Alice Munro

 4 Sterne bei 594 Bewertungen
Autorin von Tricks, Himmel und Hölle und weiteren Büchern.
Autorenbild von Alice Munro (© Jerry Bauer)

Lebenslauf von Alice Munro

Die Meisterin der Kurzgeschichte: Im Jahr 2013 nahm die kanadische Schriftstellerin Alice Munro die Auszeichnung für die große Leidenschaft ihres Lebens entgegen, den Nobelpreis für Literatur. Die 1931 in Ontario geborene Autorin veröffentlichte seit ihrem Debüt im Jahr 1950 mehr als 150 Kurzgeschichten. Ihr Journalistikstudium beendete sie aus finanziellen Gründen. Die Heirat mit James Munro und die Geburt ihrer vier Töchter hielten sie aber nicht vom Schreiben ab. Seit 1953 verkaufte sie ihre Kurzgeschichten regelmäßig an Zeitschriften. 1968 kam erstmalig ein Buch der Autorin auf den Markt, eine Sammlung von Erzählungen. In ihren Geschichten porträtierte sie Menschen aus ihrem Lebensumfeld in der kanadischen Provinz. Hierbei bediente sie sich oftmals unerwarteter Zeitsprünge und beschrieb ihre Protagonisten – überwiegend Frauen – beeindruckend glaubwürdig. Mit dem faszinierenden Sog ihrer Erzählkunst zog sie ihre Leser in ihren Bann. Am Anfang der 1970er-Jahre nahm Alice Munro eine Dozententätigkeit an Hochschulen auf und verfasste Drehbücher für die Hörspiel-Adaptionen ihrer Erzählungen. Ab 1977 erschienen ihre Kurzgeschichten im Magazin „The New Yorker“. Für ihr Werk erhielt Munro zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den O. Henry Award, den National Book Critics Circle Award for Fiction und den Man Booker Prize für internationale Literatur. Der Nobelpreis im Jahr 2013 galt als verdienter Höhepunkt ihrer Karriere, der sie 2012 ein Ende setzte. Nach dem Erscheinen ihrer Sammlung „Dear Life“ („Liebes Leben“) gab sie bekannt, zukünftig nicht mehr zu schreiben, da sie die hierfür erforderliche Kraft und Ausdauer nicht mehr aufbringen könne. Alice Munro hat der Kurzgeschichte zu neuem Ruhm verholfen und gilt als eine der bedeutenden zeitgenössischen Autorinnen.

Neue Bücher

Cover des Buches Ferne Verabredungen (ISBN: 9783596035328)

Ferne Verabredungen

Erscheint am 26.05.2021 als Taschenbuch bei FISCHER Taschenbuch.

Alle Bücher von Alice Munro

Cover des Buches Tricks (ISBN: 9783596510474)

Tricks

 (97)
Erschienen am 01.01.2009
Cover des Buches Himmel und Hölle (ISBN: 9783596510252)

Himmel und Hölle

 (97)
Erschienen am 01.11.2007
Cover des Buches Zu viel Glück (ISBN: 9783596186860)

Zu viel Glück

 (89)
Erschienen am 16.05.2013
Cover des Buches Liebes Leben (ISBN: 9783596186914)

Liebes Leben

 (48)
Erschienen am 06.11.2014
Cover des Buches Tanz der seligen Geister (ISBN: 9783596512195)

Tanz der seligen Geister

 (43)
Erschienen am 15.05.2012
Cover des Buches Die Liebe einer Frau (ISBN: 9783596510535)

Die Liebe einer Frau

 (44)
Erschienen am 01.08.2008
Cover des Buches Wozu wollen Sie das wissen? (ISBN: 9783104026848)

Wozu wollen Sie das wissen?

 (29)
Erschienen am 22.05.2013
Cover des Buches Der Traum meiner Mutter (ISBN: 9783596503773)

Der Traum meiner Mutter

 (17)
Erschienen am 23.10.2014

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Alice Munro

Cover des Buches Die Jupitermonde (ISBN: 9783596032624)loveliness avatar

Rezension zu "Die Jupitermonde" von Alice Munro

"Die Jupitermonde" - Alice Munro
lovelinesvor 4 Monaten

„Die Jupitermonde" Von Alice Munro sind alte Erzählungen, neu übersetzt und wie schon „Liebes Leben“ konnte mich Alice Munro wieder gänzlich abholen. Ihre Geschichten sind wie ich finde einfach und doch taucht man tief ein. Man begegnet alltäglichen Dingen, Drama, Schmerz, Hoffnung, Liebe und einfach vielen Facetten des Lebens. Für mich fühlt es sich beim lesen immer wieder so an, als würde ich ganz lebendig in den kurzen Erzählungen stecken, wie kleine Kurzfilme, die mich packen und mir auf wenigen Seiten einfach ein Gefühl von abtauchen können vermitteln. Jedem, der gerne auch mal kürzere Erzählungen liest und das Seichte zu schätzen weiß, dem kann ich sehr empfehlen sich die Werke von Alice Munro mal genauer anzusehen.

Kommentieren0
0
Teilen
Cover des Buches Liebes Leben (ISBN: 9783596186914)Susanne_Probsts avatar

Rezension zu "Liebes Leben" von Alice Munro

Eine lesenswerte Kurzgeschichtensammlung, auch wenn mich nicht alle Geschichten vollends begeisterten.
Susanne_Probstvor 10 Monaten

2012 ist diese Sammlung von Kurzgeschichten erstmals erschienen. 

Ein Jahr später wurde die 1931 geborene kanadische Schriftstellerin Alice Munro, die fast ausschließlich Kurzgeschichten schrieb, mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.


In diesem Band überrascht sie mit einer Besonderheit: 

Die letzten vier Geschichten überschreibt sie mit dem Titel „Finale“.

Es sind vier annähernd autobiographische Geschichten, in denen sie Einblicke in ihre Kindheit und ihr Aufwachsen gewährt.


Alice Munro beobachtet präzise, beschreibt detailliert und erklärt, bewertet oder beurteilt nichts. Unerschrocken, unverblümt und mit großer Ruhe und Gelassenheit präsentiert sie ihre Erzählungen und einen Teil ihrer Geschichte.

Dem Leser wird selbst überlassen, wie er die mit psychologischem Feingefühl geschriebenen Erzählungen interpretiert. 

Manchmal sind Ende bzw. Fortgang der Geschichte klar, oft darf bzw. muss der Leser seine eigene Phantasie bemühen, um sich das weitere Geschehen auszumalen.


Viele verschiedene Themen werden aufgegriffen - den Leser erwartet Abwechslung, wobei die Erzählweise unaufgeregt ist, Grundton und Thematik ernst sind und viel Trauriges oder Entrüstendes verhandelt wird. 


Eine Lehrerin, die von ihrem Chef zunächst umgarnt wird, wird am Tag ihrer Hochzeit plötzlich sitzengelassen.

Eine hinkende Frau wird getäuscht, finanziell ausgebeutet und vor den Kopf gestoßen.

Frauen, die ausbrechen und ihr Glück suchen.

Frauen, die von Schuldgefühlen gequält werden.

Männer und Frauen, die missbraucht wurden.

Frauen, die „erwachen“ und Abhängigkeit sowie Anpassung und Unterwerfung hinter sich lassen wollen.

Themen wie Demenz, Krebs und Selbstwert spielen eine Rolle und immer wieder wird der Leser mit dem Zeitgeist um den zweiten Weltkrieg herum konfrontiert. 

Bigotterie und Emanzipation tauchen dabei thematisch immer wieder auf. 


Alice Munro schafft es in kürzester Zeit, den Leser vollständig in ein fremdes Leben eintauchen, es verfolgen und dann, nach einer Vollbremsung, wieder daraus aufzutauchen zu lassen.

Währenddessen erwachen Menschen, Orte und Situationen zum Leben... man wird Teil davon.


Für mich waren die Enden mancher Erzählungen manchmal problematisch und unbefriedigend. Das war der Fall, wenn ich das Gefühl hatte, völlig im Regen stehen gelassen zu werden.

Ich konnte in diesen Fällen mit dem jeweiligen Schluss gar nichts anfangen, wobei ich nicht grundsätzlich sagen kann, dass ich offene Enden nicht mag. Aber wenn diese Offenheit am Schluss mit

Unverständnis und Ratlosigkeit meinerseits zusammentrifft, dann steige ich aus. 


Die erste Geschichte hat mich völlig enttäuscht, weil ich so gar nicht verstand, was sie mir sagen will, so dass die Lust am Weiterlesen enorm gedämpft wurde. 

Aber es hat sich sehr gelohnt, die Lektüre fortzusetzen. 

Mit wenigen Erzählungen konnte ich aus o. g. Gründen kaum etwas anfangen. 

Die meisten Erzählungen gefielen mir richtig gut und zwei fand ich aufgrund ihrer psychologischen und psychodynamischen Komponente bravourös. 


Insgesamt halte ich die Kurzgeschichtensammlung für absolut lesenswert.

Kommentieren0
0
Teilen
Cover des Buches Kleine Aussichten (ISBN: 9783596032617)Amilyns avatar

Rezension zu "Kleine Aussichten" von Alice Munro

Wo kommt es her, wo will es hin?
Amilynvor 3 Jahren

(Hier steht leider keine Zusammenfassung des Inhalts)

In diesem einzigen Roman der Literaturnobelpreisträgerin Alice Munro merkt man an jeder Stelle, dass die Autorin fast ausschließlich Kurzgeschichten schreibt. Die Geschichte eines Mädchens, das in Kanada irgendwann in der Nachkriegszeit aufwächst, besteht einzig aus Anekdoten, die die Protagonistin zu erzählen hat. Der Leser erfährt nicht, wann genau es spielt, der Leser erfährt nur einmal das aktuelle Alter des Mädchens, zwischen Seite 90 und 100 erfährt man überhaupt erst ihren Namen, Del, für was auch immer das die Abkürzung sein mag.

Einmal erzählt Del also von der Heirat eines Freundes der Familie, einmal von ihren beiden Tanten, einmal davon, wie sie dazu kam, eine andere Kirche zu besuchen als ihre Familie und so weiter und so fort. Ein Ziel, einen Plot oder nur einen roten Faden, bis auf, dass Del älter wird, gibt es nicht. Dass sie überhaupt älter wird, merkt der Leser jedoch nur, weil sie später vages Interesse an jungen Männern zeigt.

Das war mir einfach zu wenig.

Da ich Kurzgeschichtensammlungen nicht allzu gerne lese, habe ich, um diese Autorin zu entdecken, extra ihren einzigen Roman gelesen. Trotzdem wirkt jede Episode aus Dels Leben wie eine Kurzgeschichte, und da es sich technisch gesehen um eine einzige große Geschichte handelt, um einen Roman eben, hatten diese Episoden weder einen richtigen Anfang, aber vor allem kein Ende. Das hat gut die Hälfte des Buches funktioniert, dann aber, als ich merkte, dass diese eine Sache, um die es in dem Buch gehen sollte, wohl einfach nicht kommt, weil es sie einfach nicht gibt, hat es mich ziemlich genervt.

Vor zehn bis zwanzig Jahren hätte mich so etwas nicht gestört. Das Buch hätte damals locker die 5***** von mir kassiert. Aber gerade, seit ich mich selbst mehr mit dem Handwerk im kreativen Schreiben beschäftige, komme ich mit dieser Plot-losen Nicht-Struktur nicht mehr so gut klar.

Dabei ist der Schreibstil großartig. Alice Munro hat genau die richtige Balance zwischen langen und kurzen Sätzen, Einschüben, Ausklammerungen und knappem Auf-den-Punkt-bringen, die ich gerne lese. Ihre Beschreibungen sind intelligent, überlegt und trotzdem lesbar. So, wie sie Del ihre Umwelt und ihre Mitmenschen mit einem einzigen Satz beschreiben lässt, schafft sie es, ein Bild zu erschaffen, für das andere Autoren zwei Seiten benötigen (inklusive einer detailgenauen Beschreibung der Augenfarbe!).

"Er stand mit vorgestrecktem Kopf da, den langen Körper gekrümmt wie ein Komma." (S. 247)

Ich könnte aufs Geratewohl eine Seite in Kleine Aussichten aufschlagen und blind mit dem Finger auf die Seite tippen, ich würde einen phantastisch formulierten Satz herauspicken. Und das hat mich, wie gesagt, bis über die Hälfte bei der Stange gehalten. Doch dann war einfach die Luft raus. Auch der Schreibstil hat es nicht mehr rausreißen können, die praktisch nicht vorhandene Story hat genervt. Ja, es mag viel Inhalt in dem Buch sein. Ja, Del ist eine tolle Beobachterin, eine sehr gute, wenn auch nicht über die Maßen sympathische Protagonistin. Ja, hier steckt jede Menge Intelligenz, Tiefsinn und Substanz drin. Aber das war mir einfach nicht genug.

Fazit: Ein phantastischer Schreibstil, aber worum geht es überhaupt? Die Geschichte eines Mädchens, das über einen langen Zeitraum namen- und alterslos bleibt, wird in verschiedenen Episoden erzählt, die nirgendwo hin führen. Am Ende kann ich hier leider keinerlei Zusammenfassung geben, weil es keinen Plot und keinen roten Faden gibt. Aufgrund des Schreibstils und der Atmosphäre gibt es von mir noch 3***.

Kommentieren0
23
Teilen

Gespräche aus der Community


Perfekt für den Winter und die Feiertage – die neuesten Kurzgeschichten der Nobelpreisträgerin Alice Munro im englischen Original!


Ihre Kurzgeschichten sind einzigartig, emotional, teifgreifend und bieten darüber hinaus einen sehr guten Einstieg für diejenigen, die nicht unbedingt einen ganzen Roman in englischen Original lesen möchten.

Hier ein paar Informationen in Englisch:

Alice Munro captures the essence of life in her brilliant new collection of stories. Moments of change, chance encounters, the twist of fate that leads a person to a new way of thinking or being: the stories in Dear Life build to form a radiant, indelible portrait of just how dangerous and strange ordinary life can be.

Alice Munro was born in 1931 and is the author of twelve collections of stories, most recently Too Much Happiness, and a novel, Lives of Girls and Women. She has received many awards and prizes, including three of Canada's Governor General's Literary Awards and two Giller Prizes, the Rea Award for the Short Story, the Lannan Literary Award, the WHSmith Book Award in the UK, the National Book Critics Circle Award in the US, was shortlisted for the Booker Prize for The Beggar Maid, and has been awarded the Man Booker International Prize 2009 for her overall contribution to fiction on the world stage. Her stories have appeared in The New Yorker, Atlantic Monthly, Paris Review and other publications, and her collections have been translated into thirteen languages. She lives with her husband in Clinton, Ontario, near Lake Huron in Canada.


Und hier geht es zur Leseprobe

Am Dienstag hat sie den Nobelpreis offiziell erhalten. Da sie leider nicht nach Stockholm kommen konnte, wurde dieses Interview übertragen.

###YOUTUBE-ID=EgKC_SDhOKk###

Unser Gewinnfrage dieses Mal:  Was bedeuten Kurzgeschichten für Euch? Lest Ihr diese eher selten oder sind sie optimal für unterwegs?

Einfach bewerben und die glücklichen Gewinner werden am Montag bekanntgegeben. 


Viele Grüsse aus London,
Urlike @ Random House UK
339 BeiträgeVerlosung beendet
Anneblogts avatar
Letzter Beitrag von  Anneblogtvor 7 Jahren

Zusätzliche Informationen

Alice Munro wurde am 10. Juli 1931 in Wingham, Ontario (Kanada) geboren.

Community-Statistik

in 728 Bibliotheken

auf 87 Wunschzettel

von 186 Lesern aktuell gelesen

von 29 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks