Alfred Wellm

 4.1 Sterne bei 16 Bewertungen
Autor von Das Pferdemädchen, Heika hat den Wunderkäfer und weiteren Büchern.

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Pause für Wanzka

Erscheint am 01.08.2019 als Taschenbuch bei Hinstorff.

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Das Pferdemädchen

Das Pferdemädchen

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Erschienen am 24.01.2012
Karlchen Duckdich

Karlchen Duckdich

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Erschienen am 28.01.2013
Pause für Wanzka

Pause für Wanzka

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Erschienen am 01.01.1995
Die Geschichte vom kleinen Wruk

Die Geschichte vom kleinen Wruk

 (1)
Erschienen am 01.01.1989
Morisco

Morisco

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Erschienen am 01.03.2017
Das Mädchen mit der Katze

Das Mädchen mit der Katze

 (0)
Erschienen am 01.03.2007
Pause für Wanzka

Pause für Wanzka

 (0)
Erscheint am 01.08.2019

Neue Rezensionen zu Alfred Wellm

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Rezension zu "Pause für Wanzka" von Alfred Wellm

Die Stärkung des Einzelnen gegenüber den Vielen
Beustvor 2 Monaten

Wenn ich heutzutage DDR-Literatur lese, dann habe ich oft das Gefühl, dass die Geschichte wie eine alte Matrizen-Kopie sind: blass, nicht farbecht, provisorisch und zu den Rändern hin altersbraun verfärbt. Das trifft in Teilen auch auf Wellms „Pause für Wanzka“ zu, aber dahinter steht eine humane, allgemeingültige Weisheit über die Notwendigkeit, das Individuum vor dem Kollektiv zu verteidigen. Und deshalb habe ich diesen Lehrerroman gerne gelesen.

Die Muffigkeit des DDR-Schulalltags entsteht auch durch die lähmende Ideologie, der sich Sprechen und Handeln des „Lehrerkollektivs“ unterwerfen, das wiederum seine Schüler unter die Kaderanforderungen der sozialistischen Einheitsgesellschaft zwingen will und soll. In diese muffige Provinzschule lässt sich der kurz vor der Pensionierung stehende Kreisschulrat Wanzka versetzen: Er will noch einmal richtig als Lehrer arbeiten, von Lehre zu Schüker, von Mensch zu Mensch. Schon dieser Wunsch erweist Wanzka als Individualisten aus, den sein Bürokratendasein in der Kreisschulbehörde zu einer Art inneren Immigration getrieben hat, aber auch dazu, wieder „konkret“ zu werden. „Konkret“ und „konsequent“ sind Modewörter der DDR-Gesellschaft jener Zeit. Wanzka eckt in der kleinen Schule in Mirenberg aber an, denn zu unkonventionell sind seine Methoden, zu nonkonform seine Ideen.

Der Roman holpert sich durch die unterschiedlichen Szenen von Wanzkas Verwandlung zunächst in den Vorbildlehrer und dann den leisen Lehrerrebellen. Als aber die Konfrontation zwischen dem System und Wanzkas Engagement für das Individuum akut wird, als er nämlich das von ihm entdeckte Mathematiktalent Norbert „Konsequent“ Kniep gegen die rechtwinklige Strenge des Stromlinienlehrers Seiler verteidigt, nimmt auch der Roman Fahrt auf. Die Wendung „gegen die Kollektiverziehung“ (S. 160) bringt Wanzka ins Abseits, wo er nur von seinem halbverrückten Kollegen Bientzek, dem Faktotum Pikors und der Junglehrerin Marlott Unterstützung erfährt.

In Marlott wächst das Verständnis für Wanzkas Anliegen, und in der finalen Konfrontation mit Seiler formuliert sie den Vorwurf: „Der Mensch müsse erst bezwungen werden, auf daß er für uns paßt, auf daß der für den Sozialismus paßt.“ (S. 313) Wellms Roman richtet sich gegen die Gleichmacherei des Kollektivs, das alles Außergewöhnlich wir Unkraut ausjätet, auch und vor allem Talente und Genies.

Ein Nachwort weist auf die Parallelen zwischen Wanzka und Wellm hin, der sich selbst al Kreisschulrat auf eine Lehrerstelle versetzen ließ, und erläutert auch den schwierigen Publikationsprozess des Romans in der DDR.

Die Reihe wiederentdeckter DDR-Romane im Verlag Faber & Faber beschert mit diesem Roman einen nicht immer konzis erzählten, aber lesenswerten Roman mit einem humanistischen Anliegen, dessen Gültigkeit noch immer besteht.

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Rezension zu "Pause für Wanzka oder Die Reise nach Descansar" von Alfred Wellm

Ein Schlüsselroman für die pädagogische Entwicklung der DDR
Janine2610vor 7 Monaten

Darum geht's:

In einem seiner Schüler glaubt der Lehrer Wanzka ein Mathematik-Genie zu erkennen. Er fördert ihn und erntet damit starke Kritik bei seinen Kollegen, die angesichts der sozialistischen Erziehungsideale für individualistische Pädagogik nichts übrig haben.
»Pause für Wanzka« ist ein Schulroman – der erste, der die Pädagogik der DDR in Frage stellt, weil er ziemlich strittmatternd, aber kundig fragt: Wie halten wir es mit dem einzelnen Kind, wie wird Norbert Kniep, genannt »Konsequent«, Mathematiker und nicht Schuster?

Meine Meinung:


Ich dachte mir, ich lese mal wieder einen Klassiker – und ein etwas älteres Buch. Ob dieser Roman tatsächlich als Klassiker gilt, weiß ich nicht, aber er dürfte eine Zeit lang auf alle Fälle recht kontrovers diskutiert worden sein. Vor allem Margot Honecker, die von 1963 bis 1989 Volksbildungsministerin der DDR war, stellte sich damals quer. Sie wollte das Erscheinen dieses Buches verhindern ... Aber warum?

Wir haben hier als Protagonisten den leidenschaftlichen Altlehrer Gustav Wanzka. Ihm bedeuten die Schule und "seine" Kinder fast alles, weswegen er beinahe seine gesamte (Frei)zeit – wenn nicht immer direkt, so doch zumindest gedanklich – schulischen Themen, Arbeitskollegen oder Schülern widmet. Ein Junge hat es ihm dabei besonders angetan, und zwar ist das Norbert Kniep. In ihm sieht Wanzka das neue Mathematikgenie, ja sogar einen weiteren Albert Einstein. Getragen von seiner Hoffnung, dass Norbert eines Tages weltberühmt wird, fördert und fordert er den Jungen mit einer enormen Hingabe. Diese individuelle Förderung stößt aber einigen Menschen recht sauer auf, nicht nur ein paar Kollegen Wanzkas sind davon nicht begeistert, auch die damalige Leserschaft von »Pause für Wanzka« konnte mit solch einem fortschrittlichen Getue bzw. der Reformpädagogik eines Lehrers nichts anfangen. Welch ein Glück, dass der Roman 1968 doch erscheinen durfte und dadurch ein ganz neues Bild auf die damalige Schul- bzw. Bildungslage eröffnete.
So wurde »Pause für Wanzka« zu einem Schlüsselroman für die schulische Entwicklung in der DDR. Mehr Interessantes zu diesem Thema gibt es allerdings noch im 15-seitigen Nachwort von Carsten Wurm zu lesen.

Tja, was soll ICH nun zu diesem Inhalt sagen? Ich bin weder Lehrerin, noch habe ich vor, das jemals zu werden. Mit Pädagogik habe ich herzlich wenig am Hut, für Politik interessiere ich mich ebenso wenig und ganz nebenbei spielt die Handlung in der DDR der 1960er. Für mich war eigentlich nur der letzte Punkt irgendwie von Bedeutung – aber auch nur, weil mein Freund noch vor dem Mauerfall in der DDR geboren wurde und er mir Österreicherin immer mal wieder das eine oder andere aus dieser Zeit erzählt, weswegen ich den Inhalt an manchen Stellen dann doch auch interessant fand.
Mit der Schreibweise bin ich im Allgemeinen gut zurechtgekommen, auch wenn sie sehr von der altbackenen Sprache von vor über 50-60 Jahren geprägt ist. Doch um ehrlich zu sein, hat diese mir schon manchmal auch den Lesefluss erschwert. Nichtsdestotrotz war es dennoch mal eine willkommene Abwechslung für mich, in diesem veralteten Stil zu lesen.

Wirklich empfehlen würde ich »Pause für Wanzka« eigentlich nur DDR- und politikinteressierten Lehrern bzw. auch Leuten, die sich für die Entwicklung der Pädagogik in dieser Zeit begeistern können.
Ich habe ganz gerne in dem Büchlein gelesen, da es durchaus auch Wissenswertes und Neues für mich zu entdecken und lernen gab, auch die Handlung war relativ verfolgenswert, aber um mich wirklich fesseln zu können, fehlten mir einfach Themen, die für mich persönlich mehr von Interesse sind.

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Rezension zu "Das Pferdemädchen" von Alfred Wellm

Das Pferdemädchen
leniksvor 3 Jahren

Dieses Buch habe ich selbst als Kind gelesen, es handelt sich bei mir um die 10 . Auflage aus dem Jahr 1982. Es hat 26 Kapitel auf 135 Seiten verteilt. Der Belzverlag hat es heute aber wieder aufgelegt. In diesem  Buch geht es um das Pferd Raya und das Mädchen Irka. Raya war mal ein bekanntes Dressurpferd, nun ist sie alt und fast blind. Das Mädchen kümmert sich um das Pferd sehr liebevoll. Dann ist die Stute schwanger. Was nun. Der Vater sagt sie würden es behalten. Aber kann er sein Versprechen halten. Dieses Buch ist mit viel Liebe geschrieben wurden. Die Illustrationen von Werner Klemke sind besonders schön, vor allem das Fohlen ist toll gelungen. Meine Tochter und ich geben dem Buch vier Sterne.

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