Alfred Bodenheimer Kains Opfer

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Inhaltsangabe zu „Kains Opfer“ von Alfred Bodenheimer

Als ein Mitglied seiner Gemeinde ermordet
wird, ist Rabbi Klein bestürzt. Bald darauf
bittet Kommissarin Bänziger von der Stadtpolizei
Zürich ihn um die Übersetzung einiger
hebräischer E-Mails des Toten, ohne zu
ahnen, dass es mit dem eigenwilligen Rabbi
Klein nicht ganz einfach wird. Denn der
macht sich Sorgen um seine Gemeinde, und
als Klein die Rede zur Trauerfeier vorbereitet
und über den Brudermord Kains nachdenkt,
wird ihm klar, dass er wichtigen Hinweisen
zum Verbrechen auf der Spur ist.
Heimlich beginnt der sympathisch unperfekte
Rabbi zu ermitteln ...

Auftakt zu einer interessanten Krimi-Serie, die einen Einblick in das jüdische Leben gibt

— Bellis-Perennis

Zu Beginn hatte ich etwas Mühe dann wurde es besser bis gut. Abgerundet 3 Sterne mit Potential nach oben :-)

— Thomson

Sehr spannend zu lesen!

— naninka

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    Bellis-Perennis

    Rabbi Gabriel Klein hat die Querelen in seiner jüdischen Gemeinde in Zürich satt und nimmt sich eine Auszeit, um an der Basler Uni an einem theologischen Projekt zu arbeite. Rivka, die beste Ehefrau von allen (copyright Ephraim Kishon) ist naturgemäß wenig begeistert, ahnt sie schon, dass einige Zores auf ihren Gabriel zu kommen. Und recht hat sie!! Klein wird in die Querelen der Basler Gemeinde hineingezogen, als er den erkrankten Rabbi vertritt. Dann wird noch der Anwalt Stephan Hutmacher erschossen, der sich einige Feinde gemacht hat. Menschen mit Motiv gibt es wie Sand am Meer. War’s der Kantor, mit dem Hutmacher im Dauerstreit lag? Jemand, der sich beruflich übervorteilt fühlte? Neonazis, die in der Nähe des Tatorts gesehen wurden? Oder doch eine Beziehungstat? Rabbi Klein trifft zu seiner Überraschung auf Enver Drulovic, jenen Polizeibeamten, den er noch von den Zürcher Morden kennt. Drulovic ist auf Kleins Recherchen angewiesen, weil ihn sein eigenes Team auflaufen lässt, ist er doch dem potentiellen Kandidaten für die Leitung der Kriminalpolizei vor die Nase gesetzt worden. Bei den Ermittlungen verstrickt sich Gabriel in alle möglichen Theorien und wieder einmal ist es Rivka, die den entscheidenden Input zur Lösung des Falles gibt. Meine Meinung: Wie schon in den beiden voran gegangenen Fällen nimmt uns Alfred Bodenheimer in die Welt des Judentums mit. Wir erfahren wieder einiges über die Bräuche dieser Religion. Völlig unaufgeregt und in spielerischer Weise bringt uns der Autor Aspekte der jüdischen Lebensweise bei. Fazit: Sprachlich gut geschrieben und ein schöner Einblick in eine, für die meisten von uns, unbekannte Kultur.

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    • 5

    Bellis-Perennis

    12. December 2016 um 10:50
    Floh schreibt Ah, die Handlung ist ja mal was ganz ausgefallenes. Danke für diesen außergewöhnlichen Krimi Tipp. Klasse!

    Auch Band 1 (Kains Opfer) und 2 (Das Ende vom Lied) sind wirklich lesenswert.

  • Lesechallenge Krimi gegen Thriller 2016

    kubine

    Die Lesechallenge Krimi gegen Thriller geht auch 2016 weiter! Du liest gerne Krimis und kannst so bekannte Ermittler wie Miss Marple oder Commisario Brunetti locker mit Deiner Spürnase abhängen? Oder liegen Dir eher rasante Thriller, bei denen Du schon mal die Nacht zum Tag machst? Dann mach doch mit bei unserer Teamchallenge Krimi gegen Thriller. Welches Team schafft es, die meisten Bücher zu lesen? Wir sind gespannt. Welche Bücher zählen? Als grobe Einteilung soll dabei die Angabe der Verlage dienen. Hat der Verlag es als Thriller eingeordnet, zählt es als Thriller (auch wenn man nach dem Lesen einen anderen Eindruck hat). Bei Krimis ist es ebenso. Alle Arten von Krimis zählen, egal ob historischer Krimi, Regionalkrimi oder Tierkrimi. Es gibt sicher Bücher, bei denen das am Anfang nicht so klar ist. Im Zweifel würden sie dann bei beiden Teams gezählt. Die Regeln: 1. Entscheide Dich für ein Team!2. Die Challenge beginnt am 01.01.2016 und endet am 31.12.2016. Alle Bücher, die im Zeitraum vom 01.12.2015 bis 31.12.2016 erscheinen zählen, auch Neuauflagen , sofern die 2016 erscheinen.Eine Liste mit Neuerscheinungen 2016 die natürlich auch ergänzt wird, findet ihr hier: http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Bestseller-Krimis-und-Thriller-2016-1201869567/#userlistglanzente war so lieb, und hat für jedes Team auch nochmal Listen mit den jeweiligen Neuauflagen erstellt. Ihr findet sie hier: http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Krimiliste-Lesechallenge-Krimi-gegen-Thriller-2016-1208200397/ http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Thrillerliste-Lesechallenge-Krimi-gegen-Thriller-2016-1210040822/3. Zu jedem gelesen Buch wird eine Rezension geschrieben. So kann sichergestellt werden, dass das Buch auch gelesen wurde. Der Link zur Rezi bei LB muss mit angegeben werden. Um die Spannung aufrecht zu erhalten, bitte den Link zur Rezi per PN an mich! Jede PN wird von mir kurz beantwortet, so dass ihr da eine Bestätigung habt, dass sie auch ankam. 4. Auch fremdsprachige Bücher dürfen für die Challenge gezählt werden. Hier muss nur ebenfalls der Erscheinungstermin in den oben genannten Zeitraum fallen. 5. Man kann zu jeder Zeit einsteigen bzw. aufhören. Gelesene Bücher zählen dann ab dem Einstiegsmonat. 6. Wie viele Bücher das jeweilige Team im Monat geschafft hat, wird jeweils Anfang des Folgemonats bekannt gegeben.  Unter allen, die sich an der Challenge aktiv beteiligen, wird am Ende des Jahres eine kleine Überraschung verlost. 7. Mit dem Beitritt zur Challenge erklärst Du Dich mit den oben genannten Regeln einverstanden. Sie haben sich bewährt und werden nicht mehr geändert. Viel Spaß und viel Erfolg! Auf vielfachen Wunsch darf hier geplaudert werden: http://www.lovelybooks.de/thema/Plauderthread-zur-Lesechallenge-Krimi-gegen-Thriller-1077848718/ Team Krimi:  Athene100776  lesebiene27  krimielse  Mira20  glanzente  hasirasi2  Mercado  Bellis-Perennis  Katjuschka  yari  Talitha  Lesezeichen16  dorli  sommerlese  Antek  clary999  wildpony  ChrischiD  janaka  claddy  danielamariaursula  danzlmoidl  buecherwurm1310  tweedledee  Xanaka  Barbara62  mabuerele  TheRavenking  Postbote  buchratte  DaniB83  Maddinliest  Nele75  Lesestunde_mit_Marie  sansol  bibliomarie  claudi-1963  Schalkefan  mistellor Gela_HK MissWatson76 Leserin71 (Matzbach) LibriHolly Wedma Caroas gaby2707 elmidi susawal81 agi507 Shanna1512 Paulamybooksandme DonnaVivi Bambisusuu Gelesene Bücher Januar: 72Gelesene Bücher Februar: 122Gelesene Bücher März: 163Gelesene Bücher April: 111Gelesene Bücher Mai: 180Gelesene Bücher Juni: 128Gelesene Bücher Juli: 112Gelesene Bücher August: 163Gelesene Bücher September: 111Gelesene Bücher Oktober: 147Gelesene Bücher November: 137Gelesene Bücher Dezember: 145 Zwischenstand: 1591 Team Thriller:  Floh  KruemelGizmo  Kasin  Meteorit  AberRush  Leseratz_8  Nisnis  eskimo81  Mone80  lenicool11  lord-byron  hm65  marinasworld  calimero8169  Buchgeborene  MelE  rokat  Inibini  Thrillerlady  BookfantasyXY  zusteffi  DeinSichererTod  krimiwurm  parden  MeiLingArt  DerMichel  Naden  DieNatalie  kn-quietscheentchen  Bjjordison  Artemis_25  heike_herrmann  Nenatie  Claudia-Marina  MissRichardParker  Landbiene   Janosch79  Filzblume  dieFlo  fredhel  (crumb)  Peanut1984 Anni84 kawaiigurl schuermio LillySymphonie little-hope Frenx51 BeaSurbeck Viertelkind Vreny Buecherseele79 ChattysBuecherblog Queenelyza Igela Ambermoon Insider2199 Buchraettin JuliB Helene2014 chipie2909 LisaMariee JoanStef melanie1984 Lisa0312 Gelesene Bücher Januar: 29Gelesene Bücher Februar: 49Gelesene Bücher März: 79Gelesene Bücher April: 69Gelesene Bücher Mai: 98Gelesene Bücher Juni: 60Gelesene Bücher Juli: 149Gelesene Bücher August: 42Gelesene Bücher September: 193Gelesene Bücher Oktober: 118Gelesene Bücher November: 90Gelesene Bücher Dezember: 99 Zwischenstand: 1075

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    • 3931
  • Leserunde zu "Bücherwürmer und Leseratten" von Bettina Mähler

    Bücherwürmer und Leseratten

    ChattysBuecherblog

    Wie Ihr aus dem Titel entnehmen könnt, treffen sich hier die Bücherwürmer und Leseratten. Und zwar zum gemeinsamen SUB-Abbau. Oft stehen wir vor dem Regal und fragen uns, welches Buch wir als nächstes lesen sollen.  Hier kommt die Lösung. Wir lesen einfach nach einem Monatsmotto. Das Ganze funktioniert so: Ich gebe jeweils zum Monatsanfang ein neues Motto bekannt (siehe Unterthema) und dann heißt es: ran an die Bücher...ran an den SUB. Viel Spaß!

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    • 1460
  • Rabbi Klein ermittelt ...

    Kains Opfer

    Bellis-Perennis

    15. October 2016 um 19:10

    Nachum Berger, beliebter Lehrer an einer jüdischen Schule in Zürich, wird tot aufgefunden.Rabbi Klein wird von der Kriminalpolizei um Hilfe ersucht, da der Tote mehrere Nachrichten in hebräischer Sprache erhalten hatte und die übliche Übersetzerin wegen eines Unfalls im Ausland im Krankenhaus liegt.Klein ist behilflich, doch das was er entdeckt, raubt ihm einigermaßen den Seelenfrieden. Abgründe tun sich rund um Berger auf. Taucht doch ein E-Mail auf, aus dem Klein schließt, dass der Tote ein Verhältnis mit einer verheirateten Frau aus der Gemeinde hat. Für streng gläubige Juden ein absoluter Tabubruch. Der Rabbi ermittelt auf eigene Faust. Er entdeckt, dass es das „Stille Wasser“ faustdick hinter den Ohren und Ehefrau samt Sohn in Israel hatte. Er besucht die verlassene Ehefrau, die „Aguna“, die wie es die jüdische Kultur vorschreibt, ein einsames Leben führt. Wird er den Tod des Lehrers aufklären können?Alfred Bodenheimer gibt uns einen tiefen Einblick in das jüdische Leben. Wir erfahren viel über die Lehre und Vorschriften.Fazit:Ein sehr interessanter Krimi mit Einblick in unbekannte Welten. 

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    • 6
  • Das Buch Hiob

    Kains Opfer

    walli007

    23. September 2015 um 09:24

    Der Lehrer an einer jüdischen Schule in Zürich wird  tot aufgefunden. Die Gemeindemitglieder sind entsetzt. Rabbi Klein muss sich einer Aufgabe stellen, von der er nie erwartet hätte, dass sie auf ihn zukommt. Lehrer Berger war beliebt, aber dennoch ohne Verwandte. Kommissarin Bänziger bedient sich seiner Sprachkenntnisse des Hebräischen, weil die amtliche Übersetzerin ausgefallen ist. Und so wird der Rabbi an den Ermittlungen beteiligt, zu denen er sich als Gemeindevorstand beinahe für besser geeignet hält als die Polizei.  Tatsächlich erfährt der freundliche aber auch neugierige Rabbi einige Details aus dem Leben des Opfers, die bisher unbekannt waren. Allerdings erweckt er den Eindruck, als lasse seine bessere Kenntnis der internen Strömungen der kleinen Gemeinde ihn etwas selbstgerecht werden. Mit seiner Einmischung verhilft er Kommissarin Bänziger zwar zu einigen Erkenntnissen, doch verdreht er auch Details, was zu Entwicklungen führt, deren Ausgang das Gewissen des Rabbis belasten.  Schon etwas enervierend wie besserwisserisch Rabbi Klein auftritt, anstatt offen mit der Kommissarin zusammen zu arbeiten, meint er den Fall selbst aufklären zu können, da er die Mentalität seiner Gemeindemitglieder besser einzuschätzen versteht als die Polizei. In Teilen mag das sicherlich stimmen, doch kann man auch den Eindruck gewinnen, ohne die zweifelhafte Mitarbeit des Rabbis hätte sich einiges verhindern lassen. Gewitzt ist er dieser Rabbi, eine gute Frau hat er und liebenswerte Töchter, doch lieber hätte er, wie es die Kommissarin bemerkt, kein Polizeibüro aufmachen sollen.  Einen interessanten Einblick in das Wirken des Rabbis in seiner Gemeinde gewährt der Autor seinen Lesern. Seine große Kenntnis über das jüdische Zürich bereichert ungemein und auch die Aufklärung des Todesfalls gestaltet sich überraschend und spannend. Schwierig jedoch wird es für den unkundigen einigen Gedanken des Rabbis zu folgen. Am Ende wünscht man sich zwar, beim nächsten Mal möge er schlauer sein, man wünscht sich aber auch, es möge ein nächstes Mal geben. 3,5 Sterne

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  • Der beste Zürich-Krimi 2014 ist ...

    Müller und das Lächeln des Hundes

    RaphaelZehnder

    10. March 2015 um 11:21

    Mein Krimi "Müller und das Lächeln des Hundes" plus "Kains Opfer" von Alfred Bodenheimer plus "Der schöne Tod" sind im Rennen um den 7. Zürcher Krimipreis.

    Preisverleihung: Donnerstag, 19. März 2015, 20:00 Uhr, Zürich, Labor Bar, Schiffbaustrasse 3

  • Ein Rabbiner ermittelt

    Kains Opfer

    Buecherwurm1973

    03. December 2014 um 15:01

    Gabriel Klein sieht sein Amt als Rabbiner als Berufung. Mit Hingabe kümmert sich um seine Aufgabe. An einem  Freitagnachmittag sitzt er an seiner Predigt zum Schabbat, als er vom Tod seines Freundes Nachum Berger erfährt. Die Kommissarin Bänziger braucht seine Hilfe. Er soll Emails vom Hebräischen übersetzen. Die Dolmetscherin sei krank. Eigentlich will er diese erst nach dem Schabbat lesen. Doch erliegt seiner Neugierde und liest sie vorher. Darunter ist eine Warnruf an Berger. Abgesendet von „gilag“. Er kommt zum Schluss, dass diese Mail von Gila Gut aus der orthodoxen Gemeinde stammen muss, mit der Berger wahrscheinlich ein Verhältnis hatte. Dies teilt er der Kommissarin mit. Bald darauf liest er in der Zeitung, dass der Ehemann von Frau Gut verhaftet wurde. Ist er wirklich der Täter? Rabbiner Klein hat Zweifel und beginnte eigenmächtig zu ermitteln.   Der kriminalistische Plot ist eher lau. Spannung kommt eigentlich auch nie richtig auf. Dafür wird der Leser mit einem detailreichen Einblick in das Leben der Juden in der Schweiz belohnt. Ein Glossar am Ende des Buches erklärt die Begriffe aus dem Judentum.   Der Schreibstil des Autors ist sehr lebendig. Alles sehr lebensnah beschrieben. Der Leser schlüpft in die Rolle des Rabbiners. Aus seiner Sicht wird die Story erzählt. Seine Art zu schreiben finde ich aussergewöhnlich. Wenn er zum Beispiel erzählt wie die Rabbiner zum Präsidium hetzt, wird die Szene lebendig. Man spürt die Hektik, den Verkehr und die innere Unruh des Protagonisten.   Auch wenn das Buch nicht besonders spannend ist, wurde ich glänzend unterhalten. Ich habe den Rabbiner gerne bei seinen eigenmächtigen Ermittlungen begleitet.  Ich würde gerne wieder ein Buch von diesem Autor lesen.

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  • Gelungene Mischung aus Krimi und rabbinischer Theologie

    Kains Opfer

    WinfriedStanzick

    03. December 2014 um 11:36

      Der Professor für Jüdische Literatur- und Religionsgeschichte an der Universität in Basel, der 1965 geborene Alfred Bodenheimer, hat im vergangenen Jahr mit der Streitschrift „Haut ab!“ seine Stimme in der damals aktuellen Beschneidungsdebatte erhoben und auf sich aufmerksam gemacht, nachdem seine bisherigen Werke zur jüdischen Literatur nur von einem kleinen Fachpublikum wahrgenommen wurden.   Nun legt er mit dem Buch „Kains Opfer“ seinen ersten Roman vor, einen Kriminalroman, in dem er nicht nur nachweist, dass er selbst gute Literatur schreiben kann, sondern in dem er den Leser mitten hinein in das Leben und den Alltag eines Schweizer Rabbis führt und in tiefsinnige theologische Reflexionen über  zentrale Fragen der Auslegung des Talmuds.   Rabbi Gabriel Klein steht als orthodoxer Rabbi einer großen Züricher Synagoge vor. Er predigt, unterrichtet und macht liebend gerne Besuche in Krankenhäusern und Altenheimen bei Mitgliedern seiner Gemeinde. Ein sympathischer Theologe mit Grundsätzen ist Klein, doch er ist durchaus offen auch für neue Gedanken.   Als ein Mitglied seiner Gemeinde, der allseits beliebte Lehrer Nachum Berger ermordet wird, steht Klein vor völlig neuen Herausforderungen. Denn für die Lösung des Falles erbittet die damit befasste Kommissarin Bänziger seine Mithilfe. Er soll einige in den Unterlagen Bergers gefundene Emails aus dem Hebräischen ins Deutsche übersetzen, weil die zuständige Dolmetscherin der Behörde gerade im Urlaub ist. Selbst überrascht von ihrem Inhalt, täuscht Gabriel Klein zunächst einen anderen Inhalt vor und beginnt danach, sich selbst mit dem Fall zu befassen, zumal der Tod Bergers in seiner Gemeinde eine große Aufregung verursacht. Wer hat Nachum Berger getötet und warum? Fragen nach der Schuld, nach den Motiven für diese Tat und die Verantwortung für seine Gemeinden lassen den Rabbi Klein nicht ruhen.   Eine neue Interpretation der Geschichte von Kain und Abel, die er in einem Thorakurs einen Abend nach dem Tod Bergers vorstellt, bringt ihn auf entscheidende Ideen nach den Motiven des Mörders. Denn dass es der ultraorthodoxe Josef Gut aus der Gemeinde des Rabbi Goldfarb gewesen ist, mit dessen Frau Nachum Berger ein Verhältnis hatte, bezweifelt Gabriel Klein von Anfang an. Kains Opfer von „der Frucht der Erde“ so erklärt Klein, sei wie eine Kompensation gewesen für die Sünde seiner Eltern, die eine verbotene  Frucht gegessen hatten und dafür aus dem Paradies vertrieben worden waren. Er wollte mit diesem Opfer so etwas wie Sühne für das Vergehen der Eltern und damit ins Paradies zurück. Das jedoch ist für immer verschlossen. Deshalb nimmt Gott Kains Opfer nicht an. Wohl aber Abels, der Tiere tötet und Gott ein wertvolles Tier opfert. Er weiß sozusagen, dass der Tod zur Realität gehört. Abel war bereit, das Teuerste zu opfern das er besaß. Das wollte Kain überbieten und erschlug Abel. Als Opfer.   Und der Rabbi zieht eine Verbindung: „Es kann doch sein, dass der Grund, einen Menschen zu töten, nicht der nächstliegende ist, sondern ein verborgener.“   Mit dieser Einsicht ermittelt Rabbi Klein auf eigene Faust und macht sich auf die für den Leser sehr spannende Suche in die Vorgeschichte Bergers.  Er erweist sich als unerschrockener Wahrheitssucher, dessen Mut den Leser beeindruckt und begeistert.   Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen und wäre über eine  Fortsetzung dieser Mischung aus Krimi und rabbinischer Theologie sehr froh.

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  • Schweizer Pendant für Kemelmans Rabbi

    Kains Opfer

    ChiefC

    26. August 2014 um 15:18

    Harry Kemelmans kriminalistisch begabter Rabbi David Small hat ein aktuelles europäisches Pendant bekommen: dank Alfred Bodenheimers erstem Roman „Kains Opfer“, in dem der liberale Zürcher Rabbiner Gabriel Klein (!) einen Mordfall aufklärt. Die Kriminalgeschichte selbst ist nicht atemberaubend, enthält keinerlei Actionelemente und lebensbedrohliche Situationen. Dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, ist Bodenheimer ein spannender Roman gelungen, ein Stück hervorragend geschriebene Literatur, das keine Sekunde langweilt. Der Leser bekommt dabei einen kleinen Einblick ins zeitgenössische Judentum mit seinen liberalen und orthodoxen Strömungen in Europa und in Israel, seinen Regeln und deren Auslegung. Und das geschieht ganz ungezwungen, ohne dass man den Eindruck hat, genau diesen Einblick will der Autor seiner vielleicht zum größten Teil nichtjüdischen Leserschaft vermitteln. Trotz leichter Feder vermittelt Bodenheimer tiefe Gedanken, die er aber nicht schwer und „erklärerisch“ in den Text fallen lässt, sondern mit eleganter Selbstverständlichkeit mit der Handlung und seinen Charakteren verknüpft:  über die verschiedene Interpretation von Bibeltexten und welche Auswirkungen diese für den Leser haben, über die moralische Abwägung von Handlungen und ihre Konsequenzen, über Verantwortung zum einen dem Mitmenschen gegenüber, zum anderen dem Gesetz. Bodenheimers Charaktere sind vielschichtig und, auf, gerade mal rund 220 Seiten, besser ausgeleuchtet als viele Protagonisten in manchen doppelt und dreifach so langen Romanen. Ein hervorragend komponierter und ganz und gar nicht überkonstruiert wirkender Plot, ein mit Intellekt, Gefühl und Humor geschriebenes Buch. Was will man mehr? Eine Fortsetzung! Das war hoffentlich nicht Gabriel Kleins erster und letzter Fall.    

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  • Filigraner „Fall“ in jüdischer Gemeinde

    Kains Opfer

    michael_lehmann-pape

    Filigraner „Fall“ in jüdischer Gemeinde Von Beginn an zieht zunächst die elegante, klare, Bilder und Emotionen bestens transportierende Sprache Bodenheimers in angenehmster Weise den Leser mitten hinein in diesen Kriminalfall. Und zudem in das ganz alltägliche „Rabbinatsleben“ und damit in das Leben der liberalen jüdischen Gemeinde in Zürich, deren Rabbi Gabriel Klein seit Jahren ist. Ganz abseits vielleicht noch gängiger Vorurteile gegen einen „staub-trockenen“ Stil von Professoren, bietet Bodenheim einen sehr lebendigen Erzählfluss, während dessen er immer wieder auf sehr natürliche (und nicht belehrende) Weise so manche Besonderheiten der jüdischen Weltsicht (und ihrer Unterschiede untereinander) plastisch vor Augen führt. Selbst vor verzwickteren Fragen der talmudischen Textauslegung schreckt Bodenheim dabei nicht zurück und zeigt auch an diesen Stelle sein großes Talent, in verständlichen Worten den Leser mit hinein zu nehmen in solche Fragen. Ohne dabei den Leser zu verwirren, noch entscheidende Fragen (Kain und Abel, Opfer, ein mögliches, ganz neues Verständnis vom Wort „schlichter Mann“ in Bezug auf Hiob und einiges mehr) in ihrer Tiefendimension zu verwässern. Hier setzt bereits die Eingangsfrage, warum die Bibel in innerem ersten Wort mit dem „zweiten“ Buchstaben des hebräischen Alphabets beginnt statt, wie eigentlich zu erwarten wäre, mit dem ersten Buchstaben dieses Aplphabets, den Beginn einer gut lesbaren, anregenden und informativen Lektüre, die sich um den Tod eines Lehrers einer liberalen jüdischen Schule in Zürich dreht. Letztlich wird der gesamte Fall von Totschlag, der Rabbi Kleins Eingreifen erst auslöst, mehr und mehr mit der jüdischen Lebensweise und in bestimmten Gruppen geltenden Werten viel zu tun haben. „Herr Rabbiner, sie stellen immer die eine Frage zu viel“, maßregelt die ermittelnde Kommissarin an einer Stelle den recherchierenden Klein. Doch er kann nicht anders. Sein Pflichtgefühl, sein langsames Erkennen, was mit diesem Tod des Lehrers alles im Hintergrund mitschwingen könnte, lassen ihm keine Ruhe. Ein Fall, der ihn vor entscheidende Gewissensfragen mit führen wird und in dem, außer seiner geliebten Frau, wenig andere ihn zu unterstützen vermögen. Doch hartnäckig ist er, der Rabbi. Liberal und „modern“, was Bodenheim am Vergleich mit einer orthodoxen jüdischen Haltung in Israel aufweist, um an dieser Stelle zugleich dem Leser einen fast spielerischen Überblick über die unterschiedlichen Strömungen innerhalb der jüdischen Tradition und des jüdischen Lebens in Europa und Israel mit auf den Weg zu geben. In Verbindung mit den immer dramatischer sich entpuppenden Umständen des Todesfalles ergibt sich so eine sehr informative, hervorragend konzipierte, fundierte und dabei noch überaus unterhaltsame Lektüre, die (eher ungewollt) zu einer Zeit den Weg auf den Markt findet, in der eine Hinwendung und ein tieferes Verständnis des „modernen jüdischen Lebens“ angesichts all der „alten Parolen“ wichtig ist. Eine sehr empfehlenswerte Lektüre

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    • 2

    Floh

    19. August 2014 um 12:18
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