Hannes Petersen lebt seit etwa 10 Jahren in Bangkok als erfolgreicher Geschäftsmann eines mittelständischen Hamburger Unternehmens. Nach zehnjähriger Trennung kommt ihn seine Frau mit den zwei Kindern "Pummel" und "Pünktchen" besuchen. Die Familie hat sehr Unterschiedliches erlebt: Hannes ist vor Beginn des zweiten Weltkrieges aus Deutschland geflohen, seine Frau hat die Kriegs- und Nachkriegszeit mit den Kindern in Hamburg verbracht. Als Martha und die Kinder in Bangkok ankommen, geraten Hannes thailändisches Leben und seine Familie aufeinander. Er hat seine Frau in den zehn Jahren mehrmals betrogen und seine Kinder sind in der Erinnerung in den Hintergrund gerückt. Doch schon kurz nach deren Ankunft erkennt er, dass seine Familie ihm das Wichtigste ist.
"Reis aus Silberschalen" beschreibt das Zusammenprallen zweier Welten und die Probleme, die Hannes Petersen durch seine Liebschaften bei der Ankunft seiner Frau entstehen. Gegen Ende des Romans entladen sich die Gegensätze in einer für die Familie sehr gefährlichen Weise.
Zu Beginn lässt sich das Buch nur etwas stockend lesen, da viele Personen beschrieben werden und die Handlung nicht sehr flüssig aufgebaut wird. Gegen Ende fesselt jedoch die große Krise und man möchte unbedingt wissen, ob sie für die Familie ein gutes Ende nimmt.
Problematisch an dem Buch fand ich häufig die Einseitigkeit, mit der Personen der unterschiedlichen Kulturen beschrieben werden. So sind die Deutschen fast immer zielstrebig, laut und aufbrausend und für die Hamburger ziemt es sich gar nicht, "verträumt" zu sein, während die ostasiatischen Hausangestellten (Thailänder und Chinesen) alle höflich, leise und geldgierig sind. Die Eigenschaften, die den einzelnen Bevölkerungsgruppen zugeschrieben werden, finde ich nicht abgestuft genug und zu verallgemeinernd. Deshalb sollte man das Buch sehr reflektiert lesen.
Allerdings muss man dem Buch zu Gute halten, dass es, wenn man es reflektierend liest, einen Einblick in das Leben in Bangkok um 1950 gibt und auch ein wenig in das Leben im Nachkriegsdeutschland. Das Buch ist also eher Personen zu empfehlen, die sich für Südostasien und Thailand im Besonderen interessieren und eventuell schon ein wenig über dieses Land wissen.
Alice M. Ekert-Rotholz
Lebenslauf
Alle Bücher von Alice M. Ekert-Rotholz
Reis aus Silberschalen
Mohn in den Bergen
Alice Ekert-Rotholz: Reis aus Silberschalen
Strafende Sonne, lockender Mond
Flucht aus den Bambusgärten : Roman.
Der Juwelenbaum : karib. Panorama.
Der Juwelenbaum
Elfenbein aus Peking
Neue Rezensionen zu Alice M. Ekert-Rotholz
Grundgerüst ist die Geschichte der Familie Wergeland. Konsul Wergeland, zweimal verheiratet, 3 Töchter von 3 verschiedenen Frauen. Die Familie lebt in China. Alice Ekert-Rotholz beschreibt das Leben zwischen beiden Weltkriegen und danach. Hauptakteure sind die 3 Töchter Astrid, Mailin und Vivica. Dazu kommen noch jede Menge Nebenfiguren, Flüchtlinge aus Deutschland, Russland, die sich immer wieder über den Weg laufen.
Das Buch bietet gute Unterhaltung und ist angenehm zu lesen.
Belanglos vor sich hin plätschernde Geschichte über mehrere Personen im London der 70er Jahre. Ein Streik der Elektrizitätswerke taucht die Stadt in Finsternis und das Buch erzählt von den Schicksalen mehrerer Personen während dieser 3 Tage. Sehr guter Schreibstil; kurzweilig und amüsant jedoch werden erst die letzten 100 Seiten dieses 442-Seiten-Romans. Netter Schluß.
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Alice M. Ekert-Rotholz wurde am 05. September 1900 in Hamburg (Deutschland) geboren.
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