alfred Bodenheimer den gelehrten und beharrlichen Rabbi an seine Grenzen.

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  • Wieder eine gelungene Mischung aus Krimi und rabbinischer Theologie

    Ihr sollt den Fremden lieben
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    18. August 2017 um 08:02

    Der Professor für Jüdische Literatur- und Religionsgeschichte an der Universität in Basel, der 1965 geborene Alfred Bodenheimer, hat vor einigen Jahren mit der Streitschrift „Haut ab!“ seine Stimme in der damals aktuellen Beschneidungsdebatte erhoben und auf sich aufmerksam gemacht, nachdem seine bisherigen Werke zur jüdischen Literatur nur von einem kleinen Fachpublikum wahrgenommen wurden.Nachdem er mit  „Kains Opfer“  2014 seinen ersten Roman vorlegte, einen Kriminalroman,  in dem er nicht nur nachwies, dass er selbst gute Literatur schreiben kann, sondern in dem er den Leser mitten hinein in das Leben und den Alltag eines Schweizer Rabbis führte und in tiefsinnige theologische Reflexionen über zentrale Fragen der Auslegung des Talmuds, hat er die Reihe mit „Das Ende vom Lied“ (2015) fortgesetzt und im letzten Jahr den dritten Fall für Rabbi Klein veröffentlicht unter dem Titel „Der Messias kommt nicht.“Rabbi Gabriel Klein steht als orthodoxer Rabbi einer großen Züricher Synagoge vor. Er predigt, unterrichtet und macht liebend gerne Besuche in Krankenhäusern und Altenheimen bei Mitgliedern seiner Gemeinde. Ein sympathischer Theologe mit Grundsätzen ist Klein, doch er ist durchaus offen auch für neue Gedanken.Die Fälle, die er löst, kommen zu ihm wie die Jungfrau zum Kind, er schlittert geradezu in sie hinein. Wie Alfred Bodenheimer seinen Rabbi die Fälle lösen lässt, hat auch nichts mit klassischer Krimiliteratur zu tun, wo es vor Spannung und Action nur so knistert, auch nicht mit der pastoralen Ermittlungsarbeit etwa eines Pater Brown. Wenn er allerdings mitten in seinem normalen Alltag einem Verbrechen auf die Spur kommt, da springt bei Rabbi Klein etwas an, was ihn bis zur Lösung nicht mehr zur Ruhe kommen lässt.Im vorliegenden neuen Buch „Ihr sollt den Fremden lieben“ Buch ist Rabbi Klein bei einer beliebten Talkshow des Schweizer Fernsehens zu Gast und wird dort von dem bekannten und beliebten Journalisten Kim Nufener interviewt. Stunden später, Gabriel Klein hat das Studio schoin verlassen als, er wegen eines liegengelassenen Handys noch einmal zurückkehrt und sieht, wie der das Studio verlassende Kim Nufener von einem Auto angefahren und schwer verletzt wird. Rabbi Klein  eilt zu Hilfe doch in seinem Arm stirbt der Journalist blutüberströmt.Kurze Zeit später meldet sich nach langen Jahren der inzwischen  als Modedesigner berühmt gewordene Sohn eines orthodoxen jüdischen Gelehrten, Lejser Morgenroth bei ihm, und gesteht ihm, bei diesem Unfall in der Nähe gewesen zu sein.  Er hatte eine homosexuelle Beziehung zu Kim Nufener, die jedoch kurz zuvor zerbrach, weil Kim ihn verlassen hat. Im Verlauf des Buches stellt sich heraus, warum, aber zuvor ist Lejser natürlich dringend tatverdächtig. Auch weil er immer wieder Gabriel Klein  drängt ihm zu helfen, beginnt dieser nachzuforschenWie schon in den ersten drei Bänden verknüpft Bodenheimer genial eine durchaus spannende und verwickelte Handlung, die schlussendlich zur überraschenden Lösung des Falls führt, und eine theologische Debatte, die zunächst parallel läuft, deren Interpretation aber am Ende den Fall lösen hilft.Trotz seiner orthodoxen Grundhaltung hat der Rabbi viel Verständnis für die Menschen und das allzu Menschliche. Bodenheimer hat ihm mit Rivka eine Ehefrau gegeben, die mit eigenem Profil ihm treu zur Seite steht und auch dieses Mal mit einer klugen Beobachtung den entscheidenden Hinweis zur Auflösung liefert.Wieder eine gelungene Mischung aus Krimi und rabbinischer Theologie mit feinen Bemerkungen über die Konkurrenz zwischen Zürich und Basel und vielen Beschreibungen  jüdischen Lebens und Alltags in der Schweiz. Auf den nächsten Fall warte ich mit Spannung.Alfred Bodenheimer, Ihr sollt den Fremden lieben. Rabbi Kleins vierter Fall, Nage & Kimche 2017, ISBN 978-3-31201033-2Der Professor für Jüdische Literatur- und Religionsgeschichte an der Universität in Basel, der 1965 geborene Alfred Bodenheimer, hat vor einigen Jahren mit der Streitschrift „Haut ab!“ seine Stimme in der damals aktuellen Beschneidungsdebatte erhoben und auf sich aufmerksam gemacht, nachdem seine bisherigen Werke zur jüdischen Literatur nur von einem kleinen Fachpublikum wahrgenommen wurden.Nachdem er mit  „Kains Opfer“  2014 seinen ersten Roman vorlegte, einen Kriminalroman,  in dem er nicht nur nachwies, dass er selbst gute Literatur schreiben kann, sondern in dem er den Leser mitten hinein in das Leben und den Alltag eines Schweizer Rabbis führte und in tiefsinnige theologische Reflexionen über zentrale Fragen der Auslegung des Talmuds, hat er die Reihe mit „Das Ende vom Lied“ (2015) fortgesetzt und im letzten Jahr den dritten Fall für Rabbi Klein veröffentlicht unter dem Titel „Der Messias kommt nicht.“Rabbi Gabriel Klein steht als orthodoxer Rabbi einer großen Züricher Synagoge vor. Er predigt, unterrichtet und macht liebend gerne Besuche in Krankenhäusern und Altenheimen bei Mitgliedern seiner Gemeinde. Ein sympathischer Theologe mit Grundsätzen ist Klein, doch er ist durchaus offen auch für neue Gedanken.Die Fälle, die er löst, kommen zu ihm wie die Jungfrau zum Kind, er schlittert geradezu in sie hinein. Wie Alfred Bodenheimer seinen Rabbi die Fälle lösen lässt, hat auch nichts mit klassischer Krimiliteratur zu tun, wo es vor Spannung und Action nur so knistert, auch nicht mit der pastoralen Ermittlungsarbeit etwa eines Pater Brown. Wenn er allerdings mitten in seinem normalen Alltag einem Verbrechen auf die Spur kommt, da springt bei Rabbi Klein etwas an, was ihn bis zur Lösung nicht mehr zur Ruhe kommen lässt.Im vorliegenden neuen Buch „Ihr sollt den Fremden lieben“ Buch ist Rabbi Klein bei einer beliebten Talkshow des Schweizer Fernsehens zu Gast und wird dort von dem bekannten und beliebten Journalisten Kim Nufener interviewt. Stunden später, Gabriel Klein hat das Studio schoin verlassen als, er wegen eines liegengelassenen Handys noch einmal zurückkehrt und sieht, wie der das Studio verlassende Kim Nufener von einem Auto angefahren und schwer verletzt wird. Rabbi Klein  eilt zu Hilfe doch in seinem Arm stirbt der Journalist blutüberströmt.Kurze Zeit später meldet sich nach langen Jahren der inzwischen  als Modedesigner berühmt gewordene Sohn eines orthodoxen jüdischen Gelehrten, Lejser Morgenroth bei ihm, und gesteht ihm, bei diesem Unfall in der Nähe gewesen zu sein.  Er hatte eine homosexuelle Beziehung zu Kim Nufener, die jedoch kurz zuvor zerbrach, weil Kim ihn verlassen hat. Im Verlauf des Buches stellt sich heraus, warum, aber zuvor ist Lejser natürlich dringend tatverdächtig. Auch weil er immer wieder Gabriel Klein  drängt ihm zu helfen, beginnt dieser nachzuforschenWie schon in den ersten drei Bänden verknüpft Bodenheimer genial eine durchaus spannende und verwickelte Handlung, die schlussendlich zur überraschenden Lösung des Falls führt, und eine theologische Debatte, die zunächst parallel läuft, deren Interpretation aber am Ende den Fall lösen hilft.Trotz seiner orthodoxen Grundhaltung hat der Rabbi viel Verständnis für die Menschen und das allzu Menschliche. Bodenheimer hat ihm mit Rivka eine Ehefrau gegeben, die mit eigenem Profil ihm treu zur Seite steht und auch dieses Mal mit einer klugen Beobachtung den entscheidenden Hinweis zur Auflösung liefert.Wieder eine gelungene Mischung aus Krimi und rabbinischer Theologie mit feinen Bemerkungen über die Konkurrenz zwischen Zürich und Basel und vielen Beschreibungen  jüdischen Lebens und Alltags in der Schweiz. Auf den nächsten Fall warte ich mit Spannung.

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  • Etwas zu ruhig im Gesamten

    Ihr sollt den Fremden lieben
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    31. July 2017 um 14:51

    Etwas zu ruhig im GesamtenWie auch in den vorhergehenden drei Bänden versteht es Bodenheimer (als Fachmann für die jüdische Literatur- und Religionsgeschichte) auch im neuen „Fall“ des Rabbi Klein aus Zürich jüdische Gegenwartskultur (vor allem die alltäglichen Aufgaben des Rabbinats und des ebenso alltäglichen Lebens des Rabbi selbst) zu verbinden mit einem Mordfall.Die entsprechenden Bibelstellen und die verschiedenen Möglichkeiten der Auslegung finden homogen ihren Platz im Roman und drängen sich so nicht als „unnatürlich gesetzt“ in den Vordergrund. Und haben im Übrigen mehr mit der Aufklärung des Mordes an einem Talkmaster zu tun, als man auf den ersten Blick und gerade in den Momenten im Buch, an denen die religiöse Tradition angeführt wird, meint.Wie ebenfalls gewohnt ist Bodenheimer kein Verfechter blutrünstiger „Action-Thriller“, sondern verfolgt in aller Ruhe und Bedächtigkeit die Aufklärung des aktuellen Falles durch die Kraft der Deduktion, nicht der körperlichen Raubeinigkeit (die Rabbi Klein auch nicht stehen würde).Einiges aber ist doch an Motiven zu viel gesetzt und anderes (wie vor allem das reibungsvolle Verhältnisse Kleins zur Züricher Mordermittlerin Karin Bänzinger, die selten begeistert von des Rabbis Verwicklungen in ihre Fälle ist) kommt ein wenig zu kurz.Dass das Verhältnis Islam-Judentum, Islam-westliche Gesellschaft und zudem noch die Reibungen innerhalb des Islam (Moral, Stellung der Frau und rigide Handlungen, so in diesen Bereichen etwas „in Unordnung“ sein sollte) wichtig für den Fall und seine Hintergründe sein könnte, hätte letztendlich fast schon gereicht (in Verbindung mit dem religiösen Leben des Judentums und der kleinen „Vereinsmeiereien“ auch in der Synagoge in Zürich, die immer wieder im Roman erheiternde Momente liefern).Das zudem die Frage zur Stellung der Homosexualität im orthodoxen Judentum aufgegriffen wird, der Kindesmissbrauch im Rahmen der katholischen Kirche ein nicht unwesentliches Thema werden wird und dass alles irgendwie versucht wird, miteinander zu verbinden, das ist, bei aller fundierten Darstellung durch Bodenheimer, doch ein wenig zu viel an Thema für den eher schmalen Kriminalroman.Und auch das Ende samt der Aufklärung geschieht ein stückweit zu geräuschlos, wie im Vorbeigehen eher. Hier hätten einige Spanungselemente dem Lesevergnügen doch Vorschub leisten können.Alles in allem ein intelligenter, thematisch etwas überfrachteter, sprachlich gut zu lesender und zudem informativer Roman, der im Gesamten allerdings ein stückweit auch zu ruhig daherkommt.

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