Alfred Lansing

 4.4 Sterne bei 43 Bewertungen
Autor von 635 Tage im Eis, ENDURANCE und weiteren Büchern.

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Rezension zu "635 Tage im Eis" von Alfred Lansing

Packender als jeder fiktive Thriller!
Papillionvor 2 Jahren

Ich habe das Buch durch Zufall beim Stöbern entdeckt und bin restlos begeistert! Das Buch handelt von Shackletons Expedition in die Antarktis mit dem Schiff Endurance. 28 Männer kämpfen ums nackte Überleben im Eis. Gleich auf den ersten Seiten wird man direkt ins Geschehen hineinkatapultiert. Ich finde, dass das Buch eigentlich in Schulen gelesen müsste, da man so viel lernen kann. Was mich am meisten fasziniert hat war welchen Naturgewalten die Abenteurer ausgesetzt waren, mit was für einer Einstellung die Mannschaft die Tage überstanden hat und was sie alles erleiden mussten und trotzdem ihren Humor nicht verloren haben. Wie schon bereits in meinem Titel beschrieben ist dieses Buch absolut spannend und man hofft nur, das nichts Schlimmeres passiert. Das Buch liest sich sehr flüssig und basiert teilweise auf Tagebüchern der Expeditionsteilnehmer. Auch ein paar Fotos in der Buchmitte veranschaulichen diese Expedition. Ich bin auf jeden Fall auf den Geschmack gekommen und kann es nur wärmstens empfehlen. Man lernt sehr viel über Verantwortung, Strategien und wie unfassbar mutig diese Männer waren. Man überlege, ein Holzschiff fährt ins Packeis! Es ist in so vielen Facetten inspirierend. Mein nächstes Buch wird Amundsen und Scott sein - das sind waschechte Abenteuer!

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Asmoss avatar

Rezension zu "635 Tage im Eis" von Alfred Lansing

Rezension zu "635 Tage im Eis" von Alfred Lansing
Asmosvor 6 Jahren

Meine Weltreise auf dem Rücken der Bücher führte mich diese Mal in die Antarktis, wo 1915 eine Truppe wagemutiger Männer unter der Führung von Ernest Shakleton die erstmalige Durchquerung ebendieser plante. Das Buch erzählt die Geschichte der Crew der Endurance, die – noch bevor sie ihre eigentliche Mission antreten konnte - dem Packeis zum Opfer fällt, festfriert und schlussendlich sinkt. Die Männer finden sich ohne Schiff auf dem Meer wieder und kämpfen fortan ums Überleben.
Das Buch ist sehr spannend geschrieben, was mich bei einem Tatsachenbericht immer besonders freut. Der Autor schrieb das Werk mithilfe der Tagebücher einiger Crewmitglieder, sowie der Hilfe verschiedener Zeitzeugen, was den Inhalt des Buches sehr lebendig werden lässt. So erklärt es sich, dass man bis zum Schluss mit den Männern auf dem Eis zittert und um ihr Leben bangt, obwohl man von Beginn des Buches an weiß, wie die Geschichte rund um die Shakleton-Expedition ausgegangen ist.

Die Reise in ihrem Ganzen ist ausführlich, aber nicht erschöpfend erzählt, sodass man die Strapazen dieser zwei Jahre miterleben, aber nicht durch sich immer wieder wiederholenden Ereignisse in den Schlaf erzählt wird, immerhin sind große Unterhaltungen auf irgendwelchen Packeisschollen irgendwo im Meer eher begrenzt verfügbar. Die Bedenken bei einem derartigen Buch liegen deshalb meist darin, dass das ‚große Abenteuer’ im Prinzip schon nach wenigen Kapiteln, wenn nicht gar Seiten, eigentlich bereits tot erzählt ist. Man trifft normalerweise auf zwei inhaltlichen Möglichkeiten, wie ein derartiges Buch aufgebaut ist: der realitätsnahen und der ausschmückenden. Erstere zählt die Fakten auf und ist dabei meist derart einschläfernd [oder kurz angebunden], dass man das Ende nur schwer erreicht [oder viel zu schnell], während der Autor bei Letzterem die eigentlichen Ereignisse im Zuge von Begriffen wie ‚künstlerischer Freiheit’ nach Belieben ausschmückt, bis man eher das Gefühl hat einen achten Harry Potter Band in der Hand zu halten. ‚635 Tage im Eis’ hingegen elegant schafft den Spagat, belässt es bei den Fakten und beleibt trotzdem – meist durch Zitate aus den ausführlichen Tagebücher der Besatzung – durchwegs unterhaltsam und spannend.

Der einzige Wehmutstropfen sind die Männer an sich, welche einem niemals so nahe kommen können, wie es bei erfundenen Charakteren der Fall ist. Einige werden nur spärlich erwähnt, die meisten nur oberflächlich dargestellt und nur sehr wenige schaffen es einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Natürlich ist es in einem derartigen Buch sehr schwer den Figuren die Tiefe zu geben, die Charaktere in der Regel benötigen, immerhin handelst es sich hier um reale Personen, deren Charakter wohl kein Autor wahrheitsgemäß wiedergeben könnte. Trotzdem waren es genau diese kleinen und teilweise kurzen Ausbrecher, wenn mal ein Mann z.B. etwas Dummes [nicht im Sinne von leichtsinnig] getan hat, die dem Buch das gewisse Etwas gegeben haben. Sofern die Tagebücher und die Zeugenberichte in diese Richtung mehr hergegeben hätten, hätte man das Buch ruhig großzügiger damit ausstatten können. Es hätte mich allgemein nicht gestört mehr über die Männer zu erfahren.

Als besonderes Extra sind auch einige Fotos dem Buch beigefügt, welche es dem Leser einfacher machen sich die Ereignisse auf dem Packeis vorzustellen. Der Kampf zwischen dem Packeis und dem Schiff wird greifbar, immerhin dürften wenige Leser jemals erlebt haben, wie ein eigentlich stabiles Schiff von gefrorenem Wasser mit spielender Leichtigkeit zerquetscht wird.

Im Laufe des Buches lernt man viele Dinge und Fakten, nicht nur bezüglich der Seefahrt. Es ist amüsant sich vorzustellen, dass all die feinen Damen mit ihren Burberry-Handtäschchen im Karomuster wahrscheinlich nicht wissen, dass dieselbe Luxusmarke vor über hundert Jahren die Mäntel der Shakleton-Expedition gefertigt hat.

Am Ende der Lektüre bleibt nichts außer Respekt für die Männer übrig, die zwei Jahre gekämpft gehaben: um die Expedition, ihr Schiff, Essen und nicht zuletzt ihr eigenes Leben und das der anderen Crewmitglieder. Man stellt sich die Frage, ob es Männer wie diese heute noch gibt [und damit meine ich keinen Felix Baumgartner, der zehn Minuten durch die Luft segelt…]. Wäre es in der heutigen Zeit möglich, dass eine ganze Gruppe gestandener Männer einem einzigen von ihnen vertraut und dessen Anweisungen ohne vorgehaltener Waffe befolgen, ohne dass mindestens fünf davon Zeter und Mordio brüllen, zwei sich aus menschenrechtlichen Gründen weigern und einer heimlich einen Meuchelmord plant, um die Herrschaft an sich zu reißen. Natürlich wäre in der heutigen Zeit auch mindestens ein Vegetarier dabei, sowie zwei Tierschützer und so weiter. Aber vielleicht lag es tatsächlich nur an den stets hoch gelobten Führungsfähigkeiten von Ernest Shakleton.
Teilweise habe ich das Gefühl, dass wir in den letzten hundert Jahren sicher vieles gewonnen [an Erkenntnis in der Forschung, im Rechtssystem usw.], aber auch eine Menge verloren haben, nicht zuletzt gewisse Tugenden [und Fähigkeiten, denn es ist beeindruckend, was die Männer der Expedition irgendwo im nirgendwo geleistet haben und das in einer Zeit mit deutlich weniger technischen Hilfsmitteln].
Ich war sogar ein kleines Bisschen enttäuscht, dass ich in einer Zeit lebe, in der unsere Welt schon dermaßen erforscht ist, dass große territoriale Entdeckungen nur noch auf fernen Planeten möglich sind und ein ganz kleines Bisschen hatte ich das Gefühl, dass die Welt seit damals ein wenig zu klein für den Menschen und seine Suche nach Neuem und Unbekanntem geworden ist.

Fazit:
Ein echtes Abenteuer, heute kaum noch vorstellbar, das fesselt und unterhält und nicht zuletzt auch unter die Haut geht, eben weil alles, was in diesem Buch steht, tatsächlich so geschehen ist. Zudem ist die Geschichte gut und lebendig geschrieben.

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HarryFs avatar

Rezension zu "635 Tage im Eis" von Alfred Lansing

Rezension zu "635 Tage im Eis" von Alfred Lansing
HarryFvor 7 Jahren

Für jemanden, der sosehr von der Kälte fasziniert ist, wie ich, war das natürlich ein "Must-Read". Die Erlebnisse der Shackleton Expedition ist allerdings nicht nur für "Eissüchtige" oder Abenteurer interessant.
Der Pioniergeist, der Einsatz, die Aufopferungsgabe der beteiligten Männer ist auf jeder Seite spürbar, wozu auch die immer wieder eingewobenen Tagebucheinträge ihr Schärflein beitragen.

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