Alfred Come Prima

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Inhaltsangabe zu „Come Prima“ von Alfred

Frankreich in den späten 1950er Jahren. Der Tod ihres Vaters führt Fabio und Giovanni erstmals nach zehn Jahren wieder zusammen. In einem winzigen Fiat 500 machen sich die ungleichen Brüder auf den Weg nach Italien, um die Asche des Vaters in sein Heimatland zu überführen. Ihre Reise ist erfüllt von Spannungen, von Schweigen und Erinnerungen. Mit jedem Kilometer, den sie Italien und einander näherkommen, vervollständigt sich das Porträt ihres Vaters. Damit verdichtet sich eine Ahnung von jenen unausgesprochenen Ereignissen, die die Brüder viele Jahre zuvor entzweit haben. In seiner preisgekrönten Graphic Novel schickt der französische Autor und Zeichner Alfred seine Leser mit Fabio und Giovanni auf eine Zeitreise ins Italien des Faschismus und studiert die Komplexität menschlichen Zusammenlebens. Dabei ist "Come prima" ("Wie einst") ein ebenso unterhaltsames wie anrührendes Roadmovie in ausdrucksstarken Zeichnungen und prächtigen Farben.

Comic-Roadmovie: tolle Idee, stimmungsvolles Geschichte, wunderbarer Zeichenstil, nur einen kleinen Tacken zu lang.

— Simone_Veenstra

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    Come Prima

    Simone_Veenstra

    08. April 2015 um 09:20

    Frankreich in den späteren 50ger Jahren: Als Giovanni seinen älteren Bruder Fabio aufspürt, hat er nicht nur eine Urne im Gepäck des altersschwachen Kleinwagens, sondern auch einen speziellen Vorschlag: Fabio soll mit ihm die Asche ihres Vaters zurück in ihr italienisches Heimatstädtchen bringen. Großmaul Fabio jedoch ist unnahbar und abweisend und gibt ein abenteuerliches, "großes" Leben vor. Als seine Schulden ihn allerdings einholen, ist er ganz schnell mit von der Partie und nutzt den Ausflug zur Flucht - nicht ohne Ausreden zu finden und Reden zu schwingen, die seine Vergangenheit, seine Gegenwart und ihn selbst in strahlenderes Licht rücken. Was er jedoch nicht weiß ist, dass auch Fabio so einiges vor ihm verbirgt ... Während ihrer Reise in das Land ihrer Kindheit bröckeln langsam die Fassaden und entblättert sich das Schicksal zweier Männer, die zu Zeiten des zweiten Weltkrieges und paramilitärischer Milizen eigentlich viel zu jung waren, um die Konsequenzen ihres Handeln und ihrer Wünsche zu begreifen. Ohne all zu sehr in die Vergangenheit zu tauchen begleitet "Come Prima" das sich langsam verändernde Verhältnis zweier Brüder, deren Entfremdung politisch geerdet ist aber vor allem persönliche, emotionale Gründe hat. Das anhand eines Roadmovies zu gestalten ist eine wundervolle Idee, auch die "Rückblenden" in die Vergangenheit - in ganz anderem Zeichenstil gehalten - unterstützen eine interessante ineinandergreifende Struktur.  Umso auffälliger die Tatsache, dass die Dialoge durchgehend recht geschwätzig daherkommen. Oftmals nutzen Figuren mehrmals den gleichen Formulierungen, ganze Seiten sind gefüllt mit Kaskaden voller Sätze, die alle das gleiche aussagen. Zunächst hatte ich noch gedacht, dass es sich hierbei um ein Stilmittel handelt für zwei Menschen, die Worte als Fassade nutzen, um sich ihren Gefühlen nicht stellen zu müssen. Doch das Zuviel an zu wenig begründeten Dialogen trifft nicht nur die beiden Brüder, sondern alle Figuren, selbst den Hund ... Das ist schade und schmälert ein wenig den Lesegenuss.

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