Alice Greenway Weisse Geister

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Inhaltsangabe zu „Weisse Geister“ von Alice Greenway

Hongkong 1967: Während die britische Kronkolonie von Maos revolutionären Aufwieglern erschüttert wird, leben die beiden Schwestern Frankie und Kate seltsam entrückt in ihrer eigenen Welt. Sie schwimmen im Hafen, tauchen durch das jadegrüne Wasser, pirschen durch den Dschungel und lauschen den Geschichten der chinesischen Haushälterin Ah Bing. Doch ein durch die politischen Unruhen verursachtes traumatisches Erlebnis zerstört ihre unschuldsvolle Verbindung. Während Kate sich in sich selbst zurückzieht, wird Frankie immer unberechenbarer, bis es zur Katastrophe kommt. Ein betörend schöner Roman über das Ende einer Kindheit.

Wundervolle Sprache, schöne Beschreibungen und eindrückliche Gefühle und Gedankengänge - einfach wunderbar!

— Feder-und-Pergament

Ein Roman, der einen nicht mehr loslässt. Sprache toll, Geschichte toll ... bitte mehr davon.

— mondsichel

Leider nach der Hälfte des Buches aufgehört. Hat mich überhaupt nicht vom Hocker gerissen und das Interesse weiter zu lesen hat gefehlt

— Catching_Fire

Ein kleines, intensives und verstörendes Buch.

— schokoloko29

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  • Rezension zu "Weisse Geister" von Alice Greenway

    Weisse Geister

    Feder-und-Pergament

    20. May 2017 um 16:47

    Mit ihrer unglaublich schönen und bildhaften Sprache entführt Alice Greenway den Leser in eine ganz andere, bezaubernde Welt. Beim Lesen hat man sogleich das Gefühl, man könne die feuchte Luft auf der eigenen Haut spüren und die Vielzahl an Gerüchen, die in Verbindung mit diesem Ort und seinen Bewohnern stehen, in der eigenen Umgebung wahrnehmen. Die Autorin beeindruckt mit vielen liebevollen Details und Beschreibungen, wie etwa, wenn es um die Flora und Fauna des Ortes geht. Aber auch die Gedanken und Gefühle ihrer Figuren, sowie deren Beziehungen untereinander schildert sie eindrücklich. Es ist faszinierend zu erkennen, wie sehr das Leben von Kate und ihrem Vater mit dem Dschungel und dem Krieg verbunden ist. Das Interesse des Vaters an dem Vietnamkrieg und damit verbunden auch seine Arbeit als Photograph in diesem Krieg ist ja letztlich auch mit der Grund, warum jedem in dieser Familie etwas zu fehlen scheint. Das Bedürfnis der älteren Schwester Frankie nach Geltung und Aufmerksamkeit nimmt im Verlauf des Buches immer mehr zu und wird auch immer erschreckender. Ihr Tod scheint unvermeidbar zu sein und war dennoch sehr erschütternd. Während nun die beiden Schwestern im Verlauf des Buches immer mehr von ihrer Unschuld verlieren, ein Prozess, der nicht leicht zu beobachten ist, bietet der taube Junge Trost und fast eine Art Ausgleich dar, da er für Kate jemand ist, an den sie sich wenden kann und dem sie auch von der schweren Tasche mit Litschis erzählt.

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  • WEISSE GEISTER

    Weisse Geister

    mondsichel

    06. October 2016 um 13:42

    Filme und Dokus über den Vietnamkrieg habe ich schon viele gesehen. Doch Alice Greenways Roman ist das erste Buch, das ich über dieses Thema gelesen habe. Und dieses Buch ist auch gleich ein besonderes in zweierlei Hinsicht: Es berichtet vom Alltag eines dreizehnjährigen Mädchens und von der Halbinsel Hongkong aus. Kontakt mit Vietnam und dem Kriegsgeschehen hat man fast nur über den Vater der Erzählerin. Er arbeitet als Fotograf und ist selten Zuhause bei seiner Familie. Man erfährt viel über das Familiengefüge. Da ist Kate, die Erzählerin, und deren Schwester Frankie. Dazu noch die unscheinbare Mutter und das chinesische Kindermädchen und der Vater, der trotz Abwesenheit sehr präsent ist. Was dieses Buch aber für mich zu einem ausgewöhnlichen Buch macht, ist die Sprache. Als Leser wird man förmlich in die Geschichte hineingesaugt. Wer sich packen lässt, schafft die 220 Seiten locker in zwei, drei Tagen. Die Sprache bleibt selbst in den grausamen Szenen sinnlich. Man schmeckt den Mief der Großstadt und das Dickicht im Dschungel. Es wird auch nicht mit drastischen Bildern gespart. Aber der Roman ruht sich auf seiner schönen Sprachen nicht aus. Zwei wirklich überraschende Wendungen erwarten den Leser. Ich würde sechs Sterne vergeben, wenn es möglich wäre. So sage ich: Fünf Sterne, und das mehr als verdient.

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  • Zwei Schwestern

    Weisse Geister

    schokoloko29

    24. February 2016 um 15:18

    Inhalt des Buches: Kate und Frankie leben ein unbeschwertes Leben in Hong Kong. Ihr Vater arbeitet als Fotograph im Krieg  (Im Vietnam) und alle 2- 3 Monate kommt er für eine gewisse Zeit nach Hong Kong. Da ihre Mutter sich sehr intensiv für ihre Malerei engagiert sind die beiden Mädchen sehr auf sich selbst angewiesen. Nur ein chinesisches Kindermädchen kümmert sich etwas um sie. Die unbeschwerte Zeit nimmt ein Ende als sie eine Wasserleiche im Fluss entdecken. Diese Frau wollte von Vietnam rüber nach Hong Kong schwimmen und ertrank. Sie interessieren sich mehr für den Krieg in Vietnam und sind in einem terroristischen Akt verwickelt. Dies belastet beide so sehr, dass die Kate sich immer mehr zurückzieht und die Frankie immer verhaltensauffälliger wird. Eigene Meinung: Dieses Buch ist sehr intensiv und sinnlich geschrieben. Es nimmt den Leser mit in eine fremde exotische Welt mit fremden Gerüchen, Sitten und Essgewohnheiten. Es ist kein Wohlfühlbuch, da die Autorin genau den Finger auf die schmerzende Stelle legt. Klare Leseempfehlung!

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  • Buch-Assoziationen - Bücher passend zu Substantiven, Adjektiven und Verben lesen!

    Die Verratenen

    Daniliesing

    Hallo ihr Lieben, gerade hatte ich spontan eine Idee und vielleicht haben ja ein paar Lust dabei mitzumachen! In diesem Thema soll in jeder Woche ein anderes Wort im Mittelpunkt stehen. Dieses Wort kann eigentlich jeder Art sein, egal ob Substantiv, Adjektiv, Verb, Farbe etc. - dabei ist nur wichtig, dass man dazu gut etwas assoziieren kann. Für die erste Woche, die am 3. Mai startet, gebe ich als Wort "Muster" vor. Wenn ihr Lust und Zeit habt, dann könnt ihr in dieser Woche ein Buch beginnen, das hierzu passt. Wie ihr das Wort "Muster" für euch interpretiert, bleibt euch dabei natürlich überlassen. Hat das Cover vielleicht ein bestimmtes Muster oder handelt eine Figur im Buch nach einem bestimmten Muster? Das vorgegebene Thema soll einfach als Anregung dienen, sich vielleicht mal ein passendes Buch vom Stapel ungelesener Bücher (= SuB) zu schnappen! Natürlich soll es viele verschiedene Wörter für Buch-Assoziationen geben - genauer gesagt für jede Woche eins! Wer hier gern mitmachen möchte, kann also direkt auch ein Wort vorschlagen. Die vorgeschlagenen Wörter würde ich einfach in der Reihenfolge eurer Anmeldungen oben für die einzelnen Wochen eintragen. Wer mitmachen möchte, muss das selbstverständlich nicht in jeder Woche tun, sondern ganz so, wie man Spaß daran hat. Wenn ihr euch über die Bücher, die ihr gerade zu einem bestimmten Assoziations-Wort lest, austauschen möchtet, dann tut das bitte immer im zugehörigen Unterthema oben. Einfach auf das Thema klicken und dort eure Beiträge schreiben :-) Falls ihr Fragen und Ideen habt, richte ich dafür auch ein extra Thema ein. Nun wünsche ich uns ganz viel Spaß!

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    • 368

    SchwarzeRose

    04. May 2014 um 14:31
  • Rezension zu "Weisse Geister" von Alice Greenway

    Weisse Geister

    lesekatze

    ein wunderbares buch... ♥

    • 2
  • Rezension zu "Weisse Geister" von Alice Greenway

    Weisse Geister

    Claudia-Marina

    03. March 2011 um 14:18

    Die beiden Schwestern Frankie und Kate wachsen im Hongkong der 1960er Jahre auf. Ihr Vater ist Kriegsfotograf und die meiste Zeit über unterwegs und schlichtweg für sie nicht greifbar, ihre Mutter beschäftigt sich auch lieber mit dem Gesellschaftsleben der britischen Gemeinde. Bleibt den beiden Mädchen nur ihr Kindermädchen, dass mit eiserner aber herzlicher Hand über sie wacht und deren Geschichten sie lauschen. Um sie herum tobt Maos Revolution, es ist eine Zeit des Aufbruchs, der Veränderung. Nicht nur politisch – denn Frankie und Kate stehen an der Schwelle vom Kindsein zur Jugend. Eben noch schwammen sie durchs Meer, erkundeten den Dschungel und erforschten die Welt, sie die weißen Geistermädchen, wie die Einheimischen sie nennen. Und dann passiert etwas, ein traumatisches Erlebnis läutet das Ende ihrer Kindheit ein. In wunderbar ruhiger und präziser Sprache erzählt Alice Greenway vom Leben in der Ferne und was es für Kinder bedeutet, fremd und doch zu Hause in einem Land zu sein. Es muss eine wunderbare Kindheit sein, zwischen Dschungel und Meer, voller Farben und Gerüche; und doch nicht einfach, zwischen Anpassung und eigener Identität in der britischen Diaspora pendelnd. Dann der Schnitt, das Trauma – so genau und doch so wage erzählt. Mit diesem Ereignis bricht alles auseinander, die Kindheit ist zu Ende. Wie könnte sie es auch nicht sein? Danach folgt der Absturz, Kate wird unberechenbar, die Abwesenheit des Vaters wird zum ständigen Katastrophenzustand. Bis es nicht mehr geht. Bis nichts mehr geht. Ein wunderbarer Roman, sehr dicht, sehr berührend, sehr authentisch. Darüber, wie empfindsam Kindheit ist, an was für einem seidenen Faden sie hängt – und wie plötzlich sie vorbei sein kann.

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  • Rezension zu "Weisse Geister" von Alice Greenway

    Weisse Geister

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    18. December 2010 um 23:19

    Es gibt Bücher, die so eindrücklich und wunderbar geschrieben sind, dass man nicht viel über sie berichten muss. Solche Bücher sprechen für sich selbst. Das möchte ich Euch präsentieren: eine Rezension, die aus Zitaten besteht. Hongkong 1967: “Es ist unser Versteck, ein Niemandsland, ein Ort, an dem uns keiner findet, wo wir geheime Schätze verwahren. In Vietnam sammeln Mädchen in unserem Alter Schrapnelle und Nägel, die sie aus Projekten der USAID entwenden und den Kadern des Vietkongs abliefern, die damit Bomben füllen. Unsere eigenen Schätze sind unschuldiger: verbotene Kaugummis, die wir erbettelt haben; Seidenschals aus dem chinesischen Warenhaus Emporium, Zigaretten, die Frankie aus der Handtasche eines Dinnergasts geklaut hat.” Über den Vater: “Manchmal ist es schwer für ihn, sich an uns zu erinnern. So sehr liebt er Vietnam.” “Rote Banner. Rote Fahnen. Kleine rote Bücher mit Mao Zedongs Verordnungen werden geschwenkt. Rot explodierende Feuerwerkskörper. Rote Trommeln. Rote Garden. Hundesöhne. Hurenkinder. Brunnenvergifter.” “Mach dir keine Sorgen, Frankie. Ich komme zurück. Auch wenn ich sehr klein bin. Gwaimui, weißes Geistermädchen. Auch wenn ich ganz allein bin, schutzlos.” “Ich habe es trainiert. Mich zu verstecken. Mit Frankie zusammen Vietkong zu spielen. Ich bin raffinierter als der Pummelige. Tarnung, Geheimnisse, Täuschung, sie sind meine zweite Natur. Es liegt daran, dass ich eine gwaimui bin, ein weißer Geist. Ich kann mich unsichtbar machen, mich hinter der weißen Haut verstecken. Ich kann Steinen ausweichen, die die Roten Garden der Polizei entgegen schleudern. Ich kann nicht verwundet werden.” “Und jetzt will ich meinen Vater töten, weil er sich mit so vielen Menschen, Abenteuern und Geschichten umgibt, dass ich ihn nie erreichen werde, nie in der Lage sein werde, ihm zu erzählen, was Frankie und mir passiert ist. Und dass das Leben der Krieg ist. Dort – in Vietnam – geschehen viel schlimmere Dinge.” “Kinder zu haben ist hart und schmerzhaft. Wenn du stirbst, wird deine Seele in einem Teich voll Blut liegen. Und du kannst nicht heraus, bis dein Kind heiratet. Was ist, wenn dein Kind stirbt? Dann sitzt du für immer drin fest.” “Kannst du mich vor Leichen schützen, die aus dem Meer aufsteigen, vor dem Vietkong, der sich in den Bergen versteckt, davor, dass sich mein Körper verändert, vor den Litschis, die ich getragen habe, vor Frankie?” “Nach all diesen Jahren ist das das Einzige, was ich mir wünsche: einen hölzernen Schemel, eine Schale Reis, eine Feldflasche, einen geheimen Kameraden, den brüllenden Schrei wilder Gibbons.” “Weiße Geister” ist ein wunderbares Buch über eine Welt, die Menschen meiner Generation nur aus Erzählungen, Büchern, TV kennen, eine Welt, in der wir nicht unbedingt gelebt haben möchten. Ein Buch, das einem unter die Haut geht, um dort für lange Zeit zu bleiben. Und wer noch gute Literatur als Weihnachtsgeschenk sucht, der wird sie in diesem Buch auf jeden Fall finden!

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  • Frage zu "Weisse Geister" von Alice Greenway

    Weisse Geister

    Christiana

    Hallo, könnt Ihr mir bitte sagen, wie das Buch "Weisse Geister" von Alice Greenway ist? Das Cover und die Inhaltsangabe finde ich sehr ansprechend und überlege jetzt, ob ich es lesen sollte.

    • 2
  • Rezension zu "Weisse Geister" von Alice Greenway

    Weisse Geister

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    24. May 2010 um 14:51

    Der erste Roman von Alice Greenway spielt in Hongkong, wo die Autorin selbst aufgewachsen ist. Erzählt wird die Geschichte von Frankie und Kate, zwei unterschiedlichen Schwestern im Jahre 1967. Dieses Jahr verändert die heile Welt der Teenager-Schwestern. Ihr Vater arbeitet als Kriegsfotograf im Vietnamkrieg. Kate, die Ich-Erzählerin und Frankie wachsen zuerst unbeschwert mit ihrer Mutter und der chinesischen Haushälterin Ah Bing auf. Sie tauchen im azurblauen Wasser, versuchen sich gegenseitig zu übertrumpfen und scheinen unzertrennlich. Doch unerwartet kehrt der ferne Krieg auch in ihr Leben. Eine Ertrunkene schwemmt an Land, während die Geschwister baden. Sie haben nun gesehen, was ihr Vater gesehen hat, eine Leiche. Auch wenn dies kein Kriegsopfer ist, verändert es die Welt von Kate und Frankie. Sie interessieren sich plötzlich für die Roten, wollen sie von Nahem sehen und geraten dadurch in eine Situation, die beide traumatisiert, jede auf ihre Weise. Frankie versucht in Folge dessen mit allen Mitteln, auch ihren körperlichen Reizen, Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, während Kate still wird und voller Unverständnis das Treiben ihrer Schwester beobachtet. Ihre Mutter kommt mit dem veränderten Verhalten Frankies nicht klar und will sie auf ein Internat schicken. Beim folgenden Besuch des Vaters bei der Familie geschieht das fast unvermeidliche tragische Unglück, das den Roman beschließt. Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen. Vor allem die Story fand ich ungewöhnlich und authentisch. Jedoch war mir die Sprache insgesamt etwas zu distanziert, so dass ich nicht immer den Wendungen logisch folgen konnte.

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  • Rezension zu "Weisse Geister" von Alice Greenway

    Weisse Geister

    Die Buchprüferin

    25. November 2009 um 22:59

    marebuchverlag – das klingt doch schön. Schön klingt auch der Titel dieses Buches – Weiße Geister – und sogar der Name der Autorin. Auch der Stil der Geschichte, die sie erzählt, hat es in sich: Eine dunkel brennende Leidenschaft strahlt von ihm aus, eine verzweifelte Sehnsucht nach der Vergangenheit. Vieles ist merkwürdig, und manches ist schrecklich, was dort und damals in Hongkong den beiden Schwestern Kate und Frankie zugestoßen ist, und Kate, die heute erwachsene Erzählerin, scheint völlig darauf fixiert. Die beiden Mädchen wachsen mit einer Mutter, die sich die Welt schön- und den Vietnamkrieg aus ihrem Leben hinausmalt, auf und vermissen ihren Vater, der sich immer wieder in ebendiesen Krieg stürzt, um ihn auf Fotopapier zu bannen. Das ist sein Beruf, dem er mit intensiver Begeisterung nachgeht. Beide Eltern sind auf ihre Weise abwesend, also bleibt es Ah Bing, der einheimischen Haushälterin, überlassen, sich um die Mädchen zu kümmern. Als eines Tages etwas Furchtbares passiert, kann Kate niemandem von ihrem Schuldgefühl erzählen, und Frankie verarbeitet ihre Erfahrung in zunehmender Launenhaftigkeit. Aber wir ahnen, dass der Schrecken damit noch kein Ende hat. Denn wenn ein Buch so anfängt ... „Was kannst du mir bieten? (...) Kannst du die Hand meines Vaters in meine eine Hand legen, Frankies Hand in meine andere? Und dann alles nehmen und fortgehen? Denn wenn du es nicht kannst, so reicht es nicht. Und wenn du es kannst, gehe ich vielleicht trotzdem. Suche Schutz. Verschwinde im Dschungel mit dreifach tarnendem Blätterdach.“ ... dann kann das nichts Gutes verheißen. Die im Klappentext zitierte New York Times Book Review bezeichnet diese Sprache als sinnlich und fesselnd, und ich kann ihr nicht wirklich widersprechen. Schon allein, weil ich nicht aufhören konnte, zu lesen. Dabei hätte ich es an solchen Stellen ganz gern getan: „Ich fülle die Vase mit Wasser aus dem Gartenschlauch. (...) Ich bin dankbar für die Vase mit ihrer braunen, gesprungenen Glasur, eine große, bauchige Vase wie der Leib einer Frau. Dankbar, weil sie nach Erde riecht und es lange dauert, sie zu füllen. Ich weine, und ich will nicht, dass meine Mutter mich sieht, oder Frankie. Ich will auch nicht, dass Ah Bing es sieht, deshalb stehe ich mit dem Rücken zum Haus, weine und fülle den Wasserkrug. Fülle den Leib meiner Mutter.“ In diesem Buch wird gefüllt, geschwitzt, geleckt, geflucht, gefickt (entschuldigt, aber ich lasse hier mit Absicht das Buch sprechen) und gestorben. Prall und feucht schlägt einem dieser Roman entgegen, setzt das halbwilde Aufwachsen der Mädchen mit demonstrativer Geste in Szene. „In der Nacht zieht Frankie ihren Pyjama nach unten, um mir zu zeigen, wo sich der Schenkel vorn purpurbraun färbt. (...) Eine Kriegsverletzung. Krieg erregt sie. Es gefällt ihr, den Pyjama nach unten zu ziehen, gesehen zu werden.“ Meinem Gefühl nach ist es dieses bedächtige Herzeigen, was auch der Erzählerin gefällt. Es gefällt ihr, in ihrem Schmerz gesehen zu werden, den sie in der Rückschau auf die damaligen Ereignisse in gelegentlichen Bemerkungen psychoanalysiert. „Ich dachte, man müsse sich um jeden kümmern. Mir war nicht klar, dass man wählen kann. Vielleicht ist das der Grund, weshalb sich meine Mutter nicht um uns kümmert. (...) Sie wählt meinen Vater. Sie liebt ihn mehr.“ Ich finde es etwas schade, dass die Erzählerin ihre gegenwärtige Perspektive einbringt, anstatt nur aus dem damaligen Lebensgefühl der Mädchen zu schreiben. Aber egal, das Buch ist auch so stark genug. In seiner Sprache, seinem Plot, seiner raffinierten Verschwiegenheit bei allem Herzeigen. Man wird es nicht so schnell vergessen. Gleichgültig, ob man es mag oder nicht.

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  • Rezension zu "Weisse Geister" von Alice Greenway

    Weisse Geister

    *Arienette*

    24. November 2009 um 08:58

    Der Roman spielt im Sommer 1967. Kate, die 13-jährige Ich-Erzählerin, lebt mit ihrer Schwester Frankie und ihren Eltern in Hongkong. Ihr Vater ist als Fotograf viel unterwegs; er knipst Kriegsbilder in Vietnam. Alle paar Wochen kommt er nach Hause. Die Mutter bleibt daheim und beschäftigt sich mit Malerei. Frankie ist ein eher draufgängerisches Mädchen - provokativ und pubertär. Kate dagegen wirkt introvertiert und ruhig. Sie glaubt, Frankie beschützen zu müssen. Das Geschwisterverhältnis und das Gefühlschaos werden gut beschrieben. Nach einem tragischen Vorfall auf dem Markt verändert sich einiges: Frankie verhält sich immer provokanter, während Kate überlegt, wie man ihnen helfen kann, leider kommt es nie dazu. Greenway schreibt poetisch und eindringlich und so konnte ich den Roman kaum aus der Hand legen. Auch ist die fremde Lebensweise sehr interessant. Sicherlich bringt die Autorin eigene Erfahrungen ein, da sie in Hongkong gelebt hat.

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  • Rezension zu "Weisse Geister" von Alice Greenway

    Weisse Geister

    leserin

    11. November 2009 um 10:39

    Zwei Schwestern leben mit den Eltern in Hongkong. Vater Fotograf in Vietnam, Mutter Malerin. Die beiden jungen Mädchen werden von einer chinesischen Kinderfrau betreut. Im Buch erlebt man sehr schöne Szenen aus Alltag und Kultur in Hongkong, teilweise geprägt durch die Kinderfrau mit ihrem "Glauben". Sehr schön beschrieben wurde die Natur und das Leben in Hongkong. Die Erlebnisse der Schwestern, die Geheimnisse (und da gibt es einige), das Verhalten der Eltern und die Gefühle der Kinder zum Vater waren sehr gut beschrieben. Das Ende war überraschend für mich....

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  • Rezension zu "Weisse Geister" von Alice Greenway

    Weisse Geister

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. October 2009 um 22:15

    Hongkong 1967. Die 13jährige Kate ist die Ich-Erzählerin dieses Romans. Die Familie lebt in Hongkong, während der Vater, Fotograf für das Time Magazin, den Vietnamkrieg mit dem Fotoapparat begleitet. Nur alle sechs Wochen besucht er seine Familie und es wird schnell deutliche, welch tiefe Spuren der Krieg bereits in seiner Seele hinterlassen hat. Frankie, die nur wenig ältere Schwester von Kate, ist in einem Alter, in dem sie nicht mehr ganz Kind und noch nicht ganz Frau ist. Mit ihren weiblichen Reizen spielt sie schon sehr bewusst. Frankie und Kate stehen sich sehr nahe. Die Mutter der beiden ist äußerst labil und lebt eigentlich nur mit ihrer Kunst. Anfangs scheint die Zeit der Drei recht unbeschwert zu sein. Die Elternteile sind beide sehr mit sich selbst beschäftigt und die Töchter sind mehr oder minder in der Obhut der damit doch recht überforderten chinesischen Haushälterin. Das Unheil scheint vorprogrammiert zu sein. Eines Tages begleiten die beiden Mädchen die Haushälterin zum Markt und fallen in die Hände von Rebellen. Kate muss für sie einen Auftrag ausführen, während Frankie in von den Aufrührern als Geisel gehalten wird. Dieser Tag ändert das Leben der Schwestern und deren Verhältnis zueinander grundlegend. Frankie soll auf ein Internat geschickt werden, auch um zu vermeiden, dass Kate durch deren Einfluss in Schwierigkeiten gerät. Da sie aber immer noch Frankies „Geheimnisschwester“ ist, ist es dafür bereits zu spät. Alice Greenways Debüt-Roman „Weisse Geister“ beginnt fast beschaulich mit einem schönen Tag am Meer. Auf den ersten Seiten könnte man eine leichte Familiengeschichte vor exotischer Kulisse erwarten. Aber fast mit jeder Seite, die gelesen wird, nimmt die Intensität des Romans zu. Und nach und nach werden die unterschwelligen Probleme der Familie deutlich. Die fehlende Nähe der Eltern, das heimliche Verfolgen der Kriegshandlungen, die daraus resultierenden Ängste werden von der Autorin psychologisch gut durchdacht, beleuchtet und gut in Szene gesetzt. Aber auch die politische Situation im Hongkong in der 2 Hälfte der 1960er Jahre wurde von der Autorin beeindruckend gut herausgearbeitet und nachvollziehbar beschrieben. So stellt sie in diesem Buch die jungen Mädchen und die exotische Szenerie den Schrecken des Kriegs und der chinesischen Kulturrevolution gegenüber, das Zarte und Vergänglicher im Unterschied zu Krieg und Gewalt. „Weiße Geister“ ist sehr einfühlsam geschrieben, vielleicht auch weil die Autorin selbst in Hongkong aufwuchs. Ihre Sprache ist fast schon poetisch, leise, gefühlvoll, aber lebendig und beeindruckend. Das Buch hat mich emotional sehr berührt, es war intensiv, jedoch ohne jede Gefühlsduselei geschrieben. Alice Greenway ist eine Autorin, von der ich gern wieder Bücher lesen würde.

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  • Rezension zu "Weisse Geister" von Alice Greenway

    Weisse Geister

    Gruenente

    06. September 2009 um 19:37

    Frankie und Katie, zwei amerikanische Schwestern in der Pubertät leben mit Ihren Eltern in Hongkong. Der Vater is nur selten da, da er als Pressefotograph im Vietnamkrieg arbeitet. Die Mädchen leben in einer seltsamen Welt. Teil amerikanisch, teils europäisch (durch de ganzen Engländer dort), teil chinesisch geprägt. Sie gehen Sonntags in die Kirche und sonst mit Ihrer Amah in den Tempel. In Ihrer Fantasie leben sie im vietnamesischen Dschungel als Vietkong. Sie sind unerschrocken und wild. Katie ist eher brav und angepasst, während Katie nicht mehr zu bändigen ist. Vor allem als sie zusammen in die Hände von Attentätern geraten. Eine wunderbare, aber auch verstörende Geschichte über Jugendliche, die alles mögliche tun um die Aufmerksamkeit der menschen erlangen, die ihnen wichtig sind. Sehr schön geschrieben!

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  • Rezension zu "Weisse Geister" von Alice Greenway

    Weisse Geister

    papalagi

    18. May 2009 um 10:03

    A.Greenway ist ein tiefberührender, emotionaler Debutroman gelungen. Sie wuchs in Hongkong, Bangkok, Washington, Jerusalem & Massachusetts auf. Heute lebt sie mit ihrer Fam. in Edingurgh. "Weisse Geister" ist eine Liebeserklärung an Hongkong in den 60er Jahren und eine Familientragödie: Kate lebt mit ihrer älteren Schwester Frankie, den Eltern und der chinesischen Amme AhBing auf Hongkong. Der Vater ist meist berufsbedingt in Vietnam, er macht Fotos vom Krieg. Wenn er heim kommt, ist es für alle ein Fest. Die Familie bekommt anfangs nicht viel mit vom Krieg, die Mädchen spielen im Wald selber Vietkong und verstecken sich. Sie haben ein schönes Leben, baden in der Bucht und feiern Feste. Durch ihre Amme kriegen sie sehr viel von chin. Traditionen und Glauben mit. Frankie ist körperlich weit fortgeschritten und posiert gerne und zeigt ihre Reize. Kate ist da sehr zurückhaltender. Eines Tages, bei einem Ausflug zu einem Kloster entwischen die beiden Mädchen ihrer Amme und werden von Rebellen aufgehalten. In der Stadt ist ein Tumult ausgebrochen und Kate wird genötigt eine Tasche Litchies auf dem Polizeiboot abzugeben. In der Zwischenzeit wird Frankie festgehalten und erst freigelassen, wenn Kate ihren Auftrag ausgeführt hat. Voller Angst rennt sie los, sieht aber schnell, dass kein Durchkommen ist und deponiert die Tasche in einer Tonne auf dem Markt. Wenig später gibt es eine Explosion mit Toten. Als Kate wieder bei ihrer Schwester ist, sind die beiden Rebellen fort, Frankie ganz verstört und muss sich immerzu übergeben. Von dem Moment an ist alles anders. Das Verhältnis der beiden Schwestern, ihre Unbekümmertheit ist gestört. Niemandem erzählen sie vom Vorfall. Die Situation spitzt sich zu, bis es zu einem 2. tragischen Vorfall kommt.

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