Die Schiffbrüchige

von Ali Zamir 
5,0 Sterne bei2 Bewertungen
Die Schiffbrüchige
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

E

großartig, poetisch, herzzerreißend und unsentimental. Eine Stimme Afrikas zu Migrantenschicksalen unserer Zeit

Alle 2 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Die Schiffbrüchige"

Im Indischen Ozean ertrinkt eine junge Frau. Die Wellen sind erbarmungslos, ihre Kräfte lassen nach, aber im Angesicht des Todes bäumt sie sich auf, in einem letzten Aufbegehren reißt Anguille uns mit in die Erzählung ihres Lebens und in die Tiefe des Meeres.

Ein gleichermaßen atemloser wie bezaubernder Roman mit einer nie da gewesenen Heldin und einer Sprache, die ihresgleichen sucht. DIE SCHIFFBRÜCHIGE ist ein literarisches Wunder.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783847900283
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:Eichborn
Erscheinungsdatum:29.09.2017

Rezensionen und Bewertungen

Neu
5 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne2
  • 4 Sterne0
  • 3 Sterne0
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    E
    evaczykvor 21 Tagen
    Kurzmeinung: großartig, poetisch, herzzerreißend und unsentimental. Eine Stimme Afrikas zu Migrantenschicksalen unserer Zeit
    Lebenshunger und Tod im Meer

    Anguille weiß – sie wird sterben. Eine junge Frau, deren Traum von einem besseren Leben als Schiffbrüchige im Meer endet. Doch ehe sie ertrinkt, zieht sie noch einmal Bilanz, rechnet ab mit ihrem Leben in einem wahnsinnigen Tempo, einem bunten Gedankenstrom. Alles muss gewissermaßen raus aus ihrem Bewusstsein, ehe das Ende kommt.

    Ali Zamir, ein junger Schriftsteller von den Komoren, wurde für seinen Debütroman «Die Schiffbrüchige» mit dem Prix Senghor für ein französischsprachiges Erstlingswerk ausgezeichnet. Nun liegt das Buch des 1987 geborenen Schriftstellers auch in deutscher Übersetzung vor – eine atemlos und von Lebenshunger strotzende Lebens- und Liebesgeschichte.

    Zamir lässt farbenfrohe Bilder von einer Inselwelt entstehen, die für die Touristen der Kreuzfahrtschiffe exotisch und vom Duft von Gewürzen erfüllt ist. Für die Menschen der Inseln dagegen ist es eine kleine Welt begrenzter Perspektiven.

    Anguille ertrinkt nicht im Mittelmeer, wie so viele ihrer Schicksalsgenossen, die auf eine Zukunft in Europa hoffen. Doch auch im Indischen Ozean, zwischen der armen Komoreninsel und der französischen Insel Mayotte, scheitern die Träume von einem neuen Anfang, beladen Menschenschmuggler kleine Boote mit viel zu vielen Menschen. 
    Menschen wie Anguille tauchen im Bewusstsein vieler Europäer oft nur als Statistik-Zahl oder Fußnote der Abendnachrichten auf: Gesichtslos in der Masse verängstigter, verzweifelter, durchnässter Menschen, die noch rechtzeitig gerettet wurden oder deren Todeszahlen nur geschätzt werden können.

    Zamir dagegen gibt Anguille, dem «Aal» eine Stimme, beschreibt ihre Inselwelt, lässt sie Rückblick halten. Unsentimental, mitunter schnodderig erzählt sie von ihrem Vater, dem Fischer und alleswissenden Gernegroß Connait-Tout, von Vorace, ihrer großen Liebe und noch größeren Enttäuschung, von engen Gassen und den Menschen ihres Dorfes, denen die 17-jährige schließlich den Rücken kehrt – ungewollt schwanger und vom Vater verstoßen. 

    So verlässt sie den Ort, wo sie sich immer beschützt gefühlt hatte, «und genauso wusste ich, dass ich nicht dorthin zurückkehren würde, es war eine Reise in eine einzige Richtung, eine Hinfahrt ohne Zurück, das hatte ich in meinem Herzen unterschrieben, jawohl, genau dort, aber ich hatte nicht damit gerechnet, mich dort wiederzufinden, wo ich jetzt bin, an einem Nichtort, in einer Leere, einem Abgrund».

    Anguille ist allein in der Nacht, das Sterben der anderen Schiffbrüchigen um sie herum kann sie nicht sehen, doch sie hört die Schreie, dann die Stille. Während sie sich mit letzter Kraft an einen Benzinkanister klammert, lässt sie trotzig die Hoffnung fahren. Überleben, nur um dann in Handschellen deportiert zu werden, das sei etwas für Feiglinge.

    Die letzte Belohnung für den Mut zum Aufbruch, zur Veränderung sieht sie in den verbliebenen Minuten oder gar Stunden, die der Schiffbrüchigen erlauben, ihre Geschichte zu erzählen: «Und so gebe ich mich hin, Hals über Kopf und furchtlosen Herzens».

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    PrinceXLs avatar
    PrinceXLvor 10 Monaten

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks