Alice Greenway Schmale Pfade

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Inhaltsangabe zu „Schmale Pfade“ von Alice Greenway

Der alte Jim Kennoway hat seine Frau verloren und mit ihr den Willen zu leben, nun wohnt er zurückgezogen auf einer Insel vor der Küste Maines. Der einst anerkannte Ornithologe hat inzwischen nur noch drei Dinge im Sinn: trinken, rauchen und vergessen. Doch mitten im Sommer taucht ein ungewöhnliches Mädchen bei ihm auf. Cadillac Baketi, eine junge Salomonerin, hoch aufgeschossen, schlau und erfrischend unverblümt, ist die Tochter von Tosca – gemeinsam
mit ihm als Inselscout hatte Jim 1943 während des Pazifikkriegs japanische Schiffe ausgespäht. Jetzt, dreißig Jahre später, schickt ihm Tosca seine Tochter, denn sie soll sich an das Leben in Amerika gewöhnen, bevor sie im Herbst ihr Medizinstudium in Yale beginnt.
Jim ist bedient, er kann keinen Besuch gebrauchen
– und schon gar keinen, der Erinnerungen an den Krieg, seine Jugend und seine große Liebe heraufbeschwört. Möglicherweise aber ist Cadillac genau die Richtige, um ihm dabei zu helfen, seinen Frieden mit einem düsteren Kapitel seiner Vergangenheit zu machen.
In einer an Bildern reichen, intensiven Sprache erzählt Alice Greenway die Geschichte eines Mannes, den das Schicksal im Lauf seines Lebens immer aufs Neue herausgefordert hat. Die sommerliche Küstenlandschaft Maines und die Wildheit des Südpazifiks bilden die Kulisse für diesen bewegenden Roman, in dem Erinnerungen an eine dunkle Vergangenheit auf irritierend schöne Weise eingebettet sind in Beschreibungen einer Natur, die ein Versprechen von Glück und Verheißung in sich trägt – und weder Gewalt noch Krieg duldet.

Geschichte der Gegensätze: ein Ornithologe und Leben zwischen Krieg und Forschung, zwischen Maines Atlantikküste und dem Guadalcanal/Südsee

— Bücherfüllhorn-Blog

Ich wandere auf den schmalen Pfaden des Jim Kennoway

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Keine leichte Kost, aber wunderbar erzählt und viel zu schnell zu Ende.

— hexhex

Toller Schreibstil und Sprachgebrauch, doch die Handlung war mir zu langatmig

— Cieena

Nicht leicht, aber lohnend, nicht einfach, aber eindrucksvoll – eine fesselnde Geschichte und hervorragend erzählt.

— hesi

Tolles Buch, nicht nur für Vogelfans!

— Privee2801

Verträumter Roman aus der Südsee mit unlinearer Handlung über einen Kriegsveteranen, sowie vielen Natur-&Ornithologischen Beschreibungen.

— Magena

Ein Buch der leisen Töne. Es hat leider nicht ganz meinen Geschmack getroffen.

— rewareni

Ein Leben zwischen Zweiten Weltkrieg, Südsee, USA und der Ornithologie. Spannend und gut.

— Orisha

ein Buch der leisen Töne, das dennoch intensive Momente und präzise gezeichnete Charaktere zu bieten hat.

— louella2209

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  • Nachhaltig und gegensätzlich. Ein kriegstraumatisierter Ornithologe

    Schmale Pfade

    Bücherfüllhorn-Blog

    02. November 2016 um 18:39

    Ich wollte schreiben, ein Buch das nicht so einfach zu lesen und zu verstehen ist. Aber das trifft es nicht ganz. Für mich ließ es sich schon flüssig lesen, wenn ich auch an manchen exotischen Vogelnamen hängenblieb. Dennoch gab es Stolperfallen, Dinge, über die ich nachdenken musste. Dinge über die ich nicht einfach so „weglesen“ wollte. Der Erzählton ist sehr ruhig und behäbig, selbst über grausame Kriegserlebnisse. Im Gegensatz dazu das Setting an der Küste Maines und auf den Salomonen-Inseln: so wunderbar maritim beschrieben, dass ich das Bootshaus von Jim augenblicklich vor Augen hatte, die Insel im Guadalcanal auf er stationiert war oder auch Cadillacs Kindheit am Meer. Es gibt Verweise und Verbindungen zu Stevensons „Schatzinsel“, vor allem Jim identifiziert sich später mit Long John Silver. All dies ist in einem ruhigen Spannungsbogen verwoben. Die Geschichte ist gegensätzlich: idyllische Plätze wechseln mit Kriegsschauplätzen ab, ein Ornithologe ist zugleich Soldat und tötet Menschen. Liebe und Hass. Ruhe und Panik. Ich konnte am Anfang nicht absehen, wohin mich diese Geschichte führen würde, und war entsprechend überrascht. Selbst der englische Titel „Bird Skinner“ hat, wie man am Schluss erfährt, leicht abgewandelt seine Berechtigung, ebenso als ich an die Stelle kam, ab der ich mir dann den deutschen Titel, die „schmalen Pfade“ erklären konnte.   Alles in allem war die Thematik und die von der Autorin hergestellte Verbindung zwischen einem Ornithologen und der Schlacht um den Guadalcanal auf besondere Weise nachhaltig. Denn die Geschichte hat mich noch eine Zeitlang nach dem Lesen „begleitet“ und überhaupt stellenweise nachdenklich gemacht. Ich sollte jedoch vorwarnen, dass sich die Geschichte nicht jedem erschließen wird.   Ich finde sie auf alle Fälle lesenswert und vergebe vier Sterne wegen der besonderen Thematik.

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  • Schmale Pfade

    Schmale Pfade

    lesemaus

    03. October 2016 um 13:28

    Wir lernen den alten Jim Kennoway kennen, der seine Frau verloren hat und mit nichts mehr zufrieden ist. Sein Lebensinhalt besteht aus rauchen und trinken, und ja keine Störung durch Menschen bzw. Freunden. Bis ihm eines Tages ein Brief vorliegt, indem er informiert wird, dass eine Salomonerin zum Einleben in die USA zu ihm kommt.Sie, Cadillac Baketi, ist die Tochter von Tosca, ein Freund während des Pazifikkrieges. Damit beginnen die Erinnerungen aus dieser Zeit aufzuleben bis er seinen Entschluss gefasst hat.Ein sehr ruhiges, informatives Buch. Auf fast jeder Seite bekennend dem Leser eine neue Vogelart. Der Schreibstil ist dichterisch und am Anfang gewöhnungsbedürftig, aber schnell ist mein im Lesefluss drin. Mir hat das Buch sehr gefallen, da es dich sehr ruhig ist und zum Ausspannend einlädt. 

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  • Leserunde zu "Schmale Pfade" von Alice Greenway

    Schmale Pfade

    Mare_Verlag

    Liebe LovelyBooks-Freunde, schon geht’s los mit der nächsten Vorableserunde! Wir haben einen ganz besonderen Schatz für euch: Am 9. Februar 2016 erscheint Alice Greenways zweiter Roman »Schmale Pfade« im mareverlag. Ihr habt die Möglichkeit an unserer Leserunde teilzunehmen und eines von 30 Vorableseexemplaren zu gewinnen! Zum Buch: Der alte Jim Kennoway hat seine Frau verloren und mit ihr den Willen zu leben, nun wohnt er zurückgezogen auf einer Insel vor der Küste Maines. Der einst anerkannte Ornithologe hat inzwischen nur noch drei Dinge im Sinn: trinken, rauchen und vergessen. Doch mitten im Sommer taucht ein ungewöhnliches Mädchen bei ihm auf. Cadillac Baketi, eine junge Salomonerin, hoch aufgeschos­sen, schlau und erfrischend unverblümt, ist die Tochter von Tosca – gemeinsam mit ihm als Inselscout hatte Jim 1943 während des Pazifikkriegs japanische Schiffe ausgespäht. Jetzt, dreißig Jahre später, schickt ihm Tosca seine Tochter, denn sie soll sich an das Leben in Amerika gewöhnen, bevor sie im Herbst ihr Medizinstudium in Yale beginnt. Jim ist bedient, er kann keinen Besuch gebrau­chen – und schon gar keinen, der Erinnerungen an den Krieg, seine Jugend und seine große Liebe heraufbeschwört. Möglicherweise aber ist Cadillac genau die Richtige, um ihm dabei zu helfen, seinen Frieden mit einem düsteren Kapitel seiner Vergangenheit zu machen. In einer an Bildern reichen, intensiven Sprache erzählt Alice Greenway die Geschichte eines Mannes, den das Schicksal im Lauf seines Lebens immer aufs Neue herausgefordert hat. Die sommerliche Küstenlandschaft Maines und die Wildheit des Südpazifiks bilden die Kulisse für diesen bewegenden Roman, in dem Erinnerungen an eine dunkle Vergangenheit auf irritierend schöne Weise eingebettet sind in Beschreibungen einer Natur, die ein Versprechen von Glück und Verheißung in sich trägt – und weder Gewalt noch Krieg duldet. Hier geht’s zur Leseprobe. Möchtet ihr zu den 30 Vorablesern gehören?* Dann bewerbt euch und beantwortet bis zum 11. Januar 2016 die folgende Frage:„Vogelkunde, das versteht er jetzt, ermöglichte es ihm, sich auf diese Welt einzulassen, und bot ihm zugleich die Mittel, ihr zu entfliehen.“         Jim Kennoway macht sein Kindheitshobby zum Beruf. Habt ihr auch eine Leidenschaft, die euch auszeichnet und in der ihr aufgeht? Wir freuen uns auf eure Antworten und auf zahlreiche Bewerbungen! Euer mareverlag * Bedingung ist, dass ihr euch zeitnah am Austausch in allen Leseabschnitten beteiligt und abschließend eine Rezension zum Buch schreibt.

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    • 657
  • Schwere Kost ..

    Schmale Pfade

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. March 2016 um 20:15

    Ich muss gestehen das ich den Anfang & den Mittelteil relativ überflogen & nicht gewürdigt habe, weil es mich einfach nicht mitgezogen hat. Doch das Ende hat mich positiv überrascht so das auch paar Tränen gekullert sind.

    Du willst meine komplette Rezension lesen?
    Dann schau doch auf meine Seite
    http://bluubsbuecherwelt.blogspot.de/2016/03/schmale-pfade-alice-greenway.html

  • Ornithologie, Zweiter Weltkrieg und ein Leben dazwischen

    Schmale Pfade

    Orisha

    Als Einsiedler, Bein-amputierter, alter, grämender Mann ist Jim nicht gerade ein Sonnenschein, für den man leicht Sympathien aufbringen kann. Verbittert, gesundheitlich angeschlagen, trinkend – vegetiert Jim durch seine letzten Tage. Als Cadillac, die Tochter eines längst verloren geglaubten Freundes, kurzfristig bei Jim auftaucht, wirbelt sie sein Leben durcheinander. Ein Leben das geprägt war von Verlust und Schmerz, aber auch von Wissensdurst, Abenteuerlust und Liebe. Mit ihrer offenen, unvoreingenommenen Art, lockt Cadillac Jim aus der Reserve und er beginnt sich langsam mit seiner Vergangenheit – seiner Kindheit, seinem Kriegseinsatz in New Georgia und seiner verlorenen Liebe Helen – auseinanderzusetzen. Auf drei Zeitebenen und in vier Gesprächsebenen nimmt Greenway den Leser mit auf eine Reise durch Jims Leben. Drei markante Zeitpunkte – 1917, 1943 und 1973 – die Jims Leben geprägt haben. Zeitpunkte, die dem Leser erlauben Jim in all seinen Facetten kennenzulernen. Dabei nimmt uns Greenway mit in den Südpazifik, wo der Zweite Weltkrieg zwischen den Japanern und den Amerikanern tobte. In eine Gegend von der ich nicht viel weiß. Und in einen Krieg, von dem ich noch viel weniger wußte – verbindet man den Krieg zwischen den Japanern und Amerikanern doch eher mit den Ereignissen auf Pearl Habour oder dem Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki. Greenway ist ein guter Roman mit vielen interessanten Details gelungen. Ein Roman der Ornithologie, den Zweiten Weltkrieg und den Drang der Wissenschaft miteinander verknüpft und dabei sprachlich hochwertig daherkommt. Dabei greift die innere Struktur gekonnt ineinander und erlaubt dem Leser, Jim durch sich selbst, aber auch durch andere wahrzunehmen. Allerdings, und das ist das einzige Manko, braucht man als Leser ein wenig, um in das Buch hineinzukommen. Fazit: Ein gutes, gelungenes Buch, dem man eine Chance geben sollte.

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    • 2

    kingofmusic

    23. February 2016 um 17:13
  • Toller Schreibstil aber zu langatmige Handlung

    Schmale Pfade

    Cieena

    17. February 2016 um 21:35

    Handlung Jim Kennoway hat seine Frau verloren und damit auch seinen Lebenswillen. Zurückgezogen lebt er seitdem an der Küste. Einst ein bekannter Ornithologe verbringt er seine Tage nun damit seinen Schmerz mit Alkohol zu betäuben. Doch eines Tages steht Cadillac Baketi vor seiner Tür, die Tochter seiner alten Bekanntschaft Tosca, mit der er dreißig Jahre zuvor während des Pazifikkriegs japanische Schiffe ausgespäht hat. Jim ist von dem plötzlichen Besuch alles andere als begeistert, doch schon bald zeigt sich, dass die ungebetene Besucherin vielleicht genau die Richtige ist um Jim zurück ins Leben zu helfen. . Cover Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut. Erste Rückschlüsse auf die Handlung lassen sich zwar nicht ziehen, doch stehen die Federn des Covers in Zusammenhang mit der wunderbaren Sprache des Buches. . Charaktere Die Charaktere des Buches sind von der Autorin mit viel Liebe zum Detail dargestellt. Die lebenslustige und lebhafte Cadillac stellt einen enormen Gegensatz zum beinahe griesgrämigen und etwas depressiven Jim. Um ehrlich zu sein hatte ich vor allem zu Beginn des Buches einige Mühe mit Jim warm zu werden. Die besserte sich zwar etwas im Laufe des Buches, doch generell wollte der Funken zu den Charakteren nicht ganz überspringen. . Schreibstil Der Schreibstil ist wirklich wunderbar. In Alice Greenways Sprache ist eine Leichtigkeit und Eleganz zu finden, die mit der einer Feder zu vergleichen ist. Mit viel Geschick schiebt sie den Leser in die gewünschte Richtung und schafft es dabei mit Zurückgenommenheit auch auf Dinge zwischen den Zeilen hinzuweisen..einfach toll! . Mein Fazit Ich stehe dem Buch zwiegespalten gegenüber. Während mich der Sprachgebrauch und der Schreibstil des Romans vollkommen überzeugen konnten, hatte ich meine liebe Müh mit den Charakteren und der Handlung. Während des gesamten Buches wollte der Funken zwischen mir und den Charakteren nicht so richtig überspringen. Besonders mit Jim konnte ich kaum warm werden, daran konnten leider auch die Rückblenden in seine Vergangenheit nicht viel ändern. Auch wenn diese sicherlich dazu gedacht waren um den Leser das Verhalten Jims näher zu bringen und ein gewisses Verständnis für diese Figur zu entwickeln. Einen etwas besseren Zugang hatte ich zu Cadillac, doch auch hier fehlte mir das gewisse Etwas. Die Handlung an sich ist sicherlich ganz nett, doch empfand ich diese auf Dauer als zu langatmig, sodass ich mich zwischenzeitlich beinahe quälen musste weiterzulesen. Der Roman ist sehr ruhig, wirkliche Spannungsmomente sollte man als Leser nicht erwarten. Die Beschreibung der Landschaft und der Natur gefielen mir sehr, dies vornehmlich wegen des Schreibstils. Dieser ist auch in meinen Augen das größte Potential des Buches, denn die Sprache ist wirklich ein wahrer Genuss. Besonders gefallen haben mir auch die Zitate aus Stevensons Schatzinsel, die vor einem jeden Kapitel zu finden sind. Alles in allem ein ruhiges Buch, welches nicht unbedingt mit einer furiosen oder spannenden Handlung punkten kann, dafür aber umso mehr im Schreibstil und dem Sprachgebrauch. Ein Buch, welches eher für Leser geeignet ist, welche einen außergewöhnlichen Schreibstil und Sprachgebrauch zu schätzen wissen und eine ruhige Handlung favorisieren. Diese und weitere Rezensionen findet ihr auch auf meiner Website www.zeit-der-buecher.de

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  • der Roman erfordert Ausdauer

    Schmale Pfade

    Mrs. Dalloway

    15. February 2016 um 11:52

    Der MARE-Verlag hat mal wieder einen wunderbaren Roman herausgebracht, diesmal von der Autorin Alice Greenway, die es vermag, in einer ganz besonders schönen Sprache zu schreiben, Mich konnte das Buch aufgrund diverser Kritikpunkte leider nicht überzeugen und so kann nur 3 von 5 Sternen vergeben. Der Inhalt gefällt mir gut: griesgrämiger alter Mann bekommt Besuch von junger, hübscher Frau, wodurch er an frühere Zeiten erinnert wird. Der einst angesehene Ornithologe kämpfte nämlich im 2. Weltkrieg auf den Salomonen und die Zeit dort wird immer und immer wieder in Rückblicken aufgewärmt. Die Beschreibungen dessen erscheinen mir immer wieder gleich und so ist es einfach zu viel des Guten. Das Ganze macht den Roman so langwierig und zäh, dass man sich kaum noch darauf freuen, endlich wieder in der Gegenwart gelandet zu sein (1973). Wie gesagt, von der Sprache her haben mich Alice Greenway und Übersetzer Klaus Modick absolut überzeugt, aber beim Rest hapert es.

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  • Pfade, denen man gerne folgt

    Schmale Pfade

    hesi

    14. February 2016 um 18:28

    Der Ornithologe Jim Kennoway lebt seit seiner Beinamputation vor einigen Monaten im alten Sommerhaus der Familie auf Fox Island und will von der Welt nur noch eines: in Ruhe gelassen werden. Seine Umwelt hat – nicht zuletzt wegen seiner rüpelhaften Art – auch gar kein Interesse an ihm. So lebt er ungestört rauchend und trinkend vor sich, bis ihn eines Tages ein Brief von den Salomonen erreicht und ihm Ms. Baketi ankündigt: sie wird einen Monat lang bei ihm wohnen, um sich in den Vereinigten Staaten einzugewöhnen und auf ihr Studium in Yale vorzubereiten. Mit diesem Gast tauchen alte Erinnerungen, vor allem an die Zeit seiner Stationierung auf den Salomonen während des Pazifikkrieges, auf. Erinnerungen, die er bisher mehr oder minder erfolgreich verdrängt hat: Cadillac Baketi ist die Tochter von Tosca, mit dem Jim damals gemeinsam auf einer Insel Japaner ausgespäht und Vögel präpariert hat. Gekonnt „montiert“ Alice Greenway verschiedene Zeitebenen und Perspektiven zu einem Bild von Jims Leben. Rückblenden in seine Erinnerungen sowie die Stimmen von Cadillac, seinem Sohn Fergus und vielen anderen zeigen einen Mann, dem am Ende seines Lebens nicht viel geblieben ist, obwohl er doch „alles hat“: ein Haus, genügend finanzielle Mittel, Menschen, die sich trotz seiner Unleidlichkeit um ihn kümmern … und die Vögel, die in seinem Leben immer eine große Rolle gespielt haben und die er auch jetzt noch jeden Tag beobachtet. Daneben ist „Schmale Pfade“ auch eine Hommage an Stevensons großen Roman „Die Schatzinsel“, die Jim in der Südsee verortet, und an Ernest Hemingway. Dies alles und noch mehr verbindet die Autorin zu einem Roman, der auch sprachlich zu überzeugen vermag. Mit erzählerischer Leichtigkeit nimmt sie sich der der dunklen Begebenheiten in Jims Leben an und ermöglicht es so dem Leser, dieses Leben zu begleiten und nachzuvollziehen. So wird „Schmale Pfade“ zu einer nicht einfachen, aber eindrucksvollen Lektüre, die man nicht so schnell vergisst.

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  • Ein sehr bewegender Roman mit langem Nachhall, großartig erzählt.

    Schmale Pfade

    LimaKatze

    Klappentext: Der Besuch ist alles andere als eine willkommene Überraschung: Endlich war es Jim Kennoway gelungen, sich nach einer Reihe von Schicksalsschlägen in die Einsamkeit einer Insel vor Maine zurückzuziehen, da taucht ein ungewöhnliches Mädchen bei ihm auf. Der einst angesehene Ornithologe ahnt, woher sie kommt und welche Fragen sie ihm stellen könnte – doch wünscht er sich um keinen Preis, an den Krieg, seine Jugend oder gar seine große Liebe erinnert zu werden … Zum Inhalt: Jim Kennoway, 1903 geboren, ist ein gebrochener und verbitterter Mann, als er sich im Jahr 1973 in das Sommerhaus seiner Kindheit zurückzieht. Er will allein sein, und von nichts und niemandem gestört werden. Doch dann erhält er ungewollt überraschenden Besuch: Die junge Salomonerin Cadillac Baketi. Sie soll den Sommer bei Jim verbringen, um sich in den USA einzuleben, bevor sie ihr Medizinstudium in der Yale University antritt. Durch ihre Herkunft werden bei Jim jahrzehntelang verdrängte Erinnerungen geweckt. Erst recht, als die ungezwungene Cadillac Fragen stellt, zu denen sich bisher niemand getraut hätte. Durch ihre ehrliche und behutsame Art findet sie nach und nach Zugang zu Jim, und bei dem ehemaligen Ornithologen öffnet sich ein Ventil. Die Erinnerungen überfluten ihn förmlich, während er Rückschau auf sein bisheriges Leben hält und vieles bereut. Reue über Fehler, die von ihm gemacht wurden, und vor allem Reue darüber, dass er einst die Vogelkunde über die Liebe stellte. Bereits in Kindertagen fühlte sich der schon immer introvertierte Jim am wohlsten, wenn er sich in die Natur zurückziehen konnte. Einschneidende Erlebnisse in seiner Jugend sollten ihn allerdings für immer prägen. Der Junge liebte die Natur und vor allem die Welt der Vögel, und wurde somit zu einem leidenschaftlichen Vogelkundler und zu einem anerkannten Ornithologen. Die traumatisierenden Erfahrungen während der Dienstzeit im zweiten Weltkrieg, sowie einige falsch getroffene Entscheidungen, trieben Jim dann später in die Alkoholabhängigkeit und zur Nikotinsucht. Als im Jahr vor seinem Rückzug in das Sommerhaus eine Beinamputation erforderlich wurde, brach für Jim endgültig alles zusammen. Er fühlte sich abgeschnitten von der Welt und seinen bisherigen Möglichkeiten. Eine Katastrophe für einen Mann, der bisher ein derart selbstbestimmtes Leben führte. Mein Fazit: Mit „Schmale Pfade“ ist der Autorin Alice Greenway ein äußerst beeindruckendes und sehr bewegendes Werk gelungen. Das Leichtigkeit vermittelnde Cover lässt allerdings nicht die inhaltliche und emotionale Wucht vermuten, die in dieser Lektüre steckt. Durch gekonnt eingesetzte Sprache werden für den Leser die Gefühle der Protagonisten spürbar gemacht und Handlungsorte vor dem inneren Auge lebendig. Die zeitlichen Rückblenden, die Sprünge zu den unterschiedlichen Schauplätzen, sowie die wechselnd eingenommen Blickwinkel erfordern Aufmerksamkeit, können durchaus anstrengend sein und brauchen eventuell eine Eingewöhnungsphase. Auf der anderen Seite ergibt sich dabei ein immer klareres Bild von der Hauptfigur Jim Kennoway. Überhaupt wurden sämtliche Charaktere sehr fein und glaubwürdig herausgearbeitet, wobei mir Cadillac Baketi ganz besonders gefallen hat. Bildhafte Naturbeschreibungen lockern den oftmals recht bedrückenden Lesestoff auf und sorgen für Entspannung, und ganz nebenbei wird der Leser in die Welt der Ornithologie eingeführt. Hier und da wurden mir die naturkundlichen Ausführungen allerdings etwas zuviel. An dieser Stelle hätte ich mir mehr über die Personen gewünscht, die im Buch nach meiner Ansicht etwas zu kurz kamen, obwohl sie eine wichtige Rolle in Jims Leben spielten. Doch insgesamt gesehen ist dieser Roman unbedingt empfehlenswert und dürfte auch der anspruchsvollen Leserschaft zusagen. Eine eindringliche und aufwühlende Lektüre mit starken Charakteren, einer mitreißenden Lebensgeschichte und einem Hauptprotagonisten, der polarisiert. Die Autorin wahrt eine gewisse Distanz zu den Handlungsgeschehnissen und ihren Romanfiguren, bewertet nichts, und lässt dem Leser damit freien Raum für eigene Gedanken und Auslegungen. Nach einem berührenden und versöhnlichen Ende des Buches bleibt viel Stoff zum Nachdenken, und ich empfand tiefes Mitgefühl für den vom Leben gezeichneten Jim Kennoway. Zunächst tendierte ich aufgrund meines oben genannten Kritikpunktes, der allerdings Ansichtssache ist, zu vier Sternen. Die großartige Erzählkunst und das hervorragende Einfühlungsvermögen der Autorin verdienen in meinen Augen dann aber einen Extrapunkt. Deshalb vergebe ich für diese herausragende Leseerfahrung sehr gerne fünf Sterne.

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    • 9
  • Ein melancholischer Roman über das Vergessen und das Erinnern

    Schmale Pfade

    louella2209

    Inhalt: Jim Kennoway lebt sehr zurückgezogen auf einer kleinen Insel vor Maine. Verbittert über das Leid, das er in seinem Leben ertragen musste, verzichtet er weitestgehend auf menschliche Gesellschaft. Selbst seinem Sohn verweigert er den Zugriff zu seiner Seele. Der Besuch einer lebensfrohen jungen Frau, Tochter seines einstigen Freundes und Kriegskamerad lassen ungewollt, längst vergessene Erinnerungen hochkommen. Jim muss sich nun unfreiwillig der Tragweite seiner Entscheidungen stellen, den Verlust seiner großen Liebe, die Erkenntnis seiner Leidenschaft, dem Erforschen der Vögel nicht mehr nachgehen zu können und schmerzhafte Kriegserlebnisse lassen ihn in ein tiefes Loch fallen. Meine Meinung: Ein Buch der leisen Töne, das dennoch intensive Momente und präzise gezeichnete Charaktere zu bieten hat. Die Autorin hat schon mit ihrem Roman "Weiße Geister" bewiesen, das sie die Kunst des Erzählens beherrscht und dem Leser selbst schwierige Persönlichkeiten näher bringen kann. Jim Kennoway ist so einer. Er steht sich sein ganzes Leben selbst im Weg. Die Sturheit und die Eigenheiten lassen den Leser verzweifeln. Man wünscht sich insgeheim, das Jim seinem Leben mit dem Besuch der jungen Cadillac, einen neuen Sinn geben könnte. Stattdessen wird man Zeuge traumatischer Kriegserlebnisse, die die Autorin unbeschönigt und mit voller Wucht darstellt. Dann entführt sie einen wieder mit einer poetischen Leichtigkeit in die Schönheiten der Natur, in Zeiten, in denen Jim glücklich war und bricht damit die Melancholie wieder auf. Ein formvollendetes Stück anspruchsvoller Literatur, das sich nicht in einem Rutsch weglesen lässt. Wer sich Zeit nimmt um in die sprachliche Virtuosität einzutauchen wird mit ergreifenden Lesemomenten belohnt. 5 Sterne von mir, allein schon um dem Schreibstil von Alice Greenway Tribut zu zollen.

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    • 2
  • Vogelfans aufgepasst

    Schmale Pfade

    Privee2801

    09. February 2016 um 13:07

    Ich habe gerade das Buch zu Ende gelesen und bin gepackt, nicht nur vom spannenden Ende! Im Buch geht es um Jim Kennoway, der einst Ornithologe war, und inzwischen in Rente ist. Das Buch erzählt die spannende und tragische Geschichte dieses Mannes. Er ist Vater, war Soldat, Ehemann und Ornithologe. Was er in den einzelnen Perioden seines Lebens erlebt hat und was ihn zum Schluss so pessimistisch und wütend dem Leben gegenüber gemacht hat, erfahren wir alles im Laufe des Buches. Am Anfang fand ich es etwas schwierig in das Buch reinzukommen, aber wenn man ein paar Seiten am Stück durchhält, packt die Story einen und man möchte erfahren was in der Vergangenheit des Ornithologen alles geschehen ist. Dabei folgen wir Jim nicht nur in die frühe Vergangenheit, sondern auch in seine Kindheit und Jugend. Dieses Buch ist nicht nur was für Vogelfans, sondern für jeden, der an tragischen Lebensgeschichten interessiert ist. Ich kann es nur weiterempfehlen!

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  • Eindrucksvoll, ruhig und tiefgründig erzählte Lebensgeschichte eines Ornithologen

    Schmale Pfade

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    06. February 2016 um 16:02

    Eine Insel in Maine, 1973: Der alternde Ornithologe Jim Kennoway verkriecht sich nach der Amputation seines Beines in dem alten Ferienhaus, das sich seit jeher im Besitz der Familie befindet. Als letztes Projekt will er sich einer literarischen Arbeit widmen, welche im Zusammenhang mit dem Klassiker "Die Schatzinsel" und seiner Leidenschaft für die Ornithologie steht. Seine Ruhe wird bald gestört, indem ein alter Freund von den Salomonen, den Jim im Zweiten Weltkrieg kennengelernt hatte, seine Tochter zu Jim schickt, die bald ein Medizinstudium in den USA beginnen wird. Die unbeschwerte Jugend Cadillacs, ihre unschuldigen Fragen und ihre Herkunft versetzen Jim immer öfter in die Vergangenheit, in jene Zeit, als die USA gegen die Japaner kämpften und in diesem Krieg grauenvolle Dinge geschahen... Ein außergewöhnlich gut geschriebener Roman, der mich von der ersten Seite an gepackt hatte, aber nicht durch Spannung oder besonderer Rätselhaftigkeit, sondern durch den wundervollen Schreibstil, den Beschreibungen von Land und Leuten, vom alten Sturkopf Jim und seinen Mitmenschen und auch die Rückblicke in die Vergangenheit, die langsam, nach und nach, Jims Leben entschlüsseln. Das Buch ist von der ruhigen Sorte, sehr tiefgründig und atmopshärisch dicht. Spannung im Sinne von Action darf man nicht erwarten, eher ist es ein Puzzle, das zusammengesetzt wird. Die Stimmung ist dabei eher gedrückt, aber nicht zu depressiv. Besonders das Ende hat mir dabei sehr gefallen, weil es das Buch gut und hoffnungsvoll abschließt. Mein Fazit: Mir hat der Roman sehr gefallen. Ich mag diese unaufgeregte Art des Erzählens, die langsame Entwicklung der Geschichte, die präzise und tiefe Darstellung von Figuren. Von daher kann ich das Buch sehr weiterempfehlen!

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  • zart und leise

    Schmale Pfade

    Magena

    06. February 2016 um 14:36

    Jim ist ein Kriegsveteran, der zurückgezogen auf einer Insel bei Maine (USA) lebt, seine letzten Jahre in Alkohol ertränkt und dem der Zahn der Zeit (und des Alkohols) ein Bein gekostet hat. Gleich zu Beginn erleben wir Jim als mürrischen, verbitterten Griesgram, der seine Vergangenheit mit Alkohol verdrängt. Als jedoch Cadillac, die Tochter seines Freundes Tosca aus dem Krieg, den Sommer über ungebeten zu Besuch kommt, wird er ungewollt an seine Zeit im Krieg auf den Salomonen in der Südsee erinnert. Nach und nach rollt sich uns als Leser Jims Vergangenheit auf und lässt erahnen, was er alles durchlebte. Dieser Roman ist sehr zart und leise. Sprunghaft wechseln Jims Gedanken zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Befand man sich als Leser erst noch in den kalten Gewässern vor Main, so findet man sich wenige Absätze später plötzlich in den warmen Gefilden in der Südseee und 30 Jahre in der Vergangenheit wieder. Konstant und wie ein roter Faden jedoch zieht sich die Natur und Ornithologie durch Ort und Zeit, denn Jim ist ein anerkannter Ornithologe der seine Natur präzise beobachtet und wahrnimmt. Der Roman lebt nicht von einer mitreißenden Handlung, sondern von seiner ruhigen, zarten und leisen Art. Das sprunghafte Erinnern Jims und die vielen Natur- und Ornithologischen Beschreibungen zwingen den Leser sich Zeit und Ruhe für diesen Roman zu nehmen und sich auf Jims Welt einzulassen. Bei allem und trotz dessen, dass Jim von seinen Mitmenschen als eher unfreundlich erlebt wird, bleibt die die Sprache immer sachlich, respektvoll und schafft es keine Wertungen vorzunehmen.   Alles zusammen macht diesen Roman zu einem literarisch wertvollen Werk und reiht sich wunderbar in die ausgewählte Literatur vom mare Verlag ein. Kein kurzweiliges Lesevergnügen, sondern ein anspruchsvoller, runder Roman mit langem Nachhall.

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  • Jim und sein schmerzvolles Leben

    Schmale Pfade

    rewareni

    03. February 2016 um 16:57

    Jim Kennoway, einst ein angesehener Ornithologe, der einsam und verbittert zurückgezogen auf einer Insel vor Main lebt, erhält überraschend Besuch von einem ungewöhnlichen Mädchen. Cadillac Baketi, ist die Tochter von Tosca, der mit ihm 1943 während des Pazifikkrieges japanische Schiffe ausgespäht hat. Cadillac  möchte im Herbst ihr Medizinstudium beginnen und die  Sommermonate bei ihm in seinem Sommerhaus verbringen. So beginnt die Geschichte eines Mannes, dessen Leidenschaft, die Vogelkunde,  sein ganzes Leben begleitet hat. Über diese hat er auch eine tiefe Beziehung   zu Tosca aufgebaut, vor allem, als er diesem als Junge ein Präparationsbesteck schenkt. In ihm hat Jim einen treuen Freund gefunden. Als Insulaner der Salomonen  war Tosca als Führer und Kundschafter tätig und hat Jim oft  überrascht mit welchen einfachen Mitteln er ihm immer wieder verschiedenste Vögel zum präparieren gebracht hat. In immer wiederkehrenden Rückblenden erfährt man auch von Jims Jugend, die geprägt war von der Lieblosigkeit seines Großvaters und eines tragischen Bootsunfalls des Bootsführers Pieter, zu dem er eine tiefe Beziehung hatte. Jim leidet sehr unter dem Tod seiner Frau Helen und unter seiner Bein Amputation. Er macht jeden für seine Trauer und seinen Schmerz verantwortlich. Die schlimmen Kriegserlebnisse möchte er hinter sich lassen, aber durch den Besuch Cadillacs kommen Erinnerungen hoch, die er schon vergessen glaubte. Die Geister der Vergangenheit holen ihn immer wieder ein, bis es zum bitteren Ende kommt. Der Roman ist geprägt durch die leisen Töne und die Einfachheit der Sprache. Es gibt viele Naturbeschreibungen und vor allem für Interessierte der Vogelkunde, sehr viele detaillierte Erklärungen über Aussehen, Eigenarten… der Tiere. Das und der Umstand, dass die Geschichte sich sehr langsam aufbaut, haben bei mir leider nicht wirklich den Funken überspringen lassen.

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  • Ornithologie und Kriegstrauma

    Schmale Pfade

    Petris

    31. January 2016 um 20:49

    Von der Autorin hatte ich bisher noch nichts gelesen, aber mare zählt zu meinen Lieblingsverlagen, in jeder Saison ist eins meiner Lieblingsbücher untern den Novitäten aus diesem wunderbaren Verlag, dazu das ansprechende, sehr reduzierte, aber sehr ästhetische Cover, da war schnell klar: Diesen Roman muss ich lesen. Vom ersten Satz an tauchte ich ein in diese Geschichte. Jim, ein alter, verbitterter Alkoholiker, der es seinem Umfeld nicht leicht macht, ihn freundlich zu behandeln. Und trotzdem kann man ihn nicht hassen. Als eine junge, schwarze Frau von den Salomonen für kurze Zeit bei ihm im Sommerhaus einzieht, beginnt die vor langer Zeit errichtete Mauer zu bröckeln. Die Erinnerungen brechen über ihn herein. Krieg, die Lieb zu seiner Frau, die Begegnung mit Tosca, dem Vater der jungen Salomonerin, der Verlust seiner Frau,… Und über allem, die Liebe zu den Vögeln oder besser gesagt zur Ornithologie. Ehrlich gesagt ist das ein Wissensgebiet, dessen Faszination mir völlig entgeht, aber hier wurde Jims Begeisterung und auch die seiner KollegInnen so schön geschildert, dass ich verstehen konnte, warum sich jemand dafür interessiert. Die Sprache ist sehr einfach gehalten, liest sich leicht, ist aber alles andere als trivial, immer treffend. Besonders begeistert hat mich, wie die Autorin ihre Charaktere zeichnet, vielschichtig, niemals abwertend, sehr genau und selbst Nebenfiguren mit schönen, aussagekräftigen Details. Wunderbar gemacht! Der Roman wird in vielen Rückblenden erzählt, die aber immer schlüssig bleiben, nie verwirrend sind und mit denen Spannung erzeugt wird, denn nur in kleinen Dosen bekommt der Leser die Informationen, die er benötigt, um Jims Zustand und sein Verhalten besser verstehen zu können. Ein wunderbarer Roman, den ich mit großer Begeisterung und Freude gelesen habe und meine Begeisterung für die Auswahl der Bücher des mare Verlags mal wieder mehr als bestätigt hat! Lesevergnügen pur!

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