Alice Munro Wozu wollen Sie das wissen?

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Inhaltsangabe zu „Wozu wollen Sie das wissen?“ von Alice Munro

In »Wozu wollen Sie das wissen?» erzählt Alice Munro die Geschichte ihrer eigenen Familie - von William Laidlaw im Schottland des frühen 17. Jahrhundert, als es noch Feen und Geister gab, bis nach Kanada. Wir begegnen starrköpfigen Farmern und eigenwilligen Tanten – ein Reigen wunderlicher Käuzen mit seltsamen Lebensgeschichten. Viele von ihnen zeigen eine auffällige Liebe zum schriftlichen Wort. Ob sie nun Wetternotizen machen, Erinnerungen aufschreiben oder sich richtige Geschichten ausdenken - die Tradition des Schreibens ist tief in Munros Familie verwurzelt. Es ist das persönlichste Buch von Alice Munro.

Der Einstieg ist schwer, die ersten Seiten sind zäh. Doch dann offenbart sich eine wunderbare & besondere - teils fiktionale - Autobiografie

— kalligraphin
kalligraphin

Gut gemeinte 3 Sterne, hat mich jetzt nicht so wirklich begeistert...

— daneegold
daneegold

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    Wozu wollen Sie das wissen?
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Der Einstieg in Elf Geschichten aus meiner Familie, wie der Untertitel des Buches lautet, beginnt in Schottland. In diesen Teilen des Buches ist der Leser mehr gefordert als in den späteren. Manche Sätze muss man hier zweimal lesen, um ihren Bedeutungsgehalt ganz zu erfassen und für den Fortgang der Geschichte im Gedächtnis zu behalten. Aber auch der Autorin, die sich Nobelpreisträgerin nennen darf, dürften die Recherchen zu den Anfangsgeschichten einiges mehr abverlangt haben als zu spüren ist. Was angesichts des zeitlichen Unterschieds des Lebens der Autorin zu dem von ihren Vorfahren Erlebten auch verständlich erscheint. Die Teile der Geschichten, die in Kanada und in den USA spielen, lesen sich wesentlich leichter. Eventuell muss der Anfang sogar als literarisch qualitativ höherwertig angesehen werden. - Mehr Interesse möchte ich dem Haupttitel widmen. Will Frau Munro damit eine Interaktion zwischen ihr und ihren Lesern hervorrufen? Ähnlich wie es bei Theateraufführungen schon seit Längerem der Fall ist. Das dürfte allenfalls bei einer von ihr veranstalteten Buchlesung funktionieren, weil nur da, also unter Anwesenden, eine echte und gleichzeitige Aktion und Reaktion stattfinden kann und nicht bloß eine „Gefällt-mir-Button-Reaktion“. Für Rezensionen bedurfte es keines solchen Buchtitels. Sie kommen unaufgefordert. Die im Haupttitel ganz simpel verstandene Frage müsste sonach ganz banal mit „weil ich gerne lese“ oder „weil ich gerne Familiengeschichten lese“ beantwortet werden. Indes erklärt sich der Buchtitel noch einfacher. Die Autorin wurde bei ihrer Anfrage nach Kirchengeschichten in der Bibliothek des Colleges, an dem sie und ihr Mann studiert hatten, danach gefragt, wozu sie das wissen wolle. Weshalb sie diese Frage, die einem Benutzer eines deutschen Archivs eventuell genau so gestellt worden wäre, zum Buchtitel gewählt hat, bleibt ihr Geheimnis. Der Leser kann da nur spekulieren. - Nach diesem Vorgeplänkel nun doch auch noch ein paar Worte zum Inhalt des Buches. Einerseits bringt die Geschichte einer Auswanderer-Familie nichts Besonderes. Auswanderergeschichten kennt die Literatur viele, aus vermutlich allen "alten" Erdteilen und für wohl alle Kontinente. Solche Geschichten liegen angeblich derzeit sogar im Trend. Bemerkenswert ist jedoch die Art und Weise, wie sich Munro der inneren Verfassung ihrer Hauptfiguren annimmt. In den von ihr beschriebenen Charakteren kann jeder Leser Züge seiner Vorfahren und in gewisser Weise auch von sich selbst finden. Damit erfüllt das Buch die wichtigste Voraussetzung für ein reges Interesse ihrer Leserschaft, will diese doch in jedem literarischen Produkt in ihren eigenen Gedanken und Emotionen angesprochen werden. Ein zweiter Punkt, den ich hervorheben möchte, ist der treffende und manchmal lakonisch wirkende Schreibstil der Autorin. Ein Beispiel: Ihre an sich selbst gerichtete Frage, weshalb sie von der Familie Mountjoy, der sie in jungen Jahren als Dienstmädchen - gedichtet oder real - gedient hatte eine Art von Gleichgestelltheit eingefordert hatte, beantwortet sie mit dem Satz: „Alles, weil ich jung war und über Nausikaa Bescheid wusste“. Damit bin ich bei einem dritten, für mich erwähnenswerten Punkt angelangt. Am meisten besticht das Buch vermutlich durch die Darstellung dessen, wie sich die Lebensumstände und die Denk- und Lebensweise der Menschen im Laufe der verschiedenen Generationen, während der die Geschichte spielt, geändert haben. Man will kaum glauben, wie wenig einerseits und doch auch wieder wie stark sich anderseits nicht nur der technische und wirtschaftliche Fortschritt früherer Zeiten, sondern vor allem auch das Lebensgefühl der Menschen von heute gegenüber damals geändert haben. Munro macht einem die alte Weisheit, dass nur die Veränderung Bestand hat, eindrucksvoll bewusst. - Ein Buch, das vor allem wegen dieses zuletzt genannten Grundes wärmstens als Lektüre empfohlen werden kann.

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  • Sehr persönliche Kurzgeschichten

    Wozu wollen Sie das wissen?
    sumsidie

    sumsidie

    26. December 2013 um 21:39

    Ich mag eigentlich keine Kurzgeschichten. Aber diese hier waren definitiv eine Ausnahme. Alice Munro sagt selbst, dass es die wahrscheinlich persönlichsten Geschichten sind, die sie geschrieben hat. Sie geht in der Zeit zurück, betreibt literarische Ahnenforschung und zeichnet die Menschen und ihre Wege nach, die die Familie Laidlaw von Irland nach Kanada brachte. Ich mag Einwanderergeschichten, Beschreibungen der Natur, sowie Einblicke wie es sich wohl angefühlt hat in einer anderen Zeit zu leben. All das macht dieses Buch, weswegen es so angenehm zu lesen ist.

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  • Rezension zu "Wozu wollen Sie das wissen?" von Alice Munro

    Wozu wollen Sie das wissen?
    Ailis

    Ailis

    22. June 2010 um 21:40

    Alice Munro ist bekannt für ihre Kurzgeschichten und Erzählungen und auch der vorliegende Band ist untertitelt mit "Elf Geschichten aus meiner Familie". Es ist ein sehr persönliches und privates Buch, denn es erzählt die Geschichte ihrer Ahnen, angefangen im frühen 17. Jahrhundert in Schottland, aber auch einen Teil ihrer eigenen Geschichte, bis hinein in die ersten Jahre des 21. Jahrhunderts. Doch Alice Munro führt uns ein wenig in die Irre, denn so persönlich diese elf Geschichten auch sein mögen, sie enthüllt bereits im Vorwort, dass auch die Fiktion Einzug gehalten hat in diese kleinen Episoden über das Leben ihrer Familie. Und so sieht sich der Leser vor die Aufgabe gestellt, Wahrheit und Erdachtes voneinander zu trennen - eine wahre Mission impossible. Aber das spielt letztlich keine Rolle, denn Alice Munro versteht ihre Leser zu fesseln. Ihre Erzählungen zeigen eine Familie, die nicht immer bekommen hat, was sie sich erhoffte. Sie zeigt die Wünsche und Sehnsüchte, die unerfüllt bleiben mussten und selten thematisiert wurden. Der Leser bekommt so das Gefühl, über diese Familie mehr zu wissen, als sie selber es je tat. Sprachlich bewegt Alice Munro sich angenehm zwischen einer Redeweise, die dem Volk aufs Maul schaut und hervorstechender Eloquenz. So lesen die Geschichten sich leicht und flüssig, ohne ins Seichte abzudriften. Diese liebevolle Familienchronik ist jede Seite wert, besonders, wenn man es geschafft hat, alle Männer der Familie Laidlaw mit Namen James auseinanderzuhalten - aber das nur als kleine Anekdote am Rande.

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