Alfred Bratt

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Alfred BrattDie Welt ohne Hunger
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Die Welt ohne Hunger
Die Welt ohne Hunger
 (6)
Erschienen am 19.03.2018

Neue Rezensionen zu Alfred Bratt

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Rezension zu "Die Welt ohne Hunger" von Alfred Bratt

Zwischen Macht, Gier und Utopie
herrzettvor 5 Monaten

"Die Welt ohne Hunger" von Alfred Bratt begleitet mich nun schon eine Weile und das in vielerlei Hinsicht. Obwohl dieser Roman erstmalig 1916 veröffentlicht wurde, hat er auch noch heute eine ungeheure Aktualität. Wie der Titel es bereits erahnen lässt, geht es in diesem Buch nicht nur um den Hunger als solches, auch Kapitalismus und Sozialismus halten Einzug und das nicht ohne Grund.

"Die Verteilung der Werte, wie sie heute besteht, ist ungesund und rechtlos. Die grenzenlose Stapelung der Kapitalien auf der einen Seite und die mit dem Mangel der primitivsten Entwicklungsmöglichkeiten verbundene Wertlosigkeit auf der anderen Seite..."

In dieser Geschichte geht es um den Wissenschaftler Alfred Bell, der eine ganz besondere Erfindung für die Menschheit bereithält. Er will die "Kluft zwischen Arbeiter(n) und Unternehmer(n)" mindern, den Ärmsten die Möglichkeit geben zu überleben und den Hunger der Welt besiegen. Doch gerade dies lässt ihn zunächst mehr und mehr am Hungertuch nagen. Auf der Suche nach den finanziellen Mitteln und Geldgebern gerät Bell in die Hände eines sehr einflussreichen Anführers, der die untere Klasse gegen die Obrigkeit mehr oder minder aufhetzen und Bells Erfindung für Machtspiele missbrauchen will. "Ich bin das Dunkel, das Ihnen fehlt, das Schwarz, ohne das alles Weiß eine himmlische Illusion bleibt! Sie und ich - wir könnten erobern ... wenn Sie wollten ..." Als durch ihn Bells Erfindung durch die Zeitungen inszeniert ans Licht kommt und den Druck auf ihn erhöhen, will Bell nur eins: raus! Raus aus dieser Situation. Er will keine Marionette in einem truglosen Spiel sein, sondern der Gesellschaft helfen. Eine Utopie, wie es scheint, doch ein tragischer Unfall bringt ihn dann in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wo seine Erfindung auf mehr als offene Ohren stößt ...

"Die anderen aber kümmerten sich nicht um die Opfer, die zu Fall kamen; ohne hinzublicken, setzten sie sich darüber hinweg, ohne anderen Gedanken als des eigenen Vorteils, ohne anderes Gefühl als der Selbsterhaltung und der persönlichen Gier."

Ich muss zugeben, es ist zunächst etwas ungewohnt, gar schwierig in diesen Roman hereinzufinden, was an der zwar sehr detaillierten, aber für heute Sicht doch recht ungewohnten Erzählweise liegen könnte. Ich kann auch noch nicht mal sagen, dass die Geschichte mich als solches mitgerissen hat. Es sind eher die Hintergründe, die hier faszinieren. "Die Welt ohne Hunger" ist nämlich ein Roman mit ganz vielfältigen Einflüssen. Neben den Spannungen und Machtkämpfe der Arbeiterklasse und gehobeneren 'Elite' kommen der Einfluss der Presse, die fortschreitende Industrialisierung und die Hoffnung auf eine bessere Welt zu tragen. Ein Roman voller Gesellschaftskritik, der nach wie vor nicht aktueller sein könnte. Heutzutage wäre er ein guter Vergleich mit der Grundsicherung in Deutschland möglich. Wie viel ist zu wenig und wann lohnt es sich überhaupt noch zu arbeiten? Doch Bratt geht irgendwie noch weiter. Er zeigt, wie Spannungen und Unzufriedenheiten aufgrund von Hilfestellungen entstehen und warum es unmöglich scheint, aus einer Utopie heraus eine Realität werden zu lassen. Es wäre alles so einfach, wenn der Mensch nicht wäre, doch Neid, Egoismus und Wettkampf, können so einiges zerstören.

"Gerecht ist - was man erwirbt, erkämpft. Sie aber wollen schenken, Bell! Das ist der Fehler in Ihrer Rechnung. Blicken Sie zurück bis zum Anfang aller Dinge - Sie sehen, daß alles Kampf war, ist und sein muß! Sie aber rühren an das, das die Grundlage allen Kämpfens, allen Fortschritts ist. Sie wollen Hunger töten."

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Rezension zu "Die Welt ohne Hunger" von Alfred Bratt

Klassiker zu neuem Leben erweckt
Petrisvor 6 Monaten

Dieser Roman, der wunderschön ausgestattet ist (hochwertige Bindung mit Leinenrücken, Lesebändchen, Illustrationen aus der Feder des Herausgebers, gelungenes historisch anmutendes Cover), ist ein Kleinod aus dem kleinen aber feinen Wiener Verlagshaus edition atelier.

Seine Vorgeschichte, die uns der Herausgeber Jorghi Poll in einem Interview erzählt, und die ich erst im Nachhinein las, passt wunderbar zu dieser spannenden Geschichte. In einem roten Bändchen fand es der Herausgeber „zufällig“ in einem Buchantiquariat, fand es interessant und entschied, es neu herauszugeben.

Zu seiner Zeit war Bratts Roman ein Bestseller, aber nachdem das Archiv des ursprünglichen Erich Reiss Verlags in den Wirren des zweiten Weltkrieges verloren ging, ist wenig von Verlag, Autor und Roman bekannt.

Im Roman geht es um den Chemiker Alfred Bell, der selber aus der Arbeiterklasse stammt, sich gebildet und studiert hat und eine Formel entdeckt hat, mit der er den Hunger ein für alle Mal besiegen könnte. Doch benötigt er Geldgeber, um die Theorie in Realität umzusetzen. Und da wird es schwierig. Er will, dass seine Erfindung öffentlich bleibt, allen zur Verfügung steht und nicht für Machtpolitik, wirtschaftliche Zwecke oder sonstige eigennützigen Interessen missbraucht wird.

Seine Suche führt ihn nach Paris, London und New York. Kurz scheint er, am Ende seiner Träume angekommen zu sein und seine Utopie in die Realität umgesetzt zu haben. Doch,… Der Mensch ist, wie er ist,…

Der Schreibstil von Alfred Bratt ist am Anfang etwas ungewohnt. Es wird alles sehr genau beschrieben, für unsere Verhältnisse langsam erzählt, doch je mehr man sich daran gewöhnt, desto mehr taucht man in die Geschichte ein, die eine Mischung aus Darstellung der realen Lebensumstände der Menschen damals, etwas Science Fiction, viel Gesellschaftskritik und einer Prise Utopie ist.

Mir gefiel der Roman sehr gut. Ich musste mir Zeit lassen beim Lesen, immer wieder zurück blättern und das Gelesene sacken lassen, auch mit der Rezension musste ich noch ein wenig warten, um die Eindrücke zu verarbeiten.

Ein sehr schönes Buch, ideal für alle Leser*innen, die gerne anspruchsvolle Literatur lesen und dennoch dabei gut unterhalten werden wollen. Ich bin froh, dass das rote Büchlein aus dem Antiquariat zu neuem Leben erweckt wurde!

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Tulpe29s avatar

Rezension zu "Die Welt ohne Hunger" von Alfred Bratt

Schöner Traum
Tulpe29vor 6 Monaten

Ein sehr informatives Buch über ein leider heute noch hochaktuelles Thema. Die Welt könnte längst ohne Hunger sein. Genügend Ideen und Mittel dagegen gab und gibt es. Aber die Menschen lernen nichts dazu, wiederholen  immer wieder die Fehler der vorangegangenen Generationen. Leute wie Bell investieren so viel in ihre Forschungen und Ideen, aber es wird noch ewig dauern, bis sich ihre Vision erfüllt.
Dieser zeitlose Roman ist heute noch so wichtig wie  damals bei seinem Erscheinen.

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Für diese Leserunde verlosen wir 10 Exemplare des druckfrischen Romans »Die Welt ohne Hunger« von Alfred Bratt, der am 19. März erscheint.

Über das Buch
Anfang des 20. Jahrhunderts steht der Chemiker Alfred Bell kurz vor der Entwicklung einer Formel, die den Hunger der Welt besiegen könnte. Ohne die nötigen finanziellen Mittel ist er jedoch auf Unterstützung von außen angewiesen. Auf der Suche nach Hilfe muss Bell bald erkennen: Seine Weigerung, die Erfindung wirtschaftlich oder populistisch auszubeuten, verschafft ihm einflussreiche Feinde.
Alfred Bratt vereint in seinem Roman mitreißende Spannung mit hochaktueller Gesellschaftskritik. Angesichts der Debatten rund um Begriffe wie »Hartz IV«, »Mindestsicherung« oder »bedingungsloses Grundeinkommen« behält Die Welt ohne Hunger auch mehr als hundert Jahre nach der Erstveröffentlichung seine gesellschaftspolitische Relevanz.

Mit einem Nachwort und zahlreichen Illustrationen von Jorghi Poll.

Über den Autor
Der Wiener Autor und Lektor Alfred Bratt (* 1891 in Wien, † 1918 in Berlin) avancierte in den 1910er-Jahren neben Hans Braun und Egon Erwin Kisch zum »Prince des poètes« und Kaffeehausliebling der Berliner Bohème im auch »Café Größenwahn« genannten Café des Westens. Sein Roman Die Welt ohne Hunger, den er im November 1916 im Alter von nur 26 Jahren veröffentlichte, wurde innerhalb kürzester Zeit ein immenser Erfolg, der ihn international bekannt machte. Knapp zwei Jahre später starb Alfred Bratt an einer Lungenentzündung.

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