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EditionAtelier

vor 7 Monaten

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Für diese Leserunde verlosen wir 10 Exemplare des druckfrischen Romans »Die Welt ohne Hunger« von Alfred Bratt, der am 19. März erscheint.

Über das Buch
Anfang des 20. Jahrhunderts steht der Chemiker Alfred Bell kurz vor der Entwicklung einer Formel, die den Hunger der Welt besiegen könnte. Ohne die nötigen finanziellen Mittel ist er jedoch auf Unterstützung von außen angewiesen. Auf der Suche nach Hilfe muss Bell bald erkennen: Seine Weigerung, die Erfindung wirtschaftlich oder populistisch auszubeuten, verschafft ihm einflussreiche Feinde.
Alfred Bratt vereint in seinem Roman mitreißende Spannung mit hochaktueller Gesellschaftskritik. Angesichts der Debatten rund um Begriffe wie »Hartz IV«, »Mindestsicherung« oder »bedingungsloses Grundeinkommen« behält Die Welt ohne Hunger auch mehr als hundert Jahre nach der Erstveröffentlichung seine gesellschaftspolitische Relevanz.

Mit einem Nachwort und zahlreichen Illustrationen von Jorghi Poll.

Über den Autor
Der Wiener Autor und Lektor Alfred Bratt (* 1891 in Wien, † 1918 in Berlin) avancierte in den 1910er-Jahren neben Hans Braun und Egon Erwin Kisch zum »Prince des poètes« und Kaffeehausliebling der Berliner Bohème im auch »Café Größenwahn« genannten Café des Westens. Sein Roman Die Welt ohne Hunger, den er im November 1916 im Alter von nur 26 Jahren veröffentlichte, wurde innerhalb kürzester Zeit ein immenser Erfolg, der ihn international bekannt machte. Knapp zwei Jahre später starb Alfred Bratt an einer Lungenentzündung.

Hier geht's zur Leseprobe!

Es gibt 10 Exemplare (5 Printexemplare & 5 E-Books) zu gewinnen*, einfach bis zum 13. März für ein Buch bewerben. Bitte gebt an, ob ihr lieber ein Printexemplar oder ein E-Book lesen wollt.

Wir freuen uns auf eure Bewerbungen und eine spannende Leserunde,
euer Team der Edition Atelier

* Die Gewinner/innen sind gebeten, im Anschluss an die Leserunde ihre Rezensionen hier bei LovelyBooks und auch auf weiteren Foren (eigenen Blogs, bei amazon etc.) zu verfassen und uns diese gern zu mailen. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.
Vielen Dank!

Buch: Die Welt ohne Hunger
2 Fotos

Joachim_Tiele

vor 7 Monaten

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Vielen Dank für die herzliche Einladung zur Leserunde! Ich denke, dass ich nach der Leserunde zu "Marylin" von Arthur Rundt meine Affinität zu österreichischen Romanciers des frühen 20. Jahrhunderts, die aus dem Journalismus kamen und bald nach ihrem Tod in Vergessenheit gerieten, nicht mehr groß "belegen" muss ;-).

Nachdem ich von "Marylin" "nur" ein Ebook bekommen habe (und alle, die es je in der Hand hatten, nur vollen Lobes über die Ausstattung des gedruckten Buches waren), hätte ich diesmal tatsächlich gerne ein Printexemplar, wenn es möglich ist (aber bevor ich gar kein Buch bekomme, nehme ich natürlich auch die Digitalausgabe, wenn Ihr versteht, was ich meine... ;-)).

Sabrinaliest

vor 7 Monaten

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Das Buch hier klingt auch total interessant und weckt meine Neugier, da würde ich gerne wissen wie es weitergeht und außerdem sagen viele Leser Gutes darüber. Da lohnt es sich doch auch mal reinzuschnuppern :)

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EditionAtelier

vor 5 Monaten

Fazit/Rezensionen
@Petris

Herzlichen Dank, wir freuen uns sehr über die tolle Besprechung - und natürlich, dass die abenteuerliche Geschichte von Alfred Bell gefallen hat! Ein schönes Wochenende & herzliche Grüße aus der Edition Atelier

Antek

vor 5 Monaten

Fazit/Rezensionen
@Petris

Jep ich bin auch schon gespannt, was der tolle Verlag als nächstes im Angebot hat.

Joachim_Tiele

vor 5 Monaten

2. Teil
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Zunächst muss ich mich bei den MitleserInnen wie beim Verlag für meine lange „Auszeit“ hier in der Runde entschuldigen. In alle Abschnitte noch mal richtig einzusteigen dürfte wohl eher keinen Sinn machen, aber ich werde bald meine Rezension nachliefern.

Dennoch möchte ich an dieser Stelle noch auf mein persönliches Lesehighlight in diesem Buch hinweisen, und wie es dazu geworden ist. Es ist die Flugepisode auf den Seiten 106-113, genauer von „Es war ein Tag voller blendender Winterlust (…)" bis „(…) und einer Schar flachstirniger Schuppen bestand.“ Ich fand die Passage in ihren Beobachtungen und Beschreibungen zunächst einfach nur wunderschön und in ihrer sprachlichen Präzision beeindruckend.

Jede und jeder liest anders, hat unterschiedliche Assoziationen zu einem Text. Bei mir waren es Franz Kafkas Zeitungsartikel „Die Aeroplane in Brescia“ aus dem Jahr 1909 und Robert Olen Butlers Kurzgeschichte „This is Earl Sandt“ aus dem Jahr 2003, die ein Flugereignis aus dem Jahr 1913 zum Gegenstand hat.

Kafkas Text war tatsächlich ein Zeitungsartikel, eine Gelegenheitsarbeit aus einer Italienreise mit zwei Freunden, die in der Morgenausgabe der deutschsprachigen, in Prag erscheinenden Zeitung „Bohemia“ des 29. September 1909 erschienen war. Der Text gilt als die erste Beschreibung von Flugzeugen in der deutschsprachigen Literatur. Darüber hinaus gilt die Geschichte gewissermaßen als die Erfindung der „bewegten Perspektive“ in der Literatur: „Als Koordinaten des Sehens verlieren hier Nähe und Distanz ihre Unterscheidungsmerkmale. Der Blick in die Weite des Horizonts bei der Beschreibung der in den Himmel aufsteigenden Flugzeuge lässt alle Grenzen zerfließen. Der Text ahmt eine menschliche Wahrnehmungspraxis nach, die Ruhepunkte sucht, um Bewegungseindrücke verarbeiten zu können“ (aus Wikipedia, Link folgt). Bratt geht insofern ein Stück weiter, als er die Perspektive der Flugpassagiere hinzufügt, also die „Sichtweise auf die Welt“ in einer Zeit als kaum jemand je geflogen ist, substanziell erweitert. Weder gab es Flugsimulatoren auf Rechnern noch YouTube-Videos mit Landeanflügen, sondern es war allein die Sprache, die hier das „Kopf-Kino“ der LeserInnen erzeugen musste. Dies ist nicht nur – so empfinde zumindest ich es – in Bratts Text gelungen, sondern auch in der kongenialen Illustration auf den Seiten 110 und 111, die für mich aus allen Illustrationen des Buchs hervorsticht. Danke dafür!

Robert Olen Butler ist trotz Pulitzer-Preis und weiterer Auszeichnungen eher einer der US-Autoren der „zweiten Reihe“ in dem Sinne, dass er wohl nie ins Deutsche übersetzt werden wird, anders als sein Freund und Kollege Richard Ford, mit dem er gelegentlich verglichen wird. „This Is Earl Sand“ ist eine Story aus einer Kurzgeschichtensammlung, die von historischen Postkarten und ihren Absendertexten inspiriert ist. Eine Karte zeigt den historisch verbürgten Flugpionier Earl Sandt unmittelbar vor seinem tödlichen Absturz am 22. Juni 1913. Butler lässt seinen Icherzähler zum ersten Mal in seinem Leben ein Flugzeug sehen und zum fiktionalen Fotografen des Postkartenmotivs werden. Interessant aus topologischer Perspektive ist, dass der Icherzähler durchaus einen Vergleichsmaßstab für ein „Flugerlebnis“ hat, nämlich den Blick aus einem New Yorker Hochhaus im Jahr 1909 (dem Jahr, in dem Kafkas Geschichte geschrieben wurde). Diese Erfahrung lässt ihn gewissermaßen identifikatorisch selbst fliegen, in seiner Vorstellung „Earl Sandt sein“. Sein achtjähriger Sohn benötigt diese „Vorerfahrung“ nicht. Er setzt sich Earl Sandts Pilotenbrille auf, die er am Absturzort gefunden hat, breitet seine Arme aus und rennt über die Wiese. „Schau, Papa“, ruft er, „ich bin Earl Sandt“. Der „Bogen der Perspektiven“ ist also geschlossen: Bei Kafka ist es die Perspektive vom Boden aus auf ein in Bewegung befindliches technisches Objekt, bei Bratt tritt die Perspektive des Fluggastes hinzu, bei Butler braucht der Erwachsene die „Brücke“ des Hochhausblicks für seine Vorstellungskraft, dem Kind reicht die reine Imagination; es kann am Boden bleiben und sich gleichzeitig in höchste Höhen aufschwingen.

Dass ich die Texte von Kafka und Butler kannte, ist reiner Zufall. Und es hat bei der Lektüre der Passage bei Bratt auch nicht sofort „geflasht“. Erst beim zweiten Lesen habe ich „Kafka? Aeroplane?“ an den Rand geschrieben. Bis mir Butler wieder eingefallen ist, hat dann noch ein paar Wochen gedauert, und das obwohl ich erst durch Butlers Geschichte auf Kafka gekommen war: Da es das Wort „airplane“ 1913 im Englischen wohl noch nicht gab, benutzt Butler „aeroplane“ – und beim Googeln nach der Wortherkunft bin ich dann auch auf den Kafka-Text gestoßen…

Es ist jetzt natürlich ein höchstpersönliches und individuelles Leseerlebnis, das sich hier für mich mit Bratts Buch verbindet, nichts von dem ich glaube, dass es „essentiell“ zum Verständnis des Romans beiträgt. Aber ich hatte eine ganze Reihe vergleichbarer Erlebnisse bei der Lektüre (über die zunächst vermutete und später bestätigte Parallele zu Bernhard Kellermanns „Der Tunnel“ hatte ich ja an anderer Stelle schon geschrieben). Für mich persönlich ist das Buch ein ganz besonderes und großartiges Leseerlebnis. Jetzt muss ich nur noch meine Begeisterung bei Gelegenheit auf ein „verträgliches Maß“ bringen, damit ich eine auch für Dritte nachvollziehbare Rezension hinbekomme, die nicht die Ausmaße eines Buches oder zumindest längeren Aufsatzes annimmt… ;-)

Für diejenigen, die neugierig geworden sind, kommen dann gleich noch ein paar kommentierte Links in einem eigenen Post.

Joachim_Tiele

vor 5 Monaten

2. Teil
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@Joachim_Tiele

Hier jetzt die angekündigten Links.

Der Wikipedia-Artikel zu Kafkas „Die Aeroplane in Brescia“: https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Aeroplane_in_Brescia (dort auch Links zum faksimilierten Artikel und zum Text)

Robert Olen Butler: „This Is Earl Sandt“: http://www.jstor.org/stable/41402361 (Die Geschichte ist zunächst in einer Literaturzeitschrift erschienen, die bei JSTOR geführt wird. Man muss sich dort zwar anmelden – Nutzername, Email, Passwort –, bekommt aber nie von denen Post. Aktuell kann man pro Monat sechs verschiedene Artikel aus deren Angebot kostenlos online lesen.)

Thematisch geht es bei der Sache mit den Perspektiven natürlich um ausschließlich durch Sprache erzeugtes anspruchsvolles „Kopf-Kino“. Dazu gibt es einen schönen gedruckten Vortrag von Robert Olen Butler: „Cinema of the Mind“ im „Journal of the Short Story in English“, einer französischen Literaturzeitschrift in englischer Sprache: https://journals.openedition.org/jsse/1314 (Hier ist keine Anmeldung erforderlich und man kann sich den Artikel auch als PDF herunterladen.) Kafka und die „Areoplane“ kommen darin nicht vor, dafür aber etwa Dickens und Hemingway, und auch eine Passage aus dem Alten Testament wird im Stil eines Westerns von Sam Peckinpah analysiert… Im Wikipedia-Artikel zu Kafka wird ein Buch mit dem Titel „Kafka und der Film“ zitiert, wodurch sich der Kreis schließt ;-).

herrzett

vor 4 Monaten

Fazit/Rezensionen

Ohje, irgendwie hab ich anscheinend meine Rezension etwas versaubeutelt. Hier nun ein Nachtrag. Und danke für diese Leserunde! Auch wenn etwas mehr Beteiligung schön gewesen wäre, empfand ich es dieses Mal tatsächlich recht hilfreich sich über den gegebenen Inhalt auszutauschen und noch einmal andere Ansichten zu erfahren.
Danke! :)

https://www.lovelybooks.de/autor/Alfred-Bratt/Die-Welt-ohne-Hunger-1508704555-w/rezension/1565189947/

Antek

vor 4 Monaten

Fazit/Rezensionen
@herrzett

Ja ich fand den Austausch auch gewinnbringend.

EditionAtelier

vor 3 Monaten

Fazit/Rezensionen

Hallo in die Runde! Herzlichen Dank für die Diskussionen und den Austausch - es war eine spannende Leserunde für uns. Über Rezensionen freuen wir uns übrigens auch jetzt noch :-) Viele Grüße aus Wien - das Team der Edition Atelier

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