Ali Land Ich bin böse

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Inhaltsangabe zu „Ich bin böse“ von Ali Land

Die 15-jährige Milly wächst schwer traumatisiert in einer Pflegefamilie auf. Eine neue Identität soll alle Spuren zu ihrer Vergangenheit verwischen. Denn Milly ist die Tochter einer Serienmörderin. Und diese konnte nur gefasst werden, weil Milly der Polizei entscheidende Hinweise gegeben hatte. Jetzt wird ihrer Mutter der Prozess gemacht, und Milly wird plötzlich von Gewissensbissen heimgesucht. In ihrer Pflegefamilie findet das Mädchen keine Unterstützung, um diese schwere Zeit zu überstehen – im Gegenteil: Phoebe, die leibliche Tochter, hasst Milly von ganzem Herzen und versucht mit allen Mitteln, ihr das Leben so schwer wie möglich zu machen. Und damit weckt sie in Milly eine verborgene Seite. Eine böse Seite. Denn Milly ist die Tochter ihrer Mutter ...

Hat mir sehr gut gefallen!

— buchliebe97
buchliebe97

Interessante Story erzählt in kurzen prägnanten Sätzen

— sollhaben
sollhaben

Der Schreibstil verleiht großen Ausdruck!

— Mine90
Mine90

Spannung pur! Fesselnd vom ersten Augenblick an. Ich konnte kaum aufhören zu Lesen!

— MissRichardParker
MissRichardParker

Spannend und fesselnd mit dem gewissen Etwas

— SillyT
SillyT

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— Fascination
Fascination

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— Unzertrennlich
Unzertrennlich

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— sternenbrise
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— eulenmatz
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  • Das vertraute Muster der verborgenen Narben

    Ich bin böse
    MikkaG

    MikkaG

    25. August 2017 um 18:01

    "Ich bin böse" findet sich auf den Seiten von Onlineshops meist in der Sparte 'Krimi' oder 'Thriller', aber es hat schon seine Gründe, warum der Verlag sich stattdessen für die zurückhaltendere Bezeichnung 'Psychologischer Spannungsroman' auf dem Cover entschieden hat. Ja, es gibt ein Gerichtsverfahren – aber es geht nicht wirklich (oder zumindest nicht zentral) um die Aufklärung des Falls. Ja, es gibt eine Serienmörderin – aber die Auswirkungen ihrer Taten auf die Psyche ihrer Tochter sind für die Geschichte wichtiger als der Keller voller Kinderleichen. (Damit verrate ich nicht zuviel, denn man erfährt schon ganz am Anfang, was der Mutter vorgeworfen wird.) Das Buch beschönigt nichts. Das heißt jedoch keineswegs, dass der grausame Tod eines kindlichen Opfers im Detail beschrieben wird, womöglich noch seitenlang und voyeuristisch. Das ist gar nicht nötig: Millys kurze Gedankenblitze, Erinnerungsfetzen an den Gestank im Keller oder das Guckloch, durch das sie die Taten ihrer Mutter beobachten musste, reichen vollkommen aus, um einen Einblick zu gewähren in das Grauen, aus dem Millys Kindheit hinter der Fassade der Normalität bestand.Würde man das Buch wirklich nur auf das reduzieren, was in der beschriebenen Zeitspanne faktisch passiert, dann wäre das erstaunlich wenig. Daher kann ich mir vorstellen, dass viele Leser es vielleicht sogar langweilig finden könnten. Für den Krimifan zu wenig geschickt konstruierte Wendungen, für den Thrillerfan zu wenig Blut und psychologische Daumenschrauben.Ich fand das Buch unglaublich spannend und habe es während einer langen Zugfahrt am Stück gelesen. In meinen Augen ist es eine Spannung, die einzig und allein darauf beruht, Millys Entwicklung zu beobachten – und dabei nach und nach zu realisieren, wie fremdartig sie wirkt, wie weit entfernt von 'normalem' Denken und Handeln. Der deutsche Titel und der Klappentext scheinen schon vorwegzunehmen, was das Trauma ihrer Erlebnisse aus Milly gemacht hat: ein böses Abbild ihrer Mutter. Aber stimmt das denn so? Der englische Titel stellt es weniger eindeutig dar: "Good Me, Bad Me", also "Gutes Ich, Böses Ich".Und tatsächlich lässt sich Milly nicht so einfach einordnen in die eine oder andere Schublade. Sie ist aufgewachsen in einer albtraumhaften, pervertierten Normalität, mit einem Wertesystem, das alle üblicherweise an Kinder vermittelten Werte ad absurdum führt. Daher lässt sich ihr Verhalten meines Erachtens zwar oberflächlich betrachtet in verschiedenen Szenen als gut oder böse einschätzen, aber bedeutet das wirklich, dass sie das von Grund auf ist?"Anders. Ich hatte keine Wahl. Ich verspreche.Ich verspreche, so gut wie möglich zu sein.Ich verspreche, es zu versuchen." (Zitat)Milly ist ein zutiefst traumatisiertes Mädchen, und das spiegelt sich auch in ihrer Sprache wieder, in kurzen, abgehackten Sätzen. Mal hat sie dennoch etwas Verträumtes, beinahe Poetisches... "Hast du je von einem weit entfernten Ort geträumt? Ich schon. Von einem Feld voller Mohnblumen.Winzige rote Tänzer, die sich fröhlich im Walzertakt wiegen.Deren Blütenblätter auf einen Pfad zum Ufer weisen. Rein und unberührt."(Zitat)...dann wirkt sie wieder emotional abgestumpft."Durch meine Bluse hindurch ertaste ich die Erhebungen an meinen Rippen. Das vertraute Muster der verborgenen Narben. Eine Sprache, die nur ich verstehe. Ein Code, eine Landkarte. Brailleschrift auf meiner Haut. Wo ich war, was dort mit mir passiert ist."(Zitat)Auch die anderen Charaktere enthüllen nach und nach ihre persönlichen Abgründe – wenn auch keine so tiefen wie die von Milly. Es gibt in diesem Buch nur wenige Menschen, die wirklich als Sympathieträger taugen, und dennoch haben sie mich gefesselt, weil sie auf mich sehr glaubhaft wirkten. Der Schreibstil ist erstmal ein wenig gewöhnungsbedürftig, gibt Millys innere Zerrissenheit jedoch perfekt wieder.Fazit:Kein Thriller. Kein Krimi. "Ich bin böse" ist die abgründige Geschichte einer Tochter, die ihre Mutter verraten hat, die wiederum erscheint wie ein echtes Monster: eine Kindsmörderin, und nicht nur irgendeine, sondern eine Serienmörderin.Einen klassischen Spannungsbogen hat die Geschichte nicht, und es passiert auch nicht viel, von außen betrachtet. Alles Drama, alle Spannung spielt sich im Inneren der Protagonistin ab.Für mich ist "Ich bin böse" ein Buch, auf das man sich einlassen muss, und am besten vergisst man alle Erwartungen schon auf der ersten Seite. Es ist keine Geschichte, die einfache Lösungen bietet: sie ist kompromisslos, schonungslos, voller moralischer Ambivalenz, und auch das Ende macht es dem Leser nicht einfach. Kurz: es ist ein unbequemes Buch, das den Leser aus seiner Komfortzone scheucht. Aber manchmal lasse ich mich gerne scheuchen.

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  • Anders

    Ich bin böse
    sapperlot

    sapperlot

    12. August 2017 um 10:35

    Dieses Buch, dass in der Sparte der Krimis gelistet ist, ist in manchen Belangen anders als die meisten handelsüblichen Krimis. Der Verlag bezeichnet es auf dem Umschlagbild folgerichtig weder als Krimi noch als Thriller sondern als "Psychologischer Spannungsroman". Dieser Begriff ist zutreffend aber ungewohnt. Anders ist es auch in seiner Struktur, da es von den bekannten Konzepten der Thriller oder Kriminalromane abweicht. Anders ist es auch vom Schreibstil her. Besonders zu Beginn hatte ich mit der sehr einfachen, zeitweise faden Sprache meine Mühe. Wobei Mühe das falsche Wort ist, es wollte einfach keine rechte Begeisterung für die Geschichte aufkommen.Inhaltlich beschäftigt sich der Roman mit Annie die miterleben muss, wie ihre Mutter nach und nach neun Kinder tötet. Als die schrecklichen Verbrechen aufgeklärt werden, wird die 15-jährige Annie in einer Pflegefamilie untergebracht und lebt dort zu ihrem Schutz mit dem neuen Namen Milly. In einem neuen Umfeld versucht sie einen einigermassen geregelten Tagesablauf zu finden. Sie wird aber von der Tochter der Pflegefamilie gemobbt und auch sonst ist in dieser Familie einiges im argen. Die psychische Verarbeitung des Erlebten und der stetig näher kommend Gerichtsprozess der Mutter führt bei Milly zu intensiven inneren Zwiegesprächen. Als Leser ahnt man, dass die Geschichte auf eine Eskalation der Ereignisse zusteuert …Wir Leser erleben primär Millys Welt mit ihren Gedanken und Gefühlen. Dies ist zwar interessant aber in literarischer Hinsicht eine riesengrosse Herausforderung an die Autorin. Die eindimensionale Sicht von nur einer Person auf vergangenen, aktuellen und kommenden Ereignisse (Gerichtsverhandlung) und wie die Hauptfigur dies mental Verarbeitet ist sehr schwer in passende Worte, Sätze und Abschnitte zu fassen. Die Leser möchten dabei einen permanent hohen Spannungsbogen damit sie an der Geschichte kleben. Die heikle Aufgabe hat die englische Schriftstellerin ordentlich aber eben nicht gut oder sehr gut gelöst. (Wenn man die sehr guten Bewertungen anderer Leser betrachtet vertrete ich eindeutig eine Minderheitsmeinung).Es entwickelt sich ein Lesesog aber der ist längst nicht so intensiv wie bei anderen Bücher der Gattung Krimi. Mit einer etwas drögen Gleichgültigkeit nahm ich das Gelesene wahr und es zog an mir vorbei. Auf den letzten rund sechzig Seiten wird die Geschichte besser und besser aber um auf eine Wertung von vier Sternen aufzurunden reicht es für mich nicht.

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  • ...böse...

    Ich bin böse
    Lesebegeisterte

    Lesebegeisterte

    09. August 2017 um 13:15

    Millys Mutter ist eine Serienmörderin. Durch Millys Anzeige kommt sie ins Gefängnis und Milly zu einer Pflegefamilie. Phoebe, die Tochter der Pflegeeltern ist nicht recht erfreut über ihre neue Mitbewohnerin und macht Milly das Leben in der Schule zur Hölle. Doch auch in Milly schlummert etwas Böses… Toller und sehr aufregender Psychothriller mit Gänsehautgarantie.

  • Ein Blick in den Kopf eines Teenagers

    Ich bin böse
    sollhaben

    sollhaben

    01. July 2017 um 21:46

    Die 15jährige Annie lebt in einer Pflegefamilie. Ihr Psychiater Mike hat sie zu seiner Frau Saskia und seiner Tochter Phoebe aufgenommen. Niemand außer ihm weiß, warum sie nun Milly heißt und welche Geheimnisse ihr bisheriges Leben umgibt. Sie ist die Tochter einer pädophilen Serienmörderin, die 9 Kinder umgebracht haben soll. Annie hat sie an die Polizei verraten und jetzt wartet sie auf die Gerichtsverhandlung. Annie besucht die gleiche Schule wie Phoebe und diese macht ihr das Leben zur Hölle. Das Mädchen versucht sich richtig zu verhalten, um nicht wie ihre Mutter zu sein. Doch wie lange hält sie das aus, denn der Druck der Umstände nimmt mit jedem Tag zu. Wie hat es mir gefallen?Im Zuge einer Leserunde auf Facebook habe ich das Buch gelesen. Anfangs zögerte ich die Lektüre hinaus, denn ich fürchtete, dass ich mit dem Inhalt vielleicht nicht zurecht kommen würde. Ich kann aber jeden, der ähnliches glaubt, beruhigen. Es wird kaum etwas Genaues beschrieben und hauptsächlich wird das Kopfkino befeuert. Im Mittelpunkt steht Annie, die sich nach Jahren des Grauens mit ihrer Mutter, endlich dazu durchringen kann, zur Polizei zu gehen. Nun lebt sie in einer Pflegefamilie und versucht ihr Leben unter Kontrolle zu bringen. Sie ficht einen inneren Kampf aus, um zu beweisen, dass sie nicht wie ihre Mutter ist. Gut zu sein, fällt ihr aber mit jedem Tag schwerer, denn ihre Schwester ist so richtig fies. Sie piesackt sie bis aufs Blut. Die Therapiesitzungen mit ihrem Pflegevater Mike sollen ihr helfen, sich auf die Gerichtsverhandlung vorzubereiten. Gleichzeitig soll sie Methoden finden, um mit ihren Schuldgefühlen umzugehen. Die Geschichte läuft unter dem Genre „Psychologischer Spannungsroman“ und damit hat der Verlag eine gute Einschätzung getroffen. Es wird hier sehr viel Augenmerk auf Annies seelischen Zustand gelegt. Die Verbrechen ihrer Mutter sind zwar wichtig, werden aber niemals richtig beschrieben. Als Leser verfolgt man ihre Gedankengänge, die natürlich von ihrer Mutter geprägt sind. Ihr Überlebensinstinkt hat sie über die Jahre über Wasser gehalten und nun versucht sie in ein normales Leben zu schlüpfen. Der Schreibstil hat mich anfangs ein wenig gestört. Die Sätze sind eher kurz und prägnant. Ich musste die Geschichte hin und wieder unterbrechen, aber ab ca. der Hälfte hatte mich die Story komplett gepackt und lies mich nicht mehr los. 

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  • Ist sie böse?

    Ich bin böse
    Miss_Lizzie

    Miss_Lizzie

    31. May 2017 um 14:00

    Die Mutter der fünfzehnjährigen Milly wird als Serienmörderin festgenommen, die neun Kinder auf dem Gewissen hat. Milly kommt in eine Pflegefamilie. Sie erhält eine neue Identität, und nur ihre Pflegeeltern Mike und Saskia wissen, wer ihre Mutter ist. Während die Prozessvorbereitungen laufen, soll sich Milly in ihrem neuen Leben eingewöhnen. Allerdings gibt es auch in ihrer Pflegefamilie Probleme. Psychologe Mike ist zwar engagiert, muss aber viel arbeiten und ist die meiste Zeit außer Haus. Saskia ist kaufsüchtig und betäubt sich mit Drogen, zudem hat sie eine Affäre mit ihrem Yogalehrer. Das größte Problem ist aber eindeutig Tochter Phoebe, die mit Milly in eine Klasse geht. Die hübsche, selbstbewusste Phoebe reagiert von Anfang an ablehnend und eifersüchtig auf Milly. Sie nutzt jede Gelegenheit, um die Pflegeschwester bloßzustellen, und stachelt die Mitschüler gegen sie auf. Mehr und mehr verspürt Milly den Drang, sich zu rächen. Gleichzeitig befürchtet sie, dass sie ihrer Mutter nachschlägt. Und immer näher rückt der Tag, an dem Milly vor Gericht gegen ihre Mutter aussagen muss ...Bewertung: Ali Lands "Ich bin böse" ist ein fesselnder und außergewöhnlicher Roman, der da beginnt, wo viele andere Thriller enden: Eine mutmaßliche Mörderin wird verhaftet und sieht ihrem Prozess entgegen, ihre Tochter kommt in eine Pflegefamilie. Es geht hier eben nicht darum, den eigentlichen Täter zu fassen, sondern um das ebenso brisante Nachspiel. Ganz allmählich setzt sich durch Milly Gedanken zusammen, was sich in den Jahren zuvor bei ihnen zuhause abspielte. In erster Linie aber geht es um Milly selbst; um ihre innere Zerrissenheit, um ihre Hassliebe zu ihrer Mutter und vor allem um ihre Angst, "das Böse" von ihrer Mutter geerbt zu haben. Die wahre Geschichte um Serienmörderin Rosemary West und Williams Goldings Klassiker "Herr der Fliegen" haben hier Pate gestanden; "Herr der Fliegen" spielt auch direkt eine Rolle als Theateraufführung in der Handlung.Milly, die immer wieder in Gedanken mit ihrer Mutter spricht, ist ein sehr gelungener, faszinierender Charakter. Sie ist einerseits verunsichert, sehnt sich nach Liebe und Zuwendung, erträgt immer wieder Demütigungen durch die arrogante Phoebe. Auf der anderen Seite ist sie intelligent und clever, schlägt bisweilen auf unauffällige Art zurück. Man ahnt früh, dass Milly Dinge getan, für die sie sich schämt und verachtet. Für den Leser ist es eine Gratwanderung, ihren Charakter zu beurteilen. Millys Schicksal nimmt einen schnell für sie ein, doch man weiß anfangs nicht, wie viel sie zu verbergen hat. Ganz allmählich wird man in Millys Gedankenwelt hineingesogen, spürt immer stärker und eindringlicher ihre wachsende Verzweiflung. Mike und Saskia mögen sie aufgenommen haben, doch es dämmert Milly, dass dies nicht als Dauerlösung gedacht ist. Das kunstbegabte Mädchen verbringt viel Zeit mit ihrer Tutorin Miss Kemp, kann aber auch hier keine Mutterliebe erwartet. Sosehr Milly ihre Mutter auch hasst und verachtet, sie hört immer noch deren Stimme in ihrem Kopf und vermisst diese Nähe im Glauben, dass ihr wohl nie mehr ein anderer Mensch so nahekommen kann wie ihre Mutter. Millys Zerrissenheit, ihre Sehnsucht nach Liebe und ihr verzweifelter Kampf gegen das unlösbare Band zu ihrer Mutter werden sehr mitreißend dargestellt, und gerade Millys Angst, sie könnte "böse" sein und die Beurteilung ihrer Handlungen stimmen nachdenklich, weit über die Lektüredauer hinaus.Die Spannung entfaltet sich auf mehreren Ebenen. Zum einen fiebert man dem Prozess und Millys Aussage entgegen. Milly wird von den Zuschauern und ihrer Mutter abgeschirmt aussagen, zudem bereiten die Anwälte und Mike sie sorgfältig auf die Fragen vor. Dennoch ist offensichtlich, dass Milly begründete Angst vor überraschenden Fragen hat; dass es da Dinge gibt, die ihre Anwälte und Pflegeeltern nicht wissen - ihre Mutter allerdings umso besser. Zum anderen darf man gespannt sein, wie sich das Verhältnis zwischen Milly und Phoebe entwickelt, wie weit Milly in ihren Racheaktionen gehen wird, ob Phoebe hinter ihre wahre Identität kommt und sie womöglich verrät. Etwas gewöhnungsbedürftig ist anfangs die Form, da Milly sich immer wieder im Geist an ihre Mutter wendet, allerdings hat man sich recht schnell darin eingelesen. Fazit: "Ich bin böse" von Ali Land ist ein unkonventioneller, sehr mitreißender psychologischer Spannungsroman mit einer reizvollen Hauptfigur. Lässt man sich auf den anfangs ungewohnten Erzählstil ein, wird man mit ausgesprochen guter Unterhaltung belohnt, die auch über die Lektüredauer hinaus noch etwas nachwirken kann.

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  • Ein böser Spannungsroman

    Ich bin böse
    NiWa

    NiWa

    26. April 2017 um 20:31

    Milly ist 15 und wird in einer Pflegefamilie untergebracht. Ihre wahre Identität muss verborgen bleiben, weil ihre Mutter eine Serienmörderin ist und diese dank Milly gefasst werden konnte. Die Gerichtsverhandlung steht bevor und Milly kämpft mit ihrem schlechten Gewissen, weil sie sich selbst die Schuld an den Todesfällen gibt. Gleichzeitig wird ihr das Leben von Phoebe - der leiblichen Tochter der Pflegeeltern - so richtig schwer gemacht. Doch Phoebe weiß nicht, dass auch Milly böse sein kann …Im Vordergrund steht Protagonistin Milly und wie sie sich an einem Start in ein normales Leben versucht. Der Prozess der Mutter steht bevor und sie setzt alles daran, so gut wie möglich vorbereitet zu sein. Dabei strebt sie danach, ihren Platz in der Welt zu finden und tut sich aufgrund ihrer Vorgeschichte etwas schwer, mit anderen Menschen umzugehen.Milly ist sehr speziell. Sie ist bei einer Serienmörderin aufgewachsen und hat damit zutun, ein „normaler“ Mensch zu werden. Ihren redlichen Bemühungen zum Trotz macht ihr Pflegeschwester Phoebe das Leben sehr schwer, weil sie ein Biest ist, wie man ihm nicht begegnen will.Zickenterror, Mobbing und Schikane stehen fortan auf Millys Tagesordnung, doch keiner weiß, dass sie die Tochter einer Serienmörderin ist, die schon schlimmere Dinge als dieses pubertäre Verhalten ertragen hat.Milly hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Sie ist eine Protagonistin, die durch ihr authentisches Wesen vom ersten Augenblick an neugierig macht. Man nimmt an ihren Gedanken und Gefühlen teil, merkt, wenn sie sich überfordert fühlt oder nicht so recht weiß, wie sie sich verhalten soll. Außerdem sieht man, dass Milly ihr schlechtes Gewissen quält und trotzdem lässt sie sich nicht in die Karte schauen.Diese Sicht schafft eine unterschwellige Angespanntheit, weil man zwar Millys Perspektive einnimmt, sie sich jedoch direkt an ihre Mutter wendet. Dabei wird zwischen direkter und indirekter Ansprache gewechselt, was zwar etwas gewöhnungsbedürftig aber dennoch sehr faszinierend ist. Denn Milly spricht ihre Mutter immer wieder direkt an und gibt oft nur dezente Hinweise, was vor dem Aufenthalt in der Pflegefamilie geschehen ist. So dauert es sehr lange, bis man sämtliche Puzzleteile zu einem Gesamtbild vereint, was von Anfang bis Ende die Spannung hält. Zudem erhält man Einblicke in diese Pflegefamilie, der man eigentlich kein Kind anvertrauen würde. Warum ich zu diesem Urteil komme, sollte aber beim Lesen selbst entdeckt werden.Abstriche gibt es nur, weil mir manche Situationen zu unspektakulär waren, von denen ich mir mehr Informationen und Aufschluss erwartet hatte. Zwar ist der Roman trotzdem sehr gelungen, aber bei bestimmten Szenen hätte ich mir doch ein bisschen mehr Aufklärung gewünscht.Das Ende ist wahnsinnig gut. Obwohl es nicht besonders überraschend kam, hat Millys Geschichte einen runden Abschluss gefunden, der mich richtig begeistert hat.Ali Land hat meiner Meinung nach einen außergewöhnlichen Spannungsroman geschrieben, der den Leser von Anfang bis Ende fesseln kann. Wer sich schon einmal gefragt hat, wie es den Kindern von Serienmördern ergeht, ruhige Spannung und einen interessanten Erzählstil mag, hat mit „Ich bin böse“ einen Pageturner gefunden, der bestimmt noch viele Leser für sich einnehmen wird. 

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    • 9
  • Sehr interessant!

    Ich bin böse
    himmelsschloss

    himmelsschloss

    10. April 2017 um 19:07

    Durch das interessante Cover und dem aussagekräftigen Klappentext bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Es ist mal ein völlig anderes Genre, als was ich sonst lese, denn hier geht es um einen psychologischen Spannungsroman.Der Schreibstil der Autorin ist locker und angenehm flüssig, aber die Erzählerweise ist am Anfang etwas schwerwiegend und man muss dich daran erst richtig gewöhnen. Die Schreibweise wechselt ständig zwischen direkter und indirekter Rede und damit habe mich  etwas schwer getan und brauchte ein ganzes drittel vom Buch um mich damit anzufreunden. Die Geschichte wird aus Milly's Sicht erzählt, was ich auch passend fand, denn so konnte man sich besser in alles hinein versetzen. Man merkt hierbei das die Autorin Psychologie studiert hat und weiß worüber sie schreibt. Der Ablauf der Geschichte ist spannend und logisch aufgebaut.Die Charaktere wurden sehr schön dargestellt und haben alle samt ihre Persönlichkeit erhalten, ob dies nun gute oder negative Eigenschaften sind ist hierbei nicht relevant. Tatsache ist: es wurde super gut umgesetzt!Das Buch handelt halt um Kindesmisshandlung und andere schwere Themen, daher muss man wirklich dazu in der Lage sein, so was "hartes" lesen zu können, denn es hat mich teilweise echt erschüttert was ich dort gelesen habe und mich sehr stark zum nachdenken angeregt. Das Ende der Geschichte war gut, es gefiel mir und ich war damit zufrieden. Mein Fazit:Ein beklemmendes Buch was einem zum nachdenken anregt. Ein wirklich überaus spannendes und auch mitreißender Roman. Nichts für schwache Nerven. 

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  • Unglaublich spannend!

    Ich bin böse
    MissRichardParker

    MissRichardParker

    10. April 2017 um 11:40

    Mit 15 Jahren kommt Milly in eine Pflegefamilie. Was sie erlebt hat ist heftig und sie ist schwer traumatisiert. Millys Mutter ist eine Serienmörderin und wurde dank Millys Aussagen geschnappt werden. Milly möchte gerne von Vorne anfangen, doch in ihrer Pflegefamilie scheint das gar nicht so einfach möglich zu sein denn Phoebe, die leibliche Tochter der Familie hasst Milly vom ersten Moment an und macht ihr das Leben zur Hölle. Phoebe ahnt nicht, was sie mit ihren Bosheiten in Milly weckt....Wow was für ein Buch! Hochspannend von der ersten Seite an, packend, schockierend, fesselnd und überzeugend! Ich konnte es kaum aus der Hand legen und habe mich ständig gefragt wie es weitergeht.Der Schreibstil der Autorin hat mich sehr gepackt. Die ganze Zeit über herrscht eine düstere Stimmung, die Sprache ist lebendig und bildhaft. Während des Lesens kam eine richtige Beklemmung in mir auf. Sehr gelungen und sehr empfehlenswert! Da hoffe ich doch, dass man bald mehr von dieser Autorin lesen kann.

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  • Gelungenes und fesselndes Debüt!

    Ich bin böse
    Devona

    Devona

    30. March 2017 um 18:40

    m Danksagungsteil des Buches am Ende ist zu lesen: „An die Kinder und Teenager, um die ich mich gekümmert habe: Es war für mich ein Privileg, euch kennenzulernen. Ihr wart mehr als tapfer, ohne euch hätte dieses Buch nicht entstehen können. Danke dem Klinikpersonal, mit dem ich im Lauf der Jahre zusammengearbeitet habe, für das Lachen, das so oft Weinen hätte sein können.“ Man merkt diesem Buch einhundertprozentig an, dass die Autorin genau weiß, worüber sie schreibt. Ali Land hat Psychologie studiert, ihr Hauptforschungsgebiet war die Psyche von Heranwachsenden, und ihre Doktorarbeit trägt den Titel „Children Who Kill“. Obwohl die beschriebene Geschichte fiktiv -wenn auch von einem realen Fall inspiriert- ist, hat sie einen extrem hohen Glaubwürdigkeitsfaktor, der sie dem Leser durchaus real erscheinen lassen kann. Zum Allgemeinverständnis: viele Leser sind enttäuscht und bemängeln, dass ihnen das Buch für einen Thriller nicht spannend genug ist. Ja klar, logisch. Das IST kein Thriller, das ist ein „psychologischer Spannungsroman“. Steht auch direkt vorne so drauf, ich stelle nur immer wieder fest, dass trotzdem Viele einen (Psycho)Thriller erwarten. Dem Anspruch kann dieses Buch nicht gerecht werden: wer nervenzerfetzende Spannung aufgrund unvorhersehbarer Wendungen erwartet, die ein guter Thriller unweigerlich bietet, wird von diesem Buch enttäuscht sein. Allzu viel Plot gibt es nicht und die gleichbleibend hohe, fast schon vibrierende Spannung erhält die Handlung durch die äußerst subtile Beschreibung von psychischen Befindlichkeiten aufgrund verschiedenster zwischenmenschlicher Beziehungen der Protagonisten. Die Grundstimmung ist durchweg düster und beklemmend, die Autorin schreibt aus der Ich-Perspektive von Milly. Das Mädchen ist innerlich zerrissen und ihr aussichtsloser Kampf gegen äußere Umstände und innere Dämonen ist auf jeder Seite des Buches spürbar und macht den Leser betroffen und hilflos. Sie ist durchaus ein starker Charakter. Sie hat es geschafft, ihre Mutter bei den Behörden anzuzeigen und diese sieht nun ihrem Prozess entgegen. Milly hasst ihre Mutter einerseits, andererseits sehnt sie sich auch nach ihr, wofür sie sich wiederum hasst. Ihre größte Angst ist es, so zu werden wie die Mutter. Wenn alle diese Gefühle in ihr Achterbahn fahren und unerträglich werden, fügt sie sich Verletzungen zu. Die Autorin lässt keinen Zweifel daran, dass Milly über Jahre des Zusammenlebens mit ihrer Mutter seelisch und körperlich auf schwerste Weise missbraucht wurde, geht aber bei Millys gedanklichen Rückblenden in diese Zeit nicht allzu sehr ins Detail und überlässt größtenteils dem Kopfkino des Lesers die Interpretation der schlimmen Szenen. Milly kommt nach der Verhaftung ihrer Mutter und bis zum Beginn des Prozesses als Pflegekind mit komplett neuer Identität in die Familie des Psychologen Mike Newmont, der sie intensiv auf den Prozess vorbeiten soll, denn sie ist Hauptbelastungszeugin. Das Mädchen findet sich -aus der Hölle mit einer Serienmörderin kommend-  inmitten einer intakten Upperclass-Familie wieder, sie mag Mike und vertraut ihm. Plötzlich hat sie eine „richtige“ Familie. Sie bekommt ein eigenes Zimmer, neue Kleidung, Geschenke. Obwohl sie von Mike und seiner Frau herzlich willkommen geheißen wird, spürt sie schnell, dass die heile Welt doch nicht ganz so heil ist. Die Tochter des Hauses, Phoebe, sieht in ihr eine Konkurrentin um die Gunst des Vaters, der sehr auf seine Arbeit fixiert ist und kein Gespür für die emotionalen Befindlichkeiten seiner Teenie-Tochter entwickelt: ein großes Manko für einen Psychologen, zumal Milly nicht das erste Pflegekind ist. Phoebe lehnt Milly offen ab, bekommt das neue Familienmitglied aber zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit vom Vater ans Bein gebunden: schnell wird so in Schule und Privatleben aus der Ablehnung hasserfülltes Mobbing, dem sich Milly allerdings nicht reaktionslos ausliefert und unter dem sie aufgrund ihrer Vorgeschichte nicht ganz so sehr leidet, wie es ein unbelasteter Charakter tun würde. Sie wehrt sich und konfrontiert Phoebe mit Reaktionen, die dieser unbekannt sind, die sie nicht erwartet und die sie teilweise verunsichern – allerdings auch nicht von weiterem Mobbing abhalten. Milly findet in Morgan -einem Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen, welches nicht auf die teure Privatschule von Phoebe und Milly geht- eine Freundin, der sie vertraut und die ihr zunehmend wichtiger wird. Saskia, Mikes Frau wirkt ehrlich um beide Mädchen bemüht, bekommt aber weder einen vernünftigen Kontakt zur Tochter noch zur Pflegetochter auf die Reihe. Phoebe befindet sich in einer emotional ähnlichen Lage wie Milly: als Heranwachsende benötigt sie dringend Eltern, sie sehnt sich nach Zuwendung, die Saskia ihr aber nicht geben kann, da sie mit Phoebes herablassender und verächtlicher Art überfordert ist und es nicht vermag, ihr Grenzen zu setzen. Sie flüchtet sich in Alkohol und Gelegenheitssex mit ihrem Fitnesstrainer, Mike hat ohnehin genug damit zu tun, Sitzungen mit Milly abzuhalten, der Prozess rückt unweigerlich näher. Die von ihm gelegentlich initiierten Unternehmungen einer glücklichen Familie, wie Kinobesuche oder Wochenendausflüge, denen sich Phoebe konsequent verweigert und bei denen Saskia den Alkoholverbrauch erhöht, kontrastieren die ganze Situation zusätzlich bis hin zur Absurdität. All diese menschlichen Beziehungen, psychischen Befindlichkeiten und Verflechtungen beschreibt Ali Land aus Millys Perspektive absolut exzellent. Millys permanenter, verzweifelter Kampf, ein guter Mensch sein zu wollen, sich in diese Familie integrieren zu wollen, trotzdem Sehnsucht nach der Mutter zu haben, sie zu hassen im gleichzeitigen Schuldgefühl, sie vor Gericht zu verraten, diese absolute Zerrissenheit eines Missbrauchsopfers ist echt großes Lesekino. Nach dem Prozess muss Milly eine weitere, sehr ernüchternde Lebenslektion lernen, als ihr Mike offeriert, dass sie nicht in dieser Familie bleiben kann und so schnell wie möglich in einer anderen Pflegefamilie untergebracht werden soll. Mike war die berufliche Reputation durch ihren „Fall“ offensichtlich wichtiger als ihre Person und er realisiert nun auch, dass seine eigene Tochter mehr Zuwendung braucht. Saskia ist ohnehin alles über den Kopf gewachsen. Phoebe hat herausgefunden, wer Milly wirklich ist und will es am nächsten Tag in der Schule verbreiten. Und Millys innerer Kampf endet, sie entschließt sich, zu handeln… Fazit: Ein großartiger und gelungener Debüt-Roman, der mich wahnsinnig zu fesseln vermochte, große Beklemmung hervorruft und der keinen wirklich sympathischen Protagonisten enthält – ausser vielleicht das Straßenkind Morgan, die zwar einem sozialen Umfeld entstammt, indem sie sich durchbeißen muss und das ihr keine optimalen Bedingungen für den Start ins Leben bietet, ihr aufgrund der persönlichen Freiheit aber genug Handlungsspielraum lässt, um zumindest eine relativ stabile Psyche zu entwickeln. Absolute Leseempfehlung für Leute, die „Psychologischer Spannungsroman“ nicht mit „Psychothriller“ gleich setzen. Ich würde gerne mehr von Ali Land lesen. www.buchimpressionen.de

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  • Überraschendes und schockierendes Debüt!

    Ich bin böse
    Line1984

    Line1984

    19. March 2017 um 08:35

    Auf dieses Buch war ich unglaublich gespannt, alleine schon der Titel samt Cover machten mich neugierig. Doch auch die Thematik und der Klappentext überzeugten mich auf Anhieb.Milly ist schwer traumatisiert, die Ereignisse der letzten Jahre haben Spuren hinterlassen. Doch Milly hatte Glück, sie bekam eine neue Identität und wurde zu einer Pflegefamilie gebracht.Schon bald beginnt der Prozess gegen Millys Mutter, diese wiederum ist eine brutale Serienmörderin.Doch warum quälen Milly plötzlich Schuldgefühle?Tut ihr der Verrat an ihrer Mutter leid?In ihrer Pflegefamilie hat sie niemanden dem sie sich anvertrauen kann, auch nicht Phoebe, diese scheint Milly quasi zu hassen.Doch die ganzen Ereignisse lösen etwas in Milly aus, etwas böses, sie ist schließlich nicht umsonst die Tochter einer Mörderin....Der Einstieg ins Buch fiel mir etwas schwer.Der Schreibstil der Autorin an sich liest sich locker aber die gewählte Erzählweise war für mich recht gewöhnungsbedürftig.Doch schon nach wenigen Seiten hatte ich mich an diese besondere Erzählweise gewöhnt.An sich ist dieses Buch eher ruhig, zwar merkte ich deutlich das sich etwas zusammen braut.Aber die Spannung lies ein wenig auf sich warten.Das störte mich aber nicht denn das Buch fesselte mich dennoch an die Seiten so das ich immer weiter gelesen habe, ich konnte und wollte es einfach nicht mehr aus der Hand legen.Es entwickelte eine ganz eigene Sogwirkung.Milly ist eine außergewöhnliche Protagonistin.Ein junges Mädchen welches schwer traumatisiert ist wird in ihrer neuen Familie scheinbar herzlich aufgenommen. Doch der schein trügt, wie wird Milly den Druck verkraften? Hat sie sich unter Kontrolle oder endet sie wie ihre Mutter.Phoebe ist eine Protagonistin die es mir schwer gemacht hat. Ich habe verabscheut, ihr Verhalten Milly gegenüber, ihre Streiche und all das fand ich einfach furchtbar.Dabei ist es doch Phoebe ebenfalls einiges Schlucken muss und es eben nicht so leicht hat.Teilweise zeigt Phoebe ein Verhalt was mehr als bedenklich ist...Mike ist ein weiterer Charaktere der in meinen Augen sehr wichtig war, gerade für den Verlauf der Story. Als Ehemann und Vater hat er völlig versagt, gerade er sollte merken was mit seiner Tochter und seiner Frau geschieht. Doch er sieht es nicht, er blendet alles aus und vertieft sich in seine Arbeit.Die Handlung an sich war sehr verstörend, beklemmend, berührend und gleicht einer Achterbahn der Gefühle. Dieses Debüt der Autorin hat mich gepackt und nicht mehr los gelassen.Zwar ist es eher ein ruhiger Roman doch er überzeugt durch seine ganz eigene Art. Ich für meinen Teil bin begeistert und kann euch somit dieses Buch nur empfehlen.Fazit:Mit "Ich bin böse" ist der Autorin ein packendes Debüt gelungen welches mich gepackt und nicht mehr losgelassen hat. Ein berührendes, emotionales aber auch verstörendes Buch welches mich tief berührte. Dieses Buch bekommt von mir 4 Sterne.

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    Ich bin böse
    ForeverAngel

    ForeverAngel

    13. March 2017 um 16:08

    Mit 15 Jahren kommt Millie - früher hieß sie Annie - in eine Pflegefamilie. Ihre richtige Mutter sitzt im Gefängnis, weil Millie gegen sie ausgesagt hat. Mehrfacher Mord an Kindern lautet die Anklage. Ihr Pflegevater Mike, der als Psychiater arbeitet, soll ihr nicht nur helfen, ihr Trauma zu überwinden, sondern sie auch auf den bevorstehenden Prozess vorbereiten, in dem Millie gegen ihre Mutter aussagen muss. Doch während er sie mit allen Mitteln unterstützt, entwickelt seine leibliche Tochter Phoebe einen regelrechten Hass auf das neue Pflegekind in der Familie. Und während Phoebe Mille unbedingt loswerden will, würde Millie alles tun, um bleiben zu können. "Ich will nicht, dass er durch meine geheimsten Gedanken und Sehnsüchte trampelt oder watet. Vermutlich wäre er entsetzt, wenn er wüsste, dass du mir fehlst, jetzt, in diesem Moment." (Seite 43) Die Stimmung in Ich bin böse ist von Anfang an sehr düster. Millie spürt, dass sie anders ist als andere Mädchen in ihrem Alter, dass sie anders denkt und anders empfindet. Sie hört die Stimme ihrer Mutter in ihren Gedanken, eine Stimme, die ihr befiehlt, Böses zu tun. Millie versucht, sich anzupassen, gut zu sein, nett. Sie will nicht sein, die ihre Mutter, die sie hassen will und doch insgeheim liebt. Trotz allem, was sie ihr und den anderen Kindern angetan hat.   Doch Phoebe macht ihr das Leben in der Schule zur Hölle und die ständigen Anfeindungen und Streiche wecken in Millie den Drang, sich zu wehren. Nach außen hin gibt sie das freundliche, stille, künstlerisch begabte Mädchen. Kein Erwachsener und kein Mitschüler soll sehen, was in ihr vorgeht. Doch der Leser kennt ihre Gedanken, und die machen einem Angst. Genau deshalb finde ich auch, dass der Originaltitel Good Me, Bad Me noch viel besser zur Geschichte passt als der deutsche. In vielen Teilen erinnert mich Ich bin böse sehr an Stephen Kings Carrie. Ein Mädchen, still, schüchtern, das in seiner Kindheit furchtbar gelitten hat, das von seiner Mutter auf verschiedenste Arten missbraucht wurde. Ein Mädchen, das versucht, trotz allem in der Welt klarzukommen, Freunde zu finden, die Schule zu meistern. Normal zu sein. Ein Mädchen, dem so lange Steine in den Weg gelegt werden, bis es keine Lust mehr hat, seine böse Natur zu unterdrücken. Anfang empfand ich Millies Art zu erzählen als sehr gewöhnungsbedürftig. Komische Syntax, teilweise sehr abgehackt. Dazu der ständige innere Dialog mit ihrer Mutter. Doch mit der Zeit war es genau diese Art zu erzählen, die Ich bin böse so spannend gemacht hat. Es ist ein eindringlicher Erzählstil, einer, der unter die Haut geht. Genauso wie die Geschichte selbst. (c) Books and Biscuit

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  • Ich bin böse

    Ich bin böse
    angeltearz

    angeltearz

    11. March 2017 um 08:59

    Das nenne ich mal einen echten Pageturner. Wenn man Thriller bzw. Psychothriller lesen mag. Das ist natürlich Grundvoraussetzung. Es ist Milly, die ihre Geschichte erzählt. Wegen des Prozesses ihrer Mutter muss sie alles noch einmal durchkauen, was sie in ihren jungen Jahren erlebt hat. Es wird dabei nicht sehr in die Tiefe gegangen und das ist auch gut so. Im Klappentext wird nicht erwähnt, dass es sich um misshandelte Kinder handelt. Ich finde, da das ein No-Go für viele Leser ist, erwähne ich es hier. Auch wenn ich in dem Moment vielleicht spoilern mag. Aber wie gesagt, man erfährt nicht viele Einzelheiten. Das hat die Autorin ganz gut geregelt.Was soll man zu Milly schon schreiben? Sie ist abgehärtet und kalt. Sie geht mit schweren Situationen anders um als andere 15-jährige Teenies. Man kann schon sagen, dass sie erwachsen wirkt. Was bei der Vergangenheit nun nicht überrascht. Bei mir hat Milly einen Beschützerinstinkt geweckt. Sie tut mir so unendlich leid und ich würde sie gerne beschützen wollen. Auch trotz ihrer bösen Seite.Die Charaktere sind alle sehr gut ausgearbeitet. Jeder ist irgendwie anders und geht anders mit Milly um. Anders mit der Situation, in der sie sich befinden. Es ist glaubwürdig!Die Geschichte gefällt mir sonst sehr gut. Immer wieder werden einem kleine Häppchen zugesteckt, wie es in der Vergangenheit von Milly abgelaufen war. Man hat ja immer ein gewisses Bild im Kopf, aber dann wird doch wieder was Anderes eingeworfen, was einen wieder in die andere Richtung denken lässt.Das Ende hab ich leider genauso kommen sehen, wie es geschehen ist. Das ist wirklich schade! Ich hätte mir hier gerne eine Überraschung gewünscht, mit der ich einfach nicht gerechnet hätte. Aber mit dem Ende kommme ich trotzdem klar, weil es die Geschichte rund macht und trotzdem irgenwie ein wenig offen lässt. Wer weiß, wie es weitergeht!?Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut. Sie hat mich gleich in den ersten Seiten eingefangen und nicht mehr losgelassen. Gewöhnungsbedürftig ist allerdings, dass mal die Gespräche "normal" ablaufen und mal in Millys Kopf weitergehen. Oft richtet sie das Wort an ihre Mutter. Das hört sich kompliziert an, aber man ist da recht schnell drin.Dicke Empfehlung von mir für das Buch!Das Cover: Ein schlichtes und einfaches Cover. Passt perfekt zur Geschichte!Fazit: Ein krasses Buch! Der Schreibstil ist toll und die Charaktere super ausgearbeitet. Die Geschichte mega spannend, aber das Ende habe ich kommen sehen. Mir fehlte da eine überraschende Kehrtwende. Schade!

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  • Zäher Schreibstil, (zu) ruhige Geschichte

    Ich bin böse
    kitty_montamer

    kitty_montamer

    07. March 2017 um 23:17

    Die Geschichte wird von der 15-Jährigen Milly selbst erzählt. Dabei bekommt der Leser ihre Gefühle und ihre, meist düsteren Gedanken, sehr nahe mit. Milly ist völlig zurecht traumatisiert von den Erlebnissen, die sie im Laufe der Jahre aus dem Leben mit ihrer Mutter gesammelt hat. Ali Land beschreibt die Gedankenwelt des Mädchens ziemlich real und zeigt dem Leser, wie durcheinander und kaputt die junge Protagonistin ist. Mir persönlich hat der Schreibstil, mit dem sie die Geschichte erzählt eher weniger gefallen. Ali Land benutzt mehr die indirekte Rede, als dass die Figuren wirklich in einen lebendigen Dialog gehen. Als wäre dies nicht schon schwierig genug, hält Milly auch gerne mal gedanklich einen Monolog mit ihrer Mutter, was mich immer total aus meinem Lesefluss gebracht hat, neutral gesehen zu dem Buch und zu der Gefühlslage der Protagonistin jedoch durchaus passend ist.»Verstörender als Schmerz von Verletzungen ist fehlgeleitete Liebe.«Zitat aus: " Ich bin böse""Ich bin böse" bleibt die ganze Zeit über ziemlich ruhig. Wirklich etwas Überraschendes ist bis zum Ende nicht passiert. Die große Verhandlung, auf die sich Milly und ihre Pflegeeltern auf Zeit vorbereiten glich einer Enttäuschung. Ich hatte mir da noch mehr Informationen gewünscht. Nicht nur was die Verhandlung betrifft, sondern im Allgemeinen. Ali Land hat ziemlich viele Dinge angesprochen, die einen beschäftigten, bei denen man als Leser gern die Antworten erfahren hätte, doch manche von diesen blieben einfach unbeantwortet. So weiß man nicht, was in der Familie, wo Milly vorübergehend leben soll, so im Argen ist und warum die Beziehungen so angespannt sind.Die Wendungen, die dieses Buch nimmt, finde ich hingegen sehr gut gelungen. Besonders was die einzelnen Figuren angeht und die Sympathie, die man mit ihnen aufbaut, oder eben auch nicht. Fazit:Wenn man sich auf dieses Buch einlässt, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass es sich keineswegs um einen (Psycho)Thriller handelt, sonst wird man - wie ich - eher enttäuscht sein.Der Schreibstil konnte mich nicht überzeugen und auch die Geschichte im Allgemeinen empfand ich eher langweilig und zäh, regt allerdings zum Nachdenken an und hallt auch noch lange nach. So richtig gepackt hat es mich jedoch nicht.© www.mybooksparadise.de

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  • Welchen Einfluss hat die Genetik?

    Ich bin böse
    LeseBlick

    LeseBlick

    05. March 2017 um 13:50

    InhaltsangabeDie 15-jährige Milly wächst schwer traumatisiert in einer Pflegefamilie auf. Eine neue Identität soll alle Spuren zu ihrer Vergangenheit verwischen. Denn Milly ist die Tochter einer Serienmörderin. Und diese konnte nur gefasst werden, weil Milly der Polizei entscheidende Hinweise gegeben hatte. Jetzt wird ihrer Mutter der Prozess gemacht, und Milly wird plötzlich von Gewissensbissen heimgesucht. In ihrer Pflegefamilie findet das Mädchen keine Unterstützung, um diese schwere Zeit zu überstehen – im Gegenteil: Phoebe, die leibliche Tochter, hasst Milly von ganzem Herzen und versucht mit allen Mitteln, ihr das Leben so schwer wie möglich zu machen. Und damit weckt sie in Milly eine verborgene Seite. Eine böse Seite. Denn Milly ist die Tochter ihrer Mutter...Meine MeinungDieses Thema ist nicht neu in der Buchwelt und dennoch interessiert es mich immer wieder. Optisch erscheint das Buch recht unauffällig, auf den zweiten Blick mag ich es aber wirklich sehr. Der Klappentext brauchte für mich persönlich nur das Wort Serienmörderin und schon war der Plan gefasst, dass ich es unbedingt lesen möchte.Den Roman habe ich mit einigen anderen Bloggerkolleginnen gelesen und nehme dies als positiven Effekt mit, denn dieser Roman hat sich unheimlich gut gemacht, um sich mit anderen auszutauschen und zu diskutieren. Man bekommt durch andere Meinungen immer nochmal einen anderen Blick auf das Buch, so war es auch hier.An vorderster Stelle steht natürlich die junge Milly, welche einen großen Schritt getan hat, sich gegen ihre Mutter gestellt hat und diese der Polizei überlieferte.Ein Hilfeschrei!Der große Prozess gegen ihre Mutter steht bevor und Milly versucht sich so gut, wie es geht darauf vorzubereiten. Im Verlauf des Buches und das macht es spannend, fragt man sich allerdings die ganze Zeit, ob Milly diesen Schritt immer noch für richtig hält oder diesen bereut. Immer wieder spricht sie zu ihrer Mutter oder teilt ihre Gedanken mit ihr.Das gesamte Buch wird aus Millys Perspektive erzählt, somit war ich ihr während des Lesens auch immer am nähesten. Ihr Charakter ist geheimnisvoll, irritierend, beeinflussend und überraschend.Ihre größte Angst ist es, trotz neuer Identität, neuer Familie und einem damit verbundenen neuen Leben so zu werden wie ihre Mutter, eine Mörderin.Nach einem längeren Aufenthalt in einer Klinik hofft sie in der Familie des Psychologen Mike Hilfe und Halt zu bekommen, doch die Eingewöhnungsphase verläuft alles andere als glatt.Mike scheint Milly nicht nur aus Nächstenliebe bei sich aufzunehmen, seine Frau Saskia ist mit sich überhaupt nicht im Reinen und deren Tochter Phoebe intrigiert sowohl zu Hause, als auch in der Schule gegen Milly.Doch Milly will kein Opfer sein.Zeigt Milly Seiten, die der ihrer Mutter ähneln?Oder kann sie sich aus diesem Teufelskreis Genetik entwinden?Bei „Ich bin böse“ handelt es sich um einen psychologischen Spannungsroman und hier trifft es die Autorin auf den Kopf. Es ist ein Roman mit einem guten, aber eher unterschwelligen Spannungsbogen. Hier erwartet einen also genau das, was draufsteht.____________________________________________________________Ein Punkt, der für viele Leser wichtig ist, so auch für mich ist der Schreibstil. Ali Land versuchte hier ihre ganz eigene Note reinzubringen, was manch einem Leser mit Sicherheit gefällt. Mich selbst brachte vor allem der häufige Wechsel zwischen direkter und indirekter Rede immer wieder aus dem Lesefluss und es kam zu Abrissen von Gedankengängen.Mein FazitMit „Ich bin böse“ erschafft die Autorin ein besonderes Buch, welches ein interessantes Thema, eine tiefgründige Protagonistin und einen spannenden Verlauf mit sich bringt. Zudem macht Ali Land die Leser sehr neugierig auf ihre literarischen Inspirationen, wie „Herr der Fliegen“ von William Golding oder auch „Die Wespenfabrik“ von Iain Banks.

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  • Der einzige Weg hinaus ist mittendurch!

    Ich bin böse
    Fascination

    Fascination

    04. March 2017 um 21:26

    Milly hat eine Vergangenheit. Wahrlich keine schöne Zeit! Jetzt blickt die Fünfzehnjährige nach vorn. Mit neuem Namen und neuer Familie hat sie eine Zukunft. Bis zur anstehenden Gerichtsverhandlung ist sie sicher. Hoffnung hilft zu überleben … Die Pflegeeltern Mike und Saskia Newmont, Tochter Phoebe und Rosie, die Terrierhündin, heißen sie willkommen. Milly bringt nur wenige Habseligkeiten mit: Bücher, Kleidung, verborgene Dinge. Es passt alles in einen einzigen, kleinen Koffer. Nur die Erinnerungen – an ihre Mutter, was geschehen ist – passen hier nicht rein. Es fällt dem Teenager schwer, ihr altes Leben hinter sich zu lassen. Sie trägt die Stimme ihrer Mutter im Kopf, meint zu wissen, was sie plant. Milly ist bemüht, alles richtig zu machen, Erwartungen zu erfüllen. Besser zu sein, als ihre Mutter. Die Newmonts sind allerdings auch keine Musterfamilie. Vater Mike ist ein Workaholic. Mutter Saskia betäubt ihren Kummer mit Alkohol und Drogen, Yogalehrer Benji tröstet über manch einsame Stunde hinweg. Erziehung und Haushalt sind ihr fremd. Die Tochter des Hauses geht bei jeder Gelegenheit in Abwehrhaltung. Sie scheint überheblich und selbstgefällig. Womöglich eine Reaktion auf die Pflegekinder zuvor, die all die Aufmerksamkeit bekamen, nach der sie sich sehnt. Milly wird zum auserkorenen Mobbingopfer von Phoebe und deren Freundinnen Izzy und Clondine. Doch man sollte sie nicht allzu sehr reizen. Sie ist Annie, Tochter von Ruth Thompson. Einer Frau, die sich an Kindern vergeht und ihre Leichen im Keller entsorgt. Annie weiß wie man Spiele spielt. Und sie weiß wie man gewinnt! Zum Glück schmückt ALI LAND all die Grausamkeiten, die Ruth Thompson jahrelang vertuschen konnte, nicht bis ins Detail aus. Hinweise und Andeutungen im Verlauf der Handlung genügen, um Unwohlsein, gar Abscheu, während der Lektüre aufrechtzuerhalten. Mittelpunkt des Geschehens ist allerdings die minderjährige Milly, Geburtsname Annie. Vierzig Kapitel in erster Person Singular, ungewöhnlicherweise oft direkt an ihre Mutter gewandt, umschreiben ihr Leben zwischen dem vermeintlichen Verrat an ihrer Mutter an die hiesige Polizei bis zur Verhandlung vor Gericht und kurz darüber hinaus. Die Geschichte entwickelt einen unaufhaltsamen Sog. Der Schreibstil ist ruhig aber unglaublich intensiv. Die Stimmung bewegt sich größtenteils in düsteren Gefilden. Selten wird aus Erinnerung, Resignation und Schuldgefühlen tatsächlich Hoffnung und der Wunsch nach einem normalen Leben in einer normalen Familie. Das Buch trägt zu Recht den Zusatz Psychologischer Spannungsroman, der Leser ist stets angespannt, schreckt vor Facetten der Vergangenheit zurück und ahnt, dass die Vorkommnisse auch in der Zukunft nicht ohne Folgen bleiben. Die Autorin vermittelt glaubhaft die emotionale Zerrissenheit des Mädchens. Ebenso stellt sie ihre Intelligenz und manipulative Fähigkeiten außer Frage. Milly alias Annie ist zweifelsohne ein Opfer. Nichtsdestotrotz ist und bleibt sie die Tochter einer Mörderin. Geprägt durch Misshandlungen, Umfeld und Gene. Macht sie das schlussendlich ebenfalls zu einem bösen Menschen? Das Cover des Taschenbuchs aus dem Goldmann Verlag passt ausgesprochen gut zur Erzählung. Das Motiv zeigt ein junges Mädchen im Profil. Verschwommen, leicht verwackelt, schwer zu erfassen – genauso wie die weibliche Hauptfigur. Ihr Blick angstvoll, dennoch starr fokussiert. Die Farben dunkel. Nichts lenkt ab. Die Inhaltsbeschreibung auf der Rückseite bringt es kurz und knapp auf den Punkt, verrät nicht zu viel. Perfekt! Fazit: ICH BIN BÖSE ist eine grauenvolle Geschichte über Kindesmisshandlung und seine Folgen. ALI LAND, bestens auf dem Gebiet der Psychologie bewandert, spielt Katz-und-Maus mit ihrer Leserschaft. Durchweg spannend, dabei erschreckend und fesselnd zugleich. Nichts für zarte Gemüter, aber für hartgesottene Thrillerfans unbedingt eine Empfehlung wert!

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