Alice Hasters

 4,4 Sterne bei 180 Bewertungen

Lebenslauf von Alice Hasters

Alice Hasters wurde 1989 in Köln geboren. Sie studierte Journalismus in München und arbeitet u. a. für die "Tagesschau" und den "RBB". Mit Maxi Häcke spricht sie im monatlichen Podcast "Feuer&Brot" über Feminismus und Popkultur. Alice Hasters lebt in Berlin.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten (ISBN: 9783446270619)

Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten

Erscheint am 27.09.2021 als Taschenbuch bei hanserblau in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG.

Neue Rezensionen zu Alice Hasters

Cover des Buches Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten (ISBN: 9783446264250)A

Rezension zu "Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten" von Alice Hasters

Als weißer Leser fühlte ich immer wieder ertappt
AnnikaxRivor einem Monat


Das Buch von Alice Hasters erzählt davon, wie es ist, in Deutschland ‚schwarz‘ zu sein. Sie zeigt dem Leser, wie sehr die Wahrnehmung der Welt auch heute noch von der Hautfarbe abhängt ist. In ihrem Buch verbindet sie persönliche Erlebnisse und Beobachtungen mit historischen Fakten und wissenschaftlichen Untersuchungen zu Rassismus. Für sie selbst war es ein schmerzhafter, aber hilfreicher Prozess, öffentlich über ihre Identität nachzudenken. Indem sie sich verletzlich zeigt, mutet sie den anderen zu, sich unwohl zu fühlen, genauso unwohl wie sie selbst. 

Das Buch geht nah und legt den Finger in die Wunde. Als weißer Leser fühlte ich immer wieder ertappt. Kann ich nur empfehlen!


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Cover des Buches Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen (ISBN: 9783864846731)Minijanes avatar

Rezension zu "Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen" von Alice Hasters

Nadelstiche
Minijanevor einem Monat

Nachdem ich so einige sehr positive Stimmen zu diesem Buch vernommen habe, war ich sehr neugierig geworden. Das Hörbuch gesprochen von der Autorin selbst schien mir das passende Medium für dieses Buch zu sein.

Alice Hasters hat eine sehr angenehme Stimme, der ich gerne zugehört habe. Die Autorin, die in Deutschland geboren wurde und ein Mixed-Kind ist mit einer dunkelhäutigen Mutter und einem weißem Vater, erlebte den Alltagsrassismus hauptsächlich als viele kleine Nadelstiche, die mit der Zeit immer mehr schmerzten. Viele Dinge die sie anspricht, werden von weißen Menschen nicht einmal rassistisch wahrgenommen. Wenn ihr Menschen ungefragt in die Haare griffen z.B , war das ja nicht böse gemeint. Aber wenn man sich als weißer Mensch diese Situation bei sich selber vorstellt, kann man das unangenehme Gefühl der Autorin sehr gut nachvollziehen. 

Alice Hasters sagt auch ganz klar, dass man zu Rassismus Stellung beziehen muss. Das fällt sicher erst einmal schwer, ist aber notwendig, um langfristig einen repektvolleren Umgang miteinander zu bewirken. So hat sie bei einem Cafebesuch eine rassistische Spardose entdeckt und mit der Cafebesitzerin, die natürlich erst einmal peinlich berührt war darüber gesprochen. Die Stimmung war zwar dahin, aber die Spardose bei ihrem nächsten Besuch verschwunden.

Hasters befasst sich in ihrem Buch aber auch mit den Ursachen für Rassismus, der menschengemachten Rassenlehre, wonach Menschen mit weißer Hautfarbe in ihrer Wertigkeit weit oben stehen und Menschen mit dunkler Hautfarbe ganz unten. Die Gründe für Rassismus reichen historisch weit zurück und wirken bis heute in alle Lebensbereiche nach.

 Den biografischen Teil des Buches fand ich auch interessant. Wir begleiten die Autorin durch ihre Kindheit, ihre Schul und Jugendzeit und ihr Austauschjahr in die USA.

Alice Hasters wichtiges Buch sensibilisiert für das Thema Rassismus und hat mir klargemacht , wie priviligiert ich als weißer Mensch bin, dass ich nicht  mit den vielen alltäglichen Problemen von POC konfrontiert bin und dass nur aufgrund so etwas Lächerlichem wie meiner Hautfarbe. Rassismus ist auch in Deutschland ein Thema, und als weiße Menschen haben wir einfach die Pflicht uns darüber zu informieren, um ihm entgegenwirken zu können.



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Cover des Buches Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten (ISBN: 9783446264250)annilittles avatar

Rezension zu "Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten" von Alice Hasters

Ein Must-Read in der modernen Gesellschaft
annilittlevor 2 Monaten

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.

Vielleicht kann ich als erstes festhalten, dass ich den Titel unglaublich toll finde, weil er so zutreffend ist und das Buchdadurch auch direkt ansprechender wirkt.

Ich habe das Buch im öffentlichen Bücherschrank gefunden und war sehr happy darüber, weshalb ich auch direkt mit dem Lesen begonnen habe. Allerdings bin ich dann nach dem ersten Viertel aus Zeitgründen auf das Hörbuch umgestiegen, das es in der ungekürzten Fassung kostenlos auf Spotify gibt. Alice Hasters selbst liest, sie hat eine tolle Stimme und ich kann das Hörbuch sehr empfehlen, da ich die Erlebnisse zum größten Teil durch dieses Medium erfahren habe. Außerdem hat sie einen guten Schreibstil, der locker und angenehm zum Lesen ist, aber trotzdem die Thematiken dadurch nicht weniger ernst erscheinen lässt. Deshalb kann ich das Buch in physischer Form genauso empfehlen.

Warum ich das Buch lesen wollte, brauche ich wahrscheinlich gar nicht erklären, oder? Ich, als weiße Frau, sehe es als meine Pflicht an, mich über Themen wie Rassismus, Sexismus oder Diskriminierung zu informieren, weil ich davon größtenteils nicht betroffen bin und so zumindest einen kleinen Beitrag zur Veränderung der Situation beitragen kann, indem ich mich darüber bilde und aufgeklärter werde.

Durch die Medien erfährt man ja heutzutage immer sofort über neue Ereignisse und vor allem die im letzten Jahr geschenen Ereignisse rund um George Floyd und die "Black Lifes Matter" haben mich dazu aufgerufen, mich mehr mit gesellschaftlichen Thematiken in der Literatur zu beschäftigen und dieses Werk schien mir ein guter Einstieg.

Ich fand die Einteilung in unterschiedliche Bereiche sehr sinnvoll gewählt und gerade im Kapitel über die Haare hätte ich meinen Kopf am liebsten durchgehend an die Wand gehauen, weil ich so entsetzt darüber war, was die Autorin erleben müsste.
Zudem fand ich es sehr interessant zu erfahren, wie es für sie als schwarze Frau in Bezug auf "mixed relationships" aussieht.
Gerade jetzt wo ich wegen der zweiten Impfung flach liege und den ganzen Tag über Olympia gucke fand ich auch das Kapitel in Bezug auf Rassismus im Sport sehr interessant und gleichzeitig traurig, dass Atheletinnen systematisch von Wettkämpfen ausgeschlossen werden. Auch die Geschichte von Sarah Baartmann, von der ich in diesem Buch zum ersten Mal gehört habe, hat mich schockiert und wütend gemacht.
Dies waren die drei Themenbereiche, die mir am meisten im Kopf hängengeblieben sind, allerdings fand ich alle angesprochenen Konfliktthemen, gerade in Bezug auf den Alltagsrassismus, insgesamt einfach spannend und ich fühle mich darüber nun aufgeklärter.

Einen halben Stern muss ich abziehen, weil die Autorin manchmal dazu geneigt hat, sehr ausführliche Einführungen in einen neuen Themenbereich zu geben, sodass ich, als man beim eigentlichen Inhalt angekommen war, erst kurz noch überlegen musste, wie man überhaupt dahin gekommen war.

Alles in allem ein sehr gelungenes Buch, das kurz und trotzdem sehr ausführlich viele Problematiken auf den Punkt bringt und jede:r lesen sollte, damit Rassismus und Diskriminierung weiter aktiv bekämpft werden und eines Tages vielleicht (hoffentlich) auch ganz aus unserer modernen Gesellschaft verschwinden.

4.5/5

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