Ali Benjamin

 4.6 Sterne bei 147 Bewertungen

Lebenslauf von Ali Benjamin

Vom Wunder des Lebens und der Freundschaft: Bevor Ali Benjamin mit ihrem ersten eigenen Roman einen Welterfolg landete, arbeitete die US-Amerikanerin erfolgreich als Co-Autorin und Redakteurin. Doch seit dem Erscheinen von „The Thing about Jellyfish“ (2015; dt.: „Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren“, 2018) scheint auch ihre eigene literarische Karriere besiegelt. Der Jugendroman wurde nicht nur aus dem Stand ein internationaler Bestseller. Er wurde auch für den National Book Award for Young People‘s Literature nominiert und von der New York Times zu einem der 25 bemerkenswerten Kinderbücher des Jahres 2015 erklärt. Der einfühlsame Roman für junge Menschen erzählt die ergreifende Geschichte der 12-jährigen Suzy, die einfach nicht akzeptieren kann, dass ihre Freundin Franny ertrunken ist, obwohl sie doch eine gute Schwimmerin war. Suzy versucht herauszufinden, wie es dazu kommen konnte. Dabei macht sie sich über vieles Gedanken. Doch schließlich erkennt sie, wie trostreich es sein kann, Dinge, die sich nicht ändern lassen, einfach anzunehmen. Die Filmrechte an dem Buch hat die Produktionsfirma von Reese Witherspoon erworben. Ali Benjamin lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Williamstown im US-Bundesstaat Massachusetts.

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The Thing about Jellyfish

The Thing about Jellyfish

 (1)
Erschienen am 13.09.2016

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Rezension zu "Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren" von Ali Benjamin

Es ist eine ergreifende Geschichte der Selbstfindung
WinfriedStanzickvor 2 Tagen


 

In diesem außergewöhnlichen schon 2015 im englischen Original erschienenen Jugendbuch von Ali Benjamin geht es immer wieder darum was es heißt, am Leben zu sein. Die Hauptperson des Buches, die ich-erzählende Suzy Swanson, kann es nicht akzeptieren, dass Dinge einfach so geschehen.  Sie macht sich über vieles Gedanken: den Schlafrhythmus von Schnecken, die jährliche Zahl der Quallenstiche oder wie alt man ist, wenn das Herz 412 Millionen Mal geschlagen hat – gerade mal 12 Jahre.

 

Genau in diesem Alter ist Suzys beste Freundin Franny im Urlaub ertrunken. Suzy kann das einfach nicht verstehen denn Franny war eine gute Schwimmerin. Die Erklärung ihrer Mutter, dass es eben Dinge gibt im Leben die einfach so passieren überzeugt sie nicht. Sie will tiefer gehen, wirklich verstehen, was passiert ist und warum. Sie will die Ursache jenes furchtbaren Unglücks herausfinden. Als sie eines Tages mit ihrer Klasse ein Aquarium besucht, lässt sie danach der Gedanken  nicht mehr los, das Franny vielleicht von einer Qualle gestochen wurde und deshalb ertrunken ist. Sie beginnt geradezu rastlos, sich mit Quallen zu befassen und alles über sie herauszufinden.

 

Der plötzliche Tod Frannys entzieht Suzy auch die Möglichkeit ihrer Freundin wieder näher zu kommen, denn diese hatte die vorher unverbrüchliche Freundschaft kurz vor ihrem Tod auf rüde Weise beendet, weil sie von allen anerkannt werden wollte und die Stärke von Suzy nicht mehr ertragen konnte.

Weil Suzy beschlossen hat, nicht ehr zu sprechen, wird sie zu einer Therapeutin geschickt. Die zeigt Verständnis und hilft ihr langsam zu begreifen,  dass der einzige Trost manchmal ist, Dinge anzunehmen, die man nicht ändern kann.

 

Suzy, die Ali Benjamin auf einfühlsame und warmherzige, aber auch oft sehr witzige Weise ihre Geschichte erzählen lässt, ist ein starkes Mädchen, das sich nicht von ihrem Ziel und Weg abbringen lässt. Solche Menschen werden oft sowohl bewundert wie gehasst. Das ist der tiefe Sinn und Hintergrund dieses wunderbaren Buches.

 

Es ist eine ergreifende Geschichte der Selbstfindung und ein großer Blick auf unsere Existenz.

 

 

 

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AlwaysReadings avatar

Rezension zu "Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren" von Ali Benjamin

wirklich gelungen
AlwaysReadingvor 23 Tagen

Inhalt

Dieses preisgekrönte Debüt erforscht, was es heißt, am Leben zu sein. Dass Dinge einfach passieren, kann Suzy nicht akzeptieren. Sie macht sich über vieles Gedanken: den Schlafrhythmus von Schnecken, die jährliche Zahl der Quallenstiche oder wie alt man ist, wenn das Herz 412 Millionen Mal geschlagen hat – gerade mal 12 Jahre. In dem Alter ist Suzys Freundin Franny im Sommer ertrunken, obwohl sie eine gute Schwimmerin war. Suzy muss herausfinden, wie das geschehen konnte. Es ist ein weiter, erkenntnisreicher Weg in einer Welt voller Wunder, bis sie begreift, dass der einzige Trost manchmal ist, Dinge anzunehmen, die man nicht ändern kann. Eine ergreifende Geschichte der Selbstfindung und ein großer Blick auf unsere Existenz.

Meine Meinung

„Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren“ beginnt ohne große Einleitungen. Suzys Freundin Franny ist in den Sommerferien ertrunken, seitdem spricht Suzy nicht mehr. Dieser Aspekt des Nichtredens wird überzeugend in Szene gesetzt und auch die Tatsache, dass Schweigen ebenso präsent sein kann wie ständige Worte, wird von der Autorin gut in Szene gesetzt. Ebenso, dass das was man dann sagt, umso wichtiger ist, wird von Ali Benjamin aufgegriffen. Diese Einstellung von Suzy trägt sich dann auch konsequent durch die gesamte Geschichte.

Die Protagonistin Suzy hat mir gut gefallen. Sie interessiert sich für, vielleicht eher ungewöhnlichere Dinge für das Alter. Wie viele Quallen Stiche pro Sekunde auf der Welt geschehen, wie viele Herzschläge ein 80- jähriger Mensch hatte. Also, durchaus interessante Fakten, was zum Glück nicht in ein inszeniertes Feuerwerk aus Fun Facts abrutscht. Diese Dinge werden von der Autorin gut erklärt und dem Leser näher gebracht. Suzys Gedankengänge sind in dieser Hinsicht sehr strukturiert und informativ. Ich hätte niemals gedacht, dass es interessant sein könnte, so viel über Quallen zu lesen. Das Thema Quallen ist dann auch das wiederkehrende Element in diesem Buch, auf das sich die gesamte Story stützt. Es ist quasi der Leitfaden der Protagonistin, der sie durch diese Ausnahmesituation begleitet.

Das und der frühe Tod von Suzys Freundin Franny und deren Verarbeitung, beziehungsweise die Verweigerung der Trauerbewältigung. Suzy hat es zwar durchaus realisiert und weiß, dass es passiert ist. Verweigert jedoch in gewissem Maße die Trauer, in dem sie sich an eine Theorie klammert, die es zu beweisen gilt. Dies ist eine Flucht, eine Leugnung der Tatsachen, welche von der Autorin jedoch sehr gut umgesetzt und subtil dargestellt wird. Suzy klammert sich vollkommen an diese unwahrscheinliche Lösung und lässt auch nicht wirklich intensive Gefühle zu.

In dieser Hinsicht ist es mir etwas negativ aufgestoßen, dass die Eltern der Protagonistin so gar nicht auf das Thema eingehen. Sicherlich, sie waren keine schlechten Eltern, aber dass sie so gar nicht das Thema, den Tod des Mädchens, aufgreifen ist mir negativ aufgefallen. Es wurde von ihnen völlig unter den Teppich gekehrt und nicht angesprochen. Sicherlich, es überfordert sie, dass ihr Kind aufhört zu reden, was unter anderem auch der Grund sein kann, dass Suzy sich so in ihre Recherche Arbeit verliert. Sie hat kein Ventil, niemand, der ihr in dieser Hinsicht andere Möglichkeiten vorlebt, was im Alter von 12 nun mal wichtig ist, dass man jemanden vor Augen hat, der auf gesunde Weise mit solchen Themen umgeht.

Was mir wirklich gut gefallen hat war Schreibstil von Ali Benjamin. Er ist flüssig und leicht zu lesen, durchaus dem Alter der Protagonistin angemessen, aber deswegen noch lange nicht plump. Eine gute Mischung aus kindlicher Naivität und Einfachheit, aber dennoch komplex genug, um auch erwachsene Leser anzusprechen, vor allem die wissenschaftliche Teile über Quallen und andere Dinge, die kleinen Dinge, die Suzy weiß/für die sie sich interessiert.

Im Mittelteil rückt die Autorin etwas von dem Quallen Thema ab um die Freundschaft zwischen Suzy und Franny zu erklären, was wichtig war um Suzys Handlungen und Gedanken noch ein Stück weit besser verstehen zu können. Im Endeffekt hat das Kind ganz furchtbare Schuldgefühle und weiß nicht wie sie diese kanalisieren soll. Hier hat es mir gefallen, dass die Autorin darauf vertraut, dass der Leser dies selbst erkennt und es nicht noch extra in Großbuchstaben ausführen musste.

Fazit

„Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren“ ist die Geschichte eines jungen Mädchens, welches den Tod ihrer (ehemaligen) besten Freundin nicht verarbeiten kann. Die Protagonistin ist sehr gut gezeichnet, hat teils eine kindliche Naivität, jedoch wirkt die ganze Sache durch den angenehmen Schreibstil einen Ticken reifer. Ein wirklich schönes Buch, welches mich überzeugt hat. Jeder, der Geschichte über Verluste und deren unterschiedliche Verarbeitungsmethoden mag, kann ich das Buch nur wärmstens Empfehlen.

4/5 Sternen

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Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren" von Ali Benjamin

Ein empathisches Buch über den Tod und Freundschaft
Gwhynwhyfarvor einem Monat

Der Anfang: »Wenn man eine Qualle lange genug betrachtet, beginnt sie irgendwann wie ein schlagendes Herz auszusehen. Es spielt keine Rolle, um welche Qualle es sich dabei handelt: die blutrote Kronenqualle Atolla, die Qualle aus der Familie Olindiidae, die an eine perlenbestickte Blume erinnert, oder die fast durchsichtige Ohrenqualle, Aurelia aurita.

Suzys ist zwölf und Suzy ist anders als all die anderen. Sie interessiert sich nicht für Lippenstifte und Kleider, sie interessiert sich für die Welt, und dafür, wie alles funktioniert. Ihre beste Freundin Franny ist im Meer ertrunken, obwohl sie gut schwimmen konnte. Das kann nicht einfach passieren, es muss einen Grund geben, jemand muss Schuld sein. Suzy ist sicher, Schuld war eine gefährliche Qualle! Die Lehrerin erteilt den Schülern eine Aufgabe: Jedes Kind soll eine wissenschaftliche Untersuchung erstellen und zum Thema ein Referat halten, das Thema ist frei wählbar. Das ist Suzys Chance, sie wird über Quallen ihren Vortrag halten und beweisen, auf welche Weise Franny ums Leben kam.

Ein langer Weg der Erkenntnis liegt vor Suzy, bis sie versteht, dass manchmal Dinge einfach passieren, dass man sie annehmen muss, weil man nichts ändern kann, weil niemand Schuld ist. Bis zu dieser Erkenntnis verweigert Suzy fortan die Sprache. Sie weiß, für dieses Referat muss sie den Mund aufmachen, aber bis dahin wird sie auch die Beweise vorlegen können. Das Buch gliedert sich in das Geschehen von heute, nach dem Tod von Franny und in einem zweiten Strang, in die Erinnerung an die Zeit mit Franny, auch wechselt später auch die Perspektive der Personen.

»Wissenschaftler erforschen immer Ursache und Wirkung. Sie gehen der Frage nach, wie eine Veränderung an einer Stelle zu weiteren Veränderungen an ganz anderen Stellen führt. Aber Ursache und Wirkung sind nicht immer leicht zu bestimmen. Guten Forschungsstudien liegen klar umrissene Variablen zugrunde — unbestimmte, bestimmte und statistische Variablen. Sie helfen den Wissenschaftlern, die Veränderungen zu erkennen und die Ursachen zu ermitteln.«

Suzy spricht den Leser mit du an und erzählt voll Trauer von glücklichen Zeiten mit Fanny. Die beiden kennen sich lange und waren immer dicke Freundinnen. Doch ist es allein der Tod der Freundin, der Susy so mitnimmt, fragt sich der aufmerksame Leser. Da war doch was! Suzy ist fleißig, recherchiert über Quallen, setzt sich mit Forschen in Verbindung und ich erfahre als Leser Interessantes über die Tiere und über vieles andere mehr. Und ich erfahre auch, wie Suzy in der Klasse ausgegrenzt wird, ein Mobbing läuft gegen sie. Sie ist nicht allein, es gibt einen Jungen in der Klasse, der ein ähnliches Problem hat, aber der ist auch Suzy zu schräg. Man versteht, warum Suzy ihre einzige Freundin vermisst.

»Da ist noch etwas, was ich dir sagen möchte: Die Quallen sind dabei, die Herrschaft zu übernehmen. Wusstest du das? … Nicht sehr viele wissen darüber Bescheid. … Sie interessieren sich für Videos von Klavier spielenden Katzen oder für Filmschauspieler, die in der Reha sind, und sie wollen genau wissen, wer wem den Freund weggenommen hat. Sie interessieren sich für die verschiedenen Farbnuancen von Lidschatten und für Online-Spiele und dafür, aus welchem Winkel sie auf Fotos am besten aussehen. Doch währenddessen. Weit draußen im Meer. Sind Quallenblüten auf dem Vormarsch. »

Fanny und Suzy, eine eigene Welt, eine glückliche Mädchenfreundschaft. – Nun kommen weitere Perspektiven ins Spiel. Hey Suzy, was erzählst du uns? Du und Franny, wart ihr wirklich so dicke? Und irgendwas liegt dir auf dem Herzen, was hast du verbockt? Du warst wütend, stimmts?

»Ich weiß, dass Pipi und Schweiß steril sind und dass es vor dem Entstehen unseres Universums weder Farbe noch Geräusche noch Licht oder Luft gab. Aber das ist alles nutzlos. Stattdessen müsste ich wissen, wie man eine Haarspange so trägt, dass es süß, aber nicht kindisch aussieht. Ich müsste wissen, wie man sich in eine Clique einfügt, wie man kreischt, wenn am Lagerfeuer die Funken sprühen, und wie man die Hüfte anwinkelt, wenn man neben Jungs steht.«

Wir haben es hier mit einer unzuverlässigen Erzählerin zu tun. Doch Suzy wird dem Leser die Wahrheit beichten, sich stellen. Man muss sie lieben. Sie steht zu dem, was sie macht und lässt sich nicht in Äußerlichkeiten drängen, Gebalzgehabe liegt ihr fern, es gibt Wichtigeres auf der Welt, als sich herauszuputzen. Ali Benjamins schreibt einfühlsam mit viel Empathie, wundervolle Sätze und Einsichten, man kann das Buch als philosophisch bezeichnen. Die Sprache ist unkompliziert und trotz aller wissenschaftlichen Erörterungen seitens der Protagonistin ist es spannend, denn was sie herausfindet, ist nun mal fesselnd. Der Roman nimmt den Leser ein, lässt ihn nicht los, das Tempo steigert sich und es passiert noch einiges, bis Suzy auf dem Pfad der Erkenntnis angekommen ist. Es ist nicht einfach, anders zu sein. Man muss eine starke Persönlichkeit sein, um sich gegen den Strom zu stellen. Einsam zu sein ist allerdings auch nicht das Ziel. Aber irgendwo gibt es den ein oder anderen, der auch nicht mit dem Strom schwimmen möchte. Nach dem oder nach denen muss man Ausschau halten. Ein Buch über Freundschaft, über das Leben, über die Welt voller Leben, über Achtsamkeit und die Dinge, die einfach so kommen, die man annehmen muss. Dies ist das beste Jugendbuch, dass ich seit Jahren gelesen habe. Was heißt hier Jugendbuch? Ich würde den Roman unter All-Age klassifizieren, denn die Erzählung hat mich als Erwachsene mitgenommen wie selten ein Roman, aber nicht unter dem Aspekt Jugendbuch.

Ali Benjamin war bisher als Co-Autorin schriftstellerisch tätig, schrieb als Redakteurin für Zeitschriften, Zeitungen und Online-Medien. Ihr Debüt »Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren« wurde 2015 ein weltweiter Bestseller. Der Jugendroman wurde für den National Book Award nominiert und wird aktuell von Reese Witherspoons Produktionsfirma verfilmt. 

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