Alice Nelson

 4,8 Sterne bei 4 Bewertungen
Autorin von Das Kinderhaus.

Lebenslauf von Alice Nelson

Ein großes Herz: Alice Nelson ist eine australische Schriftstellerin. Sie studierte in New York und schrieb währenddessen erste Kurzgeschichten und Romane. Nach der Veröffentlichung wurden diese mit zahlreichen Literatur-Preisen ausgezeichnet. Ihr Debüt als Autorin gab sie mit ihrem Roman „Das Kinderhaus“. Inspiriert wurde sie dabei durch ihre Arbeit mit Flüchtlingen.

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Cover des Buches Das Kinderhaus (ISBN: 9783471351819)

Das Kinderhaus

 (4)
Erschienen am 26.07.2019

Neue Rezensionen zu Alice Nelson

Cover des Buches Das Kinderhaus (ISBN: 9783471351819)ullikens avatar

Rezension zu "Das Kinderhaus" von Alice Nelson

Mutterliebe
ullikenvor 2 Jahren

Das rotbraune Cover zeigt eine junge Frau auf den Stufen vor einem Haus. Darüber lesen wir den Namen der Autorin Alice Nelson und den Titel "DAS KINDERHAUS" in dicken weißen Lettern.


Ich habe mir etas ganz anderes unter diesem Roman vorgestellt, kann ihn aber dennoch sehr empfehlen. Marina und ihr Bruder sind im Kibbuz, wie es dort üblich ist, getrennt von ihren Eltern aufgewachsen. Sie schliefen im Kinderhaus, körperliche Nähe gab es nicht. Als ihre Mutter beschließt, aus Israel wegzuziehen, ist es jedoch zu spät. Es kommt keine Beziehung mehr zwischen ihnen zustande.


Marina findet dennoch ihr Glück. Die Professorin heiratet einen Psychiater, der in einer liebevollen jüdischen Familie lebt und sie wird sofort von dieser aufgenommen. Ihr Mann hat bereits einen Sohn, auch mit diesem kommt sie zurecht.

Eines Tages sieht sie eine Flüchtlingsfrau aus Ruanda mit ihrem ca. 2-3 jährigem Sohn Gabriel, der kein Wort spricht, sondern nur weint oder schreit. Diesen lässt die Frau auf der Straße stehen, ohne Rücksicht, ob er ihr folgen kann. Marina bringt ihn Constance hinterher und will ihnen helfen, sich in New York zurechtzufinden - ohne zu wissen, dass sie dadurch auch ihre eigene Vergangenheit aufarbeiten muss.

Der Roman von Alice Nelson spielt mit Zeitsprüngen. Überwiegend sind es nur wenige Jahre von 1997 - 2000, in denen jedoch zusätzlich die Gedanken in die weitere und weite Vergangenheit schweifen. Es ist etwas schwieriger, dem Handlungsstrang zu folgen, ich musste ab und an zurückblättern, um zu sehen, in welcher Zeit wir uns befinden. Das letzte Kapitel hat Gabriel, der Sohn von Constance geschrieben.

Trotz der Zeitsprünge ist die Handlung fesselnd. Insbesondere die Charaktere der Hauptpersonen Marina und Constance sind einfühlsam dargestellt. 


Der Roman wurde aus dem australischen Englisch übersetzt von Claudia Feldmann und verlegt bei List

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Cover des Buches Das Kinderhaus (ISBN: 9783471351819)Kathrin_Schroeders avatar

Rezension zu "Das Kinderhaus" von Alice Nelson

Mutterliebe?!
Kathrin_Schroedervor 2 Jahren

Das Kinderhaus von Alice Nelson

Erscheinungstermin Juli 2019, gelesen im Oktober 2019 digital dank Netgalley

Genre: Belletristik

Marina verbrachte ihre ersten Lebensjahre im Kinderhaus im Kibbuz, nur der große Bruder gab ihr Halt. Später in Amerika zusammen mit der Mutter hatte diese nie erfahren, wie man seine Kinder lieben kann. Jetzt lebt Marina in ihrer glücklichen Ehe ohne eigene Kinder und begegnet Constanze und Gabriel. Mutter und Sohn, die genauso wenig Beziehung fühlen lassen, wie sie und ihre Mutter.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, auch wenn es aufgrund der thematischen und zeitlichen Sprünge, der Andeutungen und nicht immer auserzählten Begebenheiten nicht immer einfach zu lesen war.
Gerade dieses Brüchige spiegelt für mich sehr gut die Brüche und Fragmente in den Biographien wieder.
Manchmal lese ich gern, weil Bücher im Unterschied zum wirklichen Leben oft vieles auserzählen. Dieses Buch verdichtet das Thema Liebe, Mutterliebe und Beziehung, und ist gerade in seinen Andeutungen eindeutig und einfühlsam.
#DasKinderhaus   #NetGalleyDE   #KathrinliebtLesen   #Bookstagram   #Bücherliebe   #Rezension


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Cover des Buches Das Kinderhaus (ISBN: 9783471351819)dr_y_schauchs avatar

Rezension zu "Das Kinderhaus" von Alice Nelson

Sehr berührend, ohne verkitscht zu sein
dr_y_schauchvor 2 Jahren

New York 1997. Constance kann keine Liebe für ‚das Kind‘ empfinden. „Gabriel heißt er. „Es ist kein Name aus ihrem Land. Ein kongolesischer Pastor im Lager hat ihn ausgesucht. Sie hatte einen anderen Namen auf der Zunge, aber der Pastor meinte, das Kind brauche den Namen eines Engels. Und es sei ein guter Name für einen Jungen, der in Amerika aufwachsen würde.“ (Pos. 80)
Constance badet es. Sie füttert es, sie legt es schlafen, dieses zweijährige Wesen, das sie zur Welt gebracht hat. Aber lieben? Nein, das kann sie nicht. Denn das Kind ist „einer von ihnen“, einer von denen, die Constance in ihrem Heimatland Ruanda verfolgt, ihre Familie ermordet, ihre Nachbarn verstümmelt haben. Nun hat sie in New York Zuflucht gefunden, sie hat ihr Leben behalten – und „das Kind“.
Marina lebt ebenfalls in New York. Marina ist Hochschuldozentin, gutaussehend, gebildet, erfolgreich in dem, was sie tut. Und überdies glücklich verheiratet, sie hat einen Mann, einen halbwüchsigen Stiefsohn, eine liebe Schwiegermutter und ebenso liebe Schwägerin. Sie besitzen ein schönes Zuhause, alles könnte wunderbar sein. Wenn da nicht Marinas vergeblicher, unerfüllter Kinderwunsch wäre. Zufällig beobachtet sie die junge Frau und diesen kleinen, in ihren Augen hinreißenden Jungen, die Mutter und Sohn sein müssen – oder doch nicht? Marina kennt sich nur zu gut mit Müttern aus, die ihre Kinder nicht lieben können. Sie ist selbst ein solches Kind, aufgewachsen im Kinderhaus eines Kibbuz, getrennt von ihrer Mutter, die allerdings auch nach dem Verlassen des Kibbuz kein gesteigertes Interesse an ihrer Tochter und ihrem Sohn zeigte. Sie war eines jener Kinder, die wie Waisen, vernachlässigte oder missbrauchte Kinder auf einer „gierigen Suche“ sind – „nicht nach Nahrung oder Schutz, sondern nach Zuneigung. Nach einem Fetzen Anerkennung, kleinen Freundlichkeiten, die ihnen helfen konnten, ihren Platz in der Welt zu finden“ (Pos. 2548). Marina will der jungen Frau helfen – doch letztlich auch sich selbst.

„Das Kinderhaus“ von Alice Nelson ist eine Geschichte von Müttern, die ihre Kinder
nicht lieben können, die gefangen sind in sich selbst, ihrer Biografie, ihren Schicksalen. Manches wird erklärt und verständlich, anderes bleibt im Dunkeln, kann nur vermutet, erahnt, erdacht werden. Und es ist eine Geschichte von Kindern, die nicht anders können, als ihre Mütter zu lieben, nach ihrer Liebe zu verlangen, sich nach ihr zu sehnen, um sie zu betteln und zu buhlen – einfach, weil sie Kinder sind. Manchmal werden diese Kinder ihrerseits zu Eltern, manchmal wollen sie es werden und können es nicht, manchmal wollen sie es nicht und werden es dennoch.

Eine solche Story birgt zweifellos die Gefahr, in Rührseligkeit abrutschen. Doch Alice Nelson erzählt die Lebensgeschichten und -erfahrungen ihrer Figuren behutsam und leise, sachlich und doch eindringlich. Sie erzeugt eine im besten Sinne herzergreifende und aus meiner Sicht vollkommen kitschfreie, versonnene, melancholische Stimmung, die mich immer wieder zum Nachdenken anregte: darüber, was es heißt, eine Mutter zu sein; was für ein Glück es ist, wenn man eine liebevolle oder überhaupt zur Liebe fähige Mutter zu haben; wie schwierig es sein kann, die (vermeintlich?) selbstverständliche Liebe für seine Kinder aufzubringen. Die Erzählerin wertet und verurteilt nicht, sie nimmt niemanden in Schutz und empört sich nicht. Sie beobachtet und berichtet. Und das macht sie richtig gut. Empfehlenswert!

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