Ali Smith Die erste Person

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Inhaltsangabe zu „Die erste Person“ von Ali Smith

Virtuose, witzige und vor übermütigen Ideen strotzende Erzählungen: Die angesehene schottische Autorin lässt ihre zwölf Geschichten um die Grammatik der Liebe und die Abgründe der Realität kreisen. Und wenn Ali Smith erzählt, steckt der Alltag voller verblüffender Geschichten. Hier reden, denken und lieben hellwache Frauen, sie lassen sich auf Nähe ein und nehmen die Sprache beim Wort. Die Grenzen zwischen Realität und Phantasie verschwimmen, und immer neue Welten tun sich auf.

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  • Die erste Person von Ali Smith.

    Die erste Person

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    04. April 2013 um 04:18

    Zwölf Geschichten unterschiedlichster Länge, Perspektive und Genres, bilden diesen Erzählband von Kurzprosa-Genie Ali Smith. Eine Sammlung die von Beziehungsanalysen über magischen Realismus zur sozio-kulturellen Kritik schwankt. Ali Smith war mir kein Begriff bevor ich anfing in England Literatur und Schreiben zu studieren, mittlerweile wundere ich mich warum. Vielleicht kennt der eine oder andere deutsche Leser ihren Roman “Die Zufällige”, aber wer kennt schon ihre Geschichten. Doch gerade diese sind meisterhaft, gefühlvoll und zugleich gesellschaftskritisch, surreal und doch ganz alltäglich. Wer Romane liest schreckt oft vor Erzählbänden zurück, ich schließe mich in diese Annahme mit ein, zu Mindest bis vor kurzem. Mittlerweile liebe ich sie als Abwechslung zu längeren Werken, als kurze Pause und perfekter Lückenfüller, wenn man ein paar Minuten zum Lesen hat und in den aktuellen Roman so schnell aber nicht wieder hinein finden würde. Ali Smith gehört hierbei zur creme de la creme der zeitgenössischen britischen Kurzgeschichten Schreiber und ist DIE schreibende Britin dieser Tage, Zadie Smith Hype hin oder her. Was Ali Smith besonders gut beherrscht ist die zweite Person Erzählperspektive, auch in Mischform mit der ersten Person, und das so sehr, dass sich Lehrtexte zum Thema Erzählperspektiven auf ihre Prosa berufen. Das Ich erzählt dem Du, was den beiden passiert ist, dabei kann der Leser sich sowohl in der Stimme des Ichs wiederfinden, als auch im angesprochenen Du. Es sind speziell diese Geschichten, die den höchsten Grad an Humor, Ironie und Sprachwitz aufweisen, denn die Dialoge zwischen Ich und Du fließen nur so dahin, ohne Grübelpausen und mit erfrischender British-ness, so wie nur deutsche Leser sie lieben können. Doch es sind nicht nur die humorvollen Erzählungen, die diesen Band zu einer besonderen Sammlung machen. Denn immer wieder nimmt Ali Smith auf aktuelle oder generelle Probleme im britischen System Bezug und kritisiert, mit der Stimme der in ihrer Geschichte auftretenden Schriftstellerin, Missstände an Fallbeispielen aus dem Bekanntenkreis, in der Geschichte “True short story”, gleich zu Anfang des Buchs. Dann jedoch wird sie gleich wieder etwas heiterer und präsentiert dem Leser eine Geschichte magischen Realismus’, in der sich ein kleines Kind in ihren Waitrose Einkaufswagen verirrt und sie es notgedrungen mit nach Hause nehmen muss – mein Liebling übrigens. Die Geschichten sind unverkennbar britisch und wer Land und Leute kennt und liebt, oder nur kennt, wird seinen Spaß daran haben Orte und Gesellschaftsmerkmale wieder zu erkennen. Es bleibt nicht nur beim Waitrose, einer Supermarktkette für die gehobene Mittelklasse. Smiths Geschichten spielen in Pubs, in britischen Café-Ketten – bei denen ich selbst gerne vorbei schaue -, nimmt Bezug auf typisch britisches Wohnen und Kulturereignisse. Diese Bezogenheit zu Land und Kultur macht Ali Smith zu einer besonderen Schriftstellerin, wenn auch zu einer Schriftstellerin, die schwer übersetzbar, wie auch übertragbar ist auf Schauplätze außerhalb des Vereinigten Königreichs. Trotzdem ist ihre Prosa es wert gelesen zu werden, so wie jeder herausragende Schriftsteller seinen Teil des Rampenlichts in unseren Lesesesseln verdient, weil sie einfach gut ist, britisch oder nicht, Ali Smith ist eine der besten Schriftstellerinnen, die wir dieser Tage in Europa zu bieten haben und dieser Erzählband untermauert das wunderbar. Kurzgeschichten sind eine wunderbare Art unterwegs, wie zu Hause, zu lesen und wenn, dann sollten sie Qualität haben. Die findet man bei Ali Smith – punkt!

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