Alfred Hayes

 4 Sterne bei 24 Bewertungen
Autor von In Love, Alles für ein bisschen Ruhm und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Alfred Hayes

In Love

In Love

 (15)
Erschienen am 02.02.2015
Alles für ein bisschen Ruhm

Alles für ein bisschen Ruhm

 (7)
Erschienen am 25.07.2016
Das Mädchen auf der Via Flaminia

Das Mädchen auf der Via Flaminia

 (1)
Erschienen am 01.01.1951
My Face For the World to See

My Face For the World to See

 (0)
Erschienen am 22.08.2013
In Love

In Love

 (1)
Erschienen am 01.01.1111
In Love (Penguin Modern Classics)

In Love (Penguin Modern Classics)

 (0)
Erschienen am 26.01.2017

Neue Rezensionen zu Alfred Hayes

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lesestundens avatar

Rezension zu "Alles für ein bisschen Ruhm" von Alfred Hayes

Ein hervorragender Roman
lesestundenvor 2 Jahren

Mit Alles für ein bisschen Ruhm legt der Hanser Verlag eine zweite hervorragend gelungene Neuauflage von Alfred Hayes vor. Das Flair der 50er Jahre, das verrauchte, dekadente, melancholische und verlorene Leben, das wenig perfekte aber sehr stimmungsvolle Bild einer Liebesgeschichte, ergibt einen hervorragend gelungenen Roman. Mit seinen schnellen Dialogen, der klaren Sprache und der aussagekräftigen Geschichte ist es ein Lesegenuss, der leider aufgrund seines geringen Umfangs viel zu schnell vorbei ist. Ein Buch, das ich sehr empfehlen kann. Ähnlich wie bei den Neuauflagen von Gaito Gasdanow hoffe ich wirklich sehr, dass der Hanser Verlag diese fortsetzt.

Ausführliche Rezension: http://www.lesestunden.de/2016/09/alles-fuer-ein-bisschen-ruhm-alfred-hayes/

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Insider2199s avatar

Rezension zu "Alles für ein bisschen Ruhm" von Alfred Hayes

Das Scheitern in der Traumfabrik Hollywoods überschattet auch die Liebe!
Insider2199vor 2 Jahren

Das Scheitern in der Traumfabrik Hollywoods überschattet auch die Liebe!

Der 1911 in London und 1985 in Kalifornien gestorbene Autor arbeitete sowohl als Reporter als auch als Regisseur und Drehbuchautor (2 Oskar-Nominierungen für „Paisà“ (1946) (R: Roberto Rossellini) und „Teresa“ (1951). Sein Roman „The Girl on the Via Flaminia“ (1949) wurde mit einem meiner Lieblingsschauspieler Kirk Douglas verfilmt („Act of Love“ (1953)). „In Love“ – für mich ein Highlight des letzten Jahres! – stammt aus dem Jahr 1953 und wurde mit vorliegendem Roman [engl. Titel: „My Face for the World to See” (1958)] – von mir bereits mit großer Spannung erwartet – fortgeführt.

Zum Inhalt: Hollywood in den 50-igern: der Ich-Erzähler, ein verheirateter Mann aus New York, der regelmäßig für ein paar Monate als Drehbuchautor für die großen Studios in LA arbeitet, rettet auf einer Strandparty eine junge Frau vor dem Ertrinken. Die junge Frau träumt wie so viele in dieser Stadt als Schauspielerin entdeckt und berühmt zu werden, sie fühlt den Druck, ihrer Familie in der Provinz etwas beweisen zu müssen, aber jedes Mal scheitert sie bereits beim Vorsprechen. Obwohl sie bereits schlechte Erfahrungen mit verheirateten Männern gemacht hat, lässt sie sich auf den sehr viel älteren Mann ein und ein evtl. Scheitern ist fast schon vorprogrammiert.

Meine Meinung: Mit großer Spannung habe ich diesen Roman erwartet, und ich muss sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde. Ich kann zwar nicht ganz erkennen in welcher Weise dieses Werk eine Fortsetzung von „In Love“ darstellen soll – außer dass es sich wohl offensichtlich um die gleiche Hauptfigur handelt, die dem Autor wohl nicht sehr unähnlich zu sein scheint – aber stören tut es mich in keinster Weise, denn inhaltlich und v.a. sprachlich bin ich mal wieder sehr angetan, inspiriert, beeindruckt und fasziniert.

Sprachlich ist der Roman also auf dem gleichen anspruchsvollen Niveau wie der Vorgänger. Mich beeindruckte wie der Autor die Dialoge gestaltete, aus einer Mischung von direkter und indirekter Rede. Ich weiß zwar nicht, ob dieser Stil evtl. veraltet ist, weil man ihn zumindest nicht oft antrifft, aber mir persönlich gefiel er sehr gut. Inhaltlich mag in diesem Buch nicht viel passieren, sprachlich dafür umso mehr. Interessant fand ich v.a., dass wir die Frau – hpts. durch die indirekte Rede – immer nur durch die Brille des Mannes sehen (auch gefällt mir bei diesem Beispiel, wie der Autor die Stimmung der Frau subtil darstellt, nicht durch Erklärungen, sondern einfach durch das, was sie tut und v.a. sagt – ein sehr schönes Beispiel für die richtige Anwendung von "Show, don't tell"):

    „Sie warf den Kopf zurück und lachte. Sie wirkte sehr gelöst. Sie sei wieder frei. Ich hätte keine Ahnung, wie schön es sei, wieder frei zu sein, sich nicht zu fragen, ob man jemanden liebe oder nicht. Das sei so öde, die Liebe. Immer besorgt zu sein, so furchtbar besorgt zu sein, etwas Falsches zu sagen oder etwas Falsches zu tun. Sie sei froh, all das los zu sein, all diese Fragen. Ob mir nicht aufgefallen sei, wie unwohl sie sich in den letzten Wochen gefühlt habe? Sicher sei mir das aufgefallen. Ich sei doch ein so aufmerksamer Beobachter. Sicher hätte ich bemerkt, wie unnatürlich es für sie sei, immer nett zu sein. Das sei sie schließlich gewesen, nicht wahr? All die Wochen. Grauenhaft nett. So besorgt um mich. Um meinen Eindruck von ihr. Sie habe sich so sehr eine gute Beziehung zu einem Mann gewünscht. Sie habe schon so viele Beziehungen ruiniert.
    Nun ja, sie sei töricht gewesen. Wo denn die Frau mit den Martinis bleibe? Für einen Martini brauche man doch nicht so lange. Ein Martini sei schließlich etwas ganz Simples. Ob ich, der aufmerksame Beobachter, Ausschau nach der Kellnerin halten könne? Und ob ich ihr den Gefallen tun könne, nicht so ein Gesicht zu machen. Wie viele Martinis sie bestelle oder trinke, gehe mich nichts an. Ihr Leben müsse mich nicht mehr interessieren. Für mich sei die Ankunft am Montagmorgen wichtig. Sie bitte mich nur, dafür zu sorgen, dass die Kellnerin sich mit diesem komplizierten Martini beeile, und wenn ich das nicht wolle oder das zu schwierig für mich sei, würde sie bestimmt einen anderen finden, der das übernimmt.
    Ich bezweifelte nicht, dass sie das könne.
    Und wie sie das könne. Und jetzt wolle sie mich nur noch um einen Gefallen bitten, einen Gefallen könne ich ihr noch tun. Ob ich sie, bevor dieser lange, dieser schöne, dieser ereignisreiche Abend endgültig vorüber sei, verdammt noch mal mit diesem missbilligenden Gesichtsausdruck verschonen könne. Sie habe es satt: meine Billigung oder meine Missbilligung.“

Der einzige Wehrmutstropfen: das Lesevergnügen ist viiiiel zu kurz! Ich weiß gar nicht, ob man das Buch als Roman bezeichnen kann, es ist eher eine Novelle bzw. eine etwas längere Kurzgeschichte.

Fazit: Ein leider viel zu kurzes Werk, das die Qualität des Vorgängers wiederholt, für mich ein erneutes Highlight – daher vergebe ich die vollen 5 Sterne und empfehle es jedem, der sprachlich Anspruchsvolles mag.

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Miamous avatar

Rezension zu "Alles für ein bisschen Ruhm" von Alfred Hayes

Ein unrühmliches Paar....
Miamouvor 2 Jahren

Was tut man nicht alles für ein bisschen Ruhm…oder in diesem Fall – Was tut frau alles für ein bisschen Ruhm. Sehr pointiert und spitz rechnet Alfred Hayes anhand seiner zwei Protagonisten mit der Traumwelt Hollywoods ab.

Los Angeles an einem heißen Sommerabend. Er beobachtet, wie Sie im Meer von einer Welle verschluckt wird und rettet Sie. Sie steht in seiner Schuld und will sich bei ihm bedanken, woraufhin Er Sie zum Essen ausführt. Aus den Essen wird schnell mehr und sehr bald wachen die beiden im Schlafzimmer nebeneinander auf. Er ist verheiratet, Sie hat schlechte Erfahrungen mit verheirateten Männern, trotzdem lassen sich beide auf das Spiel ein. Er arbeitet in den großen Filmstudios Hollywoods, Sie möchte Schauspielerin werden. Was würde sich da besser anbieten, als sich bei ihm anzubiedern. Er sagt „Ich liebe dich“ zu ihr, weil es zum Drehbuch gehört und beide wissen, dass die ganze Sache nicht gut ausgehen kann.

Alfred Hayes gibt seinen beiden Figuren keinen Namen, was sie sehr distanziert wirken lässt, aber er gibt dem Leser einen großen Einblick in die Psyche seiner beiden Protagonisten. Während Er an gewissen Stellen doch mit seinem schlechten Gewissen zu kämpfen hat, dass er seine Frau betrügt, die er im Grunde nicht mehr liebt, von der er sich aber auch nicht scheiden lassen wird, hat Sie Probleme ganz anderer Art. Sie erzählt ihren Eltern, die auf der anderen Seite von Amerika leben, dass sie ein großer Star in Hollywood ist. Ein Mädchentraum, der nicht in Erfüllung gegangen ist. Obwohl Sie schön ist, will niemand sie haben und so kommt es, dass sie mit Männern ins Bett geht, die ihr vielleicht zu ihren großen Durchbruch verhelfen könnten. Glücklich ist Sie mit diesem Leben nicht und da sie depressive Anwandlungen hat, geht sie regelmäßig zu einem Psychologen.

Sie ist wirklich gut gezeichnet und erst nach und nach entdeckt der Leser, was für Abgründe in ihr schlummern, trotzdem kann man Distanz halten. Man versinkt nicht in Mitleid ihr gegenüber, weil man sich denkt, dass Sie Möglichkeiten hätte aus diesen Teufelskreis auszubrechen. Gleichzeitig erkennt man aber anhand ihrer Person, die sehr dunklen Schattenseiten Hollywoods. Er erzählt die Geschichte und analysiert Sie ziemlich genau. Aber auch Er kann kein Mitleid für sie aufbringen. Er will er aus der Misere helfen, kann aber nicht wirklich, weil er sonst sein ganzes Leben aufgeben müsste. So rührt es ihn auch gar nicht, dass Sie trotz seiner Bemühungen wieder ein erfolgloses Vorsprechen erleben muss und seine Reaktion am Ende des Buches garantiert Gänsehautfaktor. Extrem kalt und so nach dem Motto, dass das Leben sowieso weitergehen müsse, komme was wolle.

Alfred Hayes hat einen sehr interessanten Schreibstil. Gekonnt wechselt er zwischen direkter und indirekter Rede und setzt immer wieder kleine ironische Spitzen, die einem trotz der eher düsteren Atmosphäre schmunzeln lassen können.

„Alles für ein bisschen Ruhm“ ist in den 50ern erstmals erschienen, hat aber meines Erachtens, thematisch nicht an Aktualität verloren.

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