Alice Hoffman Im Hexenhaus, Geschenkausgabe

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Inhaltsangabe zu „Im Hexenhaus, Geschenkausgabe“ von Alice Hoffman

Roman. 313 S. (Quelle:'Sonstige Formate/01.04.1999')

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  • Rezension zu "Im Hexenhaus, Geschenkausgabe" von Alice Hoffman

    Im Hexenhaus, Geschenkausgabe

    serpent

    18. August 2011 um 19:06

    Seit Generationen schon sagt man den Frauen der Familie Owens magische Fähigkeiten nach. Hinter vorgehaltener Hand werden sie als Hexen beschimpft und wann immer es ein großes Unglück in der Stadt gibt, kann man sicher sein die Namen der Owensfrauen in leisen Beschuldigungen zu hören. Sally und Gillian sind die jüngste Generation dieser starken Familie und leben, seit dem Tod ihrer Eltern, zunächst bei ihren verschrobenen Tanten. Schon früh kristallisiert sich heraus, dass die Schwestern unterschiedlicher nicht sein können und als sie erwachsen sind, besticht jede der beiden mit ihrer ganz eigenen „Magie“: Sally ist ruhig, bodenständig und darauf bedacht ein normales Leben zu führen. Gillian hingegen ist wild, sprunghaft und verdreht einem Mann nach dem anderen den Kopf. So trennen sich die Wege der beiden Schwestern auch bald, als Gillian mit einem Lover durchbrennt und Sally heiratet. Viele Jahre kommunizieren beide nur per Brief oder Postkarte mit einander, doch eines Nachts steht Gillian plötzlich wieder bei Sally vor der Tür – mit einem Toten im Auto und einer Menge Ärger im Gepäck. „Im Hexenhaus“ ist ein Buch über Familie, die Probleme, denen man sich manchmal stellen muss und über das Finden der Liebe. Sally Owens ist die Protagonistin, die uns zum Großteil die Geschichte erzählt und von Anfang an versteht die Autorin es, uns an ihren Charakteren teilhaben zu lassen. So beobachtet man, wie Sally und Gillian zusammen bei den Tanten groß werden. Das alte Haus in Conneticut ist ein Ort, der den beiden Weisen zu einer Zuflucht wird und in der sie ohne Regeln aufwachsen. Es kann Schokolade zum Frühstück gegessen werden, aufs Zähneputzen achtet niemand und Schlafenszeiten gibt es nicht. Umso interessanter ist es zu verfolgen, wie die beiden Schwestern sich unterschiedlich entwickeln. Während Sally sich aus Mangel an vorgeschriebenen Regeln selber welche setzt und dafür sorgt, dass immer etwas Gesundes zu Essen auf dem Tisch steht, genießt Gillian de Freiheiten. Verbunden sind sie hauptsächlich darin, den beiden Tanten bei ihren Geschäften heimlich zu zuschauen. Denn die zwei älteren Damen bieten die Dienste der Magie an um verzweifelten Frauen den sehnlich gewünschten Mann zu bescheren. Immer wieder ziehen sich auf diese Weise die Magie und der alte Aberglaube durch das Buch und obwohl die Schwestern später ein eigenes Leben führen, lassen sie nie ganz von dem ab, was sie in ihrer Kindheit gelernt haben. Ein schöner Abschnitt fasst diesen den Owens Frauen eigenen Glauben recht gut zusammen: „Schließlich gab es einige Dinge, die Sally Owens genau weiß: Streue verschüttetes Salz immer über deine linke Schulter. Pflanze Rosmarin an deinem Gartentor. Gib Pfeffer an dein Kartoffelpüree. Pflanze Rosen und Lavendel, damit sie dir Glück bringen. Verliebe dich, wann immer du kannst.“ Diese bunte Mischung zeigt, dass hier Magie und Alltag sehr eng beieinander liegen und obwohl die Geschichte recht grundständig von den Schicksalen der Frauen in der Familie berichtet, ist doch immer ein Hauch Zauberei damit verbunden. Was ich allerdings eher enttäuschend fand, war nicht die Tatsache, dass nie komplett geklärt wird ob die Owens wirklich über magische Kräfte verfügen, sondern letztendlich den Fokus der Geschichte. Schnell wird nämlich klar, dass zwar alle Frauen immer wieder vor Probleme gestellt werden (die, seien wir ehrlich, manchmal etwas viel auf einmal waren), jedoch alles darauf hinausläuft, wie jede einzelne von ihnen die Liebe findet. Kurz vor Ende hatte ich das Gefühl eine Checkliste führen zu können, wer als nächstes sein Happy End findet. Das hat doch stark den Reiz heraus genommen und war mir etwas zu viel Harmonie. Letztendlich ist das Buch eine nette, heimelige Geschichte, die jedoch zu viel rosarot zeigt und sich selber dadurch unglaubwürdig macht. Vielleicht für Fans von Nora Roberts geeignet, für Leser, die über ein Happy End hinaus noch etwas mehr wollen, nicht unbedingt das Gelbe vom Ei.

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