Alfred Neven DuMont Vaters Rückkehr

(4)

Lovelybooks Bewertung

  • 5 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(1)
(3)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Vaters Rückkehr“ von Alfred Neven DuMont

"Vater und Sohn. Wir sind aus einem Holz. Wir kommen nicht voneinander los." In seinem neuen Roman beschreibt Alfred Neven DuMont sensibel und eindringlich eine von Unverständnis und Schuldzuweisungen belastete Beziehung zwischen Vater und Sohn. Erst als sich beide der Vergangenheit stellen, finden sie einen Weg zueinander. Karl, Anfang vierzig, ist gerade in den Vorstand seiner Bank aufgestiegen, er ist glücklich in der Ehe mit der jüngeren Marie und liebt seine beiden Töchter über alles. Ein Leben auf der Überholspur, nichts scheint ihn aufhalten zu können, als plötzlich sein Vater auftaucht. Der Vater, den er dreizehn Jahre lang für tot gehalten hat und der sich nun auf eine gerade zu unheimliche Weise seines Lebens zu bemächtigen beginnt. Er demontiert nicht nur die glänzende Gegenwart, er zwingt den Sohn auch zu einer Auseinandersetzung mit der Vergangenheit - einer Vergangenheit, die Karl jahrelang verdrängt hat.

Stöbern in Romane

Dann schlaf auch du

Ein Buch in dem man sich selbst wieder findet und der schlimmste Alptraum wird wahr

lesefix213

Der Sandmaler

Schön und mit einfachen Worten hat Mankell dieses frühe Werk verfaßt.

Hennie

Manchmal musst du einfach leben

Die Emotionen werden erstaunlich gut dargestellt

derbuecherwald-blog

Und jetzt auch noch Liebe

wunderschön

KRLeserin

Das Glück meines Bruders

Zwei Brüder über Familie, Glück, Lebenssinn und Liebe: eine Geschichte zum Nachdenken und Reflektieren.

Jessy1189

Ein Gentleman in Moskau

Ich habe ein Lieblingsbuch gefunden, das ich sicher immer wieder zur Hand nehmen werde

Bibliomarie

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Vaters Rückkehr" von Alfred Neven DuMont

    Vaters Rückkehr
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    28. October 2011 um 14:56

    Über eine schmerzliche Beziehung Bei der Verfassung des Buches hat sich Alfred Neven DuMont, der Zeitungsmogul, wohl eher nicht vorgestellt, dass in der nun entstandenen Familiensituation zwischen ihm und seinem Sohn durchaus aktueller Zündstoff allein schon aus dem Titel des Buches heraus im Raume stehen könnte. Oder doch? Wer weiß, wieweit die Wurzeln des aktuellen Konfliktes zurückreichen und ob „Vaters Rückkehr“ tatsächlich nur ein Roman ist, oder ein Spiegel der aktuellen Lebenssituation? Oder eher doch eine Replik auf die eigene Vaterbeziehung? Fragen, die offen bleiben, die auch gar nicht letztendlich beantwortet werden müssen. Denn durch diese Hintergründe, vor allem aber durch die Form und Sprache des Romans, tritt die Geschichte ein in die mögliche Realität und bindet sich durchaus an eine Erfahrungen vieler Leser an (nicht nur der männlichen, auch wenn diese durchaus zuerst sich angesprochen fühlen könnten, als Söhne und Väter). Anders aber zunächst als die handfesten Auseinandersetzungen im wahren Leben der DuMonts zur Zeit beginnt das Buch quasi auf der Sonnenseite des Lebens, auf der sich Karl, ein erfolgreicher Banker, befindet. Alles läuft rund, Familie, Beruf, Umfeld stimmig, wunderbar könnte das Leben sein und bleiben, wenn nicht der längst für tot erachtete Vater Karls auf einmal wieder äußerst lebendig im Raum stehen würde. Nicht irgendein Vater ist es, mit dem sich der Ich-Erzähler des Buches nun auseinanderzusetzen hat, sondern „der“ Vater. Vital. Stark. Übermächtig. Einnehmend im Wesen (Frau und Kinder Karls sind fast umgehend in den Bann des „alten Herren“ gezogen). „Wie gut ist es, wieder zu Hause zu sein“, jubiliert der Vater. Und auch die Haushilfe Käthe lässt sich gerne von diesem Charmeur mit der starken Persönlichkeit herumwirbeln und bezirzen. Mithin das gesamt Umfeld Karls wendet sich dem Vater fraternisierend zu. Seite für Seite fühlt sich Karl mehr und mehr an die Wand gedrückt. Alte Erinnerungen tauchen wieder auf, Erinnerungen an eine unglückliche Familiengeschichte, den Tod der Mutter, die innere Konkurrenz zum Vater, die Karl in jungen Jahren nicht bestehen konnte. Auch augenzwinkernde Geständnisse des Vaters im halbernsten Ton über seine Zeit als „Tango-Vortänzer“ und die tanzbedingte körperliche Nähe zu seiner damaligen Tanzpartnerin (in allen Ehren natürlich, was für eine Frage!) führen nicht zu einer Form erwachsen-freundschaftlichen Verhältnisses. Und auch, als der alten Hans gen Ende des Buches betont, „Du hattest einen Vater, der sich immer um Dich bemüht hat“, kann Karl auch nach diesem neuerlichen Einfall des Vaters in sein Leben nur bitter antworten „Sein Bemühen ist nicht zu mir durchgedrungen“. Höchstens das Bemühendem Sohn immer den Rang abzulaufen. Ihn unten zu halten. Nun eben in dessen eigenen Leben. Das Bemühen eines Vaters, der zu diesem Zeitpunkt schon wieder nicht mehr anzutreffen ist im Leben Karls. So bleibt doch ein Stück offen, inwieweit eine Befriedung beider innerlich tatsächlich möglich war und ob alte Wunden wirklich heilen können, wenn die Personen sich im Wesen nicht ändern. Und es bleibt offen, wieweit Alfred Neven DuMont bei so vielen inneren Ähnlichkeiten in der eigenen Familiengeschichte hier wirklich nur eine Fiktion zu Papier gebracht hat. „Vaters Rückkehr“ ist ein Roman der inneren Auseinandersetzung und trifft das Wesen vieler Vater-Sohn Beziehungen (nicht nur in traditionellen Familienbildern) oft schmerzlich auf den Punkt, bietet Ansätze zu einem Verstehen der Generationen, aber lässt auch resignierende Eindrücke mit zurück. Lesenswert ist die Geschichte des sich „plötzlich wieder als Kind“ innerlich vorfindenden Karl auf jeden Fall.

    Mehr
  • Rezension zu "Vaters Rückkehr" von Alfred Neven DuMont

    Vaters Rückkehr
    Clari

    Clari

    20. September 2011 um 17:16

    Betrug oder echte Liebe zwischen Vater und Sohn? Fast ein wenig übertrieben erscheint der junge Banker Karl in seiner Lust und Lebensfreude! Eine junge, hübsche und liebevolle Frau, zwei reizende Töchter und sein Aufstieg in den Vorstand seiner Bank vergolden sein Leben. Mit überschwänglichen Worten beginnt Alfred Neven DuMont seinen Roman über das Leben eines glücklichen und erfolgreichen Bankers, dem alles zu gelingen scheint. Den Schilderungen mag man kaum glauben. Wo gibt es ein Leben in Reichtum, Schönheit, Wohlstand und ungetrübten Familienglücks? Nun, es sollte nicht so bleiben. Eines Tages nach 13 Jahren Abwesenheit erscheint der tot geglaubte Vater des jungen Helden, und eine Rückwärtsrolle scheint ihren Anfang zu nehmen. Man weiß nicht, woher der Vater kommt, und man weiß nicht, wohin er am Ende geht. Er ist zeitlebens ein Übervater gewesen und ist es heute noch. Überlegen, stark und anziehend für die Frau und Kinder von Karl hängt er sich in dessen Leben hinein. Eine unglückselige Zeit beginnt für diesen, in dem er sich wieder von seinem Vater in den Schatten gestellt sieht, und der frühe Tod der Mutter ein Trauma seiner frühen Kindheit wieder belebt. Subtil, feinfühlig und hintersinnig entwirft der Autor Neven DuMont das Gefüge einer Vater- und Sohnbeziehung, die von Neid, Eifersucht und Konkurrenzstreben gekennzeichnet war. Zwei Männer streiten um die Nähe zu Frau und Mutter. Manches scheint alleine dem Missverstehen geschuldet; doch wahr ist, dass Fantasie und Wirklichkeit einander häufig nicht standhalten können. Die Geschichte wirkt aberwitzig und heiter-traurig. Doch gibt es nicht Anhaltspunkte für ähnliche Geschichten aus dem realen Leben? Alfred Neven DuMont ist weise, klug und Lebens erfahren. Die von ihm aufgezeigten archaischen Strukturen zwischen Vätern und Söhnen sind schon aus der Bibel bekannt. Auch dort sind Väter die mächtigen und überlegenen Rivalen um die Gunst eines ewigen und allmächtigen Gottes. Mit seiner differenzierten Sozialstudie, die sich spannend, anregend und geheimnisvoll liest, ist dem Autor ein kleines Meisterwerk zwischenmenschlichen Missverstehens und des Ringens um Wahrheit und Frieden gelungen.

    Mehr