Alice Munro Tanz der seligen Geister

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Inhaltsangabe zu „Tanz der seligen Geister“ von Alice Munro

Nobelpreis für Literatur 2013 Alice Munro: Jonathan Franzen zählt sie zu den größten Erzählern der Welt und stellt sie über Tschechow, und für Doris Dörrie 'schärft sie die Sinne'. Doch wie hat Alice Munro ihre Kunst entdeckt? In ihrem großartigen Debüt ›Tanz der seligen Geister‹ finden wir die Antwort: Das erste Buch der großen Meisterin der kleinen Form, 15 Erzählungen davon, erwachsen zu werden und die eigene Stimme zu finden. Im Original 1968 erschienen, zeigt sich Alice Munro bereits hier als präzise, unsentimentale und abgründige Chronistin zeitgenössischen Alltagslebens.

Ein weiterer hinreißender Erzählband von Alice Munro!

— Hamlets_Erbin

Tolle Kurzgeschichten: prägnant, lebensnah, teils traurig aber treffend. Ich bin begeistert.

— November

Spannende, bewegende und aufrüttelnde Geschichten.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Ein Kästchen voller Gold- und Silberstücke.

— alasca

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  • 15 kurze Geschichten

    Tanz der seligen Geister

    Herbstrose

    22. February 2016 um 14:48

    15 Geschichten, die alle im ländlichen Kanada in der Zeit zwischen ca. 1930 und 1950 angesiedelt sind. Die Protagonisten sind überwiegend junge oder sehr junge Menschen, die mehr oder weniger einen Verlust hinnehmen müssen. Oft ist es ein alter Mensch, oft ist es auch eine vergangene Zeitspanne, ein Übergang, ein Weg in die Zukunft. Es geht ebenso um das Erwachsenwerden unter ungünstigen Voraussetzungen, wie um die Bewältigung unvorhergesehener Ereignisse. Es ist die erste Sammlung von Kurzgeschichten, die Alice Munro geschrieben hat und die erstmals 1968 erschienen ist. Titel der englischen Originalfassung: „Dance of the Happy Shades“. Sämtliche Geschichten sind in einem leicht melancholischen, manchmal ironischen, aber immer ernsten und realistischen Stil geschrieben – für Liebhaber von Kurzgeschichten wirklich lesenswert.

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  • Komprimiert und prägnant

    Tanz der seligen Geister

    Yeats

    22. January 2015 um 20:04

    Wirklich eine Meisterin der Kurzgeschichte. Ein sehr prägnanter, komprimierter Schreibstil. Dieser Band enthält einige der besten Kurzgeschichten, die ich bislang überhaupt gelesen habe. Den Nobelpreis für Literatur hat sie meines Erachtens vollkommen zu Recht erhalten, denn sie ist, im Gegensatz zu manchem Preisträger der Vergangenheit, eine große Schriftstellerin. Geschichten über Frauen, Glück und Unglück. Das Beste im Leben kann man nicht kaufen.

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  • überzeugt!

    Tanz der seligen Geister

    liyah40

    ich war nie ein fan von kurzgeschichten, nie konnten sie mich fesseln und am ende dachte ich immer: "und nu?" da man aber von alice munro nur positives hört, gab ich mir einen ruck und kaufte mir eins ihrer bücher. und was soll ich sagen? sie hat mich überzeugt! man ist sofort mittendrin im geschehen, ohne das gefühl zu haben, etwas verpasst zu haben. die geschichten handeln von liebe, gerechtigkeit, falschen hoffnungen, eifersucht, enttäuschungen, vom erwachsen werden und vielem mehr. wahrlich eine große schriftstellerin und ich bin auf weitere geschichten gespannt!

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    • 4
  • Rezension zu "Tanz der seligen Geister" von Alice Munro

    Tanz der seligen Geister

    Leserrezension2010

    23. August 2010 um 10:51

    A95 Tanz der seligen Geister von Alice Muno Kategorie: Allgemein Alice Munro schubst uns an. Damals wie heute. Zeitweise hängen sie schüchtern in unseren Köpfen. Zaghaft und leise sind sie, wollen keinen Lärm machen, weil ihnen noch etwas fehlt. Ein Schubs etwa oder ein Klaps. Manchmal finden wir sie im Gesicht eines anderen, versteckt zwischen einem Lächeln oder einer bestimmten Mimik. Sie haben viele Formen. Schön ist es, wenn es dann jemanden gibt, der den Sehnsüchten den Anstoß gibt wie Alice Munro. Jemand, der unsere Gedanken mit Mut auffüllt. Unzählige Erzählungen hat die kanadische Schriftstellerin bereits geschrieben. Im Februar diesen Jahres ist ihr erster Erzählband mit 15 Geschichten erschienen. Der Dörlemann Verlag hat das Buch herausgegeben und dies auf eine würdevolle Art getan. Das Buch trägt einen wunderschönen Leineneinband. Je nach Lichteinfall schimmert er dunkelblau oder weinrot. Ein zurückhaltendes Farbspiel ist das, was beglückt und dem Buch etwas Geheimnisvolles verleiht, etwas Wertvolles über das man immer wieder mit den Fingern streift. Im Mittelpunkt stehen junge Frauen und Mädchen, die in Kleindstädten wohnen. Das Leben dort ist meist begrenzt und bewegt sich in einem Mikrokosmos. Die Protagonistinnen hingegen verharren nicht regungslos. Sie wollen hinaus aus ihren Schneckenhäusern, sie wollen hinter den eigenen Horizont steigen. Die Rede ist nicht vom Fernweh, sondern vom Wunsch, den eigenen Vorstellungen zu folgen, Ängste hinter sich zu lassen, Sehnsüchte zu stillen, gerecht zu sein – mit sich und den anderen. Wir lesen uns durch ihren Alltag, ihren Begegnungen und Ereignissen. Meist sind die Frauen stille Beobachterinnnen, die präzise registrieren, was vor ihren Augen passiert. Sie gehen dabei sehr feinfühlig vor und hinterfragen vieles. Einfach Dinge hinnehmen, weil es andere schon getan haben? Nein, das wollen sie nicht. Da ist Mary in der Erzählung „Die leuchtenden Häuser“. Sie ist Mutter von einem Sohn, Danny, und lebt in einer Kleinstadt, die sich verwandelt. Aus Alt mach Neu – so lautet das Motto. Am liebsten wollen die neuen Bewohner, in ihren weißen, hellen Häusern, das alte, Verwesene abreißen und die Menschen gleich mit. Wie Mrs. Fullerton. Sie lebt allein in ihrem alten, heruntergekommenen Haus, das den jungen Frauen und Männern ein Dorn im Auge ist. Es muss weg. Während sich alle beim Kindergeburtstag den Kopf darüber zerbrechen, sitzt Mary da und überlegt, wie sie Mrs. Fullerton retten kann. Sie erhebt ihre Stimme gegen die Pläne der anderen. Aber die wollen sie nicht hören. Mary, so schlau und einsichtig wie sie ist, belässt es dabei, zieht ihren Mantel an und denkt zum Schluss: „Es gibt nichts, was du im Augenblick tun kannst, außer die Hände in die Taschen zu stecken und dir dein unvoreingenommenes Herz zu bewahren.“ Ein Raunen geht selbst jetzt noch durch mein Herz, wenn ich diese Worte streife. Eine kleine Träne sammelt sich ganz vorsichtig hinter meinen Augen. Plötzlich habe ich da so einen Schleier zwischen der Welt in mir drinnen und der da draußen. Ich bin berührt, atme, schlucke und lächle die Träne weg, denn mit einem Mal spüre ich einen Klaps auf der Schulter. Nach der Einsicht folgt die Zuversicht. Ja, so ist es oft, wenn man am Ende einer Munro-Erzählung aus dem Werk angekommen ist. Alice Munro zeigt sich in den früheren Jahren auch als Kämpferin der Frau. Wie bei der Protagonistin aus „Das Büro“. Die Ich-Erzählerin möchte schreiben. Es fällt ihr schwer zu sagen, dass sie Schriftstellerin ist. „Zu anmaßend“ klingt das für sie. Trotzdem oder gerade deswegen braucht sie ein Büro. Warum? Weil ein Mann in einem Haus arbeiten kann, eine Frau hingegen nicht. Eine Frau hat Pflichten zu erledigen: Den Haushalt, das Essen, die Kinder, den Mann. Eine Frau, die nur da sitzt, in die Weite schaut und einfach nur schreibt, ist undenkbar. Sie hat immer da zu sein, für jeden. Abtauchen in ferne Welten ist eine Utopie. Also muss ein Büro her. Ein Ort, der Raum für eigene Gedanken und Ideen schenkt. Alice Munro setzt sich besonders hier dafür ein, dass man die Frauen als eigenständige, selbstdenkende Wesen sehen sollte. Dass sie nicht nur bügeln, sondern auch schreiben oder malen können. Die Autorin belehrt nicht, nein, sie spricht es auf eine sehr clevere Art an. Sie erhebt keinen Zeigefinger. Das wäre keine echte Munro. Sie schreibt schnörkellos, setzt dabei ihren leichten ironischen Blick hinzu und lässt die großen Gefühle draußen. Emotionen bleiben eher im Miniformat. Sie sind sehr zart und schmal, dass sie gerade so durch einen Briefkastenschlitz passen. Wer nun denkt, dass sich das kühl anfühlen muss, irrt sich. Es bleibt warm und bemerkenswert, denn Alice Munro zu lesen, bedeutet jedes Mal, bewegt zu werden und das auf vielfältige Weise. Die frühen Geschichten unterscheiden sich von den Erzählungen, die danach folgten. Sie sind kürzer. Auch die Sätze, die sie beschreiben. An einigen Stellen hat Alice Munro auf nähere Einzelheiten verzichtet. Damit schafft die Autorin Raum für uns, in dem wir uns ausbreiten können. Ich hätte nie geglaubt, dass sich Distanz auch nah anfühlen kann. Es ist als wäre eine Fensterscheibe durchlässig wie eine Membran, die die Innen- und Außenwelt mühelos verbindet. Genau so ist es mir ergangen. Als ich die Erzählungen mit ihren späteren Werken verglich – das tut man automatisch als Munro-Leserin – tat sich vor mir folgendes Bild auf: Eine Knospe, der man ansieht, dass sie ganz bald zu einer schönen Blume gedeihen wird. Man ahnt schon jetzt, dass hier eine besondere Schriftstellerin am Werk ist. Hier reift etwas Wunderbares, etwas, das uns an unsere eigenen reichhaltigen Ressourcen erinnert, die wir alle haben. Alice Munro zu lesen, bedeutet auch Mut zu atmen und Kraft zu spüren. Sie schubst uns an. Damals wie heute. Alice Munro. Tanz der seligen Geister. Februar 2010, 380 Seiten, 23,90 €. Dörlemann Verlag.

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  • Rezension zu "Tanz der seligen Geister" von Alice Munro

    Tanz der seligen Geister

    Clari

    21. March 2010 um 11:04

    Geschichten aus der Feder einer Meistererzählerin! Alice Munro, geboren 1931, gilt heute neben Philip Roth in Amerika als eine der größten lebenden kanadischen Schriftstellerinnen der Gegenwart. Man konnte sich neulich in einem Autorengespräch (Adam Heslett und Jonathan Franzen in „Der Spiegel“ vom 25.01.2010) nicht einigen, wer von den beiden vorrangig den Literaturnobelpreis verdient hätte, wenn er denn überhaupt einmal wieder nach Amerika / Kanada gehen sollte! „Tanz der seligen Geister“ ist ein Querschnitt aus dem Leben der kleinen, der armen und der skurrilen Leute. Ein reisender Heilmittelverkäufer nimmt seine beiden kleinen Kinder auf eine seiner Reisen mit. Sie wissen unausgesprochen, dass sie zu Hause nichts über den Tanz mit Nora und seinem Whiskeykonsum verlauten lassen dürfen. Szenenwechsel : In einem Dorf versammeln sich junge Paare, um eine alte Frau, die ihnen mit ihrem reichlich verkommenen alten Haus nicht ins Erscheinungsbild ihrer Siedlung passt, mit einem rechtlichem Vorwand zu vertreiben. Eine einzige unter den jungen Frauen spürt, dass hier Unrecht geplant wird. Die Geschichte endet mit dem wunderschönen Satz, den sie zu sich selber spricht: „ Es gibt nichts, was du im Augenblick tun kannst, außer die Hände in die Taschen zu stecken und dir ein unvoreingenommenes Herz zu bewahren.“ Alice Munro nimmt sich in ihren Geschichten der kleinen Leute, ihrer Träume und versteckten Hoffnungen an. Es sind ihre feinsinnigen Beobachtungen, die, in Sprache umgesetzt, ans Gemüt rühren. Sie weiß, was die Menschen bewegt, sie schaut in die Tiefen ihrer Seelen und lässt sie dann selber sprechen, handeln und agieren. Eine Geschichte verspricht schon die nächste mit klugen Aussagen über das Leben im Allgemeinen und hier besonders im gewöhnlichen Alltag. Die Angst und das Außenseiterum, die von der Gesellschaft Verstoßenen und Ausgeschlossenen, auch zwei alte Damen mit ihren Schrullen finden hier Beachtung ebenso wie Kinder, die schon bald hinter die Geheimnisse der Erwachsenen kommen. Wie könnte das schöner heißen als in dieser Passage:“ Wie die Kinder im Märchen, die gesehen haben, dass ihre Eltern mit furchterregenden Fremden einen Pakt geschlossen, die entdeckt haben, dass unsere Ängste auf nichts als der Wahrheit beruhen, die aber nach wundersamer Rettung aus Gefahr heil nach Hause kehren, artig und wohlerzogen zu Messer und Gabel greifen und vergnügt bis an ihr seliges Ende leben---wie sie, von den Geheimnissen benommen und mit Macht begabt, sagte ich nie auch nur ein Wort.“S.79 So werden die Bösen und die Guten verkörpert, und alles ist wie im richtigen Leben! Munros Kurzgeschichten reihen sich wie Perlen auf eine Schnur. Man meint, dass ein Anreiz schon genügt, um aus ihr die schönsten Geschichten hervorzulocken. Sie verzaubert uns mit ihren Wahrnehmungen. Liebe, Einfalt, Gerechtigkeit, Geiz, Bösartigkeit, Argwohn und Eifersucht: Alice Munro sieht alles und gibt es chronologisch in aussagekräftigen und poetischen Bildern zu Protokoll. Man muss die Autorin mit dem gescheiten, weisen und humorvollen Blick bewundern! In einer schönen, bibliophilen Ausgabe hat der Dörlemann Verlag die Kurzgeschichten von Alice Munro herausgebracht, ein Genre, in dem sich die Autorin besonders auszeichnet. Die Erzählungen sind 1968 das erste Mal in Kanada erschienen und liegen mit dieser Ausgabe zum ersten Mal in der ausgezeichneten Übersetzung von Heidi Zerning auf Deutsch vor.

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