Alfred Polgar

 3,7 Sterne bei 24 Bewertungen
Autor*in von Das grosse Lesebuch, Marlene und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Alfred Polgar, geboren 1873 in der Wiener Leopoldstadt. Er war Essayist, Kritiker, Erzähler und starb im April 1955 in Zürich.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Alfred Polgar

Cover des Buches Das grosse Lesebuch (ISBN: 9783036951164)

Das grosse Lesebuch

(9)
Erschienen am 01.01.2004
Cover des Buches Marlene (ISBN: 9783442714339)

Marlene

(4)
Erschienen am 14.11.2016
Cover des Buches Das große Lesebuch (ISBN: 9783499238062)

Das große Lesebuch

(4)
Erschienen am 01.09.2004
Cover des Buches Musterung (ISBN: 9783499238079)

Musterung

(2)
Erschienen am 01.09.2004
Cover des Buches Lauter gute Kritiken (ISBN: 9783036951676)

Lauter gute Kritiken

(1)
Erschienen am 22.02.2006
Cover des Buches Im Lauf der Zeit (ISBN: 9783688100675)

Im Lauf der Zeit

(1)
Erschienen am 16.12.2016
Cover des Buches Irrlicht (ISBN: 9783499238093)

Irrlicht

(1)
Erschienen am 01.09.2004
Cover des Buches Kreislauf (ISBN: 9783499238086)

Kreislauf

(1)
Erschienen am 01.09.2004

Neue Rezensionen zu Alfred Polgar

Cover des Buches Musterung (ISBN: 9783499238079)
Trishen77s avatar

Rezension zu "Musterung" von Alfred Polgar

Trishen77
Feingeist der Sprache

       "Was ist Erkenntnis? Doch zumeist nur der Trugschluss, dem man's nicht anmerkt. Wahrheit? Der Irrtum, auf den noch keiner gekommen ist. Und welcher Beweis gilt? Jener, der schlauer geführt wird, als sein Gegenbeweis."
Polgars viel zitiertes, amüsiertes Glaubensbekenntnis.

"Ich glaube an das Gute im Menschen, rate aber, sich auf das Schlechte in ihm zu verlassen."

"Sonderbar, dass die kleinen Nuancen des Lebens so viel Feindseligkeit unter den Menschen bewirken - und das allen gleiche "Sterben-Müssen" so wenig Solidarität."

Es gibt wenige Schriftsteller, die es in der kleinen, kurzen Textform zu Ruhm brachten und bringen. Augusto Monterrosso fällt ein, überhaupt die spanischen Minimalisten. Im deutschen ist ein Triumvirat, deren Mitglieder alle etwa zur selben Zeit lebten und wirkten: Robert Walser mit seinen poetischen Nuancierungen, Träumereien und Spielen (siehe: Der Spaziergang ), Franz Kafka mit seiner alles erschließenden und alles verklitternden Optik, und als ungekrönter Caesar: der Autor, Essayist und Aphoristiker Alfred Polgar.

Genremäßig gehört Polgar allerdings eher zu einer anderen Riege - zu den berühmtes Caféhausliteraten und Feuilletonisten, die sich in den 20er und 30er Jahren in der Weimarer Republik und Österreich hauptsächlich als Freelancer für Zeitungen und Zeitschriften, mit Theaterkritik, sowie dem Kabarett verdingten. Viel von dem, was hier in diesem ersten Band seiner Werkauswahl enthalten ist, hat die Länge eines Zeitungsartikels, vieles davon wurde auch in diesem Medium zuerst veröffentlicht.

Was die Art angeht, habe ich lange überlegt, mit wem Polgar zu vergleichen wäre. Er ist Oscar Wilde nicht unähnlich, allerdings nur, wenn es um seine Beobachtungsgabe und die Genialität und Knappheit seiner Bonmonts und Beobachtungen geht; anders als Wilde war er ein gemäßigter Dandy, lange nicht so monströs und geltungssüchtig, beflissener, wiederum aber wie Wilde von einer festen Größe, nur ohne die großen Gipfel und Abgründe. Scharfsinn und Zweifel sind immer Polgars vorrangige Waffen; mit ihnen geht er die unterschiedlichsten Themen an.

Dieser erste Band Musterung enthält hauptsächlich engagierte Essays/Prosa; im ersten Teil vor allem pazifistische und antifaschistische Glossen, Satiren, Berichte und Betrachtungen, im zweiten Teil allgemeine Zeitspiegel, wie etwas Strafprozesse, Wiener Lebensart, Anekdoten & politische Vorkommnisse. Wer sich an schöner, geschliffener Sprache erfreuen kann und subtilen Witz und Esprit schätzt wird hier immer wieder auf seine Kosten kommen und eine, vor allem stets sehr anregende, Kurzlektüre finden - wer allerdings mehr auf kleine Geschichten, denn auf Zeitgeschehen und Feuilleton setzt, sollte den Band 2: Kreislauf wählen. Irrlicht: BD 3 enthält Literaturkritiken und Szenen aus dem literarischen Leben.

Wer einen kleineren, beschaulicheren Überblick über Polgars Art und Ceuvre erhalten will, kann auch mit diesem schmalen Band beginnen: Im Lauf der Zeit

Es gibt ein Faustfragment von Lessing, in dem der Geist dem Faust auf die Frage: "Was ist das schnellste auf Erden?" die Antwort erteilt: "Der Übergang vom Guten zum Bösen."

Um diesen schnellen Übergang weiß und gegen ihn kämpf Polgar mit aller aufgeboten Menschlichkeit und Bissigkeit. In seinem Engagement steht er dem etwas rauerem Tucholsky und auch Karl Kraus nah, auch Erich Kästner und seine weimarer Lyrik bieten sich als Vergleich an; Polgar stemmte sich gegen Gewalt, Willkür und falsche Objektivität, sowie überschüssige Subjektivität. Errare humanum est - jeder unterliegt dieser Bedingtheit und Alfred Polgar wieß die Menschen nur zu gerne süffisant auf ihre Fehler hin, ohne dabei das Augenzwinkern zu vergessen und dem großen Ideal seines lateinischen Credos mit der Besonnenheit eines Mark Aurel zu folgen, der in seinen Selbstbetrachtungen schrieb: "Die Menschen sind füreinander geboren, also belehre oder ertrage sie."

Cover des Buches Das grosse Lesebuch (ISBN: 9783036951164)
Josef Rechabroms avatar

Rezension zu "Das grosse Lesebuch" von Alfred Polgar

Josef Rechabrom
Rezension zu "Das grosse Lesebuch" von Alfred Polgar

Kolumnen aus dem Alltag in bester sprachlicher Qualität. Genuss am geschriebenen Wort.

Cover des Buches Im Lauf der Zeit (ISBN: B0000BMFH9)
Mephistos avatar

Rezension zu "Im Lauf der Zeit" von Alfred Polgar

Mephisto
Rezension zu "Im Lauf der Zeit" von Alfred Polgar

Antiquariatsbuch von 1954; Kurzer und knapper Erzählstil, oft mit einer Pointe versehen, die zum Schmunzeln und / oder Nachdenken anregt.

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