Alice Munro Die Jupitermonde

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Inhaltsangabe zu „Die Jupitermonde“ von Alice Munro

Einmal mehr schafft Alice Munro das, was nur die wenigsten Autoren vermögen: Uns Figuren zu schenken, die so lebendig sind, dass wir für einen Moment ganz in ihr Leben tauchen. Da ist Janet, die ihren alten Vater ins Krankenhaus bringen muss und unverhofft Trost in einem Planetarium findet. Ein junges Mädchen, das auf einer Truthahnfarm anheuert. Und eine Frau, die dem überheblichen Gerede ihres Mannes begegnet, indem sie ihm eine Schüssel Zitronenbaiser an den Kopf wirft. Sie alle blicken zurück und blicken nach vorn, stolz und manchmal zweifelnd – und wie Munro behutsam davon erzählt, ist einzigartig. Mit ›Die Jupitermonde‹ erscheint der letzte, noch fehlende Band in der Autorenedition Munro bei Fischer Taschenbuch - neu übersetzt von Heidi Zerning. »Geschichten voller Zauber!« Publishers Weekly

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  • Rezension zu "Die Jupitermonde" von Alice Munro

    Die Jupitermonde
    glowinggloom

    glowinggloom

    02. October 2009 um 17:29

    Die Erzählungen dieses Bandes sind einmalig- und unglaublich schön, ähnlich wie die Geschichten in Alice Munros Büchern „Kleine Aussichten“ und „Glaubst du, es war Liebe?“, die ich bereits versucht habe zu beschreiben. Da ich mich sonst wiederholen müßte, hier nur ein Auszug, der mir gefallen hat: Nichola war wegen einer Erkältung beim Arzt gewesen – vielleicht hatte es sich aber auch nur um eine Routineuntersuchung gehandelt -, und die Blutprobe zeigte, daß etwas mit ihren weißen Blutkörperchen nicht stimmte – entweder waren es zu viele, oder sie waren zu groß. Der Arzt ordnete weitere Untersuchungen an, und ich brachte Nichola ins Krankenhaus. Niemand sprach von Leukämie, aber natürlich wußte ich, worum es bei dieser Untersuchung ging. Als ich Nichola nach Hause brachte, bat ich den Babysitter, der sich um Judith gekümmert hatte, noch den Nachmittag über zu bleiben, und ging einkaufen. Ich erstand das gewagteste Kleid, das ich je besessen habe, ein hautenges schwarzes Samtkleid mit Spitzen am Ausschnitt. Ich erinnere mich an diesen strahlenden Frühlingsnachmittag, an die Schuhe mit den Pfennigabsätzen im Kaufhaus und an die Unterwäsche mit dem Leopardenmuster. Ich erinnere mich auch an die Rückkehr vom St.-Paul-Krankenhaus über die Lions Gate Bridge im überfüllten Bus. Ich hielt Nichola auf den Knien. Plötzlich fiel ihr ihr Babyname für Brücke wieder ein, und sie flüsterte mir zu:“Dada … über die Dada.“ Ich vermied nicht, mein Kind zu berühren – Nichola war selbst damals schlank und anmutig, mit einem hübschen Rücken und feinen dunklen Haaren. Aber mir entging nicht, daß ich sie anders berührte, obwohl ich nicht glaubte, daß jemand es bemerken konnte. Es lag darin eine Vorsicht – kein sich Zurückziehen, sondern eine Vorsicht davor, zu viel zu empfinden. Ich sah, daß die Formen der Liebe einem zum Tode Verurteilten gegenüber aufrechterhalten werden konnten, doch die Liebe wurde dosiert und diszipliniert, denn man mußte überleben. Das konnte so behutsam geschehen, daß der Gegenstand dieser Liebe keinen Verdacht schöpfte, so wenig, wie Nichola ihr Todesurteil ahnen konnte. Sie wußte nichts und würde nichts wissen. Wir würden sie mit Spielzeug, Küssen und Späßen überschütten; sie würde nie etwas erfahren, obwohl ich mir Sorgen darüber machte, daß sie den Wind durch die Risse in den künstlich hergestellten Ferien, den künstlich hergestellten normalen Tagen spüren würde. Aber alles war in Ordnung, Nichola hatte keine Leukämie. Sie wuchs heran – lebte immer noch und war vermutlich glücklich. Unerreichbar.

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