Alfred Riepertinger

 4.5 Sterne bei 15 Bewertungen
Autor von Mein Leben mit den Toten, Mumien und weiteren Büchern.

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Rezension zu "Mumien" von Alfred Riepertinger

„Mid so ‘na dünnen Schädeldeckn geht ma a ned ins Biazäit“ (Seite 191)
evaflvor 23 Tagen

Wer denkt, dass es Mumien nur in Ägypten gibt, der liegt absolut falsch. Denn auch heute gibt es diese weltweit – eher dort, wo ein trockenes, luftiges Klima herrscht, dann auf natürliche Weise (Mumie heißt, Körper trocknet aus.). Es ist aber auch möglich, dass man sich einbalsamieren lässt, hier ist Alfred Riepertinger, seines Zeichens Präparator, ein Fachmann auf diesem Gebiet. Mit diesem Buch erfährt man vieles über Mumien und lässt einen auf spannende und unterhaltsame Art und Weise an seinen Erlebnissen teil haben.

Als ich kürzlich erfahren habe, dass es von Alfred Riepertinger doch ein zweites Buch gibt, wusste ich, was ich ganz dringend lesen möchte. Sein erstes Buch „Mein Leben mit den Toten“ hat mir schon unheimlich gut gefallen, so dass ich mir anschließend auch mal bei einer Führung in der Siegfried-Oberndorfer-Lehrsammlung dieselbe angesehen habe – und ihn auch persönlich kennenlernen durfte.

Das Thema „Tod“ finde ich vor allem hinsichtlich der Pathologie und Rechtsmedizin (Achtung, das sind nämlich zwei paar Schuhe!) sehr spannend – so erfährt man in der Pathologie etwas über Menschen, die eines natürlichen Todes gestorben sind (und natürlich wird hier auch Gewebe untersucht), in der Rechtsmedizin geht’s aber um Menschen, die eines unnatürlichen Todes gestorben sind (Mord, Unfall, etc.).

In diesem Buch nun kann man einiges über Mumien lesen und lernen, geschrieben ist es wieder sehr angenehm was das Lesen anbelangt. Natürlich kommen medizinische Fachbegriffe vor, aber diese werden größtenteils erläutert, so dass hier keine Unklarheiten zurückbleiben. Für mich war es wirklich verständlich geschrieben – und inhaltlich unheimlich spannend. Man muss aber auch sagen, dass Alfred Riepertinger es versteht, das Thema nicht immer ganz bierernst zu präsentieren. Auch das hat mir echt gut gefallen, denn seinen Humor darf man bei diesem doch eher schwierigen bzw. ungewöhnlichen Thema auch nicht verlieren.

Für mich war es sehr interessant hier noch mehr und vor allem speziell über Mumien zu erfahren. Ich habe das Buch als sehr spannend, informativ, für mich regelrecht fesselnd empfunden – und aber dabei nicht sachlich trocken, sondern mit einer genialen Prise Humor. Ich habe einiges dazu gelernt, habe neue Orte, die nun auf meiner Reiseliste ergänzt werden, gefunden, für mich war es wirklich ein tolles Buch. (Auch wenn das lediglich ein Thema ist, das mich fasziniert, mit dem ich beruflich aber überhaupt nichts anfangen kann.)

Entsprechend kann ich dieses Buch wirklich nur empfehlen und vergebe 5 von 5 Sternen.

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Rezension zu "Mein Leben mit den Toten" von Alfred Riepertinger

Beeindruckend.
evaflvor 2 Monaten

Das Leben endet tödlich. Manchmal kommt jedoch der Tod sehr plötzlich und sehr grausam, so dass diese Toten dann bei Alfred Riepertinger "landen", denn er sorgt dafür, dass Tote wieder "normal" aussehen, die Angehörigen würdig Abschied nehmen können. Gerade bei Unfallopfern oder Suiziden ist dies für die Angehörigen sehr wichtig - und leider sehen die Verstorbenen nach einem Unfall doch eher entstellt aus, darum kümmert sich Alfred Riepertinger um eine gute "Wiederherstellung". Er sargt die Toten auch mit ein und obduziert sie vorher auch, so dass er hier eine gewisse Forschungsarbeite leistet.

Ich möchte gleich zu Anfang mal den Unterschied erklären:

Rechtsmedizin = hier werden Tote untersucht, bei denen von Anfang an klar steht, dass sie einen unnatürlichen Tod gestorben sind

Pathologie = hier werden Tote, die eines natürlichen Todes gestorben sind, obduziert wenn es die Angehörigen wünschen (so kann man u.a. sehen, welche Auswirkungen eine Krankheit hatte etc.), generell befasst man sich in der Pathologie auch mit krankhaftem Gewebe (Histologie), so werden hier auch Gewebeproben (bei Geschwüren/Krebs) untersucht.

Allein ein Vorwort von Mark Benecke zu lesen hat mich dermaßen beflügelt, dass mir in der Bücherei gleich klar war: Mitnehmen, lesen! Sonntag nachmittag, schön auf dem Sofa eingekuschelt habe ich angefangen - und das Buch hat mich nur so in seinen Bann gezogen. Ich wollte einfach nur lesen, lesen, lesen.

Der Autor schildert seine Fälle, die er so abgewickelt hat, sehr anschaulich, das mag nicht für jeden angenehm sein bzw. sollte man vielleicht nicht unbedingt während des Essens lesen. (Wobei: Essen und Lesen zusammen halte ich bei einem Buch für schwierig...). Jedoch erhält man so einen wirklich guten Einblick und kann sich manches bildlich vorstellen - wenngleich ich selbst bisher weder Gehirnmaße noch Kopfhaut gesehen habe, noch bei einer Obduktion dabei war. (Wenngleich es mich seeeehr reizen würde.)

Die geschilderten Fälle handeln von Suiziden, von Unfallopfern bis hin zu Toten des Königshauses Liechtenstein. So war unter anderen Rudolf Moshammer "zu Gast" bei Alfred Riepertinger, Roy Black war bei ihm seine sonnengebräunteste Leiche die er je hatte, die Mädchen von Krailling (Doppelmord von Krailling) wurden von Riepertinger ansehlich gemacht.

Gerade bei solchen Todesfällen muss selbst er sich - verständlicherweise! - zusammen reißen, die Faust darf nur in der Tasche geballt sein... Verständnis für eine solche Tat kann da wohl keiner äußern. Jedoch kann man auch nicht in die Menschen hinein schauen, so galt es im Fall eines 15jährigen, der sich im Keller die Schrotflinte in den Mund schob und abdrückte, das Gesicht wieder herzurichten. Man kann die einzelnen Menschen nicht immer verstehen, warum sie sterben (möchten).

Alfred Riepertinger schildert alles sehr eindrucksvoll und den Tod als einen natürlichen Gang des Lebens, Tote sähen friedlich aus, wären "eigentlich wie immer", könnten sich eben nur nicht mehr äußern. All das lässt einen das Ganze dann etwas entspannter hinnehmen können, wobei ich selbst bisher auch keinen Toten aus meinem Verwandten-/Bekanntenkreis gesehen habe.

Das Buch hat mich regelrecht gefesselt, ich konnte es fast nicht aus der Hand legen, wobei ich es partout nicht vor dem Schlafen gehen direkt gelesen habe, solch ein Buch darf bei mir nicht mit ins Schlafzimmer "wandern". Träumen möchte ich dann doch lieber von anderen Dingen. ;) 
Die Erzählweise im Buch hat mir sehr gut gefallen, es kommen zwar fachliche Begriffe vor, diese werden jedoch gut und sachlich erklärt, notfalls kann man ja manches auch immer noch einmal nachschlagen. Manchmal hat man das Gefühl, Riepertinger kommt beim Erzählen vom "Hundertstel ins Tausendstel", hüpft vom privaten Thema ins Berufliche, wobei ich das nicht schlimm finde, ich finde es ok, dass man zwar private Dinge von ihm erfährt, er die aber nur so "beiläufig" mit einfließen lässt.

Wer sich generell für das Thema "Tod" interessiert, sich schon mal mit der Pathologie befasst hat bzw. Interesse hat, es zu tun, dem kann ich dieses Buch wirklich empfehlen. Mich hat lange kein Buch so gefesselt wie dieses Buch. Ich fand den Einblick in die Arbeit von Alfred Riepertinger sehr spannend, kann dieses Buch absolut empfehlen und vergebe 5 von 5 Sternen. 

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Rezension zu "Mumien" von Alfred Riepertinger

Informatives Sachbuch zum Thema Mumien
Buchraettinvor 7 Monaten

Ich habe mich schon auf das Buch gefreut. Über Mumien habe ich bisher eher Kinder und Jugendsachbücher gelesen. Der Autor des Buches Alfred Riepertinger ist der Oberpräparator am Institut für Pathologie des Klinikums Schwabing.

Mumien üben eine gewisse Faszination aus. Bei mir taucht gleich das Bild von Tutanchamun auf. Die alten ägyptischen Mumien, die Pyramiden, als Kind hat wohl jeder diese Phase, in der man begeistert alles über Mumien und die alten Ägypter verschlingt.
Aber auch in der heutigen Zeit werden noch Mumien gefunden. Sei es der Fund von „Ötzi“, Mumien aus den Mooren, oder auch Entdeckungen in Wohnungen.
Es ist irgendwie faszinierend.
Gelungen finde ich in Sachbücher zu Beginn das Inhaltsverzeichnis. Es bietet dem Leser einen guten Überblick über das Buch und auch die Themen, die einen Leser interessieren. Im Buch findet sich ein Vorwort von Professor Dr. Dr. Andreas Nerlich.
Das Buch unterteilt sich nun in Abschnitte, wie z. B. „Geheimnisvolle Gräber“, „Die hohe Kunst der Einbalsamierung“, „Berühmte Mumien“, „Moorleichen“ und viele mehr.
Im Anhang des Buches folgt eine Danksagung des Autors und was ich sehr gelungen finde in einem Sachbuch ein ausführliches Literaturverzeichnis.
Es gab Szenen im Buch, da wird einem als Leser ein wenig gruselig zu mute. Der Autor berichtet von sogenannten „Auskleide-Partys“ in der Vergangenheit in deren Mittelpunkt eine Mumie stand- mir hat gefallen, dass er auch immer wieder betont, dass es echte Menschen waren und man hier auch die Würde des Menschen immer wahren soll und auch den Respekt vor den Toten.
Zu Beginn werden auch die Begriffe Pathologe und Gerichtsmediziner noch einmal erklärt. Ich denke für medizinische Laien ist das Buch wirklich gut erklärt und geht auch nicht zu sehr in medizinische/ anatomische Tiefen.
Den Stil im Buch fand ich durchaus unterhaltsam und auch informativ. Gut gefallen hat mir, dass man die Passion des Autors für seinen Beruf spürt und seine Leidenschaft springt auch auf den Leser über.
Ich fand den Stil recht leicht zu lesen, manchmal wurden mir aber auch einige Details zu oft wiederholt. Was mir auch aufgefallen ist, besonders bei Personen werden viele Adjektive zu deren Beschreibung genutzt. Mir war auch das etwas zu viel manchmal- da hätte mir in einem Sachbuch ein eher distanzierter -sachlicher Stil besser gefallen.
In einigen Kapiteln hatte ich fast ein wenig das Gefühl, eine Art sachlichen Roman zu lesen. Der Autor benutzt hier Dialoge als Darstellung von Szenen. Das ist sehr anschaulich und auch sehr gut zu lesen. Für mich braucht es so einen Stil eher nicht in einem Sachbuch, aber ich denke, es ist unterhaltsam und lockert das Buch auf.
Sehr interessant fand ich vor allem die Techniken, die wurden auch sehr gut und sachlich beschrieben und wirklich informativ.
Ein interessantes Sachbuch, unterhaltsamer Stil, manchmal etwas viel Wiederholungen, aber dennoch gelungenes Sachbuch über die Welt der Mumien.

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