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Caruschia

vor 9 Monaten

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Obwohl ich nicht zu den berühmten "Zockern" gehöre, die sich die Nächte um die Ohren schlagen, um Zombies oder andere übernatürliche Wesen zu jagen, habe ich seit Erebos eine Faszination für Bücher entwickelt, die sich mit sämtlichen Arten von modernen Spielen beschäftigen. Wenn dann auch noch Realität und Phantasie/Spiel verschmelzen, hat man mich dann wohl endgültig geködert.

 
Die Geschichte teilt sich in zwei Handlungsstränge auf: einmal in den der Gegenwart, in dem einer der ehemaligen Mitspieler in einer Talkshow landet und in den des Spiels. Die Talkshow wird immer nur kurz aufgegriffen, was die Spannung aber unglaublich anhebt, da man als Leser schon erahnt, dass irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Somit wird man ständig dazu animiert, weiterzulesen, um die Gründe für alle Geschehnisse zu erfahren. Der Spannungsbogen ist während des ganzen Buches sehr hoch gehalten, weshalb ich mich an keiner einzigen Stelle langweilen konnte.
 
Mit ihrem Schreibstil konnte die Autorin die meist düstere, beklemmende Atmosphäre perfekt darstellen, sodass sich ein klares Bild der ganzen Situation in meinem Kopf bilden konnte. Die locker-leichte Schreibweise hat neben des spannenden Handlungsverlaufes und der kurz gehaltenen Kapitel zum Großteil auch dazu beigetragen, dass ich so angenehm und schnell durch das Buch kam.
 
Ein großes Manko liegt jedoch an den Hintergründen der einzelnen Personen. Wie spielen sie zusammen (vor allem wie haben sich die einzelnen Teams zusammengefunden), wodurch ergänzen sie sich bzw. haben sie eine gemeinsame Vorgeschichte? Wenn ja, welche? Ich wurde nach beenden des Buches das Gefühl einfach nicht los, irgendwo etwas verpasst bzw. nicht mitbekommen zu haben. Meine Zufriedenheit (so gut ich dieses Buch auch fand) war nicht vollkommen erreicht, was mich schon ein wenig enttäuscht zurückgelassen hat.
 
Die Figuren Mo, Greti, Carlos und Tessa waren die Charaktere, von denen noch am meisten Informationen übermittelt wurden - auch wenn das schon nicht ganz so viele waren. Richtig eindringen konnte man in die Personen nicht und auch wenn man das Gefühl hatte sie nach einer Weile zu kennen, blieben sie leider in vielen Bereichen noch transparent. Wenn wenigstens auf einen Protagonisten noch näher eingegangen worden wäre... aber so konnte man sich leider von keinem von ihnen ein vollständiges Bild machen.
 
Von der Thematik her hat es Alice Gabathuler sehr gut eingewickelt, Realität und Spiel verschmelzen zu lassen. Ich hatte beim Lesen auch manchmal so meine Schwierigkeiten zu erkennen, wann die Figuren in den Computern oder im echten Leben loszogen. Auch die ganze Idee des "dead.end.com" und seinen Machern fand ich sehr gut gelungen und geschickt eingefädelt!
 
FAZIT
Ein hochspannendes Buch mit einer tollen Idee, die man sicherlich hätte noch weiter ausbauen können - doch so wie die Autorin mit ihrem Schreibstil die Wörter ohne große Beschreibungen in meinem Kopf zum Leben erweckt hat, war das nicht unbedingt nötig. Leider sind die Charaktere das ganze Buch über etwas blass geblieben, sodass man sich als Leser mit keinem von ihnen richtig verbinden konnte. Trotzdem eine gute Geschichte, die ich allen Fans von "Erebos" gerne weiterempfehle.

Autor: Alice Gabathuler
Buch: dead.end.com
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