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CocuriRuby

vor 2 Jahren

(6)

Ich liebe den Zynismus und Sarkasmus in diesem Buch. Alles was mit bissigem Humor zu tun hat, ist genau mein Ding.

Dieses Buch steht und fällt natürlich mit der Protagonistin. Wenn man sie und ihre Art nicht leiden kann (und das könnte ich sogar verstehen), dann wird man dieses Buch vermutlich hassen.

Aber ich bin ein großer Fan von Tori. Ich mag ihre ganz nüchterne, fast schon pessimistische  Art.

Sie ist natürlich schon ein wenig eigen, aber ich habe viel von mir in ihr wieder gefunden.

Ich mag es wie sie nach außen ihre „mir scheißegal“ Einstellung zeigt und man aber zwischen den Zeilen lesen kann, dass sie in Wirklichkeit etwas anderes denkt (nicht das wirklich ALLES was die sagt/denkt nur metaphorisch gemeint wäre).

Ich finde es sehr spannend herauszulesen, was sie eigentlich gerade wirklich denkt oder fühlt. Das ist oftmals sehr subtil (vielleicht zu subtil für viele) und wird einen nicht ins Gesicht gehauen – das finde ich sehr interessant.

Ich finde ihre pessimistische und zynische Art und Gedanken sehr erfrischend. Es ist eine willkommende Abwechslung zu all diesen fröhlichen-aufgedrehten weib. Hauptfiguren.

Ich finde auch ihre Interaktion mit Michael sehr toll. Er ist vermeintlich das genaue Gegenteil von Tori – wodurch eine tolle Dynamik entsteht, die nicht aufgesetzt wirkt.

Aber auch die anderen Figuren sind sehr plastisch und haben tatsächlich Charakter (auch wenn ich nicht grade alle mag).

Ich finde es wird sehr gut das Bild von der „neuen“ Jugendgeneration eingefangen. Mit ihrer Art und Interessen.

Es wirkt sehr echt und lebendig, weil viele Details mitspielen – sowohl in der Handlung selbst, als auch durch bekannte Filme, Büchern, Musik, die auftauchen.

Aber es ist hier eben nicht so, wie in ganz vielen anderen Büchern, die von „Erwachsenen“ geschrieben werden und mit sowas um sich werfen und man das Gefühl hat, dass sie das kurz gegooglet haben, sondern man merkt dass die Autorin selbst noch recht jung ist. Es ist ein wenig so, als würde sie über sich schreiben –jedenfalls wirkt es  sehr authentisch.

Allerdings muss man diese genannten Filme/Games/Musik etc. auch kennen, weil einem zum einen sonst etwas entgeht (auch wenn es nicht existenziell für die Geschichte ist) und zum anderen weil es fast nie erklärt wird, was damit angedeutet werden sollte oder worin die Symbolik besteht.

Es werden in der Tat auch sehr ernste Themen behandelt. Es werden viele Probleme angesprochen, natürlich auch psychische Probleme und vor allem ist es nicht oberflächlich, sondern es wird ein authentisches und tiefes Bild vermittelt.

Aber es geht auch viel um Freundschaft, Familie, Liebe, Homosexualität und Zugehörigkeit.

Dabei schafft es das Buch, diese Themen fast so nebenbei zu besprechen, ohne dass sie zu simplen Randthemen werden.

Ich muss aber sagen, dass das Buch zum Ende hin, fast ein wenig surreal wurde. Das fand ich schade, weil es davor so „echt“ wirkte.

Aber dieses Buch gibt einem eine Massage mit, nämlich, dass man nicht nur passiv sein darf, nicht immer nur tatenlos zusehen darf, nicht immer nur abwarten darf, auch wenn es alle andere tun.

Sondern: Tut etwas! Steht für Dinge ein. Nehmt nicht alles einfach nur hin.

 

Fazit

Dieses Buch ist alles andere als gewöhnlich – es wird dementsprechend aber garantiert nicht jedem gefallen.

Es hat viele Ebenen, viele Dinge sind sehr subtil und metaphorisch dargestellt und vor allem durch fast sowas wie eine Anti-Protagonistin erzählt.

Auch wenn ich nicht behaupten möchte, dass ich dieses Buch zu 100% verstanden habe – ich liebe es!

Autor: Alice Oseman
Buch: Solitaire
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